Wochenrückblick #22

/5. Juni 2017/16 Kommentare

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gesehen: die letzten Tage in Tokio haben wir noch einige Ecken abgeklappert. Im Gedächtnis geblieben? Ein Manga-Sex-Shop – fragt nicht! Und der wunderschöne Strand mit der unglaublichen Aussicht auf Tokio.

geredet: über Gott und die Welt. Eine Woche mit der Besten Freundin. Das tut gut. Ich weiß gar nicht, ob wir jemals so viel Zeit füreinander hatten. Und dann fängt man an sich Geschichten zu erzählen, Details und Gefühle – und dann könnte man platzen vor Glück, dass man so einen tollen Menschen im Leben haben darf. Danke mein Engel!

geflogen: und dann ging es am Donnerstag zurück nach Deutschland. Der Flug von Tokio nach München war angenehm – wenn wir mal die Tatsache außer Acht lassen, dass „unsere vegetarische Option: Nudeln mit Gemüse“ leider doch eine Spagetti Bolognese war und ich zum  Leidwesen meiner Sitznachbarin mein Essen vor Schreck direkt wieder zurück  gespuckt habe.
Anschließend musste ich ziemlich hetzen um meinen Anschlussflug nach Dresden zu bekommen. Und wer gelegentlich mal von hier aus fliegt, der weiß, dass die meisten Maschinen sehr klein ausfallen. Das mag ich gar nicht. Man merkt jeden Windhauch. Also stieg ich bereits mit einem schlechten Gefühl im Magen in das kleine Flugzeug – und wurde vollkommen überrascht. Deutschland begrüßte mich mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, einem sanften Flug und einem „Herzlich Willkommen zu Hause!“, was ich mir nicht hätte schöner vorstellen können.

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gedacht: Postiv bleiben! Positiv bleiben! Positiv bleiben! – das war es, was ich mir immer und immer wieder gesagt habe. Ab dem Moment als ich in meine stille Wohnung kam, konzentrierte ich mich mit aller Kraft genau darauf. Ich habe ja als immer Reisende so meine Schwierigkeiten mit dem nach Hause kommen, – das wisst ihr. Zurück in den Alltag, zurück in die Routine. Dann muss ich immer an meinen Großvater denken, der mir gesagt hat: „Der Alltag ist das Leben“. Recht hat er! Aber so einfach ist das eben gar nicht. Den ersten Abend habe ich, dank angenehmer Gesellschaft und vielem Erzählen und Berichten, gut überstanden gehabt. Der erste richtige Tage hatte es dann aber in sich: Müdigkeit und Vermissung schlugen zu uns ich fing an Trübsal zu blasen. Bis mir ein alter Freund von seinem neuen Bus erzählte …

gefragt: Wollen wir irgendwohin fahren?, – ein so spontanes JA!, welches mir auf diese Frage erwidert wurde, hatte ich nicht erwartet. Also drehte ich auf meinem Weg zum Fitnessstudio um, warf in 5 Minuten irgendwelche Klamotten in meinen Rucksack und machte mich nur 25 Minuten nach der aufkeimenden Idee zu einem Roadtrip auf den Weg genau diese umzusetzen!

gefahren: also fuhren wir los. Einfach so. Stundenlang. Und mit jedem Kilometer wurde ich glücklicher. So kamen wir an eine endlose Hängebrücke in Österreich, den wunderschönen Eibsee und und aßen Käsespätzle in Garmisch-Patenkirchen. Vor uns erstreckten sich die Alpen und ich verliebte mich mit jeder Minute mehr in Deutschland – ich weiß, wir waren auch in Österreich – aber für jemanden wie mich, der eigentlich immer irgendwo auf der Welt unterwegs ist und das unfassbare Glück hat, die schönsten Orte des Planeten erkunden zu können, ist es unheimlich beruhigend, wenn man die eigene Wanderlust und das schier unheilbare Fernweh auch im eigenen Heimatland stillen kann.

gefühlt: Wiedermal: Dankbarkeit. Vielleicht können es die meisten von Euch nicht mehr hören, aber dieses Gefühl ist so erfüllend und macht mich jeden Tag noch ein bisschen glücklicher als ich es ohnehin schon gewesen bin.

Und das übertüncht – zumindest ein bisschen – den Abschiedsschmerz. Abschied von Vietnam, von Japan und Thailand. Abschied vom Hostelleben und 12-Bett-Zimmern. Abschied von Sorglosigkeit und dem „In-den-Tag-Leben“. Abschied von meinen besten Freundinnen und Menschen, die ich auf der Reise so sehr ins Herz geschlossen habe. Abschied. Für jetzt!

