Wunschliste

/10. Dezember 2017/18 Kommentare

Es ist Anfang Dezember.
Wir kaufen. Und kaufen. Postbote. Und zurück. Und neu. Und weiter. Endloses Warten. Und Schimpfen. Und Anprobieren. Abwägen. Rabattcode. Black Friday. Und mehr. Tüten. Plastiktüten. 15ct. Okay! Eine große Schleife darauf, – und wir hoffen: dass das irgendwas besser machen wird.

STOP!, ruft jemand. Laut irgendwo. Aber in unseren Köpfen: Ganz leise. Aber ja, ich weiß. Das ist zu viel. Aber doch so schön. Und all’ der Glitzer. Und die roten Zahlen. Und hektischen Gesichter. Also: eine Tasse Glühwein und plötzlich wird es doch ganz ruhig. Also wir kaufen, – aber irgendwie, doch nicht. Denn: Wir schenken uns dieses Jahr doch nichts mehr.
Und wer hätte gedacht, dass wir das so wörtlich nehmen.

Mit dem Alter hat man das Gefühl, wir würden bescheidener.
„Was wünschst Du Dir?“ – irgendwie ist die Liste kurz. Ein Amazonlink vielleicht. Wirklich nicht viel. Bin wunschlos glücklich, kann man sagen.
Also mit dem Alter hat man das Gefühl, wir würden bescheidener.
Aber eigentlich kaufen wir uns einfach das, was wir brauchen. Oder wollen. Und haben sowieso viel zu viel. Worauf warten, wenn das Paket morgen früh schon da sein kann?
Also nein, ich wünsche mir nicht viel. Wir schenken uns dieses Jahr ja nichts mehr. Weihnachten – da geht es doch um die Liebe. Und das gute Essen. Und die Zeit mit der Familie. Nicht wahr?
Mit dem Alter hat man das Gefühl, wir würden bescheidener.
Plötzlich wünscht man sich: Luft und Liebe und ein bisschen mehr Zeit mit der Familie. Gesundheit und Freizeit. Die Kraft, den inneren Schweinehund auszutricksen. Energie. Und Mut. “Wir schenken uns nichts mehr.“ Und trotzdem klingelt der Postbote jeden Tag. Und alles, was wir uns wünschen: ist ein bisschen mehr Zeit.
„Wir schenken uns nichts mehr“ – wer hätte gedacht, dass wir das so wörtlich nehmen.

Aber mit dem Alter hat man das Gefühl, wir würden bescheidener.
Dann Heiligabend. Und Streit. Und kurz eine Zigarette auf dem Balkon. Zähne putzen. Gesellschaftsspiel. Und Genörgel. Also essen wir so lange, bis wir nicht mehr sprechen können und schlafen dann vorm Fernseher ein.
Mit dem Alter hat man das Gefühl, wir würden bescheidener. Wir posaunen es geradezu raus. Stolz. Und mit Leuchtreklamen.
Nur Luft und Liebe. Und ein bisschen mehr Zeit mit der Familie.
Dabei fangen wir an uns das zu wünschen, was wir nicht bereit sind zu geben.
Ich wünsche mir mehr Zeit – gib sie!
Ich wünsche mir Liebe – gib sie!
Und alles was es braucht ist: Augen und Herzen öffnen. Erkennen, dass wir das bekommen, was wir geben. Also hören wir auf zu bitten und zu erwarten, zu wünschen und zu verlangen. Sondern fangen wir an: zu geben. Fangen wir an Prioritäten zu setzen, zu denken bevor wir sprechen. Fangen wir an, etwas dafür zu tun und nicht einfach darauf zu warten, dass es vom Himmel fällt. Denn ganz gleich, wie viele Wunschzettel Du schreibst – der Weihnachtsmann wird es Dir nicht bringen. Denn – umso älter wir werden, desto sicherer können wir uns dessen sein. Also es ist an der Zeit, dass wir uns die rote Mütze über den eigenen Kopf streifen und Liebe verteilen, fremden Menschen ein Lächeln schenken und Zeit in schönes Geschenkpapier wickeln, damit wir vielleicht endlich begreifen, was sie wert ist. Es ist an der Zeit bescheiden zu sein und nicht nur verlangen.
Also hören wir auf Wunschzettel zu schreiben, – und fangen wir an: Weihnachtskarten zu verschicken.
Es ist Weihnachten.
Es ist an der Zeit zu geben.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Lamy. 

