Eine friedliche Kampfansage – was ich aus einer Lungenentzündung gelernt habe

/2. April 2018/40 Kommentare


Es ist still.
Ich – bin Stille gewohnt.
Aber diesmal: ist es anders.
Ich bin still.

Ich atme tief ein.
Oder: es ist vielmehr ein Versuch tief einzuatmen.
Ein Schmerz.
Nicht im Herzen. Diesmal nicht in meinem Kopf. Keine Erinnerung. Kein Verlangen. Keine Sehnsucht.
Schmerz. In meiner Brust. Weil ich nicht atmen kann.

Ich stehe auf. Schiebe den Vorhang ein wenig zur Seite. 
Mein Zimmer zeigt auf eine verlassene Straße. Dahinter ein Waldstück.
Fremd. Steril. Einsam. 
Ich gehe ins Badezimmer. Schiebe meine Infusion neben mir her. 
Ich wollte schon immer mal wissen, wie das ist.
Scheiße.
Scheiße ist es.
Ich schaue in den Spiegel.
Muss husten – halte mich am Rand des Waschbeckens fest. Damit der Schmerz mich nicht zerreißt.
Ich schaue in den Spiegel.
Wer ist das?

Letztes Jahr. Ganz am Ende. Als wir mit strahlenden Gesichtern und glitzernden Tops am reich gedeckten Tisch saßen und neben dem leckersten Essen, auf eine unvergessliche Zeit zurückblickten, fragte ich mich – und ja, das klingt wahrscheinlich übergeschnappt und ziemlich naiv zugleich, aber so fühlte ich eben: ob ich je wieder traurig sein würde. Ich erinnerte mich in diesem Moment nicht an das letzte Mal, das ich geweint hatte. Ich verspürte nichts als Glück. Dankbarkeit war so einfach. Und Lächeln auch. Mit Euch und so vielen Erfahrungen im Kopf und Herzen. Da war nichts als Zuversicht, – ausgenommen der leisen Vorahnung, dass: es eben nicht für immer so weiter geht. Dass: das Leben kein Wunschkonzert ist. Dass es nicht ewig immer nur bergauf gehen kann.
Und nach so langer Zeit des Glücks und der Zufriedenheit, dieses Wie-am-Schnürchen-laufens, –
Habe ich es heute, nach 4 Wochen, das erste Mal geschafft, mir einzugestehen: dass es mir heute und mittlerweile nicht gut geht. Dass ich traurig bin. Enttäuscht. Ausgelaugt. 
Ich bin zu Kräften gekommen – ja, und deswegen kann ich das jetzt sehen. Deswegen kann ich das jetzt fühlen. Traurigkeit. 

Also: da ist immer noch Dankbarkeit, nur nicht mehr so leicht. Da ist Zuversicht, eine Menge. Da ist Vertrauen und Glauben und Liebe.
Aber im Moment eben auch: Grenzen, Pausen, immer wieder Ausbremsen, allein sein irgendwie und das unstillbare Fernweh.
Und: dieses riesige Fragezeichen und das Wieso davor.

Drei der mindestens sechs Genesungswochen sind mittlerweile vorrüber.
Ich bin schon etwas stärker geworden. Keine Tabletten mehr. Und so langsam kommt auch die Energie, Revue passieren zu lassen. So langsam begreife ich, was da die letzten Wochen passiert ist und dass ich 4 Wochen meines Jahres im Bett verbracht habe.
Ich habe einiges gelernt aus dieser Erfahrung – und damit meine ich nicht, die richtige Kleiderordnung bei niedrigen Temperaturen oder das achtsame Desinfizieren oder was man mit ins Krankenhaus nehmen muss und wie das dort abläuft, wie man am schnellsten Tabletten schluckt und wie sich so eine Trombose-Prophylaxe-Spritze anfühlt, sondern: ein paar essentielle Dinge. Diese Wochen haben mich an meine Grenzen gebracht. Eine komplett neue Erfahrung. Einfach ausgeloggt sein. Weiter wollen, aber nicht können. Zwischendurch den Mut und die Motivation verlieren. Weinen. Allein sein. Ich habe Lektionen erteilt bekommen, die mich auf eine ganz andere Art & Weise gefordert haben. Denn während ich im letzten Jahr so viele schöne Erfahrungen sammeln durfte und dadurch so vieles gelernt habe, – merkte ich doch in den letzten Wochen, dass negative Erfahrungen einen nicht weniger wachsen lassen, aber deutlich schwieriger zu verstehen sind.

Gesundheit ist unser wichtigstes Gut
Beginnen wir mal mit der einfachsten Einheit, – was man ziemlich schnell versteht: Gesundheit ist das wichtigste Gut.
Logisch. Und das war mir auch vorher klar. Mein Dankbarkeitstagebuch enthält auf beinahe jeder Seite mindestens einen Satz dazu. Ich bin schon immer dankbar für meine, vor allem aber für die Gesundheit meiner Liebsten.
Wenn man dann aber krank wird, merkt man erst Mal: wie schrecklich das wirklich ist.
Und während ich da 6 Stunden in der Notaufnahme lag und wartete, realisierte ich von Minute zu Minute mehr, dass ich bisher in meinem Leben einfach verdammt viel Glück hatte und unheimlich gesegnet bin. Zwar lag ich da mit unheimlichen Schmerzen in der Lunge, hohem Fieber und keiner Energie. Aber ich lebe. Kein Unfall. Keine überlebensnotwendige Operation, keine unheilbare Krankheit.
Allein die wenigen Schläuche in meinem Arm und das Piepen … machten mir ziemlich große Angst und ich spürte und spüre tiefsten Respekt vor all‘ den Menschen, die täglich mit ihrer Gesundheit zu kämpfen haben.

