Ich. Komme. Jedes. Mal. pt. 2

/2. Februar 2017/4 Kommentare

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Unser Essen kommt. Der Tisch im überfüllten Café ist viel zu klein für die stylischen Teller mit unseren Avocado Toasts und die vier Matcha Latte. Aber nachdem wir alle unsere Handys in den Taschen haben verschwinden lassen – wir schauen während unserer Treffen ohnehin nicht drauf, das ist die Regel –, findet alles seinen Platz.

„Heute morgen habe ich jedenfalls mit ihm Schluss gemacht und werde ihn hoffentlich nie wieder sehen!“ Leider ist das gar nicht so unwahrscheinlich in New York, wie man immer denken mag. Am Ende läuft man immer genau den Menschen über den Weg, die man gerade nicht sehen will. Da unterscheidet sich Manhattan leider nicht großartig von anderen Städten dieser Welt.
Charlotte schaut Miranda ungläubig an: „Er war doch so ein netter Kerl und schaut ihn Euch doch einfach mal an..“ Schon hat sie sein Instagramprofil geöffnet und hält uns demonstrativ das Display vor’s Gesicht. Für einen Moment bleibt uns der Mund offen stehen. Natürlich hatten wir beim letzten Mal sämtliche Bilder bereits analysiert, aber diese blauen Augen und …
„Ja, aber er hat’s nicht drauf!“, wiederholt Miranda und packt Charlottes Handy in ihre Tasche.
„Und wegen so etwas machst Du mit einem Typen wie ihm Schluss?“
„So etwas? Es sind Orgasmen, Charlotte. Das ist eine wichtige Sache in einer Beziehung?“
„Es gibt noch anderes. Orgasmen schicken dir zum Valentinstag keine Blumen und führen Dich Samstag Abend nicht aus.“ Charlotte ist eine hoffnungslose Romantikerin. Sie ist vor zwei Jahren von New Jersey nach Manhattan gezogen und es gleicht beinah einem Wunder, dass die Hektik, die Arroganz der Stadt und die zahlreichen schlechten Dates der letzten Jahre sie noch immer nicht haben erkalten lassen.
Samantha trinkt den letzten Schluck ihres Matcha Latte: „Dazu muss ich jetzt nichts sagen, oder Charlotte?“ Beide verdrehen die Augen und lächeln sich im selben Moment auch wieder an. Und ich sitze da. Ein breites Grinsen auf dem Gesicht – wie sehr ich die drei doch liebe.
„Wenn dir der Typ wirklich gefällt, und das war bei Miranda ja der Fall, dann kann man doch mal ein bisschen Oooh Ooh machen, bevor man die ganze Nacht im Bett allein ist. Zwei Mal hast Du es doch schon getan. Also tu nicht so, als würdest Du den Gedanken dahinter nicht verstehen!“
Miranda fühlt sich ertappt und schweigt.
Charlotte kommt plötzlich richtig in Fahrt: „Und wer sagt, dass dieser eine kleine Moment mehr Bedeutung hat, als wenn er Euch früh bei Starbucks zwei Caramell Latte besorgt. Jetzt bist Du wieder allein Miranda und wirst Dich in zwei Wochen wieder darüber beschweren, dass bei Euch in der Kanzlei nur verheiratete Männer über 40 auf den Gängen herumlaufen.“

Bevor sich das ganze in einer belanglosen Zickerei verläuft, hake ich noch mal nach: „Ist er so mies im Bett?“
„Nein! Er ist nur…ein Mann. Die können Düsentriebwerke justieren. Aber wenn es um Frauen geht… Wo ist das Geheimnis bei der Sache? Es ist meine Klitoris, nicht die Sphinx“, jammert Miranda.
 Samantha unterbricht sie: „Also da muss ich die Herren doch in Schutz nehmen. Dafür, dass sie keine Gebrauchsanweisung dazu bekommen, haben einige von ihnen ihr Handwerk ziemlich perfektioniert. Deswegen bin ich mir ja so sicher, dass ich meinen Orgasmus verloren habe! Denn Jeff, das ist der mit dem ich gerade zwei Stunden gevögelt habe, – der weiß ganz genau, wie die Sphinx da unten funktioniert.“
Miranda spricht unbeeindruckt weiter: „Er hat gestern Nacht, als er mit mir in Löffelchenstellung einschlafen…“
„Neeein!“
„Doch! Jedenfalls hat er da gesagt, dass er es unglaublich toll findet, dass ich tatsächlich komme, wenn er mich bumst. Wie kann er denn glauben, dass das wirklich schon reicht?“
„Weil Du es vortäuschst!“, antwortet Charlotte und wir alle warten nur darauf, dass ein Spruch folgt, der in einem Poesialbum stehen könnte.
Miranda hat mit der flachen Hand auf den Tisch: „Damit ist jetzt Schluss!“

