Lass uns bitte nie wieder 16 sein.

/21. August 2017/17 Kommentare

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Rechnungen zahlen. Überweisungen. Geld verdienen. Anrufen. Meeting. Nächster Termin. Schnell. Gut angezogen. Strenger. Knopf zu. Haare kämmen. Lippenstift nachziehen. Schneller! Telefon klingelt. Rechnung schreiben. Verhandeln. Mehr! Okay. Einverstanden. Deal! Ernsthaft. Seriös. Erwachsen.
Irgendwie ist das jetzt plötzlich alles so ernst.
Dieses Erwachsen sein ist anstrengend.
Irgendwie wiegen Entscheidungen jetzt so viel mehr. Irgendwie ist da niemand mehr, auf den ich irgendwas abwälzen kann.
Meine Entscheidung. Meine Aufgabe. Meine Verantwortung.
Flug nicht verpassen. Zum richtigen Gleis. Der Bus fährt um 14:32 Uhr und keine Minute später. Absage oder Zusagen. Und dann wartet da ja auch irgendwo noch die große Liebe. Ich meine: die für immer. WAS? Sie ist schwanger? Okay, das ist ja gar nicht mehr so außergewöhnlich. Wir sind schließlich Mitte 20. Ringfinger. Ja oder Nein? Entscheide Dich jetzt! Und sei erwachsen!

Irgendwie ist das jetzt plötzlich alles so ernst.
Dieses Erwachsen sein ist ziemlich anstrengend.

Und ich denke: Lass uns bitte noch mal 16 sein. Als wir einfach nur schön und verliebt waren. Von der Sonne geküsst. Und abends nur kaputt vom Lachen. 16. Als es keine Rolle gespielt hat. Irgendwie war es schmerzhaft und scheiße. Aber keine Entscheidung fürs Leben. Das spielt doch alles keine Rolle. Wenn es heute nicht läuft, dann machen wir es eben morgen anders. Du kannst jederzeit zurück kommen oder neu Anlauf nehmen.
Lass uns einfach nur schön und unbeschwert sein. Alles andere ist egal. Küss mich. Alles andere ist egal. Das Leben ist ein Bungeesprung. Uns kann gar nichts passieren. Keiner verlangt von mir, Entscheidungen fürs Leben zu treffen. Heute so. Morgen anders. Das ist die Pubertät. Das ist erlaubt. Wir tun einander weh, aber nur weil wir wissen, dass es nächste Woche schon wieder ganz anders ist. Es gibt ein Zurück. Es gibt Erwachsene. Mysterium. Aber irgendwie auch egal.
Küss mich!
Geheimnisse. Lügen. Herzschmerz. Aber nicht ernsthaft. 
Also irgendwie schon.
Rosarot. Schwer verliebt.
Und unendlich wichtig.
Aber: 16 eben. 
Also alles ist gut.
Das Leben ist ein Bungeesprung.
Uns kann gar nichts passieren.

Und heute: sind wir Mitte 20.
Und erwachsen. Oder sollten es zumindest sein. 
Irgendwie wird sogar die Studenten WG langsam zur Vergangenheit. Wir wischen die letzten Weinlachen auf und sortieren die Bierflaschen ordentlich in den Kasten. Schluss jetzt Leute! Der Ernst des Lebens beginnt! Also wir wissen, dass das Seil reißen kann und wir haben keine Lust mehr immer und immer und immer wieder zu springen. Da sind erwartungsvolle Gesichter und konkurrierende Lebensläufe. Da ist eine Wohnung, die bezahlt werden muss. Krankenkasse. Steuern. Und wieso gibt es noch mal diese GEZ? Umzugstransporter. Kisten. Und Neu-Neu-Neu-Anfang. Und Entscheidung. Entscheidung. Entscheidung. Und so viel Verantwortung.
Lass’ uns bitte einfach wieder 16 sein.

9. August 2017
Wir steigen aus dem Wagen. 
Vor uns? Eine endlose Landschaft an bunten Flecken. Zelte. Nichts als Zelte. Laute Musik.
Ein Grinsen breitet sich auf unseren Gesichtern aus. Und dabei haben wir ja noch keine Ahnung.

