Wochenrückblick #28

/23. Juli 2017/5 Kommentare

gesehen: na also dann leg ich Mal los – in Guatemala: den See Atitlan, Chichicastenango und eine sehr eigensinnige halb katholisch, halb Maya Zeremonie, das wunderschöne Antigua (ich bin verliebt!), Tikal – und damit das erste Mal überhaupt in meinem Leben Bauten der Maya. Und das inmitten des Dschungels. Die Bilder (weiter unten) lassen nur erahnen, wie beeindruckend dieses Erlebnis gewesen ist.
Und in Belize: die schönste Höhle überhaupt und dadrin über 1000 Jahre alte Relikte der Maya, unendlich viele bunte Wände und Häuser, entspannte Menschen, lachende Gesichter, süße Hundebabys – und: Haie, Rochen und Seekühe.

geschlafen: recht wenig tatsächlich. Besonders am Anfang der Woche. Der Plan für Guatemala war unheimlich voll gestopft und somit blieb nicht viel Zeit zum schlafen, zumal…

gearbeitet: …jede freie Minute am Handy oder Laptop verbracht wird.
Also fürs Reisen bezahlt zu werden – ist in der Tat ein Traum. Ist unglaublich. Und ich bin unfassbar dankbar dafür.
Aber wer sagt, dass Travel-Bloggen kein Beruf ist – der hat keine Ahnung.
Die ersten Tage dieser Woche waren wohl mit die anstrengendsten überhaupt. Gegen 3:30 Uhr aufstehen und zur ersten Location. Wann immer man im Auto sitzt: direkt den Laptop aufklappen. Oder das Handy. InstaStory. Instagrambilder. Und schon zur nächsten Attraktion. Manchmal fiel es dann schwer zu genießen (wie ihr Euch sicher vorstellen könnt)
– aber als ich erfuhr, dass wir in den ..: Cave keine Kamera mitnehmen dürfen, atmete ich erstmals richtig auf.

gelernt: nach und nach bin ich auch immer mehr „reingekommen“. Es ist ja doch tatsächlich meine erste Reise als Travelblogger. Der Unterschied zu meinen bisherigen Reisen? Ich wurde vorher von Marken eingeladen und man hat vor Ort dann die neusten Kollektionen getragen oder vorgestellt bekommen. Damals zum Beispiel zusammen mit OnePiece in der Karibik oder mit Lipault in Paris oder oder oder….

Und ganz ehrlich? Dieser Trip jetzt war zwar um einiges anstrengender – aber ich liebe es. Ich liebe es, dass ich hier bin um die Kultur und Menschen kennenzulernen. Und auch wenn das wahnsinnig stressig ist, weil wir nur 4 Tage pro Land Zeit haben und die Verantwortlichen uns natürlich in dieser kurzen Zeit so viel wie möglich zeigen möchten…

Mittlerweile haben wir uns alle ganz gut eingegroovt und es macht unheimlich viel Spaß diese Abenteuer mit Raquel & Sergio und Christianne zu erleben und Gleichzeit den Dreh raus zu haben, Euch daran teilhaben zu lassen. Ich hoffe, dass es Euch gefällt? Für Verbesserungsvorschläge bin ich natürlich immer offen!

gg2

geplant: nebenbei geht halt auch noch der normale Arbeitsalltag seinen Gang – dem ich aber leider so gut wie gar nicht hinterherkomme. Allerdings weiß ich, dass ein paar großartige Mails auf mich warten. Ich freu mich so unheimlich auf alle kommenden Projekte. Und an dieser Stelle ein dickes DANKE an meine Melli, die seit einigen Monaten an meiner Seite hier für Kleinstadtcarrie arbeitet.

gestaunt: Darüber, was man in einer Woche alles erleben kann. Darüber, wie wunderschön Guatemala und Belize sind. Darüber, dass ich vorher nie darüber nachgedacht habe, nach Mittelamerika zu reisen – das war unheimlich verrückt und ich daher umso dankbarer, dass man mich auf diese Reise eingeladen hat und dass ich so die Schönheit dieses Fleckchen Erde entdecken durfte.
Und die Reise hat mir in dieser Woche so einige Male den Atem geraubt. Zum Beispiel…

