Monatsrückblick März & April

/30. April 2018/14 Kommentare

Hinfallen. Und wieder aufstehen – darauf kommt es an. Sagt man.
Aber: fallen ist so einfach. Fallen ist so leicht. Für jemanden. Auf jemanden. Oder einfach nur so. Man fällt. Gravitation. Vielleicht soll es so sein? 
Und aufstehen: das ist so mühsam. Kräftezehrend, – Kräfte, die beim Aufprall zerschellt sind.
Und es fühlt sich an, als würde man von vorn anfangen. Neustart – bloß unfreiwillig.
Aber das muss nicht immer schlecht sein.

Die letzten Wochen – war es hier sehr ruhig. Das lag einerseits an meiner Erkrankung (dazu habe ich ja hier schon einiges geschrieben) und schließlich daran, dass ich hier in Berlin doch recht neu bin, die Sonne beinah täglich scheint, es mir ziemlich gut geht mittlerweile wieder und ich das Leben in vollen Zügen genieße. Das ist meine erste, ehrliche Ausrede.
Die zweite: die Auszeit, lange Gespräche, neue Bekanntschaften und der Blick von Außen auf diese Blase – haben mich, wieder mal, nachdenklich gemacht. Also habe ich geschimpft. Über Instagram. Und mir Gedanken gemacht. Mich gefragt, ob Blogs überhaupt noch gelesen werden. Und schließlich kam ich, auch wieder mal, zu der Erkenntnis, dass das letzten Endes alles an mir liegt. Wie ich Instagram nutze, was mir dabei wichtig ist und worauf es mir ankommt. Und Blogs, auf denen nichts neues publiziert wird, nunja, was sollt ihr da auch lesen?
Ich habe viel geschrieben, sehr viel produziert, Fotos geschossen und Videos vorbereitet – aber noch immer hemmt mich einiges, all das zu veröffentlichen.
Das Aufstehen – ist eben gar nicht so einfach. Aber mittlerweile: funktioniert das schon viel besser.

gedacht: Ich mag, was Berlin mit mir macht. Ich bin gern zu Hause – und ja, die Hauptstadt fühlt sich für mich wirklich so an. Das liegt natürlich daran, dass ich umgeben bin von jahrelangen Freunden, Familie und anderen tollen Menschen. Aber auch sonst hat es bei mir und Berlin gefunkt.

getrunken: Kaffee. Ziemlich viel Kaffee. Also Cappuccino. Und Iced Latte. Und Dirty Chai. Also, Leute ich glaube, ich habe ein Problem!

gegessen: oh man, Berlin macht mich verrückt und glücklich und dick. Also die Kilos die ich durch die Lungenentzündung verloren hatte, sind gut wieder drauf. Aber man kann hier in Berlin einfach so verdammt gut essen gehen. Und das vor allem: vegan. Ich habe in den letzten Wochen eine neue Themenwoche hier auf dem Blog vorbereitet. Die gefallen Euch immer so gut und ich strebe an, ein Mal monatlich eine solche Woche mit 7 zusammen passenden Postings vorzubereiten. Was haltet ihr davon?
Aktuell steht die Vegane Woche in den Startlöchern und ich sitze an den Vorbereitungen für Postings zu meinem Studium und zu Ausbildungswegen allgemein. Welche Themenbereiche würde Euch dafür noch interessieren?

gefreut: darüber, dass ich meine Angst vor Hunden gänzlich abgelegt habe. Es war schon immer so, dass ich nach mehreren Begegnungen keine Angst mehr vor einem speziellen Hund hatte, aber nachdem ich im März 2 Tage lang ziemlich unverhofft und spontan Hundesitterin gewesen bin, scheint es: als wäre ich zur absoluten Hundeliebhaberin geworden. Großartig!
Ansonsten darüber, wie gelassen ich bin.
Über den Umzug meiner Besten Freundin – also, natürlich macht es mich traurig, dass wir nicht (mehr) in der selben Stadt wohnen – aber: sie ist glücklich, hat ihre eigene, gemütliche Wohnung und kann endlich ankommen. Und: Leipzig ist ja glücklicherweise gar nicht so weit entfernt von mir.
Über das Sächsisch des Kellners im Restaurant, in dem wir nach dem Umzug gesessen haben.
Über Manner Waffeln.
Darüber, dass man manches im Leben nicht verlernt.
Über neue Möglichkeiten, Perspektive, über Ehrlichkeit und eine ganz besondere Begegnung auf den zweiten Blick.

