Alles wie immer. Nur noch viel besser.

/5. April 2017/18 Kommentare

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Ich sitze im Flieger. Nach New York City.
Es ist der 9. März 2017.
Und als ich mich Taxi Richtung Manhattan befinde, laufen mir die Tränen über’s Gesicht.
Vor Glück.

Ein bisschen mehr als ein Jahr ist das jetzt her, dass ich am 1. März 2016 in New York landete.
Und wenn ich heute an diesen Tag zurück denke, dann muss ich weinen und schmunzeln und – kann mir auf die Schulter klopfen.
Ich hatte ja keine Ahnung. Ich hatte ja keine Ahnung, was auf mich zukommt. Und wie es mir heute, ein Jahr später, gehen würde.
Es sind mehr als 365 Tage vergangen.
Und ich: bin erwachsen geworden.
Das dachte ich schon oft. Dass ich erwachsen geworden sei, meine ich. Und wahrscheinlich werde ich das auch noch einige Male denken. Vielleicht hört das nie auf, mit dem Erwachsen werden.
Also sage ich lieber: ich bin – ohne dabei abgehoben klingen zu wollen – besser geworden. Ich bin, und das kann ich mit 100%iger Gewissheit sagen, zu einem besseren Ich geworden. Ich habe mich gesteigert. Ich habe gelernt. Ich habe verstanden. Ich habe umgesetzt.
Ich bin heute ein anderes Ich, ohne mich dabei selbst verloren zu haben.
Und das erfüllt mich mit Stolz. Und Zuversicht.
Und mir laufen die Tränen über’s Gesicht.
Vor Glück.

Wir fahren über den Hudson River und kommen der Stadt immer näher.
Ich bin ruhig. Vorfreude. Unendliche Vorfreude. Aber ich bin ruhig. Ich bin ausgeglichen. Noch ein bisschen Sonnenbrand und Herzklopfen aus Guinea. Noch ganz viele Gedanken aus aller Welt. Ein paar neue Stempel im Pass und Spuren im Herzen. Ich habe ein paar mehr Lachfalten im Gesicht und Sommersprossen. Ich bin dankbar und zuversichtlich, nicht eingeschüchtert und zurückhaltend. Nicht mehr ganz so melancholisch. Ich sehe einen Hund am Straßenrand auf der 14th Street und würde am liebsten aussteigen und ihn streicheln. Da ist Mut und Motivation und der Glaube – an mich.

Ich steige aus dem Taxi.
Und mir laufen die Tränen über’s Gesicht.
Weil ich glücklich bin hier zu sein. Wieder zu kommen.
Weil ich New York so vieles zu verdanken habe, aber jetzt auch weiß, dass das nicht alles ist. Dass das nicht alles war. Und dass es da noch mehr gibt. Mehr Städte. Mehr Menschen. Mehr. Mehr zu entdecken. Ich bin frei – bin aus den unsichtbaren Käfigen endlich auch ausgebrochen. Habe verstanden, wie das Prinzip funktioniert. Habe gesehen, dass sie nicht unsichtbar, sondern einfach nicht vorhanden sind.
Ich weiß, dass ich das schaffe. Weil ich es geschafft habe. Weil ich das gemeistert habe.
Ich weiß. Ich weiß, dass ich das schaffe. Nicht du. Manchmal wir. Aber in erster Linie ich. Weil ich nur das, weil ich nur mich – steuern kann. Ich für Dich. Für uns.

Zwei Wochen später: Taxi Richtung Flughafen.
Und wieder. Tränen. Tränen vor Glück.
Denn jetzt: kann ich auch zurück kehren, ohne zurück zu gehen.
Ich kann das genießen. Endlich. Denn solange „Nach Hause kommen“ in meinen Ohren grausam klang, war irgendwas nicht gut. Jetzt heißt es nicht mehr so. Und klingt auch viel besser.
Denn nach Hause kommen heißt ankommen. Ankommen bei mir.
Und das kann ich mittlerweile an ziemlich vielen Orten. Hab’s ziemlich oft geschafft.