Auf dem Weg in die Nacht bemerken wir, dass alle um uns herum irgendwie viel jünger sind. Silent Disco. Und mit unseren viel zu großen Kopfhörern sehen wir plötzlich selbst – zumindest – wieder aus wie 16. 
Aber: Es reißt uns nicht mit. Wir wippen ein wenig. Fühlen uns unsicher. Irgendwie sind alle so jung und unbeschwert und wir einfach nur erwachsen.
Irgendwann – vor 12 Uhr auf jeden Fall – gehen wir zu unserem Zelt.
Und schlafen ein.
„Ich glaub, wir sind dafür zu alt.“, sagen wir.

Von Tag zu Tag, – fühlt es sich an, als ob wir jünger werden würden. 
Seeluft. Ein Bier. Euphorie. D  ie Masse bewegt sich. Und mit Schokolade überzogene Erdbeeren. Wir kichern. Wir tanzen. Und tanzen. Und tanzen. Wir strahlen mit der Sonne um die Wette und tragen auch bei Regen kurze Kleider. Wir haben Glitzer im Gesicht. Ein Lachen auf den Lippen.
Das fühlt sich an wie 16 sein.
Das fühlt sich frei an.
Und es ist ganz egal, wann wir in’s Bett gehen. Wer braucht schon Schlaf? Wir leben jetzt und sind frei und irgendwie spielt nichts eine Rolle. Tanzen. Küssen. Lachen, bis der Bauch weh tut. Gänsehaut. Sonnenuntergang. Und dann geht sie auch schon wieder auf. Tageszeit spielt keine Rolle. Albern und sorglos. Unbeschwert und frei.
Das fühlt sich an wie 16 sein.
Nur irgendwie besser. 

Denn heute: sind wir Mitte 20.
Und erwachsen.
Und das ist ziemlich toll. Und aufregend. Also vielleicht hat sich doch gar nicht so viel verändert. Vielleicht war es früher gar nicht besser. 
 Ich meine, klar – wir treffen heute Entscheidungen für’s Leben und irgendwie lasten da ein paar mehr Jahre Erfahrungen auf unseren Schultern. 
Aber eigentlich hat sich alles nur zum Besseren gewandelt:
Wir haben einen Schlüssel zu unserer eigenen Wohnung in der Tasche, in der niemand auf uns wartet, der vorschreibt, wann man nach Hause kommen muss.
Wir haben unseren ersten Herzschmerz längst überwunden und wissen, dass alles wieder gut wird.
Wir verdienen unser eigenes Geld – und können es genau so auch wieder ausgeben.
Wir fahren mit Autos egal wann, egal wie schnell, egal wohin.
Und Entscheidungen? Ich meine: lass’ uns auf’s Festival gehen! Oder nach Thailand fliegen! Lass uns diesen Traumjob annehmen oder für die große Liebe entscheiden.
Eigentlich hat sich alles nur zum Besseren gewandelt. Vielleicht müssen wir nur gelegentlich daran erinnert werden, dass wir jetzt zwar viel mehr Verantwortung, aber auch viel mehr Freiheit haben.

Also: Erwachsen sein ist ziemlich anstrengend.
Aber vor allem: ziemlich großartig.


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Gemeinsam mit Visa verbrachte ich im August ein Wochenende auf dem Boardmasters Festival im Cornwall, England.
Alles in allem: ein grandioses Wochenende, das mich daran erinnert hat, wie großartig es war ein Teenie zu sein und wie viel besser es ist, erwachsen, selbstständig und unabhängig zu sein.

Aber wie jetzt: Kreditkarte auf einem Festival? 
Richtig! Also mal ganz ehrlich? Überall können wir mit Karte problemlos zahlen, aber gerade auf Festivals und ähnlichen Veranstaltungen benötigt man plötzlich Unmengen an Bargeld. Unsinnig eigentlich, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. 
Beim Boardmasters war das anders. Fast überall wurden Kreditkarten akzeptiert. Und nicht genug, dass wir aufgrund dessen bargeldlos auf dem Gelände unterwegs sein konnten – ich lernte auch erstmals das kontaktlose Zahlen kennen.
Bisher bin ich damit kaum in Berührung gekommen und stand der Technologie ehrlich gesagt skeptisch gegenüber, aber spätestens als ich problemlos und super schnell meinen Becher mit Erdbeeren, Nutella und Marshmellows (ja, richtig gehört!) kaufen konnte, war ich überzeugt.
Und das Ganze ist so einfach, dass es eigentlich gar keiner Erklärung bedarf: zum kontaktlosen Bezahlen wird die Visa Karte einfach an ein Terminal, dieses ist mit dem Kontaktlossymbol gekennzeichnet, gehalten oder gelegt und innerhalb weniger Sekunden kannst Du so alle Beträge unter 25€ ohne Pin und ohne Unterschrift bezahlen. Auch bei höheren Beträgen musst Du die Karte nicht aus der Hand geben, die Zahlung allerdings per Eingabe des PINs bestätigen.
Klingt für uns sicherheitsliebende Deutsche zu schnell und neu und unsicher? Keine Angst! Im Falle eines Diebstahls oder dass Du Deine Kreditkarte verlierst, kannst Du sie sofort sperren und das verlorene Geld gegebenenfalls zurückerstatten lassen.
Habt ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Was haltet ihr von dem Prinzip? Und wie findet ihr eigentlich das Erwachsen sein?