getaucht: Irgendwie habe ich mir nie Gedanken gemacht über Seekühe, aber jetzt da ich mit dreien im offenen Meer geschwommen bin, kann ich gar nicht mehr aufhören darüber zu schwärmen. Solch friedliche Wesen. Sie haben miteinander gekuschelt oder getanzt oder wie auch immer man das sagen will.
Immer wenn ich von einem Boot aus in’s offene Meer springe – nicht weiß, was unter oder neben mir sein mag, schlägt mein Herz unglaublich schnell. Ich bin dann nervös. Habe zwar keine Angst mehr, aber unheimlichen Respekt.
Wir sind ungefähr eine Stunde geschnorchelt. Meine Kräfte neigten sich dem Ende zu. Und ich atmete nach wie vor ungleichmäßig durch meinen Schnorchel.
Aber als ich in ungefähr einen Meter Abstand neben diesen wunderschönen Unterwasserwesen entlangtauchte, und als sich unsere Blicke trafen – verspürte ich tiefste Ruhe in mir. Nach einigen Sekunden musste ich auftauchen – und atmete entspannt und ruhig.

gelächelt: durchgängig. Und das aus den verschiedensten Gründen.
Ganz gleich wie müde und geschafft ich in dieser Woche gewesen bin, ich konnte nie aufhören zu lächeln.
Und es ist ein so erfüllendes Gefühl mit einem Lächeln auf dem Gesicht einzuschlafen.

gegessen: Okay, es gab doch einen Moment, in dem mir das Lächeln verging…ich werde Euch die Geschichte kurz erzählen, auch wenn sie mir irgendwie sehr unangenehm ist.
Also ich esse seit nunmehr 3 Jahren kein Tier mehr. Kein Fleisch, Kein Fisch.
In Belize – dachte ich, ich könnte dieses Vorhaben mal über Board werfen. Da meine Gründe für den Vegetarismus hier nicht gelten. Der Fisch wird frisch aus dem Meer gefangen. Das ist – für mich – okay.
Naja, am Ende war es natürlich doch nicht okay. Mein Körper spielte total verrückt, ich musste mich übergeben und ich werde jetzt definitiv, egal wo, kein Tier mehr essen.
Ich fühl‘ mich irgendwie total schlecht, – nicht weil mein Magen seither immer noch verrückt spielt, sondern weil es völlig umsonst war diesen Fisch zu essen.

gg3

gefreut: lang Trübsal blasen will ich deswegen aber gar nicht, denn es gibt so einiges, über das es sich zu freuen gilt:  über das Glück meiner Liebsten nämlich und über die schöne Nachricht von meiner Mama, über die Tatsache, dass sich meine Liebsten mit mir freuen können und natürlich über alle Erlebnisse hier.
Darüber, dass ich das Gefühl habe etwas richtig zu machen. Über meinen Mut.
Und vor allem auch darüber, dass ich nach und nach meine Flugangst ablegen kann.

geschockt:  Die Euphorie darüber hat mich aber ganz schön abgelenkt, sodass –  ihr hättet mein Gesicht sehen müssen, als ich in El Salvador bemerkt habe, was passiert ist – ich meinen Laptop im Flieger von Belize aus vergessen habe. Ich habe mich bis dato immer gefragt, wieso Leuten so etwas passiert.
Glücklicherweise hatte ich wenige Minuten vor dem Abflug des nächsten Fliegers meinen Laptop wieder zurück. Aufatmen! Aber ich sag Euch, das war vielleicht eine Aufregung.

geflogen: Von Chichicastenango ging es mit dem kleinsten Flugzeug überhaupt (bis dahin hatte ich ja keine Ahnung, was noch auf mich zukommen würde) nach Tikal.
Ein paar Tage später auf Caye Cauker: „Ein kleines Flugzeug bringt Euch dann von hier zum Festland. Der Flug dauert nur 10 Minuten“, sagte unser Tourguide hier in Belize. „Wie klein ist klein?“, fragte ich besorgt. „Nicht sehr klein, ist okay“, antwortete er lässig.
Als ich schließlich vor einem Miniflugzeug stand, in der gerade Mal 10 Personen (Pilot inbegriffen) reinpassen, musste ich kurz tief durchatmen.
Angespannt war ich – wurde dafür aber mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Wow!

gedacht:  Wow! Wow! Wow! Es ist so unfassbar, was dieser Planet uns alles zu bieten hat. Was unsere Vorfahren hinterlassen haben. Wie irgendwie von Mal zu Mal alles mehr Sinn zu ergeben scheint.
Genau das selbe gab es auch in der letzten Woche schon unter dieser Rubrik zu lesen – aber ich kann einfach nicht aufhören zu staunen. Und das möchte ich auch gar nicht.
Alle weiteren Gedanken? Muss ich dann zu Hause erst Mal in Ruhe ordnen und verarbeiten. Da werden auf jeden Fall noch einige ausführlichere Beiträge dazu erscheinen.
Apropos Beiträge – morgen geht endlich der Beitrag mit den Tipps für Liebeskummer und Verlassene online. Ich bin gespannt auf Eurer Feedback!