Und so ist es schön, hier oder dort oder zu Hause oder was auch immer das ist – wieder in die hellen Teile zu schlüpfen. Sanfte Wellen. Rosé. Ein paar Kirschblüten. Und irgendwie fühlt sich das an wie immer.
Aber da ist noch mehr.
Denn jetzt trage ich New York im Herzen. Und Guinea.
Und ich habe Euch an meiner Seite.
Und diese Lasten abgelegt.
Wir haben „Lebe wohl!“ gesagt und es endlich auch so gemeint.
Ich habe ein Lächeln auf den Lippen. Und endlich auch im Herzen.
Also: alles wie immer. Denn ich bin noch immer ich selbst.
Alles wie immer. Nur noch viel besser.

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„Okay, Luise wir haben nur 15 Minuten Zeit. Dann muss ich los! Kriegen wir aber hin, oder?“, so empfing mich Martin vor wenigen Tagen bei herrlichem Sonnenschein.
„Klar!“, sagte ich motiviert und platzierte mich und mein hellrosas Outfit unterm herrlich blühenden Kirschbaum vor einem der süßesten Cafés hier in Dresden: Kuchenatelier.

Fotos – Martin Stier

Hose – NEWLOOK (hier)
Bluse – Zara (ähnlich hier oder hier)
Pullover – Hollister
Tasche – Chloé (ähnlich hier oder hier)
Schuhe – C&A 
Schmuck – H&M 
Uhr – Marc Jacobs 
Mascara – They Are Real von Benefit (hier)

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18 Kommentare

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  • Reply Jane von Shades of Ivory 11. April 2017 at 13:45

    Sehr schöner Beitrag. Du bist schon so weise – auch wenn das jetzt irgendwie doof klingt.
    Die Fotos sind wirklich wunderschön, vor allem wenn man bedenkt, dass du nur recht wenig Zeit hattest. Besonders das erste Bild hat es mir angetan. Du bist halt einfach mal unglaublich fotogen.
    Liebste Grüße
    Jane von Shades of Ivory

  • Reply Nadja 6. April 2017 at 19:02

    Ohhh wieder so ein toller Post und man merkt auch richtig, dass du gewachsen bist, dass du viel gelernt hast, deine Texte wirken auch ausgeglichener.. 🙂 Ich mag es sehr deine Entwicklung mit zu bekommen..
    Die Bilder sind auch super 🙂 und ich musste etwas schmunzeln – Im Dezember 2015 bin ich auch an dem Kaffee vorbei gelaufen und habe diesen Baum gesehen.. Zu dem Zeitpunkt hing eine Lichterkette und ein riesiger Weihnachtsstern im Baum, aber mein Gedanke war nur: Hier Bilder machen, wenn der blüht, wäre bestimmt der Wahnsinn.. 😀

  • Reply Kim 6. April 2017 at 10:09

    Wirklich toller Beitrag! Hat auch erstaunlich gut zu meinem Leben gepasst, weil mir zur Zeit extrem bewusst wird wie viel Entwicklung ich durch mache und gemacht habe.
    Liebe Grüße und einen schönen Tag, Kim
    http://Maybetoday.de

  • Reply Kim 6. April 2017 at 10:08

    Wirklich toller Beitrag! Hat auch erstaunlich gut zu meinem Leben gepasst, weil mir zur Zeit extrem bewusst wird wie viel Entwicklung ich durch mache und gemacht habe.
    Liebe Grüße und einen schönen Tag, Kim

    http://Maybetoday.de/wordpress

  • Reply Aleen 6. April 2017 at 09:44

    Die Bilder sind wunderschön. Du bist wunderschön.

  • Reply Amy 5. April 2017 at 17:44

    Du bist aber auch wirklich atemberaubend schön! Was für wundervolle Bilder ♥

    ♥ Amy, von aniceamy.blogspot.de

  • Reply Merle 5. April 2017 at 16:44

    Ach, liebe Luise, dein Post motiviert mich gerade total. Ich habe vor einer Woche meine Masterarbeit abgegeben und mache nun noch bis Anfang Juli Praktikum, dann habe ich mein Studium abgeschlossen. Und seit ich abgegeben habe, strömt mein Kopf förmlich über vor lauter Ideen, wo ich hin könnte, wen ich besuchen könnte – lauter Reisen. Und ich stehe da, kann mich nicht entscheiden, bin so motiviert, voller Energie, aber gleichzeitig gefangen. Noch bin ich nicht fertig. Und auch wenn ich danach bereits einige Reisepläne habe, steht in meinem Plan dann ein Umzug und der erste richtige Job an… Keine Ahnung, wo oder was. Dein Post macht mir noch einmal Mut, einfach zu machen, nicht zu viel zu denken. Weiterentwickeln – ohja, da bin ich bereit für!!

