Leben und leben lassen.

/28. Mai 2018/72 Kommentare

Also so viel sei vorweg klargestellt: Ich habe nicht’s gegen Menschen, die Fleisch essen. Meine Familie, meine besten Freunde und auch die meisten meiner bisherigen Liebhaber würden niemals auf ihr Steak auf dem Grill verzichten (obwohl ich ja immer predige, niemals nie zu sagen!) – der Text soll als Einstieg für meine Vegan-Woche hier auf dem Blog dienen. Vielleicht nicht der attraktivste Aufhänger, kein Ice-Breaker unbedingt, keine Lobeshymne an das Veganer-Dasein und auch kein lockerer Wir-sind-alle-Freunde-Text in diese Woche, die hoffentlich den ein oder anderen zum Nachdenken anregt, uns dazu bringt miteinander zu sprechen und uns gegenseitig Wege aufzuzeigen, Möglichkeiten und Chancen zu geben und vor allem: über gutes Essen zu philosophieren (das auch für alle Fleisch-Esser für Euch spannend sein kann, ohne direkt die Reißleine zu ziehen und gänzlich vegan zu werden –)! 

In den nächsten 7 Tagen geht es hier auf dem Blog darum, weshalb ich mich vegan ernähre, welches meine Lieblingsrezpte und -inspirationen sind, wo ich hier in Berlin am liebsten Essen gehe und am Sonntag kläre ich dann noch Mal genau auf, worum es hier in diesem Text eigentlich wirklich geht. 
Habt ihr Lust? Also ich freu mich drauf! Denn mit der Veröffentlichung der Beiträge geht eine lange Phase der Vorbereitung und Organisation zu Ende. Aber eins noch: Bitte! Bitte! Bitte denkt daran, dass der Ton die Musik macht und dass wir alle erwachsene und eigenständige, eigenmündige und vernunftbegabte Wesen sind, die alle für sich selbst und das eigene Wohlbefinden, die eigene Moralvorstellung, die persönlichen Möglichkeiten und Grenzen entscheiden können und verantwortlich sind.  Okay? Also auf gut Deutsch: Leben und leben lassen, sich selbst nicht so, aber die Gefühle anderer bitte ernst nehmen! 


Wir gehen essen. Mal wieder.
Ich checke vorher die Speisekarte online. Es gibt eine vegetarische und eine vegane Option. Okay, ja. Das passt!
Ich vermisse Berlin.
Jedenfalls: Ich freue mich. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen.

„Die Kartoffelecken bitte.“, sage ich, klappe die Karte zusammen und gebe sie dem süßen Kellner.
„Ach, du bist wieder vegan?“, fragt sie schnippisch von der anderen Seite des Tischs.
Es hat einen Grund, weswegen wir so weit wie nur möglich auseinander sitzen, um trotzdem am selben Tisch Platz nehmen zu können.
„Ja.“, antworte ich knapp und nippe an meinem Mineralwasser.

Die klassischen Was-isst-du-denn-dann-Fragen bleiben aus. Das hatten wir schon. Die Du-siehst-gar-nicht-aus-wie-ein-Veganer-Debatte wurde auch bereits geführt – und zwar so, als wäre ich gar nicht dabei.
Ich wäre auch gern nicht dabei gewesen. Aber ich war es. Also nun ja.

Nach einer halben Stunde kommt unser Essen. Meine veganen Kartoffelspalten an Rucola mit Grillgemüse der Saison, was man auch einfach als Pommes mit Salat bezeichnen könnte. Ohne vegan davor. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache.
Alle anderen am Tisch: essen Fleisch.
Ich sage nichts. Obwohl es mich stört – ja.
Aber: ich halte meine Klappe. Und verderbe niemandem den Appetit.

„Schmeckt`s?“, fragt er, direkt neben mir. Er schmatzt. Und grinst mich mitsamt der zerkauten Essensreste in seinem Mund an.
Ich nicke. Es ist tatsächlich ziemlich lecker.
„Mein Hackbraten auch. So lecker. Oh man wie hältst Du das nur ohne Fleisch aus?“, er schüttelt den Kopf, wohlwissend, dass er darauf keine Antwort von mir bekommen wird.
„Wir essen eigentlich auch ziemlich wenig Fleisch.“, sagt seine Freundin stolz, „und wenn, dann kaufen wir natürlich Bio.“
„Okay, ja cool!“, sage ich – ich zwinge mir ein bisschen Begeisterung in’s Gesicht.
Kleine Schritte, denke ich. Jeder, so wie er es schafft. Kein Missionieren. Und ich finde es wirklich gut, wenn es so ist. Das wäre auf jeden Fall diszipliniert.
Ruhig bleiben.
Das Gespräch um und über Fleisch geht weiter. Die üblichen Floskeln. Vegan ist nicht gesund. Ein Mal die Woche Fleisch. Aber zum Frühstück auch ein bisschen Wurst und der Speck im Rührei darf auch nicht fehlen. Frische Vollmilch ist so gesund und Fisch kaufen wir sowieso immer direkt frisch aus dem Meer. In Hessen.Es wird auch die Frage nach dem typischen Aussehens eines Veganers angeschnitten. Wieder. Und wieso ist das eigentlich so teuer? Zu guter letzt, meine Lieblingsdebatte: Fake-Fleisch. Oh Gott, was sollen denn Soja-Würste. Voll eklig und was soll das eigentlich: einen auf veganer machen aber trotzdem Lust auf Fleisch haben? Habt ihr keine Disziplin?

„Wollen wir über was anderes reden?“, frage ich und beginne über meine letzte Reise zu erzählen.
„Und dort hast Du dann aber wieder Milch getrunken, oder wie?“, fragt er mich und schiebt sich genüsslich einen Löffel Sahnesoße in den Mund.
„Ja, aber vor allem ging es ja um’s Französisch lernen und…“
„Hach ja, so ein Coq au Vin… – gibt’s das auch in vegan?“, lacht einer und alle anderen amüsieren sich prächtig.

Ich lache. Aus Freundlichkeit. Muss das hinnehmen, denke ich. Habe ja meine vegane Extrawurst bekommen – und eine riesen Portion an Aufmerksamkeit gleich dazu. Aber dann, regt sich etwas in mir. Ich seufze, rücke meinen Stuhl ein bisschen nach hinten – ich brauche jetzt Platz und gleichzeitig suche ich irgendwas, woran ich mich festhalten kann und sage:
„Okay, Leute – ich weiß, es ist ein Familiensonntag. Ich weiß, wir wollen: Harmonie und Ruhe und für einen Moment vergessen, wie stressig und hektisch das Leben ist. Und das ist okay. Das ist schön. Ihr wisst, ich liebe Beisammensein. Aber: … ich hole Luft und mache eine rhetorische Pause, die sie direkt dazu nutzt mich zu unterbrechen: „Ach Luise komm, bitte jetzt nicht die Moralpredigt. Wir essen Fleisch, Du nicht. Leben und leben lassen. Lasst uns weiter essen.“
Keiner rührt sich, – außer ihr. Sie steckt sich ein Stück Ente in den Mund.
Ich schaue sie an: „Leben und leben lassen. Du sagst es. Leben und leben lassen. Und wie wär`s, wenn Du mich so leben lässt, wie ich es will? Und die Ente vielleicht auch.  Und sag Mal gibt’s die Kartoffel eigentlich auch blutig? Ich bin es leid – ich bin es leid, dass über Veganer immer und überall Witze gerissen werden dürfen und wir es hinnehmen müssen. Denn Missionieren nervt. Auf die eigenen Fehler hingewiesen zu werden, ist anstrengend. Und die fehlende Empathie und das nicht vorhandene Umweltbewusstsein als kleinen Salat zur Hauptspeise serviert zu bekommen, schmeckt bitter.
Aber so ist es.
Und wenn ihr mir mein Essen madig reden wollt – nur damit ich genug Protein esse, dann lasst mich ein Mal sagen: Ihr nervt.
Leben und leben lassen.
Und wenn ihr das mit den Schweinen und Kühen und Hühner nicht wollt oder könnt oder was auch immer – dann probiert es doch erst Mal bei Veganern.
Erzähl mir gern von Deinen Beziehungsproblemen oder was die Kinder wieder Neues gelernt haben, lass uns sachlich über Massentierhaltung oder Sojaproduktion diskutieren, gern! Aber verkneif Dir doch die ewig gleichen Floskeln, Witze und Rechtfertigungen vor Dir selbst – Lass‘ mich in Ruhe meine Kartoffeln essen. Keine Angst, die werden Dich nicht angreifen.

