Perks of being a Vegan

/3. Juni 2018/12 Kommentare

Also, ihr habt in den letzten Tagen sicherlich gemerkt, wie gern ich mich vegan ernähre.
Aber: Es ist eben leider doch nicht alles gold, was glänzt und so hat auch diese Ernährungsweise seine Schattenseiten, die ich Euch natürlich nicht vorenthalten will. Schattenseiten – ohje, das klingt ziemlich düster. Sagen wir lieber: Herausforderungen? Und das ist ja wieder etwas Gutes, nicht wahr? Ich mag‘ es, mich selbst herauszufordern, zu challengen, wie man es heutzutage ja sagt. Vielleicht habe ich mich deswegen auch so abrupt entschieden, mich vegan zu ernähren… um mir selbst etwas zu beweisen? Wie dem auch sei – die größte Hürde, oder die, die ich für die größte Hürde hielt – nämlich das verzichten auf Milch, Eier und Käse – habe ich ganz einfach überwinden können und habe schnell gemerkt, dass es da einiges gibt, was mehr Überwindung und Arbeit kostet…

Leben und Leben lassen
Ich fand es super spannend, wie gut der Post vom Montag bei Euch ankam und wie viele die selben oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder machen mussten und wie ihr jeweils damit umgeht. Es haben sich kleine Diskussionen entwickelt und Gespräche. Ein Austausch – genau, wie ich mir das gewünscht habe!
Im Text ging es ja darum, dass es oft nicht die Veganer sind, die in Restaurants ausziehen, um die Welt zu missionieren und jeden Sitznachbar zu belehren. Sondern, so habe ich es auf jeden Fall immer wieder erlebt, sind es viele Fleischesser, die sich angegriffen fühlen von dem, was da auf meinem Teller landet oder eben auch nicht landet. Ohne dass man selbst irgendwas sagt oder behauptet. Und es fühlt sich in den immer gleichen Gesprächen ganz schnell so an, als wäre das eine Aufforderung sich zu rechtfertigen oder mir das Vegan sein ausreden zu wollen.
Jedenfalls, ich will mich nicht wiederholen: man braucht – starke Nerven und die Gelassenheit sich nicht auf jede Diskussion einzulassen.

Count your calories
Nein, ich bin nicht vegan geworden, um abzunehmen. Ganz und gar nicht. Das Problem ist nur, dass man bei der Umstellung der Ernährung durchaus Komplikationen oder Hürden auftreten können. Der größte Fehler den man beim Wechsel zur vegetarischen und auch veganen Ernährung machen kann? Weiter so zu essen wie immer und lediglich Fisch, Fleisch, Milch und Eier wegzulassen. Das funktioniert auf Dauer so nicht – weil es Dich nicht befriedigt und weil Du viel zu wenig Kalorien und Nährstoffe aufnehmen wirst. Trust me – habe ich nämlich bei beiden Ernährungsumstellung falsch gemacht.

Gerade am Anfang fiel es mir jeweils unglaublich schwer wirklich auf meinen Kalorienbedarf zu kommen und ich habe dadurch nicht nur stark abgenommen, sondern mich auch schlapp und müde gefühlt.
Also die einzig logische Konsequenz: ESSEN! Und zwar viel und ausgewogen.
Ich esse nur selten Ersatzprodukte, habe die richtige Zubereitung für Soja-Produkte noch immer nicht gelernt und verzichte irgendwie stets auf Süßes – daher kommt bei mir vor allem Obst und Gemüse auf den Teller. Und davon muss man ziiiiemlich viel essen, damit man seinen Bedarf an Kalorien, sowie Nährstoffen deckt.

