Das Mädchen, dessen Namen ich nicht kenne.

/10. April 2017/39 Kommentare

Wenn jeder an jemanden denkt, ist an alle gedacht.
Und wenn jeder an 17 Tote denkt, dann ist auch an alle Toten gedacht. Das sagt zumindest mein Freund Gus.
Letzteres habe ich probiert – und bin gescheitert.
Und in Guinea habe ich gemerkt, dass es bei ersterem nicht um mich selbst geht.

Ich liege in meinem Bett. Es ist weich und warm.
Ich schließe die Augen. Und schaue augenblicklich in ihre.
Ich sehe sie. Oder vielmehr: sieht sie mich an. Und ich schäme mich. Ich schäme mich, dafür, dass ich hier liege. Und sie dort. Und dafür, dass ich jetzt wieder hier bin und sie immer noch dort.
Sie, die mich jeden Morgen mit einem Grinsen und einer Umarmung begrüßt hat. Sie, die unermüdlich meine Hand gehalten und mein blondes Haar gestreichelt hat. Sie, die mir Trost gespendet hat – obwohl sie selbst nichts besitzt. Die mir Hoffnung geschenkt hat und der ich Hoffnung geben möchte. Sie, der ich eine Chance geben will.
Sie, der ich zum Abschied mein Armband um das schmale Handgelenk geknotet habe.
Und jetzt denke ich abends, wenn ich schlafen gehe, an nichts anderes. Als an sie und das Armband. Und an ihre wunderschönen, tiefschwarzen Augen. Diese Augen, die mich so eindringlich angesehen haben. So neugierig. So liebevoll. So lebensfroh. Und hoffnungsvoll. Diese Augen, die so mutig sind.
Und ich spüre ihre Hand in meiner.
Und ich fühle mich verantwortlich. Für sie.
Und ich schäme mich.
Weil ich hier bin. Und sie dort.
Und ich kann nicht einschlafen.
Weil ich hier liege.
Und sie dort.
Und ich nicht begreife.

Wir standen in der Mittagshitze. Sie auf meinem Arm. So fest hat sie mich umklammert. Mich angelächelt. Und als über uns ein Flugzeug am Himmelszelt auftauchte, zeigte sie mit ihrer kleinen Hand nach oben und ihre Augen leuchteten.
Und ich sage: Lerne! Ich sage: Kämpfe!
Und ich sage: Es tut mir Leid!
Und ich nehme sie fest in den Arm. Sie kichert. Und ich streiche mir eine Träne aus dem Gesicht, lächle sie an und wir laufen Hand in Hand durchs Dorf.
Sie strahlt übers ganze Gesicht. Es ist dreckig. Ihr Kleid hat Löcher. Ihre Füße sind nackt.
Und ich kann nichts sagen – weil wir nicht die selbe Sprache sprechen. Und ganz gleich: wenn wir das täten, ich würde die richtigen Worte nicht finden. Ich würde kein Wort heraus bringen. Was gibt es zu sagen? Ist sie nicht noch viel zu klein für all’ das hier? Sie ist noch so leicht und froh. Und hoffnungsvoll. Belassen wir es dabei. Bitte, belassen wir es dabei. Ich streiche mir eine Träne aus dem Gesicht.
Und am Abend singen die Frauen. Und wir tanzen. Wir tanzen. Sie dreht sich. Und dreht sich. Und dreht sich.

Und ich kann nicht einschlafen.
Weil ich hier liege.
Und sie dort.
Und ich nicht begreife.

Und als ich gehe, sehe ich das erste Mal etwas anderes in ihren Augen. Nicht neugierig. Nicht lebensfroh. Nicht hoffnungsvoll.
Sie sieht mich an.
Und: Sie weiß es.
Sie weiß es.
Und ich schäme mich.
Und ich steige ins Auto.
Ihr Blick durchdringt mich.
Sie weiß es.
“Ich werde Dich nicht vergessen.”, sage ich.
“Wir werden Euch nicht vergessen.”