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72 Kommentare

  • Reply ViktoriaVK 15. Juni 2018 at 12:27

    Liebe Luise,
    du sprichst mir aus dem Herzen! Ich ernähre mich seit 5 Jahren vegan und kaufe auch seit einigen Jahren keine/kaum nicht-vegane Produkte – Lederschuhe z.B. nur von Kleiderkreisel.
    Ich hab mit einem veganen Monat angefangen, nachdem ich kurz vorher Vegetarierin geworden war.
    Als ich damals anfing kannte ich keinen einzigen Veganer persönlich – Instagram hat da sehr geholfen sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.
    Am Anfang kamen natürlich von allen Freunden und Bekannten blöde Sprüche. Das dümmste was ich mir je anhören musste war wahrscheinlich: „Sind Kartoffeln eigentlich vegan?“ 😂
    Auch heute muss ich mir oft noch die üblichen Sachen anhören, sodass ich mittlerweile so gut wie nie sage, dass ich vegan esse. Einfach weil ich absolut keinen Bock auf die hundertste oberflächliche Diskussion habe, die jedes mal damit beendet wird, dass die Person gegenüber achselzuckend „Ich könnte nie auf Fleisch verzichten“ von sich gibt. Ich hab mir angewöhnt statt vegan immer „veggie“ zu sagen, damit nicht immer nachgefragt wird. Wenn mich jemand Fragt warum ich beim Grillen meine „Extra-Wurst“ brauche sage ich, dass ich kein Fleisch esse. Wenn mir Schokolade, Haribo oder Kuchen angeboten wird, lehne ich einfach dankend ab, weil ich mir so oft anhören musste, dass Veganer es anderen immer unter die Nase reiben. Oft lerne ich Leute kennen und sie finden erst Wochen oder manchmal Monate später heraus dass ich Veganerin bin. Dann wird mir immer gesagt, dass ich die einzige Veganerin bin, die es nicht ständig laut verkündet. Auf meine Rückfrage hin wird dann zugegeben, dass die Person keine weiteren Veganer persönlich kennt.
    Ich will mich und wie ich mein Leben lebe nicht verstecken oder etwas vor Leuten verheimlichen. Lieber bin ich ein stilles Vorbild – denn wenn Freunde sich dann tatsächlich dafür interessieren lad ich sie gerne zu Kochabenden ein oder gebe Tipps wo man am besten vegan einkaufen kann 😊

    • Kleinstadtcarrie 18. Juni 2018 at 18:48

      „Sind Kartoffeln eigentlich vegan?“ 😀 Mein Opa hat mich etwas ganz ähnliches am Anfang meines Veganer Daseins gefragt – aber er meinte die Frage ernst 😀 Richtig süß war das, wollte ich nur mal kurz erzählen 🙂

      Genau so handhabe ich das auch, wie Du – und man fährt damit ganz gut. 🙂

  • Reply Sophie 8. Juni 2018 at 03:19

    Wow, ein einfach nur toller Beitrag.
    Du sprichst mir aus dem Herzen!

    ❤️

  • Reply Sabine 5. Juni 2018 at 01:56

    Liebe Luise,
    danke für diesen Beitrag!!
    Ich habe mich zu 100% schon so oft in einer ähnlichen Situation wiedergefunden. Habe anfangs genau das gedacht, was du dir auch versucht hast klarzumachen: lass sie reden, jeder Schritt ist wichtig, einfach lächeln und runterschlucken, ich selbst habe lange Zeit Fleisch gegessen, etc. Aber: je nach Bemerkung oder Witz – irgendwann ist einfach genug. Nur weil es dieses „Klischee“(?) des Missionierens gibt oder viele Menschen sich automatisch(!) angegriffen fühlen, muss man sich nicht alles gefallen lassen. In solchen Situationen sage ich mittlerweile laut, sachlich und bestimmt, dass ich das nicht okay finde. Das hast du sehr gut beschrieben! Es hilft bei mir (bzw bei meinen Mitmenschen) übrigens auch zu kommunizieren, dass das ein Thema ist, was mich wirklich berührt und dass mich solche Kommentare verletzen, mir wirklich nahegehen. Tiere und unsere Umwelt bedeuten mir viel und Witze darüber sind dementsprechend ein Stück weit respektlos. Wie du geschrieben hast: leben und leben lassen. Wobei dieser Spruch definitiv einen bitteren Beigeschmack hat.
    Um doch noch irgendwann die Kurze zu bekommen: deine Beiträge zum Thema Veganismus sind -wie immer- wundervoll geschrieben. Danke für deine Arbeit und deine Auseinanderzusetzung damit. Folge dir schon Ewigkeiten; mein Weg zum Veganismus begann vor zwei Jahren und bin immer noch am lernen und entdecken. Hier nun auch davon zu lesen ist wahnsinnig toll. Beste Grüße!

    • Kleinstadtcarrie 5. Juni 2018 at 11:30

      Liebe Sabine,

      ich handhabe das im „Echten Leben“ tatsächlich ganz genau so und Freunde und Familie wissen, wie sensibel ich bei diesen Themen bin. Trotzdem kann ich auch gelegentlich drüber lachen 🙂

      Ja, den Spruch habe ich natürlich ganz bewusst gewählt!

      Ganz liebe Grüße an Dich,
      Luise

  • Reply Ina 1. Juni 2018 at 23:43

    Liebe Luise,
    ich hoffe, du verstehst mich nicht falsch mit meinen Worten, aber ich kann mich einfach nicht so gut ausdrücken wie du…: Mein „Problem“ mit bzw. an vielen Veganern ist, dass sie es einem direkt auf die Nase binden (Woran erkennt man einen Veganer? – Er erzählt es dir sofort.). Es darf und soll sich jeder so ernähren, wie er oder sie möchte, allerdings ist Ernährung eine persönliche Entscheidung, weshalb ich nicht erzählt bekommen muss/ will (wenn auch durch die Blume), dass ich ein schlechter Mensch bin, nur weil ich mich nicht vegan ernähre. Noch dazu kommt auch die Formulierung „ich bin vegan“ anstelle von „ich ernähre mich vegan“. Darin liegt nämlich ein meilenweiter Unterschied: Ersteres impliziert eine komplett vegane Lebensweise von der Kleidung, über die Ernährung, bis hin zur Kosmetik usw. und das ist bei den wenigsten der Fall.
    Im Übrigen schafft eine vegane Lebensweise leider auch keine bessere Welt, wenn man weiterhin die Zerstörung der Regenwälder durch den Kauf entsprechender Produkte fördert und sich von Avocados, Sojaprodukten und Reis ernährt. Viel mehr sollten wir meiner Meinung nach auf das Vermeiden von unnötigem Verpackungsmaterial und eine regionale Ernährungsweise achten, insgesamt einfach weniger verschwenderisch und mehr für unsere direkte Umwelt leben!
    Ich bin selbst sehr ländlich aufgewachsen und habe schon als Kind miterlebt, wenn geschlachtet wurde, weshalb ich von mir selbst beahaupte, ein relativ reflektiertes Bild zum Fleischkonsum und der Produktion zu haben. Mittlerweile wohne ich zum studieren in einer Großstadt und ernähre mich überwiegend vegetarisch, einfach aus dem Grund, dass mit Fleisch oft nicht schmeckt und ich es relativ teuer finde. Hier, bzw. gerade im städtischen Umfeld ist mir schon aufgefallen, dass sich das „Ernährungsblatt“ teilweise schon sehr gewendet hat und man schief angesehen wird, wenn man sich eben ganz „normal“ ernährt, mit Milch, Fleisch, Gluten etc. das finde ich schon ziemlich irrwitzig.
    Dass wir und über solche Dinge wie diese hunderttausend Ernährungsweisen überhaupt Gedanken machen zeigt, dass es uns in unserer Gesellschaft in Deutschland einfach viel zu gut geht. Luxusprobleme.
    Alles Liebe,
    Ina

    • Kleinstadtcarrie 3. Juni 2018 at 13:32

      Liebe Ina,

      ach, also Du musst Dich hier gar nicht entschuldigen, – das schon mal vorne weg 🙂

      Mmh, also wie es im Text formuliert ist und hier auch in den Kommentaren verfasst wurde, habe ich das Gefühl, bzw. die Erfahrung gemacht, dass Veganer gar nicht so sind. Ich habe noch nie, auch als ich noch Fleisch aß, einen Veganer oder Vegetarier getroffen, der mich von seiner Ernährungsweise überzeugen wollte oder dies extra betont hat.