Nahrungsergänzung
Nein, meine vegane Ernährung war nicht ausschlaggebend für meine starke Grippe und Lungenentzündung (kurze Unterbrechung: Aber vielleicht die Umstellung an sich? Eine Leserin hat mir dazu in einem der vorherigen Posts sehr wertvollen Input gegeben. Freue mich über Eure Erfahrungen zu dem Thema!).
Meine Blutwerte waren hervorragend.
Einzig und allein Vitamin B12 ist nicht durch die pflanzliche Ernährung aufzunehmen. Mir persönlich wurde vom Hausarzt empfohlen das wertvolle Vitamin spritzen zu lassen – allerdings habe ich das damals aufgrund meiner vielen Reisen und der vielen Umzüge erst Mal abgelehnt und greife seither auf Tabletten zurück. Sobald ich aber wieder einen festen Wohnsitz habe, werde ich mir B12 injizieren lassen – soweit auf jeden Fall der Plan.

Genau wie bei den Kalorien ist es also wichtig, besonders am Anfang, eventuell auch zu rechnen und genau darauf zu achten, dass Dien Bedarf gedeckt ist.

Zeit ist Geld – und das haben wir nicht
Zeit und Geld – nicht selten werden diese beiden Aspekte angebracht, um zu erläutern, weshalb jemand sich gegen die vegane Ernährung entschieden hat. Stückweit absolut nachvollziehbar, allerdings muss ich persönlich sagen, dass ich von beidem genau so viel verbrauche, wie vorher auch schon.
Okay, die Umstellungs- und Eingewöhnungsphase ist relativ zeitintensiv. Das Einlesen, Ausprobieren, das Herausfinden was einem schmeckt und das Suchen von entsprechenden Restaurants und Lokalitäten. Okay –
Aber Geld? Mandelmus für vegane Käsecreme ist super teuer, das geb‘ ich zu. Aber ansonsten? Die vegane Ernährung an sich ist nicht teuer, absolut nicht. Das beweisen zahlreiche Low-Budget-Food-Diarys und wird Euch auch die Erfahrung zeigen. Natürlich geht mit der Umstellung der Ernährung auch ein Umdenken einher und man ist (also so geht es mir persönlich) bestrebt nach und nach auch nachhaltiger und in der Region einzukaufen. Also geht man auf den Markt, statt plastikverpacktes Gemüse im Supermarkt zu kaufen – und ja, das ist in der Tat teurer.

I got invited & #traveltheworld
Dieses Thema hat nicht nur Euch sehr interessiert, sondern mich auch in den letzten Monaten vor einige Herausforderungen gestellt. Einladungen. Dinnereinladungen. Essen mit Freunden. Komm, wir kochen mal wieder!
Irgendwie fühlte ich mich oft wie die Prinzessin auf der Erbse, – „Eh, habt ihr auch was veganes?“, habe ich schüchtern und gedämpft gefragt.
Irgendwie unangenehm, auch wenn es das gar nicht sein muss.
– jedenfalls. Ich handhabe das mittlerweile so, beim Reisen, genau wie bei Einladungen, Geburtstagen und Co.:

Ich bemühe mich. Ich renne auf Flughäfen zu jedem möglichen Stand und nerve auch die Spanier bis zum Schluss mit meinem Verlangen nach veganem Essen. Bei Airlines rufe ich stets direkt an. Auch in Restaurants frage ich nach Alternativen, wenn sie nicht bereits auf der Karte ausgeschrieben sind – wieso? Weil ich Aufmerksamkeit möchte. Nicht für mich, nein das kann eher unangenehm werden, nein für das Thema! Die Firmen, Restaurants, Köche und Anbieter müssen doch irgendwie mitbekommen, dass eine Nachfrage nach veganem Essen besteht.

Bei Freunden?
Ich übernehme das Kochen!
Esse Unmengen an Beilagen.
Bringe mir etwas eigenes mit.
Oder: koste auch mal die Käsesuppe.

Unlängst passierte genau das – und auch wenn ich mir blöde Sprüche anhören musste, es hat geschmeckt und meinen besten Freund sehr glücklich gemacht, dass ich probiert habe, nachdem er stundenlang in der Küche stand. Und als dann eine Freundin für alle Creme-Brulee und für mich einen veganen Grießpudding aus der Tasche zauberte, breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus.