Dankbarkeit und weitere Abenteuer – #neverstopexploring

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16 Kommentare

  • Reply Lena 9. Juni 2017 at 21:21

    Luise! Nach einem kurzen Aufschrei sitze ich jetzt sprachlos da. Habe eben ‚Herz und Kopf‘ gelesen und bin einfach aus Interesse auf ‚Previous Post‘, sehe das Bild und dachte mir ‚krass, das sieht aus wie der Eibsee‘, scrolle nach unten, und tatsächlich. Gestern bin ich mit Verwandten dort hin gewandert – und war auch begeistert! Unter der Hängebrücke sind wir heute wieder nach Hause gefahren und sind in Garmisch gebummelt. Und dann das dritte Bild: genau neben der Kirche haben wir am Mittwoch im kleinen Restaurant ‚Zur Molle‘ gegessen. Noch vor einer Stunde habe ich Mama begeistert fast das gleich Bild gezeigt. Ich weiß nicht wieso, aber das hat mich gerade sehr glücklich gemacht! Einfach die Tatsache, dass du dort auch warst! Und auch ich habe mich die Tage lang immer wieder in Dankbarkeit geübt. Weil das Leben doch einfach schön ist. Und uns das Schicksal immer wieder überrascht.

  • Reply Yousra 9. Juni 2017 at 01:43

    Hey! Ich bin eine gewöhnlich sehr stille Leserin und ich verfolge deinen Blog schon da gingst du (und ich damals auch) noch zur Schule. Ich kann mich noch an deinen femininen Style erinnern, die Schleife in den Haaren und den Jutebeutel als Schultasche. Ich kann mich noch an viele deiner Posts erinnern, zB „nach der Schule ist vor der Schule“ und ich erinnere mich an deine Fineliner die du damals abfotografiert hast. Daran wie du plötzlich alleine in der Wohnung lebtest in der du aufgewachsen bist. An deinen damaligen Freund. An deine Reisen und Abenteuer. Kurz gefasst: Ich bin mit deinem Blog und mit dir aufgewachsen. Hatte ihn zwischenzeitlich auch mal kurz aus den Augen verloren, aber jetzt schreibe ich dir um dir ein großes Kompliment zu machen. Deine Blogposts sind echt und haben doch so viel magisches. Du schaffst es einen Blogpost mit so viel leben, Tiefgang und greifbarer Energie zu füllen, dass dieser Blogpost nicht mehr nur ein Blogpost ist.

    Immer weiter so. Ich find dein Werk umwerfend!

    • Kleinstadtcarrie 9. Juni 2017 at 17:23

      Yousra,

      was für ein schöner Kommentar. Es ist so ein wunderschönes Gefühl zu wissen, dass Du schon so lange dabei bist. Tausend Dank!! <3 Und alles Gute für Dich. Fühl Dich umarmt.

  • Reply Lydi 8. Juni 2017 at 23:28

    Ich finde die Brille total unnötig, nicht wirklich schmückend und albern 😉 , aaaber das nur anbei als zweiter (!) Gedanke zu den Fotos. – Denn deine Aussagen in diesem Rückblick kann ich so gut nachvollziehen! Mir geht es teilweise schon nur nach einem kurzen Wochenendtrip in eine andere Stadt nur etwa 2 oder 3h entfernt manchmal so komisch, wenn ich wieder zurück zuhause bin und dann wünsche ich mir genau so, wieder weit weg zu sein, zu reisen und zu entdecken, an einen andern Ort! kenne das Gefühl nur allzu gut! 🙂 Gleichzeitig gewöhne ich mich aber auch schnell wieder an den Alltag in der Heimat und schätze auch da jede Kleinigkeit sehr.
    Verreise weiterhin viel und lerne auch mehr Locals kennen, an weniger typischen Tourispots, und ja: never stop exploring 😉

    • Kleinstadtcarrie 9. Juni 2017 at 17:24

      Hey Lydi,

      das ist ja total okay. Muss nicht jedem gefallen 🙂 Ich finds schön.
      Und ja, genau so geht es mir auch. Wochenendtrips sind perfekt!