      Klar, sobald es zum essen kommt, erwähnt man das Thema – weil man eben schauen will/muss, dass man vegan essen kann. Aber wenn ein Fleischesser im Restaurant Fleisch bestellt ist das doch das selbe, oder nicht? Weißt er mich dann auch auf seine Ernährung hin? Also – weißt Du, wie ich meine?

      Dass Veganismus die Welt nicht rettet, das ist leider klar.
      Bin da mit dem letzten Teil deines Kommentars ganz bei Dir!

  • Reply Franziska Krause 1. Juni 2018 at 09:06

    Liebe Luise,

    als ich gerade deinen Beitrag gelesen habe sind mir so viele Situationen eingefallen, die ziemlich genau so abgelaufen sind, wie du es geschildert hast.
    Ich ernähre mich jetzt seit drei einhalb Jahren vegan, und kenne es nur zu gut, sich rechtfertigen bzw. dumme Sprüche anhören zu „müssen“.
    Die wenigstens fragen aus ehrlichem Interesse, warum man sich zu diesem Schritt entschieden hat oder sind an einer Diskussion über die Folgen von dem Konsum tierischer Produkte für die eigene Gesundheit, der Umwelt und anderen (hungernden) Menschen, usw. nicht interessiert.
    Und wenn es doch dazu kommt, wird das schlechte Gewissen gleich mit Sätzen wie „aber ich kaufe ja nur Biofleisch“ oder „ich esse ja auch nicht jeden Tag Fleisch“ … versucht zu verdrängen, obwohl man genau weiß, dass dies bei der Person nicht der Fall ist.
    Ebenso sind plötzlich alle um die eigene Gesundheit „besorgt“, obwohl es mir persönlich mit der veganen Ernährung viel besser ging, ich fitter und nur sehr selten mal krank war.

    Ich freue mich schon auf die weiteren Beiträge.

    Ganz liebe Grüße,

    Franzi

  • Reply Chrissie 30. Mai 2018 at 14:35

    Keine Ahnung, ob das hier schon jemand erwähnt hat und ich möchte niemanden verletzen. Aber richtig „ lustig“ ist es auch, wenn ausgerechnet Raucher jemanden für die vegane/vegetarische Lebensweise auslachen. Oder einen Spruch bringen wie „das kann doch nicht gesund sein“ während sie an ihrer Kippe ziehen. Habe ich schon häufiger erlebt.

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 22:45

      Ja nicht wahr? Zumal: als ob wir nicht alle etwas tun, was ungesund ist…

  • Reply Anna 29. Mai 2018 at 22:58

    Hallo Luise,

    ich lese deine Beiträge sehr gerne. Allerdings fällt mir immer wieder mal auf, dass du in deinen Beiträgen zur Toleranz manchmal, wenn vielleicht auch unbewusst, anfängst selbst mit intoleranten Bemerkungen die andere Seite zu diskriminieren, wie auch in diesem Beitrag. Ich lebe selbst vegan und bin der Meinung, dass jeder essen soll, was er möchte, auch die Fleischkonsumenten. Natürlich schadet der Fleischkonsum in einem gewissen Grad der Umwelt und da sehe ich es auch so, dass die Freiheit des einen dort aufhört wo die des anderen anfängt. Wenn jemand aber, so wie in deinem Beitrag erwähnt, wenig Fleisch und dann auch noch in hoher Qualität oder sogar aus natürlichen Beständen verzehren möchte, dann schränkt das mich in keinster Weise ein und er sollte das auch dürfen. Da brauche ich mir auch keine Begeisterung ins Gesicht zu zwingen, denn das ist nicht als ein Schritt in die richtige Richtung zu betrachten, sondern als das Ergebnis seiner Reise.
    Ich will damit sagen, dass wir Veganer auch hin und wieder aufpassen müssen, dass nicht wir die belehrenden und diskriminierenden Verfechter werden und selbst als aufklärende, aber nicht belehrende Minderheit, als gutes Vorbild vorangehen.

    Liebe Grüße, Anna

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 09:51

      Liebe Anna,

      danke für Dein Feedback 🙂

      Es geht bei diesem Absatz darum, dass mir das wirklich JEDER sagt, mit dem ich über Veganismus ins Gespräch komme. Alle behaupten, sie würden nur Bio-Fleisch kaufen, selbst diejenigen, bei denen ich weiß, dass sie es nicht tun (und selbst auch das geht mich ja eigentlich nichts an, aber die Aussage kommt ungefragt, als wolle die Person sich verteidigen oder irgendwas rechtfertigen, auch wenn das gar nicht verlangt ist). Es geht also an dieser Stelle darum, dass – und das hat jemand anderes, weiter unten in den Kommentaren sehr schön beschrieben, es mir vorkommt, als müssten Fleischesser vor mir immer irgendeine Erklärung oä. finden, ohne dass ich das verlange 🙂

      Hoffe, das macht Sinn für Dich!
      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Jule 29. Mai 2018 at 20:57

    Perfekt. Genau so!
    Immer wieder!

  • Reply Anna 29. Mai 2018 at 13:43

    Hallo Luise,

    schöner Text, alle deine Texte sind schön und ich lese deinen Blog sehr gerne. Ich bin selber keine Vegetarieren oder Veganerin. Ich bin genau das Mädel am Tisch, welches du beschrieben hast, außer dass ich keine Ente mag.
    Leben und leben lassen! Super! Jetzt weiß ich auch, wie du und viele andere Veganer oder Vegetarier sich manchmal fühlen.

    Beim lesen habe ich aber auch gedacht: Vielleicht sind deine Freundinnen / deine Familie am Tisch auch ein bisschen von dir genervt. Durch deine Blicke oder deine Kommentare fühlen sie sich eventuell schlecht, weil sie sich was bestellt haben, was sie gerne mögen. Und wenn man sich schlecht fühlt beim Essen, kann man es auch weniger genießen. Fühl dich bitte nicht angegriffen. Jeder sollte das essen, was er mag.

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 09:59

      Liebe Anna 🙂

      Also erst Mal: das ist ja sehr fiktiv geschrieben – klar erlebt man solche Situationen immer wieder. Aber ich stelle mich ja nicht wirklich hin, und mach eine solche Ansage 🙂

      Freue mich natürlich, dass Du „etwas aus dem Text gelernt hast“, wenn man das so sagen kann 🙂

    • Tanja 14. Juni 2018 at 12:08

      @Kleinstadtcarrie: jetzt verstehe ich garnichts mehr, du bist also nicht aufgestanden uns hast das gesagt? Ich fand das so stark an diesem Text bzw. der Situation, ich dachte das ist der starke Höhepunkt dieser „wahren“ Geschichte, ist es denn nicht so gewesen? Hast du einfach nichts gesagt und die Leute weiter dich ärgern lassen? Schade…

  • Reply Sharina 29. Mai 2018 at 11:46

    Ich habe mich so lange auf diese Woche gefreut!
    Das interessante an diesem Text von dir ist, dass, hätte ich ihn vor gut zwei Jahren gelesen, ich ihn schlimm gefunden hätte. Ganz einfach weil ich zu den Fleischessern gehörte und mir nicht eingestehen wollte, dass ich mir selbst etwas vorlüge. Heute sitze ich auf der anderen Seite des Tisches und verstehe jeden deiner Gedanken.
    Mir gefällt dieser Einstieg in die Woche sehr, grade weil er so impulsiv ist und einigen Lesern vielleicht auch sauer aufstößt. Für mich geht es nicht darum einen Text so zu formulieren, dass sich alle damit zufrieden geben können, sondern darum, dass Leute darüber nachdenken, diskutieren und sich vielleicht sogar darüber aufregen. Nur so verändert sich etwas.

