Lost & Found

/21. Mai 2018/7 Kommentare

Da wurde – ganz unverhofft – an diesem Montag eine neue Kategorie in’s Leben gerufen: Lost & Found.
Immer am Anfang der Woche plane ich die konkreten Postings und bereite alle Worte und Bilder final vor. So also auch heute. Aber als keiner der fertigen Texte und Bildstrecken mich vollends überzeugt hat und ich immer wieder an Gedankenfetzen und unvollendeten Überlegungen hängen geblieben bin, kam es mir in den Sinn: dass diese verlorenen Worte und Erinnerungen, Geistesblitze nicht vergessen werden dürfen. Denn das würden sie, wenn ich ihnen nicht endlich eine Bühne gebe. Ich habe verschiedene Dokumente, in denen ich an verschiedenen Texten arbeite, – manche gehen dabei aber einfach unter, fühlen sich irgendwie unvollständig an aber können trotzdem nicht fortgesetzt werden.
Und als mir dann in den Sinn kam, wie viele Shootings wir gemacht, Fotos wir bearbeitet, aber nie veröffentlicht haben – dachte ich: das ist doch die perfekte Kombination. Also: verloren, und wiedergefunden. Ein wunderschönes Gefühl, dass ich auch heute morgen hatte.

Also – auf eine neue Rubrik, die heute mit Texten der letzten Monate und Bildern aus dem letzten Sommer in meinem geliebten Dresden, startet. Ich hoffe, das Prinzip gefällt Euch?

„Es ist Mittwochabend. Ich habe meine Haare gewaschen. Schaue Fern. Fühlt sich irgendwie ziemlich normal an. Ruhig. Unaufgeregt. Es könnte ein ganz normaler Abend sein – aber dann sind da die letzten Wochen, die hinter mir liegen.
Totalausfall, Schüttelfrost, Fieber, Schmerzen, Angst, Tränen, Allein sein, schließlich Krankenhaus. Schläuche, Schwestern, ständig geht die Tür auf, aber irgendwie kommt doch keiner rein.“

„Die Sonne scheint. Meine Lunge schmerzt wieder. Aber hey, mein Herz, – das tanzt!“

„Wohlwissend, dass er mir nicht weh tun will – aber erfahren genug zu wissen, dass Menschen manchmal scheitern.“

„Über mir: Flugzeuge.
Über mir: Menschen auf dem Weg, irgendwo hin.
Abenteuer vielleicht. Ein fremdes Land. Aufregung.
Ich sitze hier.
Ruhig gestellt.
Die letzten Wochen – durch Medikamente.
Jetzt: Gewohnheit?!
Wohlfühlen?!
Menschen?!
Liebe?!
Wenn man so schnell schreibt, sehen sich Frage- und Ausrufezeichen zum verwechseln ähnlich, nicht wahr?! Ja. In meinem Kopf auch.“

„Blau auf weiß und schwarz auf weiß und Tasten. Schnell. Und dann lesen, vorlesen, verbessern. Ich werde mein Schreiben verbessern. An meinen Gedanken feilen und Poesie rieseln lassen … Das läuft doch schon ziemlich gut, oder? Also ich weiß, dass ich von Zeile zu Zeile besser werde. Jedes Mal neu die Sprache des Textes lernen. Worte sacht zusammen führen, damit sie sich aneinander festhalten können – denn gemeinsam können wir Großartiges entstehen lassen.“

Dein Lebensgefühl. Deine Leichtigkeit. Und Eure Energie.
Ich will das auch!, schreit plötzlich alles in mir.
Und ich lausche Dir stundenlang. Ich beobachte Dich. Ich analysiere. Ich fange an zu verstehen. Ich fange an zu adaptieren. Ich übernehme das. Ich übernehme dich. Und plötzlich sind das nicht mehr nur Worte. Nicht mehr nur Gesten. Das ist mehr.
Das ist Inspiration.
Das ist so gut, dass ich das auch will.
Und das ist so echt, dass ich das auch kann.
Und du bist so nah, dass du abfärbst.
Und das fühlt sich gut an. Das belebt. Das treibt an. Das verändert. Neuer Blickwinkel. Neue Perspektiven. Und du lässt mich durch Deine Augen sehen. Danke. 

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7 Kommentare

  • Reply Leni Bo 22. Mai 2018 at 20:04

    Liebe Luise,
    das ist eine sehr schöne Kategorie 🙂 Ich kenne das mit den „Gedankenfetzen“, die sich manchmal festsetzen und manchmal auch einfach nur für sich stehen bleiben. Manchmal wird irgendwann ein Text daraus, wenn man die Schublade mit den Bruch- und Versatztücken wieder öffnet, gelegentlich auch nicht. Und trotzdem bewegen einzelne Sätze, sind sie wichtig, sagen etwas aus, statuieren kleine, aufrechte Zeichen. Ich habe immer wieder Posts mit genau solchen Versatzstücken, ich nenne es „Momentgedanken“.
    Es würde mir viel bedeuten, wenn du es schaffen würdest, mal reinzulassen. Ich bin so oft wahnsinnig inspiriert oder einfach nur ergriffen von deinen Texten.
    https://lenimagination.com/2018/04/22/momentgedanken-1-chaos-im-kopf/
    Alles Liebe,
    Leni!

    • Kleinstadtcarrie 22. Mai 2018 at 22:06

      Danke für Dein Feedback, liebe Leni <3

  • Reply Franziska 22. Mai 2018 at 19:45

    Liebe Luise,

    ich finde die neue Kategorie klasse! Deine Bilder liebe ich sowieso, weil sie immer so perfekt zum Text passen und auch die kurzen Texte sind super. Manchmal bieten diese sogar noch mehr Spielraum zum nachdenken, weil mehr offen ist 🙂 Ich freue mich schon auf die weiteren Bilder und Texte aus dieser Rubrik 🙂

    Ganz liebe Grüße
    Franziska

  • Reply Vic 22. Mai 2018 at 15:31

    Mir gefällt diese Kategorie sehr gut! Manchmal sind es auch gerade nur so kurze Gedankenfetzen, die unheimlich inspirierend wirken können.

    Liebe Grüße
    Vicky

  • Reply Pauline 21. Mai 2018 at 16:13

    Eine richtig schöne Idee Luise!
    Ich finde solche kurzen Texte oft auch wunderschön und mir selbst fällt es schwer zu einem Thema oder einem Gefühl manchmal lange Texte zu schreiben. Da kommen dann auch nur ein paar Zeilen zu Stande, die reichen aber keinen Beitrag füllen.
    Deswegen habe ich vor kurzem auch einen solchen Post mit kurzen Gedichten und Gedankenfetzen veröffentlicht:
    https://mind-wanderer.com/2018/03/25/gedankenchaos/
    Es würde mich unglaublich freuen, wenn du Zeit findest sie dir durchzulesen, denn deine Texte sind für mich immer eine riesige Motivation und Inspiration zum Schreiben 🙂

    Liebste Grüße
    Pauline <3

    • Kleinstadtcarrie 22. Mai 2018 at 10:18

      Liebe Pauline,

      da schau ich doch direkt mal rein 🙂 <3