  • Reply Marmormaedchen 5. April 2017 at 15:22

    Hallo Luise
    Ein süsser Look und ein wundervoller Text. Ich habe mich inmer mit der Vorstellung schwer getan, dass du Nachhausekommen als schwierig empfandest und weggehen als gut. Weil beides beides ist. Weil ich mein Zuhause so sehr liebe. Weil es in meiner Vorstellung immer dort schön ist, wo die Menschen sind, die ich in meinem Herzen trage. Dieser Text wirkt irgendwie versöhnlich – mit dir selbst.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.ch

    • Kleinstadtcarrie 6. April 2017 at 21:47

      Hey Jasi,

      ja – „zu Hause“ in dem Sinne Dresden heißt eben für mich nicht, dass hier die Menschen leben, die ich liebe. Vielleicht – oder nein, ganz sicher sogar ist das das Problem bei Dresden und mir.
      Aber mittlerweile: bin ich in erster Linie bei mir selbst zu Hause <3

  • Reply Dany 5. April 2017 at 13:37

    Ein wundervoller Text, eine wundervolle Frau und einfach wundervolle Bilder. Kaum zu glauben, dass diese in wenigen Minuten entstanden sind. Ich freue mich für dich, dass du angekommen bist. Du hast das für dich geschafft, wovon viele noch Träumen. Ankommen. Denn zu Hause ist kein Ort – sondern ein Gefühl. Ich bin noch nicht richtig angekommen. Immernoch nicht. Manchmal ist das Gefühl da. Aber dann ist es wieder weg. Ich muss mich noch finden. Mein Ich befreien. Du motivierst so unglaublich, wahnsinn. Ich danke dir dafür.

    Liebe Grüße Dany <3

    http://www.danyalacarte.de/

    • Kleinstadtcarrie 6. April 2017 at 21:48

      Danke Dany <3 <3 <3
      Und: du wirst ankommen. Wenn der richtige Augenblick gekommen ist!

  • Reply Serena 5. April 2017 at 13:11

    Mit einer meiner Lieblingstexte, einfach wunderbar und mutmachend. Einfach schön! & passend zum Wetter 😉
    Schöne Bilder übrigens!
    Alles Liebe, Serena

  • Reply Elena 5. April 2017 at 12:43

    Luise, du bist der Wahnsinn!
    Deine Kunst und Talent, Worte in Bilder zu formen, ist einfach unglaublich. Es ist so schön, so viele Beiträge momentan zu lesen und zu wissen, dass du dich wieder regelmäßig hier melden wirst.
    Ich bewundere, dass was du alles machst, sehr und glaube ganz fest daran, dass dir nichts im Wege steht.
    Das erste Bild oben ist übrigens mein Lieblingsbild – du siehst super hübsch aus!

    • Kleinstadtcarrie 6. April 2017 at 21:48

      Danke Elena 🙂

      Ich werde mein bestes geben, dass das hier so regelmäßig weitergeht 🙂

  • Reply Kathi 5. April 2017 at 12:39

    Liebe Luise,
    zunächst einmal ein Kompliment für dein Outfit. Typisch Luise, strahlt es für mich Leichtigkeit und Zuversicht aus.
    Wie gewohnt habe ich mir zunächst die Bilder angeschaut und dachte mir: man sieht es. Dass du glücklich bist. Und vor allem, dass du erwachsen geworden bist. Deine Gesichtszüge, dein Blick in die Ferne. Da sieht man jemanden, der seine Richtung für die Zukunft gefunden hat.
    Als ich dann den Text gelesen habe, musste ich einfach lächeln.
    Ich bin ein kleines bisschen neidisch auf dich, weil du das, was ich selbst anstrebe, schon greifbar gemacht hast. Ich möchte auch Lebewohl sagen und es so meinen. Und ich würde auch gern aus den unsichtbaren Käfigen ausbrechen 😉 Ich freue mich sehr für dich und noch mehr auf deine kommenden Texte!
    Liebe Grüße aus Bielefeld <3

    • Kleinstadtcarrie 6. April 2017 at 21:49

      Kathie – was für ein schöner Kommentar <3
      Ich muss gerade richtig grinsen. Danke dafür!

  • Reply Luise 5. April 2017 at 12:17

    Es ist so schön, wenn man mehrere Orte auf der Welt sein Zuhause nennen kann <3 Wundervoller Beitrag!

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com