gekauft: Tatsächlich habe ich für mein Verhältnisse in den letzten Wochen ziemlich viel gekauft. Eine neue Jeans bei Topshop, einige Tops und eine Jeansjacke. Berlin regt nicht nur meine Gedanken, mein Heimatgefühl und Überlegungen zu einem Master an, sondern beeinflusst auch meinen Kleidungsstil enorm. Während ich dadurch im Winter extrem viel schwarz getragen habe, merke ich auch jetzt bei den wärmeren Temperaturen, dass mir meine alten Klamotten gar nicht mehr so gut gefallen –
Aktuell brauche ich neue Schuhen und suche dabei abwechselnd online und in den unzähligen Kartons meines Storages nach einem schönen Paar. Ich mach‘ mich gleich noch Mal auf den Weg dorthin. Drückt mir die Daumen, dass ich nicht unter den Kisten begraben werde.



geschlafen:
Ihr habt richtig gelesen. Noch immer stehen sowohl meine Möbel, als auch alles andere, was ich besitze, in meinem Storage in Berlin Friedrichshain.
Ich? Schlafe in einem kleinen Zimmer direkt am Rosenthaler Platz.
Ich liebe es, dass ich durch die verschiedenen Untermieten, verschiedene Bezirke Berlins kennenlerne. Das macht Spaß und jedes Mal verliebe ich mich ganz neu in diese Stadt.
Trotzdem: reicht es mir und ich habe verstanden, dass mein Körper ein Nest verlangt.

gelebt: So richtig! Denn meine Seele kommt mit der Wohnungslosigkeit ehrlich gesagt ziemlich gut klar. Natürlich gibt es Momente, in denen ich enttäuscht bin oder gar genervt. Aber die sind selten und jeder neue Tag, jede neue Untermiete oder auch jede neue Besichtigung starte ich mit einem Lächeln und Zuversicht. Ich kann Euch nicht genau sagen, woher das kommt – aber mein Herz ist froh und ich fühle mich mit mir selbst anscheint (wieder) so wohl, dass ich überall zu Hause sein kann.
Und das fühlt sich großartig an. Während ich zwischenzeitlich dachte, 2018 könnte ein ziemlich anstrengendes Jahr werden, dass zwar lehrreich, aber verdammt holprig sein kann – so bin ich jetzt der Meinung, dass der Sommer hier in Berlin einfach großartig wird und ich die nächsten Monate zwar ganz anders als gewohnt, aber trotzdem sehr glücklich verbringen werde und es bereits tue.
Wir grillen und sitzen in der Sonne, am Späti oder einfach auf der Straße. Das fühlt sich alles so einfach an und dann färbt sich der Himmel dramatisch und ich kann nicht aufhören zu grinsen.



gebucht:
Am Mittwoch Abend geht es für mich nach – Tel Aviv. Meine Schwester ist zur Zeit in Israel und da habe ich natürlich direkt die Chance ergriffen, sie dort zu besuchen. Ihr glaubt nicht, wie aufgeregt und glücklich ich bin. Ich kann es kaum mehr erwarten in den Flieger zu steigen und nach 4 Stunden über den Wolken eine unbekannte Kultur, ein fremdes Land und neue Menschen kennenzulernen. Endlich wieder in meinem Element. Pures Glück allein bei dem Gedanken daran.
Und diesmal: fühlt sich das nicht an wie ein Fliehen vor Etwas oder wie das Rastlose, was mich im letzten Jahr angetrieben hat. Es ist meine Schwester, die ich besuche. Eine Woche mit ihr gemeinsam. Und ich freue mich auch jetzt schon auf’s Nach Hause kommen.

geplant: Eine Followerin hat mir neulich geschrieben (an dieser Stelle mal eben ein DANKESCHÖN an jeden einzelnen von Euch, der sich Zeit nimmt, mir ein paar Zeilen zu schreiben), dass es sehr ungewohnt ist, dass ich derzeit so in den Tag leben würde und keinen nächsten Schritt geplant hätte. Es täte mir gut, dass ich mich gehen lasse, aber dass es ihr aufgefallen ist.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Ist das wahr? (Ich danke Euch dafür, dass ihr mich und mein Handeln so hinterfragt und kennt. Manchmal fühlt sich das vertraut an und Euer Feedback bedeutet mir die Welt. Man selbst sieht sich ja doch immer noch Mal anders als andere, also ich freue mich über jeden konstruktiven Input sehr!)
Ich arbeite definitiv weniger momentan als normalerweise. Aber was ist schon normal? Welchen Maßstab setze ich mir selbst? Auch Fragen, die aktuell wohl noch unbeantwortet sind und dadurch auf andere noch schwammiger wirken, schwirrten mir tagelang besonders verrückt im Kopf herum.
Jedenfalls eins ist sicher: es ist einiges geplant,
Kein ganzer Schritt vielleicht, aber eine grobe Richtung. Keine genauen Straßen und Abzweigungen, aber das Fortbewegungsmittel steht fest. Um es mal als Metapher auszudrücken. Umso größer geplante Projekte oder eträumte Möglichkeiten werden, desto mehr ist man auf andere Menschen, Hilfe und Input anderer angewiesen. Das bringt ziemlich viel Spaß und Mehrwert mit sich. Aber eben auch eine gewisse Abhängigkeit. Auch arbeitet man gefühlt langsamer, weil man auf Abstimmungen, Zusagen und Meinungen wartet – schließlich ist man gemeinsam aber doch stärker. Auch wenn einem das oft erst am Ende (wo auch immer das ist) bewusst wird.

gefeiert: 8 Jahre KleinstadtCarrie. Also nachträglich.
Ich denke in jedem Jahr daran, dass ich irgendwann Anfang April diesen Blog gegründet habe. Vor mittlerweile 8 Jahren. Ich hätte es mehr inszenieren können, einen ellenlangen Blogpost schreibend Video dazu produzieren können. Schließlich blicke ich auf viele Jahre Erfahrung und Erlebnisse, Erkenntnisse und Entwicklung zurück – aber stattdessen, habe ich mit einer meiner besten Freundinnen unverhofft Kuchen gegessen.
Das war schön und zur aktuellen Situation absolut passend.
Ich weiß, wo es hingehen soll mit diesem Blog.
Undzwar: in Eure Hände.
Also es ist geplant.
Ich arbeite sehr hart daran.
Und hoffe auf Eure Unterstützung und bin mir ziemlich sicher, dass ihr da sein werdet.
Bald schon gibt’s mehr Informationen und endlich ‚was zum anfassen!

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14 Kommentare

  • Reply Evi 5. Mai 2018 at 09:18

    ich liebe diesen Post und die ganze Pureness, die darin steckt und die Art, wie du dein Leben l(i)ebst!

  • Reply Genya 3. Mai 2018 at 22:34

    Was für ein schöner Monatsrückblick. Ich finde deine Fotos strahlen genau so viel Freude aus, wie du zu fühlen scheinst 🙂 Ich wünsche dir ganz viel Spaß in Tel Aviv! Will da auch so gerne hin
    Liebe Grüße <3

  • Reply Pauline 2. Mai 2018 at 18:51

    Ich liebe es deine Monatsrückblicke und eigentlich alle deine Beiträge zu lesen! So ehrlich, authentisch und interessant… wenn ich von deinem schönen Frühling (fast ja schon Sommer!) in Berlin mitbekomme und die unzählichen Sonnenuntergangs-, Picknick-, und Café-Besuchs-Bilder sehe, dann bestätigt sich mein Wunsch einmal für eine Weile in Berlin zu wohnen ungemein! Natürlich habe ich das hier alles so ähnlich auch bei uns an der Elbe (in Magdeburg), aber Berlin ist da irgendwie noch mal eine ganz andere Nummer! Und ich würde sowieso unheimlich gern in verschiedenen Städten in Deutschland mal für eine Weile wohnen – sie richtig kennen und vielleicht lieben lernen – Dresden, Leipzig, München, Hamburg… mal sehen ob ich alle schaffe 😀

    Ich bin auch schon so so so so gespannt auf deine Themenwoche zu Veganismus!!! Ich wünsche mir schon total lange mal wieder einen Blogpost zu diesem Thema von dir und als ich das eben gelesen habe ist mein Herz richtig gehüpft! Ich freue mich riesig darauf 🙂

    Ich wünsche dir einen wundervollen Mai Luise und freue mich darauf von dir aus Tel Aviv zu erfahren, denn auch das ist ein total interessantes Reiseziel, welches ich in meinem Leben mal gesehen haben möchte! 🙂

    Liebste Grüße
    Pauline <3

    https://mind-wanderer.com/category/adventures/

    • Kleinstadtcarrie 7. Mai 2018 at 09:28

      Liebe Pauline,

      vielen vielen Dank für Deinen Kommentar! Du solltest unbedingt Mal nach Berlin kommen – du würdest es lieben, da bin ich mir sicher!

  • Reply Lea 1. Mai 2018 at 22:07

    Liebe Luise, es ist fabelhaft wieder etwas von dir zu lesen. Außerdem bewundere ich es sehr, dass du Dich nicht fest in einer Schiene bewegst, was deinen Blog und Instagram angeht. Ich beobachte wie viele ihre Themen seit Jahren wiederholen, Rezept hier, Outfit da, dann wieder eine Tagescreme. Hinterfragen was momentan das richtige ist tut uns allen so gut! 🙂

  • Reply Franzi 1. Mai 2018 at 13:49

    Ich liebe es, die Monatsrückblicke von dir zu lesen!
    Aber noch mehr freue ich mich auf die vegane „Themenwoche“. Ich folge dir schon seit 7 Jahren und du bist in so vielerlei Hinsicht ein Vorbild für mich und pure Inspiration. Jetzt wo du dich vegan oder größten Teils vegan ernährst noch umso mehr.
    Liebe Grüße und mach bitte weiter so!

    • Kleinstadtcarrie 7. Mai 2018 at 09:29

      Liebe Franzi,

      wow! vielen vielen Dank – die Beiträge werden bald online gehen 🙂
      Freu mich auch schon drauf!

  • Reply Jacky 1. Mai 2018 at 10:04

    Freue mich sehr wieder regelmäßig von dir zu hören! <3 Kannst du einen Beitrag dazu schreiben, wie du deine Sachen etwas minimiert hast? Finde das Thema super spannend.
    Liebe Grüße

    • Kleinstadtcarrie 7. Mai 2018 at 09:29

      Liebe Jacky,

      ja, das habe ich auch geplant 🙂

  • Reply Sharina 30. April 2018 at 14:31

    Hallo liebe Luise,
    ich habe in einer deiner Storys gesehen, dass du bei LeWagon warst. Hast du einen Vortrag gehalten, oder spielst du gar mit dem Gedanken dich dort weiterzubilden? Ich tue das nämlich und wäre sehr gespannt, ob du darüber etwas zu erzählen hast!
    Ganz liebe Grüße an dich!

    • Kleinstadtcarrie 7. Mai 2018 at 09:34

      Liebe Sharina,

      meine Schwester arbeitet bei LeWagon Berlin, deswegen bin ich gelegentlich dort im Office 🙂

  • Reply Sonja 30. April 2018 at 14:13

    Hallo Luise,

    freut mich, dass es dir körperlich und seelisch wieder besser geht. Ich freue mich schon auf deine Posts zur veganen Woche, da ich in den letzten Wochen wieder ein bisschen in alte Gewohnheiten gefallen bin.
    Ich bin auch schon gespannt auf deine Eindrücke aus Israel. Ich war vor Kurzem auch davor, einen Flug zu buchen, habe mich dann aber doch für ein anderes Land entschieden. Wie sieht das bei dir aus? Beeinflussen die politische Lage oder die Involviertheit von Ländern in politische Konflikte deine Entscheidung, diese zu besuchen? Ich bin da immer etwas zwiegespalten…
    Dann wollte ich noch fragen, woher deine drei Ketten sind, die du auf vielen Fotos umhast.

    Alles Liebe 🙂

    • Kleinstadtcarrie 7. Mai 2018 at 09:34

      Liebe Sonja,

      – ich werde zu meiner Israel Reise auf jeden Fall Posts online stellen und damit dann hoffentlich Deine Fragen beantworten 🙂

      Meine Ketten sind von Accessorize und Broke&Schön <3