Der New York Effekt – Meine Beziehung zu NYC

/15. Juni 2017/16 Kommentare

Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de

„Was zur Hölle liebst Du an New York? Ich hasse es.“, sagt er und ich antworte: „Es gibt auch Dinge, die ich an New York hasse. Natürlich. Aber alles in allem: liebe ich es.“ Mehr sage ich nicht. Das ist Smalltalk. Er will sicherlich nicht alles ganz genau wissen, aber … 

New York ist großartig. Unglaublich. Und überwältigend.
Als ich das erste Mal hier war, war das aufregend und laut und bunt und anstrengend. Das ist alles ziemlich toll. Empire. Central Park. Brooklyn Bridge und One World Trade Center. Stundenlang Anstehen. South Ferry. Lady of Liberty. Und im Museum zahlt man das, was man hat und will und kann. Und irgendwie kommt mir alles so unheimlich bekannt vor. Vertraut irgendwie. Das hier kenn’ ich aus Filmen!
Und dann: Times Square. Und alles leuchtet. Strahlt. Vor allem meine Augen. Obwohl die eigentlich ziemlich müde sind. Schmerzende Füße. Aber das macht alles nichts. Hupende Autos. Sirenen. Und Fotos. Fotos!
Frisch verliebt. 

Und umso öfter und länger ich hier bin: verliebt’ ich mich mehr und mehr.
Ich habe mich langsam voran getastet  – da ist Brooklyn und Queens. Und da sind Straßen über dem Central Park. Und man entdeckt kleine Seen und irgendwann fand ich meinen eigenen Platz. Plötzlich macht das mit den Straßen alles Sinn und ich weiß, welchen Ausgang ich an meiner U-Bahn Haltestelle nehmen muss.
Okay, worauf warten wir? Wir sind jetzt ein Paar. Ist das aufregend. 

In einer guten Beziehung heißt es Geben und Nehmen.
Und bei New York und mir war das nicht anders.
In den ersten Wochen war es ein: Geben. Geben. Geben.
Und ich war müde. Und ich war allein. Und ich saß in Brooklyn und diese Aussicht. Unbezahlbar.
Aber um anzukommen, muss man eine Weile da gewesen sein.
Ernüchternd.

Wir halten zusammen. Durch Dick und Dünn. Und dann geht es auf und ab. Und ziemlich weit auf und ziemlich weit ab. Und dann tanzen wir über den Dächern der Stadt und sitzen immer noch im 23. Stock, aber ich heule mir die Seele aus dem Leib. Umgeben von Menschen. Umgeben von so vielen Seelen. Aber irgendwie: leer. Überall brennt Licht. Aber keine Erleuchtung. Und wir eilen durch die Straßen der Stadt und verlieren uns auf dem hastigen Weg an jeder Ecke. Taxi! Schneller! Lauter! Teuerer!
Aber eine große Liebe braucht auch Tiefpunkte, nicht wahr?

Und dann weiß man. Nach und nach versteht man. Die Macken, die Problemzonen. Und die Vorlieben.
Also ich habe aufgehört meine Beine zu überschlagen. Ich habe mich bereitwillig an jeder Schlange angestellt. Und ich habe gelacht.
Ich habe die Stadt durch so viele verschiedene Fenstern aus gesehen.In so viele verschiedene Gesichter. Manchmal Hässliche. Und dann: Gehässiges Lachen. Und so viele Masken. Gruselige Masken. Aber da waren immer diese hohen Mauern, die mich umgaben. Diese Mauern, von denen ich mich nie eingeengt oder eingesperrt, bedrängt oder eingeschüchtert gefühlt habe – sondern diese hohen Mauern, die mich angespornt haben. Der Himmel spiegelt sich in den riesigen Fenstern  der Stadt und ich weiß, dass es immer weiter geht. Es gibt kein Limit. Nicht für uns zwei. Auch wenn ich das vergessen habe. Immer wieder. Immer wieder vergessen. So hat mich New York immer wieder erinnert. Immer wieder hochgeschaukelt. Aufgemuntert. Angetrieben.

New York hat mich ausgehalten.
Ich habe New York ausgehalten.
Wir haben einander ausgehalten.
Das mit uns ist mittlerweile ziemlich ernst. 

Und dann fing ich an durch die Welt zu reisen. Neue schöne Ecken. Friedlich. Ruhig. Und ich blühe auf. Auch. Ganz anders.
Und Du lernst jemand Neues kennen. Entscheidest Dich. Entscheidest Dich falsch.
Und plötzlich steht so viel zwischen uns.
Neue Erfahrungen und dieser dicke Mann.
Wir machen eine Pause. Es ist im Moment besser so. Aber ich liebe dich immer noch. 

Und du sagst es sei nicht Deine Schuld und das sich zwischen uns ja nichts ändert. Und ich will Dir wirklich glauben. Ich will das wirklich mit uns.
Aber: Lass’ es uns diesmal langsamer angehen. 

„Es gibt auch Dinge, die ich an New York hasse. Natürlich. Aber alles in allem: liebe ich es.“ Mehr sage ich nicht. Und vielleicht reicht das.

Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de

Gefühlt ist es Jahre her, dass Ranim, Ben und ich über den Times Square spaziert sind und diese Fotos geschossen haben. Aber es ist nur wenige Wochen her –Ranim war das erste Mal im Big Apple und Ben ist wenige Minuten vor dem Shooting erst gelandet. Spontan und ziemlich witzig war dieses Shooting also! Ob es mich bald mal wieder in den Big Apple verschlägt? Verrate ich Euch im morgigen Beitrag!