Gerade als ich den letzten Bissen im Mund habe, eilt die Kellnerin herbei und räumt unseren Tisch ab. Draußen vor dem Laden entdecke ich die Schlange, die sich gebildet hat. Typisch New York und typisch wir, dass wir immer in einem dieser angesagten Restaurants landen. Gut, dass wir heute so früh dran waren. Wir bestellen noch 4 Espresso – eigentlich nur, um noch ein paar Minuten länger ungestört sitzen bleiben zu können.

Samantha klatscht in die Hände: „Na endlich! Ich dachte schon die Einsicht kommt nie, Miranda! Ich habe noch nie vorgetäuscht. Und ich wusste doch, dass Du eine Frau bist, die sich für Fakes zu schade ist!“ Und kurzerhand macht Samantha aus der Schlussmach-Story einen kleinen Triumph für Miranda.
„Ich will einen echten Orgasmus. Was stimmt nur nicht mit mir? Vielleicht treffe ich mich heute Abend noch mal mit ihm!“, überlegt Sam laut.
Miranda, ganz pragmatisch wie immer (naja: meistens), fragt: „Vielleicht solltet ihr eine andere Stellung probieren?“
Samantha blickt verdutzt drein: „Ja aber unbedingt. Denkst Du wir haben zwei Stunden in derselben Position gevögelt?“
„Na was ist denn Deine Lieblingsstellung?“, fragt Charlotte. „Ich bin am liebsten oben. Nur so kann ich überhaupt kommen.“ Miranda nickt. „Carrie, sag doch auch mal was!“, Charlotte stupst mich an. „Oben, unten, auf der Seite, Schaukel, Kopfstand…das war egal. Ich konnte immer kommen!“, jammert Samantha.
„Ich lese da diesen einen Blog. Und da gab es einen Artikel über eine Frau. Die hatte Orgasmen. Rund um die Uhr! Immer. Und mit zig Männern. Und dann: BUM! war es aus mit den Orgasmen. Und zwar endgültig – als hätte sie sämtliche Orgasmen aufgebraucht“, mit verschwörerischer Stimme erzählt uns Charlotte das Horrorszenario.
Und wenn ich es nicht besser wüsste, könnte man vermuten, Samantha steigen die Tränen in die Augen. „Ich bin 25, Süße. Und ja, ich hatte schon viel Sex. Aber ich kann mir unmöglich vorstellen, dass es das gewesen sein soll.“
Wir alle lachen. Obwohl Samantha dabei immer noch bestürzt aussieht und ich merke, dass Miranda auch nicht so recht weiß, was sie denken soll.

„Mädels, also mal ehrlich! Samantha hat ihren Orgasmus verdient, und das Leben und die fabelhaften Männer haben sicherlich noch einige für Dich in petto. Und Miranda, für Dich gilt das gleiche. Du hast einen Orgasmus verdient – einen echten. Und der arme Kerl hat es verdient, dass Du ihm nichts vormachst. Denk dabei doch bitte auch an die nächste Frau! Und Charlotte, Du auch! Vielleicht entdeckst Du ihn ja doch noch, den Orgasmus, der Dir Kaffee ans Bett bringt. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, also …ich wiederhole mich zwar, aber: Wir alle haben einen echten Orgasmus verdient, Ladies!“, – daraufhin trinken wir alle unsere Espresso in einem Zug, legen Bargeld auf den Tisch und verlassen das Restaurant.

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Na, kam Euch die ein oder andere Passage bekannt vor? Was Carrie, Samantha und Co. schon vor Jahren heiß diskutiert haben, ist immer noch eines unserer Lieblingsthemen, nicht wahr? Über Orgasmen, wie oft, wie intensiv und vor allem wann und mit wem – darüber könnten wir mit unseren Mädels doch stundenlang reden. Aber so richtig verändert hat sich seit fast 20 Jahren nicht wirklich viel. So hat Samantha, wie wir wissen, ihren Orgasmus wiedergefunden – allerdings ist weder sie, noch