Also ich versuche es immer vegan! Dann kann das im schlimmsten Fall auch mal nur ein trockenes Brot sein oder schwarzer Kaffee ohne Milch.
Aber wenn es nicht anders geht, wenn es Teil der Kultur ist, wenn ich mich sonst schrecklichen fühlen würde – dann mache ich auch, ja!, Ausnahmen.

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12 Kommentare

  • Reply Ronja 14. Juni 2018 at 15:00

    Super Beiträge in deiner Vegan Woche! Habe mich schon seit du gesagt hast, du schreibst bald was darüber, drauf gefreut und wurde nicht enttäuscht.
    Die Fakten waren mir zwar nicht neu aber die Tipps und Ansichten bzw. Wege wie du in den verschiedenen Situationen damit umgehst interessant und bereichernd. Man merkt du bist nicht nur vegan, weils „in“ ist.
    Mehr davon bitte, damit die Welt da draußen von Zeit zu Zeit ein kleines Stück weiter denkt. Würde auch so gern so viele Leute inspirieren, vor allem was gesunde (vegane) Ernährung betrifft. Influence den die Welt gebrauchen kann.
    Also ..go for it! 🙂

  • Reply Nadine 6. Juni 2018 at 10:03

    Toller Bericht!
    Ich lebe schon längers vegan. Für das Vitamin B12 putze ich 2x am Tag die Zähne mit einer Zahnpasta mit B12. Reicht völlig aus 🙂

  • Reply Marie Dyness 4. Juni 2018 at 13:15

    Ein wirklich sehr toller Post, dem ich nur zustimmen kann!
    Alles Liebe, Marie💗
    http://mariedyness.blogspot.de/

  • Reply Pauline 4. Juni 2018 at 10:41

    Ich bin so traurig, dass das der letzte Post der Reihe war Luise!! Ich hatte mich jeden Tag so darauf gefreut und war gespannt, welche Themen du noch ansprechen würdest… Ich hoffe, dass du in nächster Zeit trotzdem hin und wieder noch mal auf das Thema zurück kommen wirst, denn es hat ja wirklich viele interessiert – wie man an den ganzen Kommentaren erkennen kann 🙂 Das freut mich (und dich ganz sicher auch) total! 🙂

    Ich kann dir in allen Punken nur zustimmen und möchte aber gerade auf den letzten noch mal eingehen. Ich finde es unheimlich toll, dass du trotzde eigentlichem vegan-sein auch die Käsesuppe mal probierst. Klar gibt es viele die da protestieren und das ganz dramatisch finden und veganer, die dir dafür am liebsten die Augen auskratzen wollen 😀 (leider habe ich eine solche Veganerin in meinem Umfeld und kann mir immer nur an den Kopf fassen) Ich finde es richtig schade, wenn dann aus den „eigenen Reihen sozusagen“ so negative Kretik kommt. Man sollte sich lieber gegenseitig unterstützen und auch machen lassen. Jeder hat seine andere Definition von einem glücklichen und veganen Leben. Manchen macht es nichts aus suuuper strikt zu sein und ich esse zu Weihnachten trotzdem den Rotkohl von meiner Oma, obwohl ich weiß, dass sie Butter rein macht… deswegen bin ich noch lange kein schlechter Mensch und auch keine schlechte Veganerin und immer noch 10 Mal besser, als Leute die es gar nicht interessiert… das ist zumindest meine Meinung und anscheind auch deine 🙂

    Liebste Grüße
    Pauline <3

    https://mind-wanderer.com/category/food/

    • Kleinstadtcarrie 4. Juni 2018 at 15:31

      Liebe Pauline,

      vielen vielen Dank für Deine Unterstützung und jeden Support – ich weiß das wirklich sehr zu schätzen, dass Du hier immer wieder vorbeischaust und fleißig kommentiert! Vielen Dank! Und alles Liebe für Dich,
      Luise