Mantel – Zara
Rock – H&M
Schuhe – Stradivarius
Tasche – Guess
Tuch – Guess
T-Shirt – Rad.co

Fotos – Ben Gierig
Ranim – Ranhelwa 

Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de Ben Gierig - Fotografie - www.ben-gierig.de

Join the discussion

16 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar zu Isabelle Cancel Message

  • Reply Isa 22. Juni 2017 at 13:47

    Hey Luise,

    deine Beiträge haben mich inspiriert und ich habe vor nächstes Jahr auch das erste mal nach NewYork zu reisen :-)

    LG,

    Isa

  • Reply Ellie 17. Juni 2017 at 12:54

    Ich möchte da diesen Winter hing!<3
    http://www.blogellive.com

  • Reply Lisa 16. Juni 2017 at 15:25

    Oh ich weiß ganz genau was du meinst. Denn ich finde New York ist einfach etwas ganz besonderes.
    Ich wünsche Dir einen tollen Tag.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://www.hellobeautifulstyle.blogspot.de

  • Reply Marie 16. Juni 2017 at 13:39

    Hey liebe Luise,

    Ich bin neu auf deinen Blog gestoßen und würde super gerne mal deine ersten Posts lesen. Leider komme ich aber nie bis nach ganz unten ohne durch irgendwas unterbrochen zu werden um dann nochmal von neuem anzufangen zu scrollen! Gibts irgendeinen Trick damit ich das vielleicht doch eines Tages machen könnte?

    Alles liebe
    Marie

    • Kleinstadtcarrie 17. Juni 2017 at 12:59

      Liebe Marie,

      wie genau meinst Du das?
      Leider funktioniert die Website gerade nicht einwandfrei :( Wir arbeiten mit Hochtouren an der neuen Seite!! Entschuldige das bitte :(

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Iris 16. Juni 2017 at 12:09

    Wundervolle Bilder von euch beiden!
    Ich war vor einigen Jahren in NY, und im Nachhinein war zwar alles aufregend und überwältigend, doch eine wirkliche Liebe wurde es aus mir und der Stadt leider nicht. Ich werde sie eines Tages wieder besuchen, aber was Festes kann es wahrscheinlich nicht werden.

    • Kleinstadtcarrie 17. Juni 2017 at 13:00

      Liebe Iris,

      ja, das habe ich schon oft gehört. Jedermans Sache ist New York auf jeden Fall nicht – wir haben ja momentan auch so unsere Schwierigkeiten.

      Liebe Grüße an Dich
      Luise

  • Reply Janine 15. Juni 2017 at 23:18

    Hey,
    ich weiß so genau was du fühls, zwar nich mit New York, denn da war ich leider noch nie. Ich fühle mich so mit Italien, immer wenn man dahin komm fühlt man sich einfach gut, fühlt sich angekommen :)

    Janine von Katzenauge Photography

  • Reply Lydia 15. Juni 2017 at 21:48

    Oh, wie wunderhübsch deine Freundin ist, die da auf den Bildern mit dir zu sehen ist, wow! Da habe ich wohl einen weiteren Blog gefunden ;D
    Insgesamt wieder toller Beitrag und atemberaubende Fotos und Farben! Man spürt so richtig die New York “vibes”!
    Viel Spaß wieder bald dir im Big Apple!

    • Kleinstadtcarrie 16. Juni 2017 at 09:20

      Jaaa, Ranim ist wirklich wunderschön <3

  • Reply Alina 15. Juni 2017 at 21:42

    So tolle Bilder! Und auch der Text über New York ist klasse. Ich war schon einmal dort und dieses Jahr geht es für mich wieder hin :D Ich denke New York hat echt tolle und auch unschöne Seiten- aber welche Stadt hat das nicht? Nunja New York ist wohl einfach extremer haha.

    Liebste Grüße,
    Alina von Selfboost

  • Reply Judith 15. Juni 2017 at 20:38

    Liebe Luise, erstmal ein großes Lob an dich und deine Schreibkünste. Ich finde deinen Blog so toll und es ist auch der einzige Blog den ich wirklich lese. Ich finde deine Texte inspirierend und wunderschön. Außerdem geht es in deinen Texten nicht nur um “Product Placement”, so wie bei vielen anderen Bloggern. Man merkt, dass du dir wirklich Gedanken machst und die Texte nicht in 2 Minuten runterschreibst, um kurz “das neuste Nivea Deo zu bewerben”. Davon abgesehen liebe ich NY auch. Ich war schon einige Male dort und liebe die Stadt sehr. Bleib so wie du bist und höre nie auf zu Schreiben :-))!

    • Kleinstadtcarrie 17. Juni 2017 at 13:02

      Liebe Judith,

      vielen Dank! Wirklich, es bedeutet mir die Welt, dass Ihr Euch Zeit nehmt, meinen Blog zu lesen! DANKE :)

  • Reply Isabelle 15. Juni 2017 at 20:05

    Toller Beitrag! Mir gefällt, wie du die Verbindung zu New York beschreibst. Auch die Fotos gefallen mir super gut, sehr stimmig. :)

    Liebste Grüße, Isabelle

  • Reply Andrea 15. Juni 2017 at 18:09

    Ich habe auch über acht Monate dort gelebt – es ist einfach die beste Stadt der Welt. Das Gefühl kann man gar nicht in Worte fassen :)

    Liebe Grüße,
    Andrea

    http://www.mindful-mag.com