g1

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5 Kommentare

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  • Reply newarrivaldress 28. Juli 2017 at 09:25

    beautiful, i like them

  • Reply Caro 25. Juli 2017 at 12:54

    Luise, ich lese immer wieder mal einige deiner Beiträge, weil du schöne Texte hast, die viel Gefühl transportieren. 🙂 Was den Mode-Part angeht, ist es eher nicht so meins, du trägst mir zB viel viel zu oft seit Jahren das selbe weiße Spitzentop, für mich gibt es da so einige viel buntere, abwechslungsreichere Style-/Modeblogs. Aber egal darum geht es erstmal nicht.

    Was ich auf jeden Fall sagen wollte ist, dass ich es süß finde wie du dich als “ Travelblogger“ oder „Traveller“ bezeichnest! … 😉 Ich weiß ja nicht…
    Ein paar deiner YT Videos habe ich dazu gesehen und sie sind nett, aber ehrlich gesagt hat das für mich alles noch nicht sooo sehr wirklich was mit „Travel“ zu tun? Auf deinem Blog gibt es keine wirklich ausführlichen Reiseberichte (oder?!), habe nur diesen Lamy gesponserten Text gesehen… Aber halt gesponsert.
    Und auf Instagram ist es alles auch immer gleich.
    Es sollte bei Travelberichten/blogs nicht nur um Fotos gehen, wo man in einem mehr oder weniger süßen Outfit vor einer uralten ehrwürdigen Sehenswürdigkeit poset, alles gestellt, gar nicht mit dem Fokus auf das Land, die Kultur etc. Leider gibt es zu zu viele angebliche Travelblogger auf Insta, die aber nicht viel von dem Land oder dem erfahrenen und vor allem den Landsleuten und der Kultur zeigen bzw berichten. Alles was man sieht sind diese 0815-Posing-Fotos. 🙁
    Ich empfinde das was du machst eher als Touristisch… obwohl ich es dennoch zugleich natürlich gut finde dass du jede Chance nutzt die Schönheit der Erde zu erkunden und zumindest kleine Einblicke erhält man ja. Und das Projekt Guinea war ja Klasse 😉 Wirklich Lob dafür.
    Ich denke jedoch für viele ist es sicher interessant wirklich Beiträge zu finden in denen steht wo genau du warst (itinerary), und mehr über Kultur, die Menschen, erlebtes, gefühltes usw usw. Ich hätte gerne mehr zB über Japan erfahren.
    Ich kenne einen wirklichen „Traveller“ der sogar auch aus Dresden kommt wie du und auf eigene Faust für ein Jahr privat mit seinem Auto von Dresden nach Indien reiste (unbezahlt 😉 ) und wirklich tolle Einblicke gibt und auch Vorträge (nun nach seiner Rückkehr) halten wird. Er macht zudem wirklich klasse Fotos, Natur-, Street und Momentaufnahmen die u.a. die Menschen zeigen. So wie sie sind, so wie sie leben. Falls es dich interessiert: alongwideroads.com Er ist nur einer von vielen Reisebloggern, und um ehrlich zu sein ist DAS wirklich Reisen für mich bzw der Blog hat mehr Inhalt über die Reisen, ohne zB unnötige Selfies. Und er macht das für sich selbst, hat gelernt und wurde nicht bezahlt dafür. ;D Er hatte genügend Zeit sich jede Sehenswürdigkeit anzuschauen und war eben ohne Druck etwas fotografieren zu müssen oder so. Ich glaube so macht reisen natürlich mehr Spaß und bringt einem mehr.