Wenn die Armut ein Gesicht bekommt, dann wird es real.
Und wenn jemand Armut so reich aussehen lässt, so reich an Liebe und Hoffnung und Freude, – dann tut das weh. Dann tut die Ungerechtigkeit weh. Obwohl wir auf der guten Seite stehen. Wir haben Glück gehabt. Und sie Pech. Und sie lächelt. Und all`das erscheint keinen Sinn zu machen.
Sie strahlt übers ganze Gesicht. Es ist dreckig. Ihr Kleid hat Löcher. Ihre Füße sind nackt.
Und ich schäme mich, dass das nötig war.
Und ich vermisse sie.
Und ich schließe die Augen – und schaue augenblicklich in ihre. Nein vielmehr: sieht sie mich an. Und wir sehen einander an. Und ich begreife: wir sprechen die selbe Sprache.
Und sie lächelt.
Hoffnung.
Liebe.
Und ich winke ihr. Und sie winkt mir.
Ich steige in’s Flugzeug.
Bin wieder hier. Aber mit Gedanken bei Dir.
Ich vergesse Dich nicht.

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39 Kommentare

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  • Reply Marie 23. April 2017 at 15:57

    “Wenn die Armut ein Gesicht bekommt, dann wird es real.” Wahre Worte! Der Text hat mir die Tränen ins Auge getrieben :(

  • Reply Anne 13. April 2017 at 19:32

    Liebe Luise,
    Worte können Gefühle bewegen und Gefühle wiederum Taten. Deine können nicht nur- Deine tun es. Für die Taten die folgen sollten, folgen müssen, sind wir verantwortlich.
    Danke!

    • Kleinstadtcarrie 13. April 2017 at 22:50

      Anne.
      Danke.
      Mehr kann ich gar nicht sagen. Ein unendlich schöner Kommentar. Und so wahr.

  • Reply Steffi 13. April 2017 at 14:09

    Ein Text der nachdenklich macht und den Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben lenkt. Wir sind alle Menschen. Alle gleich. Egal welcher Hautfarbe oder Religion. Und es ist genau so wie du sagst, wir haben Glück gehabt. Und doch ist es so ungerecht. Mehr Dankbarkeit für das was wir haben sollten wir uns täglich auf den Plan schreiben. Ich finde dein Engagement bei diesem Projekt ganz großartig. Danke liebe Luise!

  • Reply Laura 13. April 2017 at 13:34

    Wahnsinn. Dieser Eintrag war meines Erachtens einer deiner schönsten bisher.
    Hat mich richtig berührt. Ich kenne deine Erfahrung. Ich kenne sie gut.
    Viele Grüße,
    Laura von http://consultlaura.blogspot.de/

  • Reply Nina 11. April 2017 at 23:15

    Wunderschöner Text! Du hast mich zum Weinen gebracht. Du bist so talentiert! ❤️

  • Reply Andrea 11. April 2017 at 13:42

    So ein schöner, ergreifender Beitrag! <3

    Liebst,
    Andrea

    http://www.andysparkles.de

  • Reply Iris 11. April 2017 at 10:44

    Wow, deine Worte haben mich wirklich berührt!

  • Reply Jeana 11. April 2017 at 10:39

    Hallo Luise,
    ich bin schon lange eine stille Leserin hier aber heute muss ich dir einfach mal schreiben, da du mir mit deinem Post eben echt Tränen in die Augen gebracht hast. Weil du einfach genau das ausgedrückt hast, was ich, seit dem ich für einen Monat in Südafrika in einem Township Kindergarten gearbeitet habe, fühle… man fühlt sich einfach so hilflos und auch schuldig, dass man den Kindern dort nicht aus dieser Situation raus helfen kann… dann kommt man zurück hier nach Deutschland und es fühlt sich alles so weit weg an und in einem drin hat sich aber doch so viel verändert durch das, was man dort gesehen und miterlebt hat.
    Ich finde es klasse, dass du deine Reichweite auf diese Weise und für so ein Projekt nutzt. Mach weiter so!
    Liebe Grüße, Jeana

  • Reply Daniel 11. April 2017 at 10:31

    Wunderschön geschrieben und leider so true

  • Reply Jana 11. April 2017 at 08:22

    Wunderschöner, emotionaler Blogpost! Ich konnte mich so hineinversetzen, als hätte ich die Kleine selbst auf dem Arm. Ich hatte beim Lesen durchgehend Gänsehaut und kann dein Gefühl, “wenn die Armut ein Geischt bekommt” dank dir zutiefst nachempfinden.
    Toll geschrieben! ♥

  • Reply Sarah 11. April 2017 at 08:03

    Was ein wundervoller Post! Danke Luise, dass Du in Worte fasst, was vielen von uns zu schwierig ist. Danke für Deine einzigartigen Eindrücke, Dein Engagement und Deine Liebe! Jedes Deiner Videos und all Deine Posts bringen unglaublich viel rüber! Bleib, wie Du bist!