Man wird nicht einfach nur so krank
Ich glaube, dass alles aus einem gewissen Grund passiert. Ich gehe davon aus, dass unser Körper und unsere Seele eins ergeben und alles irgendwie miteinander zusammen hängt. Wirklich. Ich hinterfrage und versuche zu verstehen. Ich nehme nie einfach nur hin. Was will mir mein Körper, das Schicksal, das Universum, wer auch immer sagen?
Während der ersten Wochen und mit 40°C Fieber wollte ich das nicht hören. Ich hatte Schmerzen und wollte einfach nur schlafen und traurig sein darüber, dass ich meine Flüge nach Sri Lanka im wahrsten Sinne des Wortes verfliegen lassen musste. Ich wollte nicht das Gute an den Dingen sehen –
„Irgendein Idiot hat mich angesteckt und das ist scheiße, und da steckt nichts dahinter…“, mehr hatte ich zu all‘ dem nicht zu sagen.
Mittlerweile: sehe ich das ein wenig anders. Sicherlich hat mich jemand mit Influenza angesteckt. Aber wieso nahm das ganze so ein Ausmaß an? Wieso entwickelte sich daraus eine Lungenentzündung? Ein Schrei nach Ruhe und Auszeit?
Ich kann es nicht wissen – aber ich weiß: dass mir die Ruhe gut tat. Meinem Körper, sowie meiner Seele.

Achte auf Dich – und: Krankheit ist keine Strafe
So richtig und ganz schlau bin ich aus der letzten Zeit allerdings noch nicht geworden.
Was genau will mein Körper mir sagen? Ich achte auf ihn: treibe Sport, ernähre mich ausgewogen und gesund, ich schlafe ausreichend, sammle viele Umarmungen, gehe viel an die frische Luft. Ich hatte stets das Gefühl dahingehend alles richtig zu machen. Wo also liegt das Problem? Ich verzweifelte an dieser Frage und kam nicht umhin mich zu wundern, wofür ich bestraft werden sollte. Ich beklagte, wie unfair es ist, nicht verreisen zu können und einfach einen Teil dieses wunderbaren Jahres im Bett verbringen zu müssen.
Allerdings: Krankheiten sind nicht fair.
Und ja, ich kann mich mit warmer Kleidung und viel Vitamin C wappnen und ausrüsten – aber: Krankheiten sind nicht fair. Eine Lungenentzündung nicht und andere Krankheiten sowieso nicht.

Mittlerweile bin ich mir sicher, dass es meine Seele ist, die nach etwas verlangt. Ich gebe mein Bestes diese Erfahrung als Bereicherung, statt als Strafe zu verstehen. Und aktuell bin ich dabei herauszufinden, was genau ich ändern muss   – und das kann dauern. Deswegen:

Übe Dich in Geduld
– weitere 6 Wochen ausruhen und schonen sie sich bitte wirklich! Mindestens 6 Wochen: kein Sport, kein Alkohol und keine Anstrengung!
Ich schlucke.
Lag‘ doch bereits mehr als 4 Wochen flach. Und jetzt noch mehr?
Wenn ich etwas nicht mag, dann ist es: warten.
Ich liebe es mich zu organisieren und in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zu schaffen.
Und jetzt hieß und heißt es: zur Ruhe kommen. Mich selbst ausbremsen immer wieder. Und schließlich: hört man sich selbst zu. Fängt wieder an zu träumen und das zu deuten. Und dieses sich selbst, die eigenen Träume und Begehren zu verstehen, das eigene Sein zu hinterfragen und durch die eigenen Gedanken zu steigen – das braucht Zeit. Eine Lunge, die irgendwie nur noch zur Hälfte zu funktionieren scheint, braucht Zeit. Und während eines Krankenhausaufenthalts scheint die Zeit noch langsamer zu vergehen.
In den ersten Wochen musste ich mich nicht in Geduld üben – außer schlafen habe ich sowieso nichts machen können. Irgendwann konnte ich anfangen Netflix zu gucken. Als es mir schließlich immer besser ging, musste ich aber immer wieder schmerzlich feststellen, dass der Kopf dann doch schneller ist, als der Körper und der dann eben auch schnell einfach mal versagt. Also fesselt man sich selbst ans Bett. Was die Herausforderung nicht einfacher machte? In dem Ort, in dem meine Mutter wohnt, kenne ich niemanden, irgendwann funktionierte das WLAN und somit Netflix nicht mehr und schließlich begannen lautstarke Bauarbeiten direkt vor der Haustür. An Lesen war mit den Kopfschmerzen nicht zu denken. Und dann kommt die Langeweile und das Selbstmitleid. Keine schöne Kombination. Aber auch das steht man durch. Entschleunigung. Extrem.