    Ich würde mich freuen wenn wir vllt bald einen ausführlichen Bericht von dir finden, Guatemala und Belize sind sicher unglaublich interessant da es nicht die typischen Reiseländer sind. Das ist sicherlich auch im Sinne von VisitCentroamerica! ;P

    Jetzt habe ich viel zu viel geschrieben…;) Ich hoffe du weißt was und wie ich das meine.
    Liebe Grüße und genieße es weiterhin 🙂

    • Kleinstadtcarrie 26. Juli 2017 at 02:22

      Hey Caro,

      danke für Dein ausführliches Feedback! Das bedeutet mir wirklich viel, dass Du Dir die Zeit genommen hast, das alles aufzuschreiben.
      Nun, was bleibt zu sagen: dass Du andere Fashionblhgger interessanter findest, ist okay und super. Und ich werde das selbe Top hoffentlich auch noch viele weitere Jahre tragen – bin kein Fan von sich ständig neue Klamotten zu kaufen. Von daher, das ist okay.
      Der zweite Part: also das kam vielleicht falsch rüber. Ich sehe mich nicht als 100%iger Travelblogger. Ganz und gar nicht. Da hast Du ganz recht, dass es da zig Leute gibt, die richtig coolen Travel-Content produzieren. Das kann und möchte ich gar nicht. Was ich möchte? Inspirieren. Und zwar auf eine sanfte Art und Weise. Ich will niemandem das Reisen aufzwingen oder als Ultimatum stellen. Ich will zeigen, dass das jeder kann. Dass das einfach ist. Und das man auf unterschiedlichste Art und Weise die Welt erkunden mag.
      Dabei zeige ich das meiste meiner Reisen gar nicht online – das wirklich Tolle, das wirklich aufregende. Das mag man jetzt als egoistisch bezeichnen. Aber ich: will genießen. Und über die meisten Orte gibt es genug Berichte online. Ich will: fühlen. Und aus meinen Erfahrungen rund um die Welt entstehen dann meine Gefühlstexte, die Du vielleicht kennst. Daraus entstehen die Ratgeber, die ich seit einiger Zeit veröffentliche – zu den unterschiedlichsten Themen. Die haben vielleicht auf den ersten Blick nichts mit reisen zu tun – aber die meisten Erkenntnisse habe ich während des Erkunden des Planeten erhalten.
      Also nein, ich bin kein Travelblogger und habe auch nicht den Anspruch die besten Fotos und herausragendsten Tipps zu geben.
      Ich hoffe ich konnte mein Anliegen etwas genauer und besser formulieren. Lass‘ mich wissen, wenn mir das nicht gelungen ist 🙂

      Dass Du gern mehr über meine Reisen erfahren willst, – nun das kann ich irgendwo nachvollziehen. Aber mir fehlt aktuell auch ein bisschen die Zeit. Ich bin ständig irgendwo anders – und das aufgrund meines Berufs. Und diesen vorwurfsvollen Ton bezüglich des Bezahlt-werdens, … nun, der gefällt mir nicht. Es ist mein Job. Ich liebe es. Und bin stolz drauf. Ebenso mag ich es nicht, wie Du denkst einschätzen zu können, wie ich reise und dass du das dann verurteilst. So hört es sich zumindest an.
      Und das ist es was ich an „Travellern“ nicht mag – dieser kleine Hauch Arroganz. Das ist mir jetzt schon öfter aufgefallen. Lasst doch jeden die Welt so erkunden – ob nun bezahlt oder unbezahlt, ob im Hotel oder Hostel oder Zelt, ob per Auto oder Flugzeug – wie er möchte. Das ist mir wirklich das größte Anliegen. Der eine geht große Schritte, der andere kleine. Der eine nach Norden, der andere nach Süden. Das ist okay. Und jeder macht seine eigenen Erfahrungen.
      Wenn Du mehr über die Art und Weise, wie ich reise wissen möchtest, kann ich Dir meine YouTube Videos oder InstaStories ans Herz legen.

      Ansonsten: alles Liebe für Dich 🙂
      Und bis Bald!

  • Reply Darja 24. Juli 2017 at 17:25

    Wow, wow, wow! Ich bin sprachlos von deinem tollen Beitrag, auch wenn es „nur“ ein Wochenrückblick ist! Irgendwie kann ich dein Glück total gut nachempfinden und mit jedem Wort, das du schreibst, geht mir ein Lächeln über die Lippen und ein wohlig warmes Gefühl im Körper um. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst viel reise und diese kleinen, aber doch sehr bedeutenden Momente kenne.
    Eine kleine Frage noch, vielleicht habe ich es nur überhört oder überlesen, durch wen/was kommst du zu dieser Reise? Oder für wen arbeitest du? 🙂
    Alles Liebe xx
    Darja

    • Kleinstadtcarrie 27. Juli 2017 at 14:03

      Darja <3 DANKE 🙂

      Ich wurde von CATA eingeladen, dass ist die Tourismusinitiative von Mittelamerika 🙂

      Liebe Grüße
      Luise