  • Reply Geraldine 4. Juni 2018 at 00:14

    Wow. Wieder ein unfassbar lehrreicher Beitrag zum dem Thema.
    Ich habe in meinen 10 Jahren Vegetarismus beobachten können wie sich die Gesellschaft gewandelt hat. Am Anfang stand auf den Speisekarten in Restaurants viel weniger oder manchmal sogar keine vegetarische Gerichte. Also musste ich mir oft meine „Extrawurst“ bestellen. Und mir war das echt oft unangenehm.
    Im Laufe der Jahre rückte der Vegetarismus/Veganismus immer mehr in den Vordergrund. Und das Dank Leuten wie dir die nicht davor zurückschrecken die Gesellschaft darauf Aufmerksam zu machen dass da eine Nachfrage ist.
    Wie sehr nerven dich die Sprüche die du für deine Ernährungsweise bekommst? Wie gehst du damit um?
    Liebste Grüße

    • Kleinstadtcarrie 4. Juni 2018 at 15:40

      Liebe Geraldine,

      Ja das stimmt total 🙂

      Also solche Sprüche – nunja, ich „ertrage“ es einfach, kontere mit einem blöden Spruch oder sage einfach, wenn es mir dann doch zu viel wird 🙂 Freunde und Familie sind da echt verständnisvoll!

  • Reply Alessia 3. Juni 2018 at 16:36

    Wieder ein super interessanter Beitrag! Ich beschäftige mich auch zunehmend mit vegetarischer und veganer Ernährung und versuche nach und nach einiges umzustellen.. einen endgültigen Schritt möchte ich noch nicht machen (aus diversen Gründen).
    Den Titel von dem Beitrag verstehe ich allerdings nicht so ganz… Es geht doch eher um die Herausforderungen des Veganseins? Perks sind aber ein Bonus oder Bevorzugungen, z.B. cancer perks.

    LG
    Alessia

    • Kleinstadtcarrie 4. Juni 2018 at 15:46

      Liebe Alessia,

      Danke für Deinen Kommentaren 🙂

      ja, das ist so ein bisschen der Widerspruch an sich – viele finden es sind Nachteile usw. aber ich sehe all‘ das als Herausforderung und somit als Chance 🙂
      Macht das Sinn? Irgendwie?

  • Reply Luisa 3. Juni 2018 at 15:51

    Ich habe einen generellen B12 Mangel und mich neulich über die B12 Herausforderung mit einer Freundin unterhalten, die sich seit einem Jahr vegan ernährt. Sie benutzt schlicht B12-Zahnpasta und ihre Werte sind in Ordnung. Ich weiß nicht, ob du das nicht schon kennst, aber ich finde es auf jeden Fall super cool wie schnell man dem so gerne herangezogene Argument mit dem B12 durch eine andere Zahnpastasorte oder Zahngel den Wind aus den Segeln nehmen kann.
    Deine Reihe hat mir unheimlich gut gefallen. Ich hab mir schon einige Food Hauls von yummypilgrim angeschaut und finde sie super, hab bewundert wie günstig vegane Ernährung sein kann und überlege jetzt erstmal für einen Monat als Challenge meine vegetarische Ernährung auf vegane umzustellen. Mit den vielen Anregungen hab ich da jetzt echt Bock drauf. Danke für die Inspiration!
    Luisa

    • Kleinstadtcarrie 4. Juni 2018 at 15:41

      Liebe Luisa,

      ah das klingt ja spannend – gibt’s die ganz einfach in der Drogiere?

      Ich wünsche Dir ganz viel Spaß bei Deiner Challenge – lass‘ uns doch dann mal super gern wissen, wie es Dir gefallen und gelungen ist!
      Bin total gespannt 🙂

      Alles Liebe,
      Deine Luise

  • Reply Jasmina 3. Juni 2018 at 15:25

    Ein echt schöner Beitrag.
    Ich finde das Thema Ernährung ist in den letzten Jahren echt zu einem der top Themen geworden – vor allem das Thema „vagane Ernährung“.