Verpasste Chancen und unerfüllte Wünsche
Geduldig zu sein mit sich selbst, seinen Gefühlen und seinem Körper, heißt vor allem auch: Prioritäten neu setzen.
Plötzlich hieß es für mich: im Bett liegen, Schlafen – schließlich, als es mir ein wenig besser ging, Netflix schauen. Mittlerweile bin ich zwar wieder in Berlin, aber auch hier muss ich deutlich kürzer treten. Keine Partys und nach einigen Stunden Unternehmungen, muss ich mich zumeist erst Mal hinlegen. Das ist nervig. Für alle anderen und vor allem auch für mich selbst. Ständig muss man absagen. Immer wieder absagen. Ich musste Sri Lanka absagen und einen Job in Vietnam, ich musste verschieben und Freunde und Familie immer wieder vertrösten. Über Ostern? Bleibe ich im Bett und kuriere mich weiter aus, während alle anderen gemeinsam mit ihren Liebsten Ostereier suchen. Samstag Abend: Film schauen, statt Barhopping (wobei ich zweitens immer bevorzugen würde).
Also dieses: Prioritäten neu setzen – ist gar nicht so einfach, wenn es gegen die eigenen, persönlichen Präferenzen geht.
Vor allem wenn man in ein Alter kommt, in dem man tatsächlich vernünftig ist und das tut, was der Arzt einem empfiehlt.
Geduldig gesund werden.
Geduldig auskurieren.
Bloß nicht verschleppen.
Noch drei Wochen durchhalten, dann kann es wieder los gehen.
Und wenn die Chance dann nicht mehr existiert? Ja, dann ist es so.
Ein ziemlich großer Kunde hat mir beispielsweise durch meinen krankheitsbedingten Unfall eine ganze Jahreskooperation abgesagt – das war enttäuschend und stückweit verletzend. Beängstigend, weil es eben mein Job ist. Ich war sauer – auf mich, die Krankheit und das Unternehmen gleichermaßen. Nach 3 Tagen ging das vorüber. Es soll wohl nicht sein und das hat einen Grund. Auch wenn ich den nicht kenne, aber manchmal ist es besser Chancen vorüber ziehen zu lassen, sich Wünsche nicht zu erfüllen.

Auch in schlechten Zeiten
Ich bin immer für Dich da – das hört sich plötzlich so viel ernster an, wenn es einem nicht gut geht.
Wenn man krank ist, schwach und Schmerzen hat, dann ist es immer wieder spannend, wie das nähere Umfeld darauf reagiert. Ich denke, viele kennen es, unterstellt zu bekommen, man würde übertreiben oder gar simulieren. Man solle sich mal nicht so haben. Das Allein sein, das Leiden des anderen wird nicht ernst genommen, verharmlost und Empathie sucht man vergebens. Das klingt jetzt ziemlich düster, aber harte Zeit – ganz gleich welcher Art – stellen Freundschaften und zwischenmenschliche Beziehungen jeder Art auf die Probe. Während ich da wochenlang alleine lag und saß, fühlte ich mich schon öfter einsam und irgendwie vergessen, auch wenn ich verstand, dass das Leben eben weiter geht (–Danke Mama, dass deins für diese Zeit ein wenig langsamer wurde).

Alles was ich dazu denke ist: erkennt die Realität desjenigen, der krank ist, akzeptiert sie und respektiert sie und vor allem: Seid füreinander da! Heilt einander! Denn Beisammensein, Beistand, gemeinsames Lachen – das heilt.

Lebenslust nicht verlieren und schließlich: weitermachen
Lebenslust nicht verlieren …  das klingt vielleicht ein bisschen überdramatisch, aber: so ein Rückfall, Ausfall und eigenes körperliches Versagen, dass bremst aus und lähmt. Das Gefühl nicht richtig Atmen zu können, lässt einen irgendwie ehrfürchtig werden. Und wenn der Körper plötzlich vorgibt, wie schnell der Geist sein darf, dann kann das einem die Laune verderben. Aber für mich stand fest: ich mache der Krankheit eine friedliche Kampfansage.
In der kommenden Woche steht mein letzter Röntgentermin an – und dann werde ich wissen, inwiefern sich meine Lungenflügel regeneriert haben. Und dann: endgültig zurück ins Leben. So ganz. Volle 100%.


Ich möchte mich eigentlich nicht rechtfertigen, aber für’s Verständnis:
Ja, es gibt längere und bedrohlichere und schlimmere Krankheiten als eine Lungenentzündung.
Aber nein, – und dafür bin ich so dankbar – ich musste mit solchen noch keine Erfahrung machen.
Diese letzten Wochen haben mich an meine persönlichen Grenzen gebracht und es liegt der längste gesundheitliche Ausfall meines Lebens hinter mir. Das hat mir die Augen geöffnet. Ein Stück weit. Ich hoffe, dass es dabei bleibt.
Ich wünsche Euch alles Gute, Gesundheit und Kraft! Von Herzen.
Und für jeden von Euch, der mit einer Krankheit oder Schmerzen, der Betroffenheit einer geliebten Person zu kämpfen hat: bleibt friedlich und stark! Ich denk‘ an Euch.


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40 Kommentare

  • Reply anna 5. April 2018 at 16:15

    sehr schön geschrieben.
    ich weiß genau was du meinst…
    ich hatte vor ein paar jahren auch eine Lungenentzündung..
    das hat mich so umgehauen…
    1 Woche Krankenhaus und hinterher ganze 6 Monate bis ich mich wieder erholt hatte…
    ich glaube ich war in meinem leben nie so müde und schlapp..
    und gleichzeitig so geschockt, weil ich von 0 auf 100 aus dem verkehr gezogen wurde..
    oder sollte es besser heißen von 100 auf 0…?! da ging mir sehr viel durch den kopf….
    Gesundheit ist das Wichtigste..
    egal wie ausgelutscht der Spruch ist…er ist wahr…
    was die negativ Kommentare angeht..
    so kann ich die Sichtweise mancher schon verstehen…
    aber jeder geht anders damit um, egal wie schlimm oder weniger schlimm eine Krankheit ist..
    Gesundheit ist nun mal keine Garantie…
    und die persönliche Wahrnehmung aufgrund dessen, dann als first world Problem zu betiteln, finde ich auch nicht richtig…

    • Kleinstadtcarrie 5. April 2018 at 18:16

      Danke für Dein Feedback!!!

