Spieglein, Spieglein an der Wand

/6. Februar 2017/23 Kommentare

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Spieglein, Spiegelein an der Wand – Wer ist die Schönste im ganzen Land?
Sie, Frau Königin. 

Kopf gesenkt, ein falsches Lächeln im Gesicht. Nicht meine Art. Aber anders halte ich das nicht aus. Ein Seitenhieb. Ein Blick, eine Umarmung, die sich für einen Augenblick fast liebevoll angefühlt hat. Dann Hass. Hass. Wut. Und ich weiß, dass das nichts mit mir zu tun hat. Ich weiß, dass das nichts mit mir zu tun hat. Und ich weiß, dass es mit mir zu tun hat. Ich will es beweisen. Mich beweisen. Immer wieder. Entschuldigen. Ich stehe im Badezimmer. Kalte Füße. Nasse Haare. Ein Handtuch und keine Hände. Es tut mir Leid! Dabei weiß ich gar nicht, was ich falsch gemacht habe. Weil ich nichts falsch gemacht habe. Ein Kind.

Ich habe mir einen Pony schneiden lassen. Deswegen.
Schlampe!
Das ist keine Literatur! Das ist kein Beruf! Das ist nichts. Du bist nichts.
Dabei weiß ich: dass ich alles bin. Er sollte mir das Gefühl geben, alles zu sein. Und Dir auch. Und vielleicht ist das zu viel. Natürlich ist das zu viel. Hör auf! Das war deine Entscheidung. Du wusstest, dass ich da bin. Und manchmal tut mir das leid. Aber es ist so. Du wusstest es. Es war Deine Entscheidung. Nicht meine.

Manchmal bemüht. Und das ist wertzuschätzen. Eine Weile lang. Eine Weile lang konnte ich das. Eine Weile lang konnten wir lächeln. Und es war okay.
Aber da ist auch Hass. Hass überwiegt. Neid.
Und wir beide beneiden uns für die selbe Sache – merken dabei gar nicht, dass keine von uns gewinnt. Weil wir nur verlieren können.

Ich werde nichts beweisen. Ich werde nicht beweisen. Weil Du nicht glaubst. Weil Du längst entschieden hast. Weil ich mich Dir nicht beweisen muss. Das sollte klar sein. Und das solltest du auch nie erwarten. Weil meine Taten genug sind. Weil ich genug bin.
Aber wahrscheinlich zu viel für dich.
Ich habe keine Angst mehr. Ich will nicht mehr beweisen. Ich will nicht mehr kämpfen. Und es gibt nichts mehr zu beneiden.

Wir machen uns verantwortlich für all’ das Unglück in unserem Leben.
Und du hast meines zu verantworten.
Und ich habe Deines zu verantworten.
Und wir beide können nur verlieren.

Spieglein, Spiegelein an der Wand – Wer ist die Schönste im ganzen Land?
Hör auf!, will ich schreien.
Du bist es!, will ich schreien.
Ich gebe auf. Ich habe längst aufgegeben. Aber Du kannst nicht aufhören. Nicht aufhören zu hassen. Und zu bedauern. Und zu beklagen.
Und: es ist okay. Ich halte das aus. Ich gehe. Ich habe längst aufgegeben.

Spieglein, Spiegelein an der Wand – Wer ist die Schönste im ganzen Land?
Sie, Frau Königin.
Sie, Frau Königin.
Sie, Frau Königin.
Wie oft willst Du es noch hören?
Ich habe längst aufgegeben. Du hast gewonnen.

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23 Kommentare

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  • Reply Sarah 26. Februar 2017 at 14:07

    Sehr coole Designs!