Mein LAMY studio racing green Füllhalter

Zusammen mit Lamy ging es mir in diesem Beitrag darum, mich und Euch daran zu erinnern, was Weihnachten bedeutet. Erinnert ihr Euch noch an Euren ersten Lamy Füller? Hellbraun und rot? Und damit haben wir in der Schule doch sicherlich alle unseren ersten Wunschzettel an den Weihnachtsmann geschrieben.
Heute: habe ich ein etwas edleres Model und schreibe, auch hier in der Karibik, Weihnachtskarten an meine Liebsten.
Und „Wir schenken uns nichts mehr“ finde ich übrigens nicht schön. Liebe und Zeit können auch verschenkt werden. Und: ein kleines Päckchen unterm Weihnachtsbaum zu finden doch eigentlich auch. Es muss doch nichts riesiges sein – eine Kleinigkeit. Und wenn Du dieses Jahr einen Füller verschenkst, dann bekommst Du im nächsten Jahr sicherlich eine Weihnachtskarte zurück.

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18 Kommentare

  • Reply Melanie 29. Dezember 2017 at 02:07

    Wieso gibt es denn heuer keine Silvester Reihe?

  • Reply Ellie 24. Dezember 2017 at 01:05

    Wunderschön!<3
    http://www.blogellive.com

  • Reply Lony 22. Dezember 2017 at 06:13

    Liebe Luise,

    ich habe Deinen Blog gerade erst entdeckt! Deine wunderschönen Fotos sind eine Augenweide und ich mag es, wie Du schreibst. Hier komme ich öfters vorbei!
    Dir und Deinen Lieben einen wunderschöne Weihnachtszeit!

    Lony x

  • Reply Sophie 19. Dezember 2017 at 11:12

    Liebe Luise,

    ich kann Marias Kommentar nicht unterstützen. Denn ich finde, dass du eine der wenigen bist, die mit Kooperationen ihr Geld verdienen und wirklich hinter den Produkten steht. Meist wird nur ein Instagramm Bild mit dem Produkt gepostet und der Text darunter klingt wie in einer schlechten Werbung. Mit somersby hast du das meiner Meinung nach auch so gemacht, aber ansonsten schafft du es tolle Texte zu entwickeln, zu denen das Produkt zu 100% passt. Die Message Zeit und Liebe zu verschenken und dafür zB Weihnachtskarten zu nutzen, finde ich genial. Und wie schön es auch sein kann, einen hochwertigen Stift in der Hand zu halten und etwas schönes zu schreiben.

    In diesem Sinne wünsche ich dir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und viele durchdachte Geschenke 💕

    • Kleinstadtcarrie 27. Dezember 2017 at 00:01

      Hey Sophie,

      vielen vielen Dank für das schöne Feedback 🙂
      Für mich ist es auch immer das Schönste, wenn Kunden auch einen Blogbeitrag buchen und wir richtig kreativ werden können 🙂

  • Reply Mrs Unicorn 14. Dezember 2017 at 20:51

    So ein schöner Beitrag. Stifte sind immer ein schönes Geschenk.

    Viele Grüße und eine fantastische Woche.
    Celine von http://mrsunicorn.de

  • Reply maria 14. Dezember 2017 at 14:12

    liebe luise.
    dieser text ist-werbung. fotografiert aus dem taschenbergpalais. mit blick auf den zwinger.
    exklusiv, nicht bescheiden und das ist auch gar kein problem. das wirst du nicht bezahlt haben.
    auch kein problem.
    meine frage ist folgende: wo ist hier die geforderte bescheidenheit, wenn der wunsch nach mehr einfachheit doch wieder von werbung entstellt wird? war das nun kapitalismuskritik? oder nur effektgeheische? und das gehört wohl zum job, denn auch hier muss geld verdient werden. ist mir klar.
    aber du entscheidest doch, wie du dein geld verdienst. und das muss nicht für werbung, die sich hinter sentimentalen worten verbirgt, geschehen.
    schöne weihnachten dir, maria.

    • Kleinstadtcarrie 17. Dezember 2017 at 14:09

      Liebe Maria,

      darf ich fragen, als was Du arbeitest? 🙂
      Glaub mir, in den letzten Wochen habe ich oft genug an meinem Beruf gezweifelt.
      Heute: bin ich froh, dass ich Partner wie Lamy an meiner Seite habe, die mir diese kreative Freiheit belassen und die mich finanziell unterstützen einen solchen Text produzieren zu dürfen und online zu stellen.
      Wo das ganze geshootet wurde, spielt doch hier gar keine Rolle? Ist nicht zu erkennen und wird nicht erwähnt – die einzige, die das erwähnt hat, bist Du.

