Wochenrückblick #37 & #38

/25. September 2017/8 Kommentare

gewagt: „Lass uns die Haare abschneiden, Miri!“, mit diesen Worten habe ich am Dienstag vor einer Woche den Friseursalon betreten. Wenige Minuten später kam ich direkt wieder ins Zweifeln und als die Haare ab waren, musste ich kurz schlucken. Aber dann: Überglücklich! Wir haben ungefähr 10cm abgeschnitten und ich könnte nicht zufriedener sein. Jetzt würde ich sie am liebsten direkt noch ein bisschen kürzer haben. Und heller. Aber schauen wir mal … Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall so viel wohler und frischer, denn mit meinen kaputten spitzen und trockenen Haaren habe ich mich die letzten Wochen gar nicht mehr wohl gefühlt.
Und bevor ihr fragt, ich gehe zu Miriam bei „Die Kopfmacher“ am Körnerplatz hier in Dresden. Die beste Friseurin überhaupt!

geshootet: gemeinsam mit Tobi habe ich direkt nach dem Friseurtermin ein paar sportliche Bilder gemacht, die ihr auch im Verlauf der Woche hier sehen werdet.

geflogen: Und dann? Ging es am Mittwoch morgen viel zu früh auf nach Wales.
Gegen 7 Uhr morgens haben Martin und ich uns am Flughafen getroffen und sind über Frankfurt nach Manchester gereist. Eingeladen von #visitwales und Lonely Planet ging es für 4 Tage in die westlichen Teil Großbritanniens.

gesehen: Und hier haben wir so einiges erlebt. Geheimnisvolle Burgen, endlose Landschaften, beeindruckende Natur, das tobende Meer. Wunderschöne süße Dörfer und den Ort mit dem längste Namen Europas: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwyll-llantysiliogogogoch – schon verrückt.
Zumal man dem Dorf den Namen gegeben hat, um: genau! Touristen anzulocken. Also ich würde mal sagen: das Prinzip hat funktioniert!

gefahren: Zug. Aber nicht ICE mit Wifi (also doch, das auch, aber …), sondern gefühlt saßen wir zwei Stunden im Hogwartsexpress und fuhren durch die wunderschöne Landschaft Wales’. Definitiv eines meiner Highlights der Reise!

gegruselt: in unserem letzten Hotel.
Also im ersten Hotel (The Empire) fühlte ich mich wie eine Prinzessin, im St. George’s bemerkte ich, dass ich an’s Meer ziehen muss. Nichts beruhigt mich so sehr, wie das Rauschen der Wellen – aber im letzten Hotel, mitten im Nirgendwo, ging unsere Phantasie wirklich mit uns durch. Martin, Amandine, Anne und ich wurden kurzerhand zu Regisseuren und Hollywoodschauspielern und drehten einen Horrorfilm. Anfangs noch lustig, nachts schliefen wir dann tatsächlich alle in gemeinsamen Betten.

gegessen: während es Anfang der Woche bereits mit ziemlich gutem Thai-Curry auf meiner Couch angefangen hat, ging es ab Mittwoch jeden Abend mit einem Drei-Gänge-Menü weiter. Auf solchen Pressetrips wird man wirklich gemestet. Und wir haben es genossen! Auch wenn die Briten das mit dem vegetarischen (von vegan ganz zu schweigen) Essen noch nicht ganz so auf dem Schirm haben, war es trotzdem jedes Mal ein Fest. Der beste Schokoladenkuchen der Welt, viel frisches Gemüse und grandioser Käse. Wein nicht zu vergessen, natürlich!

geschlafen: während ich in Wales kaum geschlafen habe – so ist das bei Pressereisen eben, gönnte ich mir in der Woche danach einfach doppelt viel Schlaf. Und daran, wie lang’ und viel ich in meinem Bett lag, sah’ ich, wie dringend mein Körper das brauchte. Also ganz offiziell hatte ich in der vergangenen Woche den ersten Tag des Jahres, an dem ich mir keinen Wecker stellte. Und das im September. Naja, immerhin!

geplant: vieles, vieles, vieles.

gedacht: STOP jetzt mit dem Planen – es wird Zeit, Dinge anzupacken und umzusetzen.
Ich habe mich ein wenig gelähmt gefühlt in den letzten Wochen. Irgendwie hat das alles, was ich hier tue, keinen Sinn mehr ergeben. Und so ganz genau habe ich den Sinn und Antrieb auch noch nicht wieder gefunden. Wenn ich meine Wochenrückblicke des Jahres lese, dann merke ich, wie ich immer und immer mal wieder unsicher war mit dem, was ich hier mache, worum sich mein Leben augenscheinlich dreht.
Es müssen Dinge geändert werden – so viel steht fest.
Das ist mir klar.
Nur habe ich mich oft in den letzten Tagen so machtlos, irgendwie ausgeliefert gefühlt.