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:01

      Ja genau so ist es, – deswegen habe ich den Text auch so online gestellt, wie er aus einer Laune, und sehr impulsiv, entstanden ist 🙂
      Danke für Dein Feedback, Sharina!

  • Reply Katharina Grein 29. Mai 2018 at 10:26

    Super! Vor 6 Monaten hätte ich es mir noch nicht vorstellen können weniger bis gar kein Fleisch zu essen. Doch heute schon. Ich merke auch das ich Fleisch gar nicht so ‘brauche’.
    Ich habe einfach angefangen weniger Fleisch und Wurst zu essen. Einfach so. Und heute, kann ich jeden Vegetarier und Veganer sehr gut verstehen. Und ich kann mir gut vorstellen dass das nicht angenehm für dich ist, wenn du so vorgeführt wirst. Ich esse noch ab und an Wurst oder Fleisch. Und mittlerweile habe ich dabei teilweise Momente in denen mir das Essen dann gar nicht schmeckt. Im Gegenteil, teilweise habe ich zu meinem Freund gesagt “Du Schatz, möchtest du mein Fleisch aufessen? Das geht heute nicht an mich.” Och hoffe sehr das wir ALLE uns mehr angewöhnen erst mal “vor der eigenen Türe zu kehren”, anstatt über andere zu urteilen. Danke für diesen ehrlichen und offenen Blogbeitrag. Lass dich nicht beirren. Mach du das was dir gut tut und vor allem was du für richtig hälst.💗😊
    Ganz liebe Grüße
    Katharina

  • Reply Dany 29. Mai 2018 at 09:29

    Ich muss auch sagen, ein toller Text. Und ja, man kann den Beitrag wirklich auf ziemlich alles im Leben ummünzen. Mir ging es bei einem anderen Thema ähnlich wie dir. Und dann hat es mich irgendwann genervt immer still zu sein und einfach alles runter zu schlucken. Das Maß war irgenwann voll. Und jetzt ist es still. Ob es die Ruhe vor dem Sturm ist oder einfaches Verständnis und Akzeptanz weiß ich nicht. Leben und Leben lassen.

    Ich bin sehr gespannt auf den nächsten Beitrag. Und ich hab jetzt schon Gänsehaut. Ich liebe es wie du deine Themen verpackst.

    Liebst deine Dany ❤
    von danyalacarte.de

  • Reply Jan Heinrich 29. Mai 2018 at 08:51

    Als allererstes muss ich sagen, wie witzig das ist, dass jemand mit dem exakt selben Namen vor mir kommentiert hat 😆😆

    Mir selber fällt es sehr schwer mich vegan zu ernähren!! Ich LIEBE essen und habe es versucht, Hafermilch ist leider als einziges wirklich hängen geblieben…

    Vegetarisch ist schon relativ einfach und gefällt mir extrem gut, aber was glaubst du was man hier im Münsterland als 30-jähriger-männlicher-Single sich anhören kann wenn man in ein veganes Restaurant geht oder mit Freunden zusammen sitzt und KEIN Fleisch bestellt!! „Bist du krank?“ Gehört dann zu den Fragen…

    Deine Geschichte die du beschreibst, erlebt nahezu jeder sich vegan oder vegetarisch lebende Mensch in Deutschland JEDESMAL beim essen gehen, das kann ich bestätigen da ich in einem Restaurant arbeite und bei der Bestellung diese Szenen mitbekomme.

    Einstellung ist ein wichtiger Faktor!! Aber auch Alternativen zum Fleischverzehr sollten wir mehr schaffen und auch wir Gastronomen sehe ich da in der Verantwortung!!

    Ich bin gespannt auf diese Woche und werde gespannt deinen Blog lesen um Ideen, Vorschläge, Tips, Ratschläge und Rezepte „mitzunehmen“.

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 11:15

      Hey Jan,

      ach das ist verrückt, was ihr hier schildert – schade, dass es als Mann scheinbar noch „schwieriger“ ist da auf Akzeptanz zu treffen. Oder einfach Respekt.

      Liebe Grüße an Dich
      Luise

  • Reply Jule 29. Mai 2018 at 08:09

    Hey Luise,
    Richtig ehrlich auf dem Punkt.
    Ich esse schon ab und zu Fleisch, aber nicht weil ich es so unglaublich gerne tu, sondern genau wegen der Situation die du da beschrieben hast. Ich bewundere Leute die sich zum großen Teil vegan ernähren. Und ich finde es toll, dass du es genau so aussprichst was ich an dem Thema so schwer zu formulieren finde. Es muss ja nicht jeder aufhören tierische Produkte zu sich zu nehmen, aber einfach etwas bewusster essen und nicht nur auf den Preis schauen wäre ein Anfang. Toll wie du die Seite der Geschichte rüber gebracht hast
    Liebe Grüße

  • Reply Sabrina 29. Mai 2018 at 08:06

    Wirklich super geschrieben. Ich kann mich zu 100% in den Text hineinversetzen und es sind so ziemlich die selben Gedanken die auch mir bei Familienessen durch den Kopf schwirren. Ich bin am Land aufgewachsen, wo die einzigen vegetarischen/veganen Möglichkeiten in Restaurants oft Beilagen oder Salate sind.
    Mit 14 habe ich begonnen mich vegetarisch zu ernähren, was am Land immer wieder auf Kritik und Unverständnis gestossen ist. (habe dann sogar zwischendurch wieder begonnen Fleisch zu essen.) Nach meiner Ausbildung bin ich nach Wien gezogen und esse seit 1,5 Jahren wieder vollständig vegetarisch und seit ich meinen Freund (selbst Veganer) kennengelernt habe zum großteil vegan. Hier in Wien habe ich auch Freunde, die sich nicht vegetarisch ernähren, bei gemeinsamen Essen wird aber immer Rücksicht auf uns Vegetarier/Veganer genommen und es gibt immer Alternativen ohne das man sich rechtfertigen muss.
    Wenn ich dann zuhause auf Besuch bin, ist die Situaiton bei Familienessen 1:1 wie in deinem Text beschrieben.

    Freu mich schon auf deine weiteren Texte.
    Liebe Grüße aus Wien,
    Sabrina

  • Reply Sophie 29. Mai 2018 at 01:28

    Hey Luise,

    Ich fühle mich unheimlich angesprochen von deine Text. Ich lebe zwar “nur” vegetarisch seit 8 Jahren, aber selbst dadurch habe ich mir schon an die 1000 Mal die selben Floskeln wie Du anhören müssen. Ich kann deine Genervtheit vollkommen nachvollziehe, weil ich schon so oft in den gleichen Situationen war. Warum kann man es nicht einfach hinnehmen? Ich verstehe es nicht…

    Ich freue mich sehr auf deine kommenden Artikel und bin gespannt noch etwas über veganes Ernährung dazu zu lernen.

  • Reply Jan Heinrich 28. Mai 2018 at 23:18

    Hey Luise,
    interessante Erfahrung, die Du dort gemacht hast. Was ich bemerkenswert finde, wie sehr man deine Erfahrung auf so vieles im Leben ummünzen kann.
    Es ist immer wieder anstrengend, wenn einem die eigene Familie solche Erfahrungen mit gibt. Ich wünsche Dir, dass sich das in Zukunft bessert.

    Besteht eigentlich die Möglichkeit, dass Du mehr von deinen Beziehungen berichtest? Oder ist dieses Thema, wofür ich vollstes Verständnis habe, zu heikel?
    Goodvibes, Jan!

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:05

      Hey Jan,

      Danke für Deinen Kommentar 🙂

      Wie meinst Du das? Mehr zu meinen Beziehungen?