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Visa. 

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17 Kommentare

  • Reply Anna 25. August 2017 at 19:24

    Liebe Luise, ein ganz toller Post. Super interessant geschrieben und regt zum nachdenken an!
    Freue mich schon, auf mehr!
    Liebe Grüße,
    Anna

  • Reply Lila 23. August 2017 at 17:58

    Toller Text, liebe Luise! Und eins muss ich jetzt auch mal sagen, niemand kann Werbung so authentisch in einen Beitrag verarbeiten wie du. Bei dir hat man immernoch das Gefühl, dass der Text, der Inhalt, deine Gedanken im Vordergrund stehen und nicht die Werbung und das finde ich richtig gut!
    Liebe Grüße, Lila

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:27

      Vielen vielen Dank Lila,
      mir ist das so so wichtig, dass der Blog keine reine Werbeplattform wird und ich bin so happy und dankbar so viele Kunden zu haben, die mir vollkommene kreative Freiheit lassen 🙂

      Liebe Grüße an Dich,
      Luise

  • Reply Julia 22. August 2017 at 21:56

    Wow, was für ein toller Artikel.
    Danke, dass du mich daran erinnerst wie toll es ist seine eigenen Entscheidungen treffen zu können. Manchmal vergisst man bei all dem Erwachsensein und möglichst kluge Entscheidungen treffen zu wollen, dass Erwachsensein auch frei sein bedeutet.
    Frei seine Träume zu verwirklichen und Entscheidungen zu treffen, die einen glücklich machen.

    Liebe Grüße
    Julia

    INSTAGRAM: juliaandmore

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:28

      Liebe Julia,

      genau so ist es – das Festival musste mich ja auch erst Mal wieder daran erinnern 🙂
      Das hab ich gern weiter gegeben!
      Danke Dir und liebe Grüße
      Luise

  • Reply Nadja 22. August 2017 at 21:50

    Es ist so faszinierend, zu lesen wie jemand anderes bestimmte Gefühle so treffsicher und wunderschön in Worte fassen kann! Das ist wirklich ein großes Talent! Und ich kann sagen, du sprichst mir wie aus dem Herzen, nur dass ich das nie so in Worte übersetzen könnte!
    Und 16 sein, wenn man irgendwie schon über 20 ist, ist irgendwie noch besser!! <3

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:29

      YES <3 und ist es nicht verrückt, dass wir doch irgendwie alle das gleiche oder ähnliche empfinden?!

  • Reply Carolin 22. August 2017 at 18:20

    Wirklich ein toller Beitrag 🙂 Ich finde schön, dass du auf deinem Blog auch mit ernsteren Themen Gedanken umgehst und deine Gedanken mit uns teilst.

    Mich würde es übrigens sehr freuen, wenn du mal auf meinem Blog vorbeischaust.
    Ich komme auch aus der Umgebung Dresden und verfolge deinen Blog/ deine Videos schon sehr lange.
    Ich habe erst seit kurzem angefangen mit meinem Blog.

    LG Carolin

    http://www.lifewithcarolin.wordpress.com

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 23:05

      Lieben Dank Carolin 🙂

      Ich schau die Tage gern Mal vorbei <3
      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Charli 22. August 2017 at 13:37

    Liebe Luise,
    ich werde in diesem Jahr 16 und freue mich natürlich erstmal darauf, die typischen Erfahrungen zu machen. Damit ich dann, genau wie du, irgendwann feststelle, dass ich nie wieder 16 sein möchte. 😉
    Außerdem werde ich auch bald meine ersten richtigen Festivalerfahrungen machen, denn ich fahre zum Lollapaloosa nach Berlin. Allerdings mit meinen Eltern, weil ich noch nicht 16 bin. Aber da auch die Foo Fighters spielen und die (noch) älter als Mami und Papi sind, geht das wohl in Ordnung. Hihi..
    Trotzdem freue ich mich natürlich, all dies irgendwann ganz selbstständig zu erleben und eben auch ganz selbstständig sämtliche Konsequenzen zu tragen. Egal ob negativ oder positiv. Ein schöner Post fürs Erwachsenwerden. Danke!
    LG Charli