      Alles Liebe,
      Luise

  • Reply Conny 4. April 2018 at 01:21

    Hallo Luise,
    ich – eigentlich eine stille Leserin – muss wirklich sagen, dass mir dieser Beitrag sauer aufstößt. Ich verfolge dich nicht nur auf deinem Blog, sondern auch auf deinen sozialen Netzwerken und muss sagen, dass ich die Art und Weise, wie du mit der Krankheit umgehst und umgegangen bist, irgendwie (ich kann es leider nicht anders sagen) lächerlich finde. Ich selbst bin sehr kränklich und habe oft viele Sachen..Sachen, die auch nicht immer schön sind, die an einem zehren und man fragt sich dann „wieso immer ich?“, deswegen kann ich deinen Frust schon verstehen. Natürlich ist eine Lungenentzündung nicht ohne, das will ich gar nicht runterspielen. Aber muss man das so zelebrieren? Muss man das so öffentlich ausweiden und in jeder zweiten Story und jedem zweiten Post wieder aufgreifen? Ich erinnere mich an Sätze wie „Man sieht meinen Haaren die Krankheit an“. Luise..ich finde, das ist ein richtiger Arschtritt für Leute, die wirklich ernsthaft oder sogar chronisch, tödlich krank sind. Auch du, als sonst gesunder, vitaler Mensch, darfst dich beschweren, na klar! Du darfst das blöd und scheiße und schrecklich finden. Jedoch finde ich das Ausmaß deiner Schilderungen wirklich überspitzt.. dass eine Lungenentzündung dich daran erinnern muss, dass du sterblich bist, dass Reisen ein Privileg ist, dass es eben „normal“ ist, mal länger als drei Wochen am Stück zu Hause zu sein und dass es Leute/Firmen gibt, die Krankheit nicht als Entschuldigung ansehen..also wo bleibt da die Realität.

    • Kleinstadtcarrie 4. April 2018 at 15:03

      Liebe Conny,

      vielen Dank für Dein Feedback und das Schildern Deiner Wahrnehmung. Ich muss Dir dennoch etwas entgegen bringen.
      Das, was ich hier schildere und das, was und wie ich es auf Instagram kommuniziert habe, ist meine Realität. Und ja, 5 Tage Krankenhaus und 4 Wochen Bett, keine frische Luft und kaum Essen, sowie verschiedenste Medikamente und zwei verschiedene Antibiotika zeigen ihre „Wirkung“ … auch an meinem Aussehen. Meine Haut wurde schlechter, die Haare immer dünner und ich immer magerer. Und wenn mich das persönlich bewegt, – diese Veränderungen, sowie das Eingeschränkt sein und für einige Zeit aus dem Leben gerissen sein, – dann ist das so und … sicherlich war das dem ein oder anderen auf Insta & Co. zu viel – aber: es gab keine anderen Themen zu diesem Zeitpunkt. Also wieso sollte ich mir irgendwas aus der Nase ziehen oder gar ausdenken, was gar nicht aktuell und relevant ist in dem Moment? Ich hoffe, dass Du mich verstehen kannst und jetzt: geht es ja frisch weiter 🙂

    • Theresa 5. April 2018 at 01:56

      Ich muss sagen ich verstehe beide Seiten irgendwo und kann mir schon vorstellen, dass eine Lungenentzündung ein Schock ist wenn man sonst nie was hat, aber ich bin ebenso der Meinung das der Umgang damit ein wenig zu dramatisch war. An die Aussage in der Story, dass deine Haut schlecht geworden wäre zb hat man keinen einzigen Makel sehen können und sie hat immer noch 10x perfekter als bei den meisten Menschen ausgesehen. Am Anfang wusste ja auch keiner, was genau los war und die kryptischen Schilderung haben sich fast nach einer tödlichen Krankheit angehört. Und ja, die meisten deiner Leser haben sicher nicht mal annähernd die Chancen und Möglichkeiten, die du hast, deswegen war das Kommentar einen Monat lang ohne Urlaub leben zu müssen schon sehr snobbisch und einige Stufen über dem “first world problems” Limit.Trotzdem, wie du sagtest es ist deine Seite und dein Profil und es ist natürlich klar, dass es da um dein Leben und deine Erfahrungen geht, aber ich stimme OP zu, dass der Umgang damit etwas überspitzt rüberkam. Schön, dass es dir wieder gut geht und liebe Grüße!

    • Kleinstadtcarrie 5. April 2018 at 08:17

      Meine Realität, und die muss nicht jeder verstehen 🙂

      Alles Liebe,
      Luise

    • Julia 7. April 2018 at 11:46

      Ich sehe einige deiner Punkte ähnlich wie du Conny, deshalb meide ich Social Media zum größten Teil.
      So wie Luis schrieb: „Es ist IHRE Wirklichkeit bzw. Realität.“ Und die Social Media „Realität“ ist (noch) nicht die Realität der „normalen Arbeiterklasse“.
      Da ich zB. im 3 Schicht Rhythmus im Schichtdienst arbeite mit 24 Urlaubstagen, was okay aber keine Erfüllung ist, belächele ich gerne die First World Problems der Influencer und verstehe nicht, warum nicht alles mehr gewürdigt wird wie all die Erfahrungen und Abwechslung, auch das sich Ausprobieren von sich selbst und neuen Gedanken, Projekten oder Produkten.
      Klar, diese Welt ist für dich zur Gewohnheit geworden (mit viel Positivem und auch vielen negativen Gedichtspunkten), doch vergiss nicht, es gibt noch viele andere Welten da draußen (welche du bereits kennengelernt hast, zB. Télimélé).
      Und wir Follower sind keinen Deut besser so eine oberflächliche Blase am Funktionieren zu halten. Wir sehen uns das an, was wir sehen wollen.
      Viel Kraft und Durchhaltevermögen ♡