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Jasmin 28. Mai 2018 at 23:05

    Wow, du bringst es mal hundertprozentig auf den Punkt, unverblühmt! Toller, ehrlicher Text! Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden was und wie er essen möchte. Eine nervige Frage, die auch häufig kommt ist: „Darfst du sowas essen oder ist das nicht vegan?“ Es geht nicht ums dürfen, es geht ums wollen. Es ist ja keine Strafe, die man sich selbst auferlegt, sondern eine bewusste Lebenseinstellung! Ich freue mich sehr auf deine vegane Woche! 😘

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:22

      Jaaa! Oh man, das hab ich glatt vergessen – Dürfen! Ich korrigiere das immer ganz dreist 😀

  • Reply Mary 28. Mai 2018 at 21:24

    Liebe Luise,

    ich muss sagen, bei diesem Beitrag hast du zu 100% die Gedanken ausgesprochen, die mir oft bei einem Essen mit solchen Kommentaren durch den Kopf gehen..meist versuch ich es auch mit der Drüber-Lächeln-Taktik, denn komischerweise egal wie schlagfertig die Antwort ist, wird sich darüber lustig gemacht 🙄
    Ich bin schon auf die weiteren Beiträge gespannt 🙂

    Liebe Grüße, Mary

  • Reply Meli 28. Mai 2018 at 20:07

    Wow! Toller Text und toller Einstieg. Ich bewundere dich dafür. Ich hab bisher klein angefangen indem ich wenig Fleisch in der Woche esse. Kleiner Schritt, aber immerhin. Bald werden es hoffentlich mehr kleine Schritte. Ich freue mich auf die Woche.

  • Reply Julia 28. Mai 2018 at 20:04

    Hi. Schöner Text 😉 Ich teile komplett deine Erfahrung und kann dir sagen, dass sich solche Gespräche und Situationen auch nach 5 Jahren nicht ändern… leider!..
    ich kann den meisten den Wind damit aus den Segeln nehmen, dass ich Vegan schon eine gesunde Schwangerschaft und einen gesunden Säugling „zustande“ gebracht habe 😉
    Du kannst dich noch glücklich schätzen in Berlin zu leben – hier auf dem Dorf ist es immer wieder ein Spießrutenlauf und ich fühle mich hier auch gerne als unbeliebter/komplizierter Gast… aber trotzdem bleibe ich bei meiner Überzeugung! Hab mal folgendes gelesen und das trifft es ganz gut: Vegan zubleiben ist wie in einem Horrorfilm: man hat das Monster gesehen, aber keiner will einem glauben 😉

    Schön, dass es dich gibt! Bleib wie du bist bzw sei genau das was dich glücklich macht … 😉

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:02

      Liebe Julia,

      sehr cool, dass Du „stark“ und vor allem Dir treu bleibst 🙂 Das bewundere ich sehr!

  • Reply Anne 28. Mai 2018 at 20:01

    Toller toller Post liebe Luise! Ich lese deinen Blog schon ewig und auf diese Reihe freue ich mich total ! Dresden damals fand ich auch toll! Du machst einen guten Job ! Und ja – es ist ein Job!
    P.S. am meisten freue ich mich auf die Rezepte, da ich das gerne nach koche !

  • Reply Charlotte 28. Mai 2018 at 19:28

    Liebe Luise,
    der Text ist klasse und hat mich selbst zum Nachdenlen angeregt. Ich selbst ernähre mich nicht vegan oder vegetarisch und konnte mich erschreckender Weise in deinem Text als „der typische Vegan-Ablehner“ wiederfinden. Ich esse sehr gerne vegetarisch und manchmal auch vegan und merke gerade, dass es eher das Wort „vegan“, als das eigentliche Essen ist, das die Leute (mich bisher teilweise auch) abschreckt.
    Ich werde auf jeden Fall deine Beiträge diese Woche verfolgen und Danke dir für den Denkanstoß!
    Ganz liebe Grüße,
    Charlotte

  • Reply Laura 28. Mai 2018 at 19:20

    Wow, toller Text! Ich bin selbst Veganerin und finde mich da 1 zu 1 drin wieder. Alles schon erlebt. Ich finde es so toll, dass du eine Vegan-Woche machst und freue mich schon auf die nächsten Beiträge 🙂 ❤️

  • Reply Melanie 28. Mai 2018 at 18:44

    Ich kenne persönlich niemanden, der vegan lebt und in meinem Umfeld ist auch niemand Vegetarier, weswegen ich solche Diskussionen nur im Internet mitbekomme. Ich muss aber schon sagen, dass es dann meistens die Veganer sind, die den anderen Vorwürfe machen und nicht anderstrum. Sogar Vegetarier werden regelrecht beschimpft weil sie nicht „genug“ tun. Ich denke, die meisten Veganer achten bei Dingen wie Klamotten, Duschgel oder Alkohol auch nicht wirklich drauf, ob diese Produkte nun 100% vegan sind. Ich finde es toll, wenn jemand sich für Tiere einsetzt und wie mit vielen umgegangen wird, ist ja wirklich eine Frechheit. Trotzdem kann man auch als Fleischesser bewusste Entscheidungen machen. Vegan vs Fleischesser und sogar vs Vegetarier ist eine sehr vielschichtige und wortreiche Debatte, die so viele Seiten hat, dass es zu lange dauern würde, diese jetzt alle aufzuzeigen, aber im Grunde stimme ich vor allem der Überschrift des Textes zu. Jeder kann und soll sich so ernähren wie er es für richtig hält und obwohl du genau das in deinem Text predigst, scheint ein gewisser Grad an arroganter Selbstgefälligkeit durch deine Worte, die Veganern ja allzu oft nachgesagt wird. Von nichts kommt ja bekanntlich nichts. Vielleicht ist es auch nur meine Auffassung, aber das ist halt der Eindruck, den ich bekommen habe. Werde mir die Beiträge der veganen Woche trotzdem durchlesen, um vielleicht ein paar neue Eindrücke zu gewinnen.
    Liebe Grüße

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:15

      Liebe Melanie,

      vielen vielen Dank für Dein Feedback! Das bedeutet mir wirklich sehr viel 🙂

      Der Text ist sehr provokant geschrieben, das stimmt – ging mir auch darum, die Gemüter ein bisschen aufzuheizen.

      Aber das klingt ja ganz fürchterlich mit den Online-Diskussionen. Ist ja leider oft so, dass es da im Netz oft noch heißer hergeht als offline. Wollte Dich erst fragen, wo man so etwas nachverfolgen kann, allerdings habe ich mich dann recht schnell entschieden, dass ich das eigentlich gar nicht wissen mag.

      Alles Liebe,
      Deine Luise

  • Reply Fiona 28. Mai 2018 at 18:37

    Wahnsinnstext, der so wahr ist! Großartig auf den Punkt gebracht und wie immer toll geschrieben! 🙂

  • Reply Jasmin 28. Mai 2018 at 18:11

    Oh so true! Bin seit 3 Monaten Vegetarierin aber habe schon seit 2013 angenfangen meinen Fleischkonsum zu reduzieren und ich habe auch schon so oft dumme Kommentare abbekommen… mein Chef meinte letzt tatsächlich zu mir: Trinken sie Kaffee? Daraufhin ich: Nein, nicht wirklich. Er: Ach sie sehen auch wie eine typische Tee-Trinkerin aus… und Vegegetarier sind sie bestimmt auch oder? Und ich etwas verunsichert: Ähm ja ich trinke gerne Tee und ja tatsächlich bin ich seit 3 Monaten Vegetarierin…(die ganzen 3 Jahre in der Ausbildng war ich es nicht) er darauf: das passt zu ihnen! Und ich dacht mir nur: AHA?! Hä? Wie sehen den Tee-trinker und Vegetarier bitte aus?