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:35

      Liebe Charlie,

      genieß es – die Aussage ist natürlich zugespitzt – 16 sein ist toll! Und ganz viel Freude auch auf deinem ersten Festival – vielleicht schaffe ich es auch dahin 🙂

  • Reply Julia 22. August 2017 at 09:22

    Hey Luise,
    ich habe eine Frage zu dem Festival, werde im Internet irgendwie nicht fündig: Es gibt ja anscheinend Areas, wo man selber seine Zelte bringt und Bereiche, wo es diese tollen weißen Zelte gibt? Die sehen fantastisch aus, erinnert mich total an Harry Potter <3 Wo die auf diesem Turnier waren, kp, ob du das gelesen hast. Wie läuft denn das? Kann man sich das aussuchen? Überlege nämlich nächstes Jahr hinzugehen.
    Liebe Grüße, Julia
    P.S. Mitte 20 ist so so gut 😉 Und vertrau mir, es ist auch mit Ende 20 und sicherlich auch noch später toll 🙂

    • Kleinstadtcarrie 31. August 2017 at 22:19

      Liebe Julia,

      jaaaa, an das Magische Turnier haben wir auch sofort gedacht. Gerade da meine Freundin Patti, die dabei gewesen ist, auch ein MEGA HP-Fan ist 🙂 So wunderschön!

      Genau, schau mal auf der Website vom Boardmasters. Unter „Glamping“ findest Du dir alle infos 🙂 <3

  • Reply Iris 22. August 2017 at 08:47

    Ich habe einige Zeit in Frankreich gelebt, und da ist das Bezahlen mit Kreditkarte, auch die kontaktlose Variante, gang und gäbe. Am Anfang ist das etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann wird das zur Normalität, und als ich mal beim Bäcker stand und keine Lust hatte, das ganze Kleingeld zusammenzusuchen, war das auch echt nützlich.

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:31

      Jaaa, so cool, oder?

      Ich sitze gerade in Berlin, während ich Deinen Kommentar lese – und so oft kann man hier gar nicht mit Karte bezahlen! Das Vermisse ich das kontaktlose Zahlen umso mehr…!

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Ellie 21. August 2017 at 19:11

    Diesen Post zu lesen war super toll!<3
    Vor allem weil ich 16 bin. ;-P
    Aber irgendwie fühlt es sich für mich so an, als ob ich 20, ja vielleicht sogar schon 30, bin.
    Und das nicht nur wegen deinem Post… Schon sehr lange…
    Mir wird auch ständig gesagt, dass ich so "erwachsen" wirke.
    Ich bin 16, konzentriere mich auf die Schule, schreibe einen Blog und habe Meetings etc.
    Ich reise viel und organsiere das alles selbst.
    Aber mein erster Kuss lässt noch auf sich warten. Ja, sogar verliebt war ich noch nie…
    Mein Kopf schwirrt von all den Dingen, die ich noch machen muss…
    Wie gesagt, wie du es beschreibst, das kenne ich nicht. Obwohl ich 16 bin.
    Ich kann mich viel mehr mit dem Mitte 20 "du" auseinandersetzen. Das ist doch irgendwie bizarr?
    Und ehrlich gesagt, wünsche ich mir manchmal, kindlicher, ausgelassener zu sein – mehr 16 eben.
    P.S.: Ich war noch nie auf einem Festival…<3
    Wünsche dir eine wunderschöne Woche!!!<3
    Alles Liebe
    Ellie

    http://www.blogellive.com

    • Kleinstadtcarrie 24. August 2017 at 16:33

      Liebe Ellie,

      Du klingst nach einer super motivierten und zielstrebigen jungen Frau! Das finde ich klasse! Hut ab! Und weiterhin viel Erfolg für Dich 🙂
      Aber lass ab und an auch mal das Kind raus, – und glaub mir: verlieben wirst Du Dich schon noch und der erste Kuss kommt auch. Das ist eine aufregende Zeit, die auf Dich zukommt!

      Pass auf Dich auf
      und viel Spaß beim ersten Festival – vielleicht wie bei mir erst mit 23, aber: Viel Spaß schon Mal!
      Deine Luise