    • Kleinstadtcarrie 11. April 2017 at 08:44

      Danke Sarah,
      es ist unglaublich schön so etwas zu lesen <3

  • Reply Jane 11. April 2017 at 01:27

    Wow Luise! Der Text berührt mich so sehr! Ich liege in meinem Bett und schäme mich für meine Probleme, die keine sind. Dafür wie viel Geld ich die Tage für neue Schuhe ausgegeben habe, die ich nicht wirklich brauche, weil ich schon 30 paar besitze. Und man fühlt sich so hilflos und unnütz, denn was nützt es diesem kleinen Mädchen, dass wir Mitleid haben. Aber vielleicht rüttelt es ein paar Menschen wach, denn deine Texte sind nie aggressiv, sondern regen zum nachdenken an. Ich bin froh, dass du über solche Themen berichtest! Lg Jane

    • Kleinstadtcarrie 11. April 2017 at 08:45

      Jane, was für ein schöner Kommentar <3
      ” denn deine Texte sind nie aggressiv, sondern regen zum nachdenken an.” – bin so froh dass das so ankommt, wie es gedacht ist. Und ich hoffe auch so sehr, dass es zum Nachdenken anregt. Ich will ja auch niemandem dem schwarzen Peter zuschieben. Am Ende sitzen wir eben alle im selben Boot!

      Danke für Dein Einfühlvermögen <3

  • Reply Sven 11. April 2017 at 00:31

    Wirklich schön geschrieben :) erinnert mich sehr an meine Zeit in Afrika

  • Reply Melissa 10. April 2017 at 23:46

    Liebe Luise,
    vielen Dank für diesen berührenden Text. Irgendwie fehlen einem die Worte und doch hat man so viele Gedanken im Kopf, wenn man das liest. Von der Ungerechtigkeit. Von dem Glück- und Pechhaben.
    Als vor ein paar Tagen der Giftgasanschlag in Syrien geschah, sagte ich fast das gleiche zu meiner Mutter. “Wieso sind wir hier? Aus purem Glück können wir unser Leben so leben wie wir es tun. Pures Glück.” Nicht weil wir besser sind, klüger, eine andere Hautfarbe haben oder irgendein anderer Quatsch. Aus Glück fand unsere Seele, wo auch immer sie herkam, den Weg zu dem kleinen Babykörper in Deutschland, nicht in Afrika oder Syrien. Und wir konnten unser Leben in Deutschland beginnen, sorgenfrei. Und das versteht man nicht. Und man fühlt sich so hilflos.
    Luise, ich glaube, das warum wird niemand verstehen. Wieso wir dort sind, wo wir sind. Ich meine, vielleicht gibt es ja doch einen Grund, vielleicht ist der Grund, dass du nach Afrika reist und hilfst, die Aufmerksamkeit darauflenkst und hilfst. Auch wenn das immer noch unfair ist. Irgendwie müssen wir das Beste daraus machen und aus unserer Stellung in der Gesellschaft, so unberechtigt sie auch sein mag, denn wie gesagt, nichts als Glück entschied über unseren Geburtsort. Ich bin froh zu sehen, dass du deinen Teil dazu beiträgst. Das motiviert sehr.

    Ein interessantes Thema dazu ist “Survivor guilt”. Hat mir persönlich geholfen, diese Gedanken besser zu verstehen, beziehungsweise.. zumindest mehr oder weniger mit einem Namen zu versehen. Ist nicht genau das Gleiche, aber fällt für mich in diese Spalte.

    Sending hugs,
    Melissa

    • Kleinstadtcarrie 11. April 2017 at 08:48

      Liebe Melissa,

      danke für diesen tiefgründigen und irgendwie aufmunternden Kommentar.
      ” Ich meine, vielleicht gibt es ja doch einen Grund, vielleicht ist der Grund, dass du nach Afrika reist und hilfst, die Aufmerksamkeit darauflenkst und hilfst.” – ich gebe mein Bestes, so viel wie möglich aus diesem von Dir beschriebenen Glück zu machen. Danke, dass Du so reflektiert bist und mir Kraft schickst!

      Handelt es sich bei “Survivor guilt” um ein Buch? :) Klingt auf jeden Fall interessant!