    Liebe Grüße aus dem Hotel Neustift

  • Reply Carolin 19. Februar 2017 at 04:47

    Schon wieder ein so unglaublicher Text – in dem man sich vielleicht auch irgendwo wiederfindet.
    Es tut echt gut das es deinen Block gibt, denn das lesen ist fast schon wie eine kleine Flucht aus dem Alltag, das tut gut, das regt zum Nachdenken an, bringt einen zum lächeln oder auch mal zum weinen.
    Danke für deine Worte – mal wieder ! :*

  • Reply Marmormaedchen 8. Februar 2017 at 21:55

    Hallo liebe Luise
    Normalerweise lobe ich immer deine Worte und deine Kunst, mich mit deinen Texten berühren zu lassen. Dieses Mal lobe ich deine Fotos. Unglaublich schon inszeniert, du siehst fabelhaft aus! Unglaublich!
    Übrigens haben mich deswegen deine Worte nicht weniger berührt =)
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.ch

  • Reply Juliet 7. Februar 2017 at 22:35

    Eine unangenehme Situation, von der Du sprichst. Für beide Seiten. Ich bin immer für ehrlich sein. Und dem anderen den Erfolg gönnen können. Ich weiß, das kann dir selbst weh tun – sehr sogar. Dann einfach loslassen und nur auf dich selbst konzentrieren. Keine Vergleiche. Denn Du bist wundervoll. Deine Arbeit ist wundervoll.

    Liebe Grüße, Juliet

  • Reply Hannah 7. Februar 2017 at 22:07

    Liebe Luise,
    ich bin jedes Mal aufs Neue überrascht, fast schon überwältigt wie sehr ich mich in deinen Texten wiederfinde. Das hat so oft etwas Erleichterndes, Beruhigendes, man fühlt sich nicht alleine mit seinen Gefühlen, sondern wird sich bewusst, dass sich auch andere Menschen in solchen Situationen und Momenten wiederfinden. Danke für diese Art von „Gesellschaft“ und Zuspruch!!! Manchmal ist das wie ein Gespräch mit einer guten Freundin. Mach weiter so♡

  • Reply Antonia 7. Februar 2017 at 18:10

    Sehr schöner Text!
    Ich bin eine stille Mitleserin, aber wollte dir auch mal ein großes Lob da lassen!
    Dein Blog gehört zu meinen Lieblingsblog und ist ehrlich gesagt, auch der einzigste, den ich mir regelmäßig gerne durchlese. Deine Texte sind immer so gut geschrieben, man erkennt sich selber wieder und du inspirierst mit deinen Gedanken und Texten. Zudem schaue ich mir Bilder immer sehr gerne an, die passen immer so gut zum jeweiligen Eintrag. Finde deinen Blogeinträge immer super gelungen und freue mich immer, wenn ich auf deinem Blog einen neuen Eintrag sehe! Danke!
    Mach weiter so 🙂

  • Reply Stephie 7. Februar 2017 at 15:38

    Dankeschön dafür und für all die anderen Male. Für jeden Text, in dem du etwas mehr von dir selbst zeigst, für jeden Text, in dem du deine (Gefühls-) Lage so kraftvoll und dennoch vernebelt für uns offen legst. Deine Texte haben etwas ganz Eigenes. Und all das ist alles andere als selbstverständlich.
    Danke

  • Reply Sophie 7. Februar 2017 at 15:16

    Und nach langer Zeit fand ich zurück zu deinem Blog, zu deinen Texten, zu einem Teil von dir, den du uns hier zeigst. Schon seit Wochen lese ich die Texte, manchmal lächelnd und manchmal bedrückt.

    Dann bin ich so froh, dass du dich nicht hast verschlucken lassen von dieser oberflächlichen Blogger-Blase, einfach anders bist, echter und damit wahrscheinlich eine Rarität. Ich komme hier her seit du angefangen hast, damals mit den Schuloutfits und dem Header auf deinem Bett. Das waren noch Zeiten. Und irgendwann letztes Jahr glaubte ich dich und das hier verloren zu haben und gehen lassen zu müssen. War enttäuscht und böse, hatte eine eigene Krise und verband sie seltsamerweise mit dir. Ich glaube aber, dass es das ist was dich hier ausmacht: wir können uns immer wieder mit dir verbinden. Du gibst hier sehr viel und gleichzeitig nichts, denn wir Leser bringen immer uns selber mit rein. Manchmal wollen wir das nicht, nicht den Spiegel vorgehalten bekommen – bitte! Es muss aber sein und natürlich kam ich dann wieder hier her und bin so froh darüber. Der Text ist mal wieder unglaublich toll und es war an der Zeit für mich, mich auch hier mal wieder zu melden. Danke dir, für alles.