    Habe hier übrigens geschrieben wieso ich Vegetarisch geworden bin. Endlich.
    http://nimsajx.blogspot.de/2018/05/food-diary-12-my-vegetarian-story.html – würde mich rießig freuen wenn du reinliest! Hat hauptsächlich mit meinen Reisen zu tun…

    Freue mich also ganz doll über deine vegane Woche, esse auch oft vegan, aber bei mir haperts noch beim Käse. Noch keine Alternative gefunden die mir zu 100% schmeckt und weg lassen fällt mir schwer :/

  • Reply Nadja 28. Mai 2018 at 18:09

    Die beschriebene Situation kenne ich eins zu eins! Zu Hause in meiner Kleinstadt ist genau die Situation sowohl mit meiner Familie (vor allem weiteren Verwandtschaft) als auch mit Freunden aufgekommen, obwohl ich eigentlich nur in Ruhe mein Essen essen wollte. Teilweise wird sogar über mich geredet, bzw jemand redet für mich „also Nadja isst diese komischen Soja Würstchen nie, das muss ich echt Mal sagen“ und in einigen Situationen versuchen die Leute ihren Fleischkonsum zu rechtfertigen. Jetzt wohne ich in einer Großstadt zum Studieren und meine Freunde hier sind keine Vegetarier oder Veganer, aber niemand stört sich im geringsten daran, dass ich es bin. Die meisten von meinen Freunden hab ich tatsächlich noch nie Fleisch essen sehen, vielleicht Mal, wenn wir essen waren. Wenn wir zusammen kochen, wird immer vegetarisch gekocht und falls ausnahmsweise Mal nicht, gibt’s immer eine Alternative.
    Ohne Leute verurteilen zu wollen, ich habe manchmal das Gefühl, dass man in Großstädten eine ganz andere Haltung bzw so viel mehr Toleranz anderen gegenüber hat! Denke, dass ist allgemein so, aber besonders an dem Thema ist mir das aufgefallen und deine Situation ist ja auch in Hessen passiert ;D

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:33

      Liebe Nadja,

      ha, ja das definitiv! Habe auch das Gefühl, dass diese Bewegung in Städten viel verbreiteter und halt auch einfacher umsetzbar ist 🙂

  • Reply Msreike 28. Mai 2018 at 18:06

    Liebe Luise,
    so wahr! Ich ernähre mich selbst hauptsächlich vegan und mir geht es ganz genauso: Ich will niemanden missionieren, aber eben auch genauso wenig von den anderen missioniert werden.
    Bin gespannt auf deine Vegan-Woche 🙂
    Liebe Grüße
    Mareike

  • Reply InaSarah 28. Mai 2018 at 17:57

    Liebe Luise,

    Hier noch eine Ergänzung:
    Als du uns erzählt hast, dass du jetzt vegan lebst, habe ich mich sehr gefreut. Die vegane Ernährung ist cool. Für die Tiere Für die Umwelt Für uns.
    Als du dann von deinem Fischversuch auf einer deiner Reisen erzählt hat oder mal wieder Milch getrunken hast, war ich enttäuscht. Eigentlich krass, oder?
    Deswegen mag die vegetarisch/vegan-Schublade nicht so gern. Jeder definiert seine Ernährung für sich selbst. Was halt ich von Tofuwürstchen? Ist Gelatine erlaubt? Darf ich die Hochzeitstorte zur Ausnahme kosten?
    Jeder, der seinen Fleischkonsum zügelt, egal ob mit wirklich nur einer Portion pro Woche, ganz vegetarisch oder sogar vegan, geht in die richtige Richtung.
    Und wenn es einen „Rückfall“ oder eine Ausnahme gibt. Einfach nochmal versuchen. Nicht alles klappt beim ersten Mal. Aber weiter probieren geht.

    Grüße
    Ina

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:12

      Liebe InaSarah,

      oh wirklich? Wie krass – aber wieso warst Du enttäuscht?
      Ich erkläre im Posting, dass heute (Mittwoch) online geht, wieso ich die Bezeichnung gerne mag und mir selbst den „Stempel aufdrücke“. 🙂

      Alles Liebe,
      Luise

  • Reply Jana 28. Mai 2018 at 17:55

    Oh Luise, du weißt gar nicht was für eine Wut gerad in mir hochgekommen ist, als ich den Text gelesen habe. Ich esse zwar „nur“ vegetarisch aber ich kann diese Diskussionen nicht mehr hören, dieses Grüppchenbilden und angreifen damit man nicht selbst angegriffen wird. Ich war letztes Jahr bei bekannten meines Freundes (er isst vegan) Grillen und es kam ein dummer Spruch nach dem anderen, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe und mich für ein paar Minuten auf der Toilette zurück gezogen habe. Wieso versteht keiner, dass es doch niemandem weh tut wenn man versucht etwas Gutes zu tun, wieso müssen sich Menschen immer schon vor dem Angriff verteidigen indem sie selbst angreifen? Dein Text hat mir wirklich den Atem stocken lassen, da ich mich einfach so verstanden fühle und du mir die „Ungerechtigkeit“ so vor Augen geführt hast. Ich finde wenn man auf Fleisch verzichtet, tut man niemandem was, wird häufig trotzdem angegriffen. Wenn man Fleisch isst, tut man den Tieren schlimmes an, darf aber nicht belehrt werden. Es ist so schön, dass ich mich von dir so verstanden fühle.

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:08

      Genau so ist es, liebe Jana!
      Ich hoffe, dass sich so eine Situation bei Dir nie wieder wiederholt!

      Alles Liebe für Dich,
      Luise

  • Reply InaSarah 28. Mai 2018 at 17:49

    Liebe Luise!

    Danke, dass du die Problematik aufgegriffen hast. Ich stehe als Vegetarierin hinter meiner Entscheidung und wenn meine Mitmenschen sich auch für eine Ernährung ohne Fleisch und Fisch entscheiden, freut mich das sehr. Ich denke, dass ist eine gute Sache, die sich einfach umsetzen lässt. Trotzdem darf man sich immer in der Mensa anhören wie ungesund vegetarisch und vegan doch sind. Dann sehe ich auf den den Teller mit Bratwurst, Kartoffelstampf und Soße und dazu noch Götterspeise. Aber das ist dauerhaft gesund?
    Die Diskrepanz zwischen leben lassen und kritisieren. Wie können Mensch so rücksichtslos sein? Den Tieren und der Umwelt gegenüber. Ich begreife nicht und dann fällt mir ein wie viel Müll ich produzieren und wo ich Kinderarbeit unterstütze.
    Mich nerven Ausreden a la „Ich esse sehr wenig Fleisch“. Das summiert sich. „Ich kann ohne Fleisch nicht leben“. Nein, du willst nicht. Und das ist dein Leben, also auch deine Entscheidung. Aber leider hat das auch einen Effekt auf mich. auf kleine Tier. auf unseren schönen Planeten.

    Aber wir sind so gebildet und wissen es besser. Wir konsumieren am meisten. Wir haben den meisten Einfluss.

    Liebste Grüße aus Dresden
    Ina

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:07

      „Ich kann ohne Fleisch nicht leben“ – oh ja, diese Aussage fehlt eigentlich noch in meinem Text! so so so schlimm, … und an dieser Stelle sei Kritik, meiner Meinung nach, „erlaubt“. Denn, genau wie du es schreibst, geht es ja da auch gar nicht um’s Fleisch essen oder nicht, sondern die Einstellung, etwas per se nicht zu können als Ausrede dafür es nicht zu wollen.

  • Reply Nele 28. Mai 2018 at 17:36

    Liebe Luise, ein toller Blogpost… Ich habe mich in der Fastenzeit Vegane ernährt, einfach um es mal auszuprobieren ob es gut funktioniert (für mich) und natürlich funktioniert es gut, sogar leichter als ich gedacht habe… Aber was mir auch aufgefallen ist sind diese ganzen negativen Kommentare über Veganer, überall hab ich sie zu hören bekommen. In der Zeit, obwohl es nur sieben Wochen waren, habe ich so oft zu hören bekommen: „Veganer sind für mich Menschen mit absoluten Luxusproblemen!“ „Was isst du denn dann überhaupt?“, „Und schmecken deine „VEGANEN Doppelkekse?““ , ahhh hat mich das sauer gemacht, vorallem die Aussage mit den Luxusproblemen… Und auch wenn man erklärt hat warum man es macht, welche Gründe es hat, wenn man diskutiert hat… Die Menschen wollten es garnicht verstehen, hatte ich oft den Eindruck. Ich freue mich auf die weiteren Blogposts diese Woche 🙂

  • Reply Nadine 28. Mai 2018 at 17:15

    Liebe Luise,
    Dein Text beschreibt so gut was auch ich immer wieder erlebe. Egal auf welche Weise man sich ernährt sobald es nicht dem “Standard” entspricht und davon abweicht was die breite Masse als normal ansieht muss man sich rechtfertigen und sich ständig “verteidigen”. Warum verstehen die wenigstens das “leben und leben lassen” für beide Seiten gilt und nicht nur für die, die sich entscheiden etwas anderes zu machen was nicht dem “normalen” entspricht.
    Mal wieder hast du mich vor allem durch deine tollen Schreibstil sofort gepackt und ich konnte so gut mitfühlen! Ich bin gespannt auf das was ich diese Woche alles zu lesen bekomme und freue mich sehr darauf! Ganz liebe Grüße, Nadine

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:29

      Liebe Nadine,

      ja das stimmt total! Eine Freundin ernährt sich aufgrund einer Unverträglichkeit glutunfrei und muss da auch immer mit blöden Kommentaren rechnen…So verrückt, nicht wahr?