  • Reply Martin 10. April 2017 at 22:49

    Hallo Luise,

    der Beitrag ist so wunderschön geschrieben, dass man hautnah nachfühlen kann, wie es dir geht, auch wenn man es wahrscheinlich nicht nachvollziehen kann, wenn man nicht vor Ort war.
    Ich habe aber trotzdem das Gefühl, auch wenn ihr nicht die gleiche Sprache sprecht, zumindest was Worte angeht, so habt ihr durch Gesten, Umarmungen, Hände halten, ein viel innigeres Verhältnis gefunden. Denn Berührungen und Gesten sagen oft viel mehr als 1000 Worte, was man auch merkt, dass du noch so oft an die Kleine denkst. Ich hoffe, dass du noch einmal die Chance bekommst, sie wiederzusehen und zu erfahren, wie auch euer Projekt, ein bisschen ihr Leben verändert.
    Liebe Grüße
    Martin
    Ps: viel Erfolg mit der Bachlorarbeit:)

    • Kleinstadtcarrie 11. April 2017 at 08:48

      Hey Martin,
      dass ich sie Wiedersehen wünsche ich mir auch von ganzem Herzen!
      Danke für Deinen Kommentar und die Wünsche für die BA :) (Morgen ist sie fertig!)

  • Reply Carina 10. April 2017 at 22:33

    Da hast du es wieder einmal geschafft, dass mir die Tränen aus den Augen kullern.
    Wunderbare und eingängige Art wie du es schaffst dem Leser sowohl positive als auch negative Gefühle zu vermitteln.
    Wie wir uns manchmal über vollkommen banale Dinge auregen können und tagelang traurig oder sauer sind und die Menschen dort trotz ihrer – für uns – ‘Armut’ so viel aus ihren Möglichkeiten machen und das bestmögliche tun um ihr Lächeln zu behalten. Manchmal sollten wir uns wohl auch ein Vorbild nehmen, welches nicht damit zutun hat wie man am meisten Geld verdient, am Beliebtesten ist oder ähnliches.

    Eine wunderschöne Beitragsreihe von dir und so mutig. Egal was man manchmal hier in den Kommentaren liest – es war gut, dass du es getan hast. :)

    -xx, Carina
    http://www.redsunbluesky.blogspot.de

  • Reply Saskia 10. April 2017 at 22:18

    Ein sehr fesselnder, zum Nachdenken anregender Post!

    Ich erlaube mir kein Urteil oder ein “ich kann mir vorstellen wie…“, denn in dieser Position befinde ich mich nicht. Ich kann höchstens erahnen. Bewundernswert dieser Lebensmut, die strahlenden Augen, die Hoffnung und Liebe! Daran sollten wir alle, ganz gleich in welcher Situation, festhalten!

  • Reply Dany 10. April 2017 at 21:40

    Ja, wir haben Glück und trotzdem gibt es immer wieder etwas worüber man sich aufregen kann und unglücklich. Anstatt das zu schätzen was man hat. Es hat lang gedauert bis auch ich das verstanden habe. Aber seit einigen Jahren bin ich für alles dankbar. Für das Dach über meinem Kopf, für unser Bett, das wir uns vieles leisten können. Ich freue mich unendlich über Sonnestrahlen und einfach immer wieder inne zu halten.

    Ein unheimlich schöner Text der unter die Haut geht. Ich hab Tränen in den Augen und kann ein kleines Stück weit nachvollziehen wie du dich gefühlt hast und wie schnell es einen zerreißen kann.
    Aber sie ist glücklich da, vielleicht weil sie nicht weiß wie es anders sein kann, vielleicht wäre sie aber woanders tatsächlich unglücklich.

    Ich glaube erst durch solche Erlebnisse lernt man das zu schätzen was man hat.

    Dany <3

    http://www.danyalacarte.de

    • Kleinstadtcarrie 11. April 2017 at 08:50

      “Aber seit einigen Jahren bin ich für alles dankbar. Für das Dach über meinem Kopf, für unser Bett, das wir uns vieles leisten können. Ich freue mich unendlich über Sonnestrahlen und einfach immer wieder inne zu halten.” – genau so ist es bei mir seit Afrika. Und das wunderschöne ist, es geht einem gleich selbst viel besser, man strahlt Positives aus und kann Positives empfangen!

      <3

  • Reply Lea 10. April 2017 at 21:18

    Wir haben es so gut, und wissen es doch viel zu oft nicht zu schätzen. Dein Text hat mich gerade unfassbar getroffen und berührt.

  • Reply Amelie 10. April 2017 at 21:12

    Ich habe gerade Tränen in den Augen!
    Mehr kann ich dazu eigentlich gar nicht sagen…

  • Reply Lena 10. April 2017 at 20:55

    Ein schöner Text aber sehr traurig! Und man selber ist viel zu weit um sich das vorstellen zu können. Danke Luise.