      Und: die Texte entstehen immer aus meinen Gedanken heraus. Eine Forderung an mich selbst also.

      Beste Grüße
      Luise

  • Reply Jasmina 13. Dezember 2017 at 20:47

    Ein super schöner Beitrag.
    In meiner Familie haben wir es nicht so mit Weihnachtsgeschenken. Wir wichteln jedes Jahr und haben eine Grenze bis 50 € gesetzt uns liegt einfach mehr an dem beisammen sein, als an den Geschenken.

  • Reply Katja 12. Dezember 2017 at 23:27

    Liebe Luise,
    Du bist für mich eine ganz schöne Inspiration, in jederlei Hinsicht!
    Der Text ist wunderschön und so perfekt und treffend geschrieben! Solche Zeilen machen echt nachdenklich und zugleich doch irgendwie glücklich…
    Ganz liebe Grüße,

    Katja <3

  • Reply Estelle 11. Dezember 2017 at 16:52

    So ein wunderschöner Text! Er ging wirklich unter die Haut und berührt einen im Herzen. Danke Luise, für den tollen Beitrag ❤️

    Liebe Grüße
    Estelle
    https://theordinarytwo.wordpress.com/

  • Reply Anna 11. Dezember 2017 at 12:11

    Ein wunderschön geschriebener Text. Ich musste ein bisschen schmunzelt, als du den braun-roten Lamy Füller erwähnt hast, ich habe seit Anfang des Semester auch wieder das schreiben mit Füller für mich entdeckt. Ich sehe das ganz genau so , wie du! Ich bin ein großer Fan von Zeit schenken…
    Hab einen schönen Start in die Woche, Anna

  • Reply Iris 11. Dezember 2017 at 11:20

    Ein wirklich toll verfasster Text, den ich wirklich sehr gerne gelesen habe! Bei uns werden dieses Jahr die eigenen Geschenke weniger üppig ausfallen. Auch weil bereits die nächste Generation bereitsteht, um ein Lächeln auf die Lippen gezaubert zu bekommen 🙂

  • Reply Alina 11. Dezember 2017 at 00:48

    Wie immer ein wunderschöner Text der direkt unter die Haut ging und einem auf poetische Weise die Augen öffnet. Auch wenn man gerne anderen eine Freude bereiten will und es eigentlich nur gut meint, verliert man sich wirklich schnell in die materiellen Dinge. Ich selbst bin ein großer Fan von handgeschriebenen Dingen und ein Füller der an alte Zeiten erinnert, wo alle Nachrichten noch persönlich verfasst wurden, finde ich wunderbar <3

    Ganz liebe Grüße
    Alina :*
    http://www.blackbeachchair.com

  • Reply Lisa 10. Dezember 2017 at 22:50

    Wunderbare Worte, mal wieder. Genau das richtige um ein bisschen Ruhe in dieser stressigen Weihnachtszeit zu finden ❤️

  • Reply Dany 10. Dezember 2017 at 22:24

    Liebe Luise, dazu fällt mir dieses Gedicht ein. Diese Worte habe ich schon an viele Menschen verschenkt.
    .
    Ich wünsche dir Zeit
    Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
    Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
    Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
    und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.
    .
    Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
    nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
    Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
    sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.
    .
    Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
    Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
    als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
    anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.
    .
    Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
    und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
    Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
    Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.
    .
    Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
    jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
    Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
    Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!
    .
    Elli Michler
    .
    Ich wünsche dir ein Happy ohne Ende!
    Alles Liebe Dany
    http://www.danyalacarte.de

  • Reply Pauline 10. Dezember 2017 at 20:53

    Es ist so schön wie du darauf aufmerksam machst, dass Weihnachten eben nicht gleich Geschenke heißt! Weihnachten heißt für mich Zeit mit der Familie, zusammen Essen, zusammen Plätzchen backen, vor dem Kamin sitzen usw. und genau wie du sagst, gehöre Geschenke trotzdem irgendwie dazu. Und das ist auch gut so! Nur sollte dabei nicht wichtig sein wie viel man schenkt, sondern was. Jeder freut sich über eine Aufmerksamkeit, eine Erinnerung, eine Teil das man wirklich braucht und immer wenn man es nutzt erinnert man sich an dieses Geschenk oder man verschenkt eben Zeit, durch Erlebnisse.
    So handhabe ich es dieses Jahr mit meinen Freundinnen. Wir schenken uns nichts, sondern fahren zusammen nach Quedlinburg auf den Weihnachtsmarkt 🙂

    Liebe Grüße nach Martinique und genieße die nicht so weihnachtliche Adventszeit 😀
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com