Es fällt mir so schwer, dieses Gefühl in Worte zu fassen.
Das ist Unsicherheit. Unsicherheit über die Richtung und Geschwindigkeit. Aber ich merke auch, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis ich wieder Vollgas geben kann – mit der Gewissheit nicht gegen einen Baum zu fahren.

gefahren: in der letzten Woche saß ich unheimlich viel im Zug. Am Mittwoch ging es von Dresden aus zu meiner Mama Richtung Norden. Am Donnerstag in aller früh nahm ich den Zug nach Lübeck – und gerade, während ich diese Zeilen schreie, fahre ich ein Mal quer durchs Land: von Lübeck nach München.

gesammelt: Müll.
In Travemünde angekommen, überkam mich erst Mal ein enormes Glücksgefühl, denn: ich hatte es bisher in diesem Jahr noch nicht an die Ostsee geschafft. Ich atmete tief ein – und wusste plötzlich, was mir die ganze Zeit gefehlt hatte.
„Der Strand ist ja super sauber!“, stellten wir fest. Wir? Blogger aus ganz Deutschland. Eingeladen von SisterMag und Ecover.
Ihr wisst, ich gehe sehr selten zu Events – dieses aber wollte ich mir nicht entgehen lassen!
Trotzdem der Strand täglich gereinigt wird, haben wir in zwei Stunden etliches an Plastikmüll und zahlreiche Zigarettenstummel eingesammelt. In anderen Ländern wäre das Ergebnis natürlich nochv verheerender gewesen – aber es ging hier auch viel mehr um die Sensibilisierung für das Thema an sich.
In der Woche folgt noch ein ausführlicherer Beitrag zum Event und der Thematik.

getrunken: – ja okay, das führe ich jetzt nicht weiter aus. Noch (während ich das hier schreibe) war ich ja auch noch nicht auf dem Oktoberfest.
Ich freue mich so sehr darauf, privat unterwegs zu sein. Ein Foto für eine Kampagne, die mir sehr am Herzen liegt, wird trotzdem geschossen. Schaut also mal auf meinem Instagramaccount vorbei.

gefreut: dass mein Glück in meiner Hand liegt. Und ich auch endlich in der Lage bin, mir das nicht mehr nehmen zu lassen.

gewählt: in der vergangenen Woche habe ich dann natürlich auch, wie viele von Euch, gewählt. Per Briefwahl. Zu den Wahlergebnissen – also es rattert noch in meinem Kopf und der Fernseher läuft. Eine endgültige Meinung habe ich noch nicht. Aber in ein Bundesland zurückzufahren, in dem die AfD die Mehrheit aller Stimmen bekommen hat, bereitet mir ernsthafte Bauchschmerzen.

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8 Kommentare

  • Reply Kim 27. September 2017 at 11:22

    Die Entscheidung, meine Haare abzuschneiden, hatte ich diesen Monat auch. Ich bin, genauso wie du, in den Friseursalon und hab gesagt : Ich brauche eine Veränderung. Schneid sie ab! Und nun gehen meine Haare nur noch knapp bis unters Kinn. Es hat sich angefühlt, als hätte ich den ganzen Ballast, der sich angestaut hatte, mit abgeschnitten! Also, wenn du das Bedürfnis hast, noch kürzer abzuschneiden, mach es! Es sind nur Haare. Und Veränderung tut immer gut, wie du ja weißt 🙂
    Ich habe gestern deine Instastory gesehen und ich finde es schön, dass es dir mittlerweile wieder besser geht und so langsam Licht in deine ganzen Gedanken und Zweifel kommt 🙂

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2017 at 20:20

      Lieben lieben Dank Kim für den motivierenden und schönen Kommentar 🙂

  • Reply Anna 25. September 2017 at 20:07

    Wow, tolles Dindl! Ich mag die Töne, sieht sehr elegant aus 🙂 Von dem Dorf mit dem lägsten Namen habe ich letztens bei Galileo mitbekomen … lohnt sich der Besuch?

    Erhol dich gut von den Wiesn‘.
    Liebe Grüße
    Anna

    • Kleinstadtcarrie 28. September 2017 at 20:58

      Hey Anna,

      vielen vielen Dank 🙂

      Also ich muss ehrlich sagen, dass es mich nicht so beeindruckt hat. Wir haben aber vor Ort tatsächlich auch nicht wirklich was gemacht.
      Witzig ist es aber allemal … 😀

  • Reply Julia 25. September 2017 at 16:38

    Wow Luise, das Dirndl ist ja ein Traum. Verrätst du, wo du es herhast?
    Liebe Grüße, Julia

  • Reply Pauline 25. September 2017 at 14:46

    Ich mag es total wie du deine Wochenberichte immer durch die ge- Wörter unterteilst! Super schöne und außergewöhnliche Idee 🙂
    Ich bin ein totaler Fan von deinen neuen Haaren und finde sie stehen dir so so so gut, sie sehen auch so schön gesund, weich und fluffig aus 🙂 Super schön!
    Außerdem finde ich es toll, dass du an dem Müll-Event an der Ostsee teilgenommen hast! Ich finde es so wichtig, dass Blogger auf solche Themen aufmerksam machen und damit vielleicht auch ein paar andere zum Nachdenken anregen 🙂

    Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche! <3

    http://www.mind-wanderer.com

    • Kleinstadtcarrie 28. September 2017 at 20:59

      Liebe Pauline,

      vielen vielen Dank für Dein Feedback 🙂