      Liebe Grüße
      Luis

  • Reply Darja 28. Mai 2018 at 17:09

    Liebe Luise,
    danke für diesen Blogpost und die, die noch kommen werden! Ich finde das Thema Veganismus so wichtig und sollte öfter einfach mal ganz sachlich dargestellt werden. Ich habe leider ein paar Bekannte, die ziemlich radikal sind und in eher unangenehmer Weise versuchen, anderen diese Lebensweise nahezubringen.
    Ich selbst habe keine (ich nenne es jetzt mal so) Einschränkungen beim Essen, ernähre mich vorwiegend vegan und vegetarisch, aber kann es einfach mit meinem Gewissen vereinbaren, Milchprodukte zu konsumieren und ab und an mal ein bisschen Fleisch oder Fisch als Ausnahme. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich noch nicht davon überzeugt bin und noch nicht informiert genug bin über die Aufnahme meiner Nährstoffe und Vitamine. Deshalb bin ich mal gespannt, was noch kommen wird in den Posts und werde sie gerne lesen!!
    Alles Liebe,
    Darja

  • Reply Kati 28. Mai 2018 at 15:32

    <3
    ich befürchte genau diese Gedanken hat jeder, der sich ansatzweise (aber öffentlich) für vegan Ernährung interessiert schon mal gehabt…leider. Und ich kenn wenig Veganer (mich mit eingeschlossen), die wirklich wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.
    Aber! Ich hoffe einfach drauf, dass sich das ganze mehr und mehr normalisieren wird und wir da irgendwann gar nicht mehr drüber reden müssen.

    Ich freu mich jedenfalls tierisch (pun intended) auf deine Beiträge in der nächsten Woche und hoffe, dass du nicht von vereinzelten Sturköpfen zerfleischt wirst! Danke für deinen Mut. <3

  • Reply Karoline Engel 28. Mai 2018 at 14:32

    Danke Luise,
    dass du das Thema anschneidest. Ich bin seit über drei Jahren Veganerin. Seit 6 Jahren habe ich, zumindest freiwillig kein Stück Fleisch mehr zu mir genommen.
    Vieles was du in deinem ersten Beitrag dazu schreibst, kommt mir so bekannt vor. Manchmal macht es mich richtig traurig. Einerseits bin ich überzeugt, dass jeder Mensch frei ist und essen sollte, was er will und was ihm guttut. Meistens verschließe ich einfach nur die Augen. Dann aber wieder fällt mir ein, dass es um so viel mehr geht. Um ein fragiles Ökosystem, unser Ökosystem was wir durch die Tierindustrie rapide zerstören.
    Ja, ich möchte entspannte Dinner mit Familie und Freunden. Dennoch, wenn alles gut läuft werde ich als jüngste noch am längsten auf diesem Planeten wandeln und möchte Kinder in eine gesunde Umwelt setzten und nicht in eine völlig zerstörte.
    Leider machen Vorurteile und leider die, den die Vorurteil auch gerecht werden es so schwer ein Bewusstsein zu dem Thema zu erschaffen.
    Deswegen Danke, dass du das mit deiner schönen Sprache und deiner Kreativität in Angriff nimmst.

  • Reply Fio 28. Mai 2018 at 13:42

    hallo, ich freue mich riesig über deine ‚Vegane Woche‘ auf dem Blog. Der Anfang ist jetzt echt na harte Nummer, aber ich vermute, dass ich das nur so empfinde, weil ich weder vegan noch vegetarisch lebe. Hart, aber ehrlich, denn mit dem Text wird mir klar, dass du recht hast. Wir haben Vorurteile Veganern und Vegetariern gegenüber. Und ich war selbst lange der Meinung ‚Ganz oder Gar nicht‘ und ‚Wieso vegane Wurst oder Fleischsalat essen, ist doch paradox‘. Aber ich sehe das mittlerweile anders, denn eigentlich essen wir vor allem Aufschnitt nur des Geschmackes wegen und dann ist es doch egal, ob da jetzt wirklich Fleisch drin ist, wenn es doch fast identisch schmeckt. Vor kurzem hat jemand gesagt: Wenn alle Menschen 80% geben, beim Essen, Umwelt, etc, dann müssen nicht einige ‚wenige‘ 100% geben und alle wären glücklichen und würden sich nicht so viel Druck machen. Finde den Ansatz gut und freue mich über jede Sache die ich mehr austausche. 🙂

    • Kleinstadtcarrie 30. Mai 2018 at 10:04

      Ja, so ist es wohl 🙂
      Ich finde ja auch, wenn der Austausch beginnt und man miteinander und darüber redet, ist schon viel getan. Daher freue ich mich so, dass das hier so schön anfängt 🙂

  • Reply Sophie 28. Mai 2018 at 13:39

    Liebe Luise,

    du hast wahrlich einen ziemlich impulsiven Einstieg in das Thema der Woche gewählt. Wenn ich den Text so lese frage ich mich aber, ob du mit deinen Zeilen vor der Geschichte und dem Ende der Geschichte nicht genau das Gegenteil von dem schilderst, was du bzw. wir uns alle wünschen – sich nicht zu rechtfertigen, was auf unserem Teller liegt. Ich persönlich habe vielleicht einfach Glück, aber bisher konnte ich mich immer konstruktiv über das Thema Essen unterhalten. Ich wünsche dir und allen anderen, dass man einfach essen kann, was man möchte, neugierig, offen und tolerant bleibt und hinterfragt. Das wichtigste ist doch, dass man sich so ernährt, wie es für den eigene Einstellung und den Körper am gesündesten ist.
    Cheers

    • Sophie 28. Mai 2018 at 13:41

      *schildern ist das falsche Wort, ich meine damit eher: (…) von dem machst, was (…)

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:32

      Liebe Sophie,

      danke für Deinen Kommentar!
      Ja, der Text ist auf jeden Fall eher impulsiv verfasst und ich bin sicherlich auch noch nicht 100% korrekt in jeder Aussage, aber ja, wir sollten alle daran arbeiten 🙂

  • Reply Janine 28. Mai 2018 at 13:24

    Mal wieder ein großartiger Text Luise! Ich ernähre mich selbst nicht vegan, trotzdem nervt es mich wahnsinnig wie dümmlich die Leute sich gegenüber Veganern verhalten und wie viele sich total lässig und cool damit fühlen sich wegen sowas nicht verrückt zu machen. Nichts daran ist cool oder lässig, es ist einfach nur bequemer. Das nervt mich sogar als „Gelegenheitsfleischesser“. Ich freue mich auf die vegane Woche auf deinem Blog!

    Liebe Grüße, Janine

  • Reply Malika 28. Mai 2018 at 13:09

    Ich finde diesen Beitrag als Einstieg in die Vegan-Woche genau richtig, weil er eben ein Einstieg ist! Ein Aufruf dazu, Menschen einfach mal machen zu lassen und gerne zu diskutieren, jedoch nicht direkt abzuwerten. Find ich total toll! Ich freue mich auf die Woche!♥

  • Reply Elena 28. Mai 2018 at 12:25

    Unglaublich geiler Beitrag! Perfekt auf den Punkt gebracht, was Vegetarier/Veganer ganz schön oft anhören müssen und dann heißt es doch immer, wir wären geil auf Aufmerksamkeit?

