Ruhe in Frieden, flüstere ich.

Texts/14. Februar 2017/0 Kommentare

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Ich weiß, dass niemand gestorben ist.
Und ich weiß, dass das nichts mit Aufgeben zu tun hat.
Und ich weiß, dass wir nichts an der Situation ändern können.
Und ich weiß, dass ich es nicht verstehe. Nie verstehen werde. Weil ich mich nach etwas sehne, was längst nicht mehr unter uns weilt. Ich weiß, dass das, was wir mal hatten, vielleicht doch nie existiert hat. Und in all’ dem Wissen steckt so viel Unsicherheit und Unwissen. Und Unverständnis.
Und alles in mir sträubt sich dagegen: zu glauben.

Weil mir mein Herz etwas vorgaukelt. Weil die Erinnerungen immer wieder aufreißen. Aufblitzen. Wachrufen.
Ich weiß, dass das vorüber geht.
Und ich weiß, dass es mir besser gehen wird.
Und ich weiß, dass es besser so ist – weil vielleicht etwas Besseres kommt.
Und ich weiß, dass ich es nicht verdient habe, nicht das ganze Glück zu erfahren – obwohl sich das alles schon ziemlich vollkommen angefühlt hatte mit Dir.
Und ich weiß, dass es sich nicht lohnt weiter zu kämpfen, weil man alleine weder Gegner noch Gefolge hat.
Ich weiß es!
Und ich weiß, dass ich es nicht verstehe. Nie verstehen werde. Weil ich mich nach etwas sehne, was längst nicht mehr unter uns weilt. Ich weiß, dass das, was wir mal hatten, vielleicht doch nie existiert hat. Und in all’ dem Wissen steckt so viel Unsicherheit und Unwissen. Und Unverständnis.
Und alles in mir sträubt sich dagegen: zu glauben.
Alles in mir schreit: komm zurück!
Alles in mir schreit: das kann es noch nicht gewesen sein!
Alles in mir verlangt nach Dir.

Und ich weiß, dass das albern ist.
Und ich weiß, dass das schwach ist vielleicht – obwohl
Und ich weiß, dass nur weil die Hoffnung zuletzt stirbt, sie trotzdem irgendwann von uns gehen muss.
Und ich weiß, dass ich an Etwas hänge, dass du längst vergessen hast.
Und ich weiß, dass einer nicht genug ist um zwei zu ergeben.
Und ich weiß, dass Du niemals dorthin zurück kehrst, wo ich seit Wochen vergeblich warte.
Ich weiß es!
Alle Fakten deuten darauf hin. Jede Nachricht. Kein einziger Blick. Ein Schulterzucken.
Ich weiß es!
Und ich weiß, dass ich es nicht verstehe. Nie verstehen werde. Weil ich mich nach etwas sehne, was längst nicht mehr unter uns weilt. Ich weiß, dass das, was wir mal hatten, vielleicht doch nie existiert hat. Und in all’ dem Wissen steckt so viel Unsicherheit und Unwissen. Und Unverständnis.
Und alles in mir sträubt sich dagegen: zu glauben.

Ich weiß, dass ein Teil von mir immer noch bei Dir ist. Ein Ladekabel, die pinke Zahnbürste, das Nutellaglas mit meinem Namen drauf und jeder meiner Gedanken.
Das Kabel nutzt du täglich. Die Zahnbürste längst im Müll vielleicht und du kratzt gierig den letzten Rest Nutella aus mir.
Und wenn mein Gesicht in Deinen Gedanken auftaucht, dann wischst Du es weg, wie ein paar lästige Krümel auf Deinem Hosenbein.
Ich weiß, dass es Dir besser geht ohne mich.
Und ich vermute, dass es mir besser geht ohne ich.
Und ich fange an zu glauben.

Ruhe in Frieden, flüstere ich.
Und lasse sie frei. Und die Taube streckt ihre Flügel aus – flattert – und fliegt davon.

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