    Manchmal wünschte ich, ich würde irgendwie in deiner Nähe wohnen. Könnte mich an Kleinstatdcarrie beteiligen, Texte durchsehen, Inspiriationen suchen und leisten, denn es fühlt sich fast schon so an als wäre ich mitgewachsen und gehöre dazu. Und dann kann ich wirklich lächeln: ich bin mitgewachsen. Mir gehört vielleicht nicht der Blog, wir kennen uns nicht, aber ich glaube es gibt da etwas irgendwo.

    (liebe Grüße von deiner treuen Leserin Sophie 😀 du hast mich hier sogar mal zitiert, erinnerst du dich?! Ich hoffe du hast einen Grund zum lachen heute <3)

    • Kleinstadtcarrie 7. Februar 2017 at 15:44

      Sophie, – ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.
      Es tut fast schon weh, wie gut Du das verstehst, was ich hier preis gebe – also dass Du Dich darin siehst. Das bedeutet mir die Welt und ist eines der schönsten Komplimente, das man mir machen kann.

      Einer der Kommentare, die ich mir abschreibe <3
      Danke!, von ganzem Herzen.

  • Reply Lisa Mary 7. Februar 2017 at 12:04

    Was Du hier machst, ist nicht mehr nur Bloggen. Es ist Kunst. Reine Kunst.

    • Kleinstadtcarrie 7. Februar 2017 at 15:28

      Das bedeutet mir die Welt, wenn Du sowas sagst <3 🙂

  • Reply Irina 7. Februar 2017 at 10:03

    Du bist bewundernswert und solltest dich niemals unterkriegen lassen! Auch wenn du unseren Rückhalt nicht sehen kannst, du hast ihn dennoch! :*

  • Reply Sylvia 7. Februar 2017 at 08:50

    Mega schön die Bilder in der Wanne. Habs erst garnicht gecheckt…

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at/ Foto/Lifestyle/Travel

  • Reply Isabelle 7. Februar 2017 at 03:57

    Ganz schön geschrieben Luise. Es berührt einen wie du deinen inneren Kampf beschreibst. Deine dunklen Bilder, in denen du praktisch im schwarzen Nichts versinkst zeigen wie schwer es manchmal ist gegen sich selbst und den Druck von Außen standzuhalten ohne unterzugehen und in der Dunkelheit zu versinken.
    Es macht mir immer wieder Spaß deine Beiträge zu lesen, sie lassen einem immer ein Maß an Interpretationsfreiraum, der mir erlaubt mich hineinzuversetzen.
    Liebe Grüße, Isabelle

  • Reply Jana 7. Februar 2017 at 03:38

    Ich liebe die Fotos! Die sind unglaublich schön und der Text passt so toll dazu.

  • Reply Nili 7. Februar 2017 at 00:03

    Wow, nicht nur der Text drückt wahnsinnig viel aus, auch die Bilder sind Bombe!
    Liebe Grüße

  • Reply Nadja 6. Februar 2017 at 23:03

    Oh Luise.. Diese Bilder *-* Mal was komplett anderes, aber einfach richtig, richtig schön!
    Der Text lässt super viel Spielraum und man kann ganz viel interpretieren..
    Find ich klasse, wirklich toll! 🙂

  • Reply Carolin 6. Februar 2017 at 21:23

    Der Text ist mal wieder wunderschön geschrieben!

  • Reply Myri 6. Februar 2017 at 18:21

    Wow, die Bilder sind der absolute Wahnsinn! Und der Text natürlich auch. <3

  • Reply Nicole 6. Februar 2017 at 17:55

    Oh mein Gott!
    Dieser tolle Text,einmal als Hörbuch bitte!
    Ganz ganz groß liebe Luise.
    Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.
    Danke!