    Ich bin Vegetarierin seit meiner Geburt, da meine Eltern Vegetarier waren und mich auch so großgezogen haben. Natürlich haben sie mir auch die freie Wahl gelassen, wie ich mich denn nun ernähren möchte. Aber wenn man als kleines Kind aufwächst und deine Eltern dir ehrlich sagen, dass du gerade das süße Huhn oder Kälbchen vom Bauernhof isst, dann sagt dir dein „gesunder Menschenverstand“, dass das nicht so richtig sein kann. Von daher bin ich dann auch Vegetarierin geblieben und momentan auf der Umstellung zur Veganerin, wenn auch langsam. Aber darum geht’s nicht.
    Fakt ist, ich habe nichts gegen Menschen die Fleisch essen, sonst würde ich ja viele meiner Freunde nicht mögen, was natürlich nicht der Fall ist. Dennoch habe ich kein Verständnis für Menschen, die denken sie müssten den Fleischkonsum als perfekt darstellen und Veganer als verrückte, seltsame Menschen, die einem Trend folgen. Ich hatte letztens eine sehr lange Unterhaltung mit einem Freund aus Malta (in Malta ist vegane bzw. vegetarische Ernährung noch ungewöhnlicher) und habe ihn tatsächlich unbewusst dazu angeregt, auch mal vegetarische Sachen im Restaurant zu bestellen/auszuprobieren. Dann hat er mir eine Woche später erzählt, dass er mit ein paar Kumpels essen war und etwas Vegetarisches bestellt hat und sie ihn vor der Bedienung „bloßgestellt“ haben und sich den ganzen Mittag darüber lustig gemacht haben. Warum?
    Ich fange besser nicht an mich über Menschen, die Fleisch konsumieren, lustig zu machen. Denn wenn ich dreist wäre, könnte ich da auch sofort anfangen und erfolgreich sein… mach ich aber nicht, denn zurück zu deinem unglaublich gut gelungenen Text: Leben und Leben Lassen. <3

    • Dani 2. Juni 2018 at 19:06

      Dein Beitrag ist echt krass unerverschämt. Ich frage mich wirklich mit welchem Recht du dich moralisch so überlegen „fühlst“? Du sagst zwar du tolerierst andere, um ihnen im nächsten Moment direkt den gesunden Menschenverstand ab zu sprechen. Mehr als schwach!

    • Kleinstadtcarrie 3. Juni 2018 at 13:22

      Bitte nicht so aufbrausend formulierte Kommentare, lasst uns ruhig diskutieren 🙂

  • Reply Luisa 28. Mai 2018 at 11:29

    Liebe Luise,
    ich freue mich schon sehr auf die Woche und finde den Text ganz cool als Einstieg. Ein bisschen lustig, viel zu wahr und man merkt wie nervig das Thema sein kann und wie dringend notwendig ein bisschen mehr Wissen und Toleranz ist. Ich ernähre mich selten vegan, aber auch mir steht die Diskussion langsam überhalshoch. Sie wird ja auch wirklich überall und wegen allem angestoßen. Ein bisschen mehr Leben und Leben lassen wäre echt schön.
    Bei dem Abschied über die Pommes im Salat musste ich schmunzeln. Ich hab für meine Eltern ein Kochbuch zur gesunden Ernährung gemacht und dazu gehörte eben auch weniger Fleisch. Hab all die „Veggie-Schnitzel, veganes Curry,..“ Rezepte dann mal für sie in das umgeschrieben was sie waren und das ging schon viel besser. Andere Erwartungen und wir haben darüber geredet was es ist und nicht für was es als Ersatz dienen soll. Hab sehr oft das Gefühl das Label vegetarisch oder vegan steht manchmal abschreckend im Weg.
    Liebe Grüße,
    Luisa

    • Kleinstadtcarrie 28. Mai 2018 at 17:04

      Liebe Luisa,

      ja, super merkwürdig, oder?
      Also normalerweise stehe ich Restaurants total darauf, wenn das Gericht als vegan markiert ist, einfach, weil ich dadurch einen schnelleren Überblick habe, was ich essen möchte und die Kellner nicht unnötig mit Fragen löchern muss.
      Kann mir aber auch sehr gut vorstellen – leider – dass das viele Menschen abschreckt, dann gerade dieses Gericht zu bestellen.
      Merkwürdig, wie ich finde!

      Beste Grüße
      Luise

  • Reply Leonie 28. Mai 2018 at 11:21

    Hat mir sehr gut gefallen, der Artikel! 1:1 solche Situationen, Gespräche, Essen hatte ich als Veganerin auch schon. Da geht so viel in einem vor, einerseits der Versuch diplomatisch sein zu wollen, niemand vor dem Kopf zu stoßen, auch zu wissen: anderen ihre Heuchelei vor den Kopf knallen bringt nix, aber andererseits diese Wut die sich in einem aufstaut, wenn alle es okay finden über einen Witze zu reißen, aber es nicht aushalten sich Mal ernsthaft mit dem Themenkomplex auseinander zu setzten. Ich ertappe mich oft dabei, zu verheimlichen, dass ich vegan bin. „Zufällig“ was ohne tierische Produkte auszuwählen, nebenbei nach Sojamilch fragen, Verständnis für Ausreden zu finden und auf keinen Fall das Klischees der nervigen, dauer belehrenden Veganerin zu erfüllen. Dabei glaube ich eigentlich, dass es wichtig ist offensiv damit umzugehen, um andere auf irgendeine Art zu beeinflussen. Also danke, dass du das Thema hier nochmal sichtbarer machst!

    • Kleinstadtcarrie 28. Mai 2018 at 16:52

      Liebe Leonie,

      danke für Deinen Kommentar und dass Du Deine Erfahrung mit uns teilst.
      Am Sonntag noch Mal mehr dazu, aber das ist eben die Sache, um die es mir geht … es heißt immer die „belehrenden Veganer“, dabei habe ich bis jetzt das Gefühl, dass es eher die belehrenden Fleischesser sind.. ich habe auch vorher und auch bevor ich vegetarisch geworden bin, glaube ich, noch nie einen Vegetarier oder Veganer getroffen, der mich überzeugen wollte, die selbe Ernährungsweise anzunehmen und auch ich selbst würde das nie aktiv machen…
      Habt ihr schon Mal so jemanden getroffen?

      Liebe Grüße
      Luise

    • Leonie 28. Mai 2018 at 20:18

      Liebe Luise,
      nein ich auch noch nie. Ich habe aber selber die Erfahrung gemacht (vorallem als ich Vegetarierin geworden bin ich), dass Menschen sich alleine durch die Erwähnung „übrigens, ich verzichte ab jetzt auf Fleisch/ tierische Produkte“ in die Rechtfertigungspflicht gedrängt fühlen. Viele Menschen leben, glaube ich, bezüglich ihres Fleischkonsums in einer kognitiven Dissonanz. Sie sind sich schon bewusst, dass es unlogisch ist ihr Haustier abgöttisch zu lieben und gleichzeitig Lämmer und andere Tiere zu essen. Dass sie Bilder aus der aktuellen Tierhaltung nicht ohne wegzugucken schauen können und gleichzeitig in ihr Salamibrot beißen. Allein die Existenz von Veganerinnen verstärkt die Dissonanz bzw. zwingt Menschen sie wahrzunehmen. Und das ist natürlich unangenehm. Veganerinnen zeigen Fleischesserinnen, dass es auch Wege gibt nicht in einer moralischen Ambivalenz zu leben und deshalb verbirgt sich hinter der Information: „hey ich bin übrigens Veganerin“ für nicht-Veganerinnen noch viel, viel mehr. Es konfrontiert sie mit den eigenen Widersprüchen in denen sie leben. So erkläre ich mir zumindest die heftigen Reaktionen die man zt bekommt. Haha meine Nachricht klang jetzt auch wiederum ein bisschen belehrend. 😀 Bin gespannt auf die nächsten Artikel!
      Liebe Grüße,
      Leonie

    • Kleinstadtcarrie 29. Mai 2018 at 00:27

      Wow! Leonie! Wow!
      Wirklich vielen vielen Dank für diesen Kommentar – macht Sinn, super formuliert 🙂

      Liebe Grüße
      Luise