    • Kleinstadtcarrie 10. April 2018 at 09:18

      Danke Julia für Deinen Kommentar. So richtig schlau werde ich daraus aber noch nicht. Was genau rätst Du mir jetzt? 🙂

  • Reply Irina 3. April 2018 at 10:04

    Liebe Luise,

    kurier dich aus, denn ohne dich ist Social Media einfach trister! Ich hoffe, dass du dich bereits besser fühlst und dass du dich auffangen lässt. Denn das ist wichtig. Wir sind nie allein und wir müssen es auch nicht alleine durchstehen!

    Und wirklich unglaubliche Fotos! 🙂

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:05

      Vielen vielen Dank Irina 🙂
      Und ja, mir geht es schon deutlich besser!

  • Reply Ine 3. April 2018 at 10:02

    Wirklich wahre Worte !
    Ich glaube nicht jeder versteht deine Zeilen nicht jeder hat solche Erlebnisse schon mal erlebt natürlich Glück für ihn . Aber es gibt Menschen die können in genau den schlimmen Zeiten egal ob Krankheit Trennung oder oder nicht füreinander da sein . Und genau das ist auch wen das unendlich schmerzt das wichtige das man sieht wer wirklich da ist auf wen man sich wirklich verlassen kann den darauf kommt es doch an . Füreinander da . Ich verstehe sehr gut was du da durch lebt hast . Und wünsche dir weiterhin alles Gute und Kraft .

  • Reply Jana 3. April 2018 at 08:58

    ♥ wunderbar, Liebe Luise.
    Ich bin ebenso der Meinung, dass viele Krankheiten psychosomatisch sind. Dazu kommt die heutige Zeit, in der immer alles gleichzeitig und zwar sofort, klappen soll/muss. Es ist so wichtig auf den eigenen Körper zu hören, die Krankheit anzunehmen und sich Zeit für die Genesung zu gönnen.
    Ich selber habe mich oft genug krank zur Arbeit geschleppt, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, bzw weil ich Angst hatte, dass mir unterstellt wird, es sei doch nicht so schlimm und ich würde übertreiben.
    Von daher, di

    • Jana 3. April 2018 at 08:59

      Zu früh abgeschickt….
      …du machst es genau richtig. Erhole dich weiter gut ♥

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:05

      <3

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:06

      Genau so ist es leider!
      Möge sich das ändern und wir alle ein wenig mehr Verständnis haben 🙂

  • Reply Belinda 3. April 2018 at 07:30

    Sehr inspirierend. Mit einer chronischen Krankheit kann ich deine Worte sehr gut nachvollziehen und habe auch selbst die Erfahrungen gemacht die du geschildert hast. Was du als übertrieben oder düster bezeichnest ist genau so. Es ist verdammt schwer aus dem Loch der Schmerzen und der Verzweiflung herauszufinden. Liebe und Freundschaft helfen einem da sehr. Aber vor allem muss die Psyche es überwinden. Und sie muss es akzeptieren. Sie muss akzeptieren, dass auch Krankheiten ein Teil von ihr sind und der Körper manchmal mehr Ruhe braucht als der Kopf zugeben will. Ich freue mich sehr, dass es dir wieder besser geht bin aber auch unendlich dankbar, dass diese Erfahrungen durch dich in die Welt treten.
    Vielen Dank!!

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:07

      Liebe Belinda,

      – so blöd das klingt, aber mittlerweile bin ich auch sehr dankbar für diese Erfahrung, die mich durchaus um einiges sensibler gemacht hat.

      Ich wünsche Dir von Herzen nur das Beste!
      Deine Luise

  • Reply Daniel 3. April 2018 at 00:13

    Dass ein Kunde deswegen die ganze Kooperation cancelt ist schon krass und zeigt wie unglaublich oberflächlich dieses influencer Business ist bzw sein kann.

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:07

      Absolut, wahnsinnig enttäuschend 🙁
      Aber es soll wohl nicht sein !

  • Reply Fränzi 2. April 2018 at 22:27

    Toller Beitrag!
    Ich kann alles was du geschrieben hast so gut nachvollziehen. Habe vor ca. 2Jahren ähnliche Erfahrungen gemacht, nur bei mir wurde eine bisher nicht heilbare Krankheit festgestellt.
    Auch ich denke, dass da immer ein Zusammenhang mit Körper und Seele besteht und ich habe auch viel Zeit benötigt herauszufinden was mein Körper mir sagen wollte.
    Ich habe mir damals die Unterstützung einer Heilpraktikerin geholt und das hat mir sehr sehr geholfen um das Ganze aufzuarbeiten und besser zu verstehen…
    Mittlerweile sehe ich meine Diagnose als Geschenk, denn erst nach der Diagnose habe ich gelernt mein Leben richtig zu genießen und vor allem hab ich gelernt, dass ich mehr auf mich achten muss, weil ich an erste Stelle stehe! Und auch ich musste erst lernen Sachen abzusagen oder zu verschieben, weil sie mir in diesem Moment nicht gut getan hätten.
    Leider musste ich auch die Erfahrung machen, dass nicht alle Freunde Verständnis haben bzw. Keine Unzerstützung waren. Von einigen habe ich mich mittlerweile distanziert/ getrennt, weil die Gedanken über das fehlende Verständnis mir einfach nicht gut getan haben. Ohne diese Personen gehts mir Wings h besser!!