  • Reply Luzia 10. April 2017 at 20:44

    Gänsehaut!

  • Reply Alina 10. April 2017 at 20:37

    Hey,
    Ich bin grade auf deinen Blog aufmerksam geworden, gefällt mir echt gut! Dieser Post ist super schön geschrieben, konnte richtig mitfühlen. Hatte letztens inspiriert durch den Film Lion einen ähnlichen Post veröffentlicht. Du hast das natürlich hautnah miterlebt, was die Gefühle noch viel intensiver werden lässt.
    Echt toll, wie ehrlich und offen du deine Gefühle hier beschreibst und über dieses wichtige Thema berichtest.

    Liebste Grüße,
    Alina von http://www.selfboost.de

  • Reply Mrs.Toni 10. April 2017 at 20:02

    Ich bin eigentlich ein stiller Leser deines Blogs seit ca. 1,5 Jahren, will dir hier aber gerne einen Kommentar lassen, auch wenn ich es nicht in Worte fassen kann, was der Text auslöst…
    …einfach nur Gänsehaut!
    so echt, so ergreifend, so lebensfroh.
    so traurig.
    Bitte hör nie auf damit!

    Liebe Grüße
    Mrs.Toni

  • Reply Verena 10. April 2017 at 17:06

    Liebe Luise,
    Ich bin zutiefst ergriffen. Jetzt sitze ich auf der Arbeit und muss weinen – ungünstig, da ich am Empfang sitze! Aber egal, denn so sollte es ja sein. Ein Schicksal, von dem es so viele Millionen mehr gibt wie dieses, SOLLTE berühren. Nicht egal sein, sondern ebenso wichtig, wie das von dir und mir.
    Ich kann nur vermuten, wie es dir damit gehen muss, dass du hast gehen müssen und nicht hundertprozentig zu wissen, was aus ihr wird, was aus ihnen allen wird. Schon mich, die ich sie nicht kennen lernen durfte, nimmt der Gedanke, dass ein kleiner Mensch so schwierige Startbedingungen hatte, sehr mit.

    Ich finde meine Gedanken von vor zwei Wochen in deinen wieder, als ich auf Insta über das Foto von dir mit dem Mann auf dem Motorrad schrieb. Und im Endeffekt ist es doch ein bisschen das, was zählt. Mit dem was du getan hast, mit deinen Gedanken und deinem Wunsch, nein – deinem Entschluss, sie nicht zu vergessen (und damit im Endeffekt auch an alle zu denken, denen es ähnlich geht, wie ihr!), hast du doch eines mit Sicherheit getan – einen Unterschied gemacht. Vielleicht, weil sie nun weiß, dass es Menschen wie dich gibt, denen sie nicht egal ist. Vielleicht, weil sie anfängt zu träumen, von einer sichereren, helleren Zukunft und anfängt dafür zu kämpfen. Und vielleicht einfach, weil sie dein Mitgefühl und deine Liebe gespürt hat – und das allein, wäre ja schon genug!

    Liebste Grüße
    Verena

  • Reply kati 10. April 2017 at 16:59

    du schaffst es immer wieder, mich mit deinen Texten zu berühren! <3

  • Reply Carolin 10. April 2017 at 15:53

    Das ist so wundervoll Luise. Ich weiß genau was du meinst. Ich war dieses Jahr über drei Monate in Mittelamerika und ich habe dort auch so viele arme Menschen gesehen, die nichts haben und trotzdem noch so viel geben können. Wenn wir das alle tun würden, wäre die Welt viel besser!!

  • Reply Elena 10. April 2017 at 15:47

    Zu Tränen gerührt.

  • Reply Elisabeth 10. April 2017 at 15:34

    Oh Luise, ich habe wirklich einen Kloß im Hals beim Lesen dieses Textes.
    Ao viel Traurigkeit und Ärger über die Ungerechtigkeit, die auf dieser Welt herrscht, haben gar keinen
    Platz in mir. Zuweilen fühle ich mich davon überrollt. Und man kann nichts ändern. Nicht im Großen.
    Aber doch im Kleinen. “Wenn jeder an jemanden denkt, ist an alle gedacht.”, schreibst du. Also tun wir das!
    Und versuchen wir, im Kleinen etwas zu ändern.

    Danke für diesen Text, Luise!
    Alles Liebe, Elisabeth