      Und: egal wo ich bin, ich lerne immer Locals kennen 🙂

  • Reply Katta 8. Juni 2017 at 11:57

    Dankbarkeit ist ein Gefühl, welches mich auch in letzter Zeit öfters erreicht. Früher war es bei mir so, dass ich oft unzufrieden war und nicht sehen konnte, welch wunderbare Dinge doch um mich herum geschehen. Doch mittlerweile bin ich einfach zufrieden und glücklich mit dem was ich habe und was ich daraus machen kann, sodass ich gar nicht mehr den Blick für die negativen sondern für die positiven Dinge habe und daraus einfach nur Dankbarkeit entsteht!

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

  • Reply Louisa 8. Juni 2017 at 00:01

    Hallo!
    Könntest du mir sagen von welcher Marke deine schöne Brille ist?
    LG louisa

    • Kleinstadtcarrie 9. Juni 2017 at 17:31

      Hey Louisa,

      die habe ich in einem kleinen Ramschladen in Tokyo gekauft.

  • Reply Ellie 7. Juni 2017 at 10:21

    Ich liebe diese Posts!;-)<3
    http://www.blogellive.com

  • Reply La 7. Juni 2017 at 09:22

    Ich kann dein Fernweh verstehen, wer hat es nicht. Doch, ohne es böse zu meinen, klingt dies auch ein wenig arrogant. Ich habe das Gefühl, dass Bloggerinnen und Blogger häufig vergessen, dass eine ’normal-arbeitende‘ Bevölkerung so etwas nicht machen kann. Nicht mal eben für einige Wochen nach Vietnam etc. und dann direkt danach einen Roadtrip starten.
    Ich arbeite beispielsweise circa um die 55 Stunden pro Woche und kenne so einige denen es ähnlich geht und leisten könnte ich es mir definitiv auch nicht.
    Und ja, du schreibst von Dankbarkeit, aber, vor allen Dingen in diesem Post, mit einem bitteren Beigeschmack: So nach dem Motto, das Leben ohne reisen wäre langweilig uns hätte keinen Sinn. Ich wünschte mir Bloggerinnen und Blogger würden nicht so häufig den Bezug zur Realität verlieren und sehen, was sie, im Gegensatz zu allen anderen, für ein Leben führen. Was eben nicht mit um sechs Uhr aufstehen beginnt und bis ca. 16/17 Uhr mindestens arbeiten und oftmals noch einen zweiten Job.

  • Reply Iris 6. Juni 2017 at 10:37

    Ich habe jetzt in Frankreich für einige Monate gelebt und dort viele Orte besucht. Jetzt, wo ich wieder in Deutschland bin, habe ich mir vorgenommen, auch endlich mal hier zu reisen. Früher habe ich es nie für nötig gehalten, weil ich mir dachte, dahin kann ich auch wann anders fahren. In Frankreich wurde mir dann aber von Leuten anderer Länder erzählt , was sie in Deutschland bereits besucht haben, und ich merkte da erst, was es doch für wunderschöne Orte in Deutschland gibt.

  • Reply Anna 5. Juni 2017 at 20:23

    Hallo!
    Könntest du mir verraten wie die Hängebrücke in Österreich heißt? Das sah auf instastory so toll aus. Danke.

    Liebe Grüße

  • Reply Jasmin 5. Juni 2017 at 18:36

    Schön das du auch die Schönheit deiner Heimat zu schätzen weißt 🙂 Deutschland hat mehr zu bieten als manch einer denkt! Mein Papa hat mit mir und meinen Geschwistern regelmäßig Urlaube und Ausflüge in Deutschland gemacht und ich habe es damals mit zwischen 14 und 18 nicht verstanden bzw. wollte eigentlich immer außerhalb Deutschlands Urlaub machen, aber ich jetzt mit 24 verstehe ich was er uns damit zeigen und sagen wollte und danke ihn dafür! Mit dem Alter wird man eben schlauer 😀 ich war leider nur im Winter am Eibsee, aber da hat er mich trotzdem umgehauen, da ich noch nie einen zugefrorenen See gesehen habe xD so kalt wird es bei uns dann doch nicht in Ba-Wü… glaub ich jedenfalls.

    Liebste Grüße <3
    Jasmin

    P.S. Für mehr Deutschland-Reise Inspiration empfehle ich dir meine Beiträge auf dem Blog 🙂 schau gerne vorbei! http://nimsajx.blogspot.de/search/label/germany – der Schwarzwald ist zum Beispiel auch sehr schön!

  • Reply Tamara 5. Juni 2017 at 15:27

    Sehr schön geschrieben! Ich kann das Fernweh nachvollziehen. Mich zieht es auch immer wieder an Orte die ich noch nicht gesehen habe. Weiter so!