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft im diese Zeit gut durchzustehen. Und sehe immer das positive daran! Dein Körper deine Seele hat dir ein Zeichen gegeben und ich drück dir die Daumen, dass du bald den Grund herausfindest:)

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 21:51

      Liebe Fränzi,

      vielen dank für deinen super ehrlichen und offenen Kommentar. Es fühlt sich so gut an, wenn ihr meiner Offenheit mit Offenheit entgegentretet. Ich danke Dir dafür wirklich sehr!

      Ich wünsche Dir nur das Beste! Du scheinst eine wundervolle und sehr starke Person zu sein 🙂
      Fühl Dich umarmt,
      Luise

  • Reply Laura 2. April 2018 at 22:01

    Liebe Luise,
    danke für den Artikel! Ich kann nachvollziehen, dass Dich eine Lungenentzündung so runterzieht – auch wenn es vielleicht „nur“ eine Lungenentzündung ist und nichts „schlimmeres“. Ich selber lebe seit Jahren mit immer wiederkehrenden Infekten, so eine Art Dauererkältung und leider kann mir keiner helfen – alle Ärzte stellen immer wieder gar nichts fest. Das klingt vielleicht auch erstmal nicht so schlimm, aber ich mache trotzdem weiter Leistungssport, drei mal die Woche Training. Und ich weiß, das klingt erstmal ziemlich dumm, aber was soll man tun, wenn nie jemand was findet. Mich würde deshalb interessieren, was sich bei dir verändert hat, als du angefangen hast, vegan zu leben? Ich überlege das immer wieder, aber habe Angst, dass ich dann nicht im Überblick habe, ob ich alle Nährstoffe etc. zu mir nehme. Es wäre interessant zu hören, wie du das handhabst.
    Liebe Grüße und gute Besserung, Laura 🙂

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 21:52

      Liebe Laura,

      – pass auf jeden Fall auf Dich auf, ja? Ich weiß, man bremst sich ungern selbst aus und besonders schwierig ist es natürlich ohne Diagnose. Aber vielleicht versuchst Du es mal mit alternativen Heilmethoden?

      Zum Thema Vegan plane ich gerade eine „Mottowoche“ auf dem Blog 🙂

      Alles Liebe,
      Luise

    • Laura 4. April 2018 at 00:01

      Hey, super, da freue mich auf jeden Fall schon mal auf die Mottwoche!
      Und ich passe auf 🙂 Ich sehe mich nach alternativen Heilmethoden um, aber ich finde es immer schwierig, da jemanden seriöses zu finden, der das auch wirklich versteht, was er da tut. Falls Du einen Tipp für jemanden in Dresden hast, gib mir gern Bescheid, ich wohne (noch) dort 🙂

    • Laura 4. April 2018 at 00:01

      Hey, super, da freue mich auf jeden Fall schon mal auf die Mottwoche!
      Und ich passe auf 🙂 Ich sehe mich nach alternativen Heilmethoden um, aber ich finde es immer schwierig, da jemanden seriöses zu finden, der das auch wirklich versteht, was er da tut. Falls Du einen Tipp für jemanden in Dresden hast, gib mir gern Bescheid, ich wohne (noch) dort 🙂

    • Kleinstadtcarrie 4. April 2018 at 14:55

      Liebe Laura,

      ich kann Dir in Dresden gerade niemanden empfehlen leider – aber vielleicht jemand anderes?

      Alles Liebe,
      Luise

  • Reply Pauline 2. April 2018 at 20:44

    Hey Luise,
    dein Beitrag hat mich mal wieder zum Nachdenken angeregt. Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber ich war selbst noch nie richtig dolle Krank. Ich würde mich eigentlich als einen ähnlichen Menschen einordnen wie dich: sehr optimistisch, lebensfroh und unternehmenslustig, auch sehr zielstrebig und habe immer was zu tun.
    Deswegen habe ich mich schon öfter mal gefragt, ob ich daher irgendwann mal eine Phase erleben werde, die mich komplett aus der Bahn wirft und mir zwanghaft Ruhe und Pause verordnet, so wie du es erlebt hast. Deswegen steht auf meinen Jahresplänen auch: Entspannung und Ruhe, weil ich mich dazu oft auch ein bisschen „zwingen“ muss. Vor allem jetzt in meiner Abiphase ist das wirklich schwer, aber du bist ein gutes Beispiel dafür, dass es besser ist auf sich zu achten und seinem Körper Ruhe zu geben, wenn er sie braucht.
    Und deine letzten Worte sind mir sehr nah gegangen. Meine Mama hat gerade wieder mit sehr starken Rückenproblemen zu tun und es ist das schlimmste für mich sie so leiden und sich quelen zu sehen… es zerreißt mir jedes Mal das Herz und ich wünschte, ich könnte ihr nur einen Bruchteil der Schmerzen abnehmen…
    Ich wünsche dir viel Durchhaltekraft und Geduld für deine Ruhezeit und wachsende Kraft! Aber auch, dass du daraus lernst und lernst noch besser auf deinen Körper zu hören und dir selbst Ruhe zu verordnen 🙂

    Liebst,
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

    • Kleinstadtcarrie 4. April 2018 at 14:58

      Liebe Pauline,

      vielen vielen dank für Deinen Kommentar!
      Und: ich denke, dass Du Deiner Mama schon ziemlich viele Schmerzen abnimmst, allein damit, dass Du für sie da bist und sie unterstützt, ihr Liebe gibst. Du machst das toll und gemeinsam kriegt ihr das hin! Alles Gute für Euch, von Herzen <3

  • Reply Martin 2. April 2018 at 20:10

    Hallo Luise,
    erstmal muss ich gestehen, dass ich eher den anderen Beitrag gelesen hätte, heute. Warum kann ich dir gar nicht genau sagen, vielleicht weil Ostern ist und man da möglicherweise eher fröhliche Nachrichten liest. Gewissermaßen sind es ja auch fröhliche Nachrichten, denn es geht dir wieder besser! Dein Text zu Lesen, macht mich auch wieder sehr nachdenklich, wie man doch oft auf die Zeichen von Körper und Seele hören sollte, aber diese einfach überhört, weil man seine Prioritäten anders gesetzt hat. Ich danke dir auf jedenfall, dass du mich wieder auf das aufmerksam gemacht hast, was einfach das wichtigste Gut ist. Denn es ist zusehens langsam in Vergessenheit geraten. Gut mir hat auch die Reise nach Sri Lanka geholfen, aber dein Text hat mich daran wieder erinnert. Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin gute Besserung. VG Martin

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 21:58

      Hey Martin –

      der andere Beitrag kommt auch definitiv bald online, also keine Sorge 🙂

      Vielen vielen Dank für Deine Worte und ich freue mich sehr, dass der Beitrag Dir trotzdem gefallen hat.

      Alles Liebe,
      Deine Luise

  • Reply Alina 2. April 2018 at 18:23

    Luise, ich kann es absolut nachvollziehen. Von Weihnachten an lag ich knappe 2 Monate da. Anfangs diese normale Erkältung eben, was alle in der Zeit haben. Dann Silvester verletzt worden. Rückenprellung und Verdacht auf Blinddarmreizung. Die erste Woche des Jahres lag ich nur im Bett. Dann ging es wieder, langsam ging es mir wieder gut und 2 Tage vor der ersten Klausur, bäm, Nebenhöhlen dicht. Die Klausuren habe ich dennoch geschrieben und das war ein großer Fehler. Ich habe mich komplett überanstrengt.
    Karneval wieder gesund. Aschermittwoch viel zu viel Streß und dann lag ich Donnerstags da. Grippaler Infekt mit allem drum und dran Und da wusste ich, dass ich sofort definitiv kürzer treten muss. Alles ruterfahren. Besuch bei der Familie, nein. Shooting, nein. Lernen, nein. Raus gehen und Alkohol trinken, nein. Gesellschaftliches Leben, nein. Das tat gut. Aber das tat meinen Klausuren nicht gut. Das ist mir aber egal, es geht darum, ob man gesund ist oder eben nicht.

    Man achtet einfach mehr drauf. Ich habe freiwillig dann noch auch weiter (wegen Fastenzeit) auf Alkohol verzichtet und es war gut. Es hätte den Genesungsprozess verschlechtert. Ich kann alles komplett nachvollziehen.
    Auch deine Worte, es ist nur eine Lungenentzündung, andere sind schlimmer dran. Auch das absolut. Für mich war es auch das schlimmste, was ich in letzter Zeit hatte und daran misst man sich und lernt draus.

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 22:00

      Liebe Alina,

      – danke für Deinen super offenen und ehrlichen Kommentar!
      Das klingt irgendwie wahnsinnig (also im negativen Sinne) und ich hoffe von Herzen, dass es Dir mittlerweile besser geht. Offensichtlich wollte Dir Dein Körper dringend sagen, dass er Ruhe braucht und eine komplette Auszeit. Gut, dass Du ihm diese schließlich gegeben hast!

      Alles Liebe für Dich,
      Luise

  • Reply Magdi 2. April 2018 at 17:55

    Danke dafür. Das bringt mich in die Realität! Du bist einfach toll 🙂

  • Reply Dany 2. April 2018 at 17:52

    Liebe Luise, schön das es dir langsam besser geht. Ich kenne das und Frage mich auch gerade wieder, was ich aus meinem kranken Körper lernen soll. Alles hat einen Sinn, nichts passiert ohne Grund. Vielleicht ist es wirklich Geduld. Aber ich weiß nicht einmal genau was ich habe. Seit 4 Wochen geht es mir mal besser und dann wieder schlechter. Vielleicht zu schnell alles. Ich weiß es nicht. Ich denke, früher oder später wirst auch du erfahren wofür das Ganze gut war. Das mit dem Luft holen kenne ich, weil meine Kehle so trocken ist und kratzt. Aber leider auch Sprüche wie, hab dich mal nicht so oder ach komm so schlimm ist es doch nicht. Für mich aber schon. Denn ich kann keine 100 % geben und habe Angst nicht richtig Atmen zu können.

    Alles Liebe Luise – ausgebremst in Dresden
    💟 Dany
    https://www.danyalacarte.de

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 21:56

      Liebe Dany,

      – pass bitte auf Dich auf!!
      Ich hoffe, dass Du bald eine Diagnose erhältst und es Dir schnell besser geht <3

  • Reply Vivien 2. April 2018 at 17:38

    Luiiise, ich habe mich sehr auf den Beitrag gefreut und finde, du hast dein Empfinden (wie immer!) sehr gut in deine persönlichen, ausdrucksstarken Worte gepackt. Ich finde absolut nicht, dass du dich dafür rechtfertigen musst, dass dich diese Zeit sehr belastet hat bzw. es teilweise immer noch tut. NATÜRLICH gibt es schlimmere, bedrohlichere, tödliche/re Krankheiten als das, was du hattest – aber darf es dir deswegen nicht schlecht damit gehen, darf deshalb solch eine Krankheit nicht zeitweise der Mittelpunkt DEINES Lebens sein?

    Ich leide seit ich 16 bin unter chronischer Blasenentzündung – das sind jetzt fast 10 Jahre… das bedeutet, ich habe in guten Jahren alle 2-3 Monate eine BE, die für 1-2 Wochen bleibt (sprich 4-8 Wochen des Jahres in Summe), in schlechten Jahren teilweise 3-4 Monate am Stück. Eine chronische Blasenentzündung ist bei Leibe keine Krankheit, die mit weitaus ernstzunehmenderen, lebensbedrohlichen Krankheiten in den Ring steigen kann, und ja, ich stoße oft bei Menschen, die noch nie eine hatten, ein wenig auf Unverständnis bzw. Mitleid, das jedoch nicht so richtig nachempfunden werden kann. Jeder, der schon ein einziges Mal eine BE hatte, weiß, wie unangenehm das ist. Es schränkt das eigene Leben einfach massiv ein, man muss unzählige Unternehmungen absagen bzw. kann an nichts teilnehmen, ist an den schlimmen Tagen an das eigene Bad Zuhause gefesselt, muss sich seine Zeit auf der Toilette vertreiben und leidet unter starken Schmerzen und einem so unangenehmen Körpergefühl, dass man auf nichts mehr Lust hat. Meist ist es auch (leider!) auf lange Sicht und bei bestimmten Bakterien nur mit Antibiotika wegzubekommen, was wiederum mehrfach im Jahr nicht nur ungesund ist, sondern auch den Darm und das Immunsystem lahmlegt, was wiederum zu anderen Krankheiten führt (…). Ich bekomme mittlerweile depressive Verstimmungen wenn ich merke, dass sich eine schwere BE anbahnt, weil es bei mir eben auch gut und gerne mal monatelang dauern kann, was mir viel Lebensqualität nimmt. Ich könnte ewig so weitermachen – was ich damit sagen wollte ist: eine – wie in meinem Fall – chronische Blasenentzündung ist NICHTS wofür andere das größte Verständnis haben, was ich zu teilen auch verstehen kann. TROTZDEM schränkt es mich in meinem Leben extrem ein, ich leide seit fast einem Jahrzehnt unter diesem Problem und auch, wenn ich mich niemals mit anderer Leute Krankheiten „messen“ wollen würde und natürlich dankbar dafür bin, dass ich nichts Ernstzunehmenderes habe, so verfluche ich diesen Umstand trotzdem. Auch wenn es „nur“ so etwas ist.

    Also, lange Rede, kurzer Sinn – lass dich überhaupt nicht beeinflussen von den negativen Meinungen oder den Menschen, die dir sagen, dass das nichts ist, worüber du wochenlang jammern kannst. Es ist deine Realität, das was aktuell dein Leben am stärksten beeinflusst, und niemand darf dir absprechen, wie du dich gerade weswegen fühlst!!!

    Liebe Grüße und fühl Dich gedrückt <3
    Vivien

    • Kleinstadtcarrie 4. April 2018 at 15:07

      Liebe Vivien,

      vielen vielen Dank für Dein Feedback, Deine Geschichte und den Zuspruch! Es bedeutet mir wahnsinnig viel, dass Du Deine Situation und Gefühle so offen mit uns teilst.

      Und genau so sehe ich es auch – es geht ja auch bei Gesundheit und Krankheit gar nicht um’s Vergleichen und diese Menschen, die meinen man dürfe nicht leiden an dem, was man eben hat – dann dürften wir alle, die wir hier in der westlichen Welt leben, sowieso nie irgendwas sagen oder beklagen. Aber wir alle Leben eben in unserer eigenen Realität und erleben unterschiedliche Dinge.

      Ich wünsche Dir auf jeden Fall nur das Beste und ganz viel Kraft!
      Du bist toll und wirst das weiterhin auch toll meistern.
      Ich denk‘ an Dich,
      Deine Luise

  • Reply Jasmin 2. April 2018 at 17:28

    Ich finde du musst dich gar nicht rechtfertigen, denn ich hatte auch noch nie was ernsthaftes, chronisches oder lebensbedrohliches aber empfand meine Weisheitszahn Op letzten Sommer als den Albtraum! Manche meiner Freunde fanden das witzig und hatten so überhaupt kein Verständis für mein Leid, was etwas verletzend war, denn jeder steckt eine Krankheit anders weg und möchte dabei ernst genommen werden. Gerade im Sommer als das Wetter so perfekt war, konnte ich nichts, musste Grillpartys absagen, konnte nichts essen (bin ein Foodie also noch schlimmer) und musste 7 Tage Zuhause bleiben!!!! Für mich Sommerkind wie gesagt der Horror. War auch selten dumm von mir den Termin so zu legen aber wusste ja nicht das es mich so umhaut 😀 andere sind nach 2 Tagen wieder fit, ich wars halt nicht.

    Deswegen habe ich für dich Verständnis und finde in deinem Text ganz viel wahres und kann es nachvollziehen!!! Wieder mal toll geschrieben. Manchmal braucht man sowas um die Gesundheit wieder mehr zu schätzen und daran erinnert zu werden, dass alles was wir haben, das Jetzt ist.

    Weiterhin eine gute Besserung ❤
    In Liebe
    Jasmin

    • Kleinstadtcarrie 3. April 2018 at 14:20

      Liebe Jasmin,

      genau so ist es! Jeder geht anders mit Belastungen um und das müssen wir lernen zu akzeptieren und sensibel und emphatisch damit umzugehen.

      Alles Gute für Dich und dass Du diesen Sommer gesund bleibst!

      Fühl Dich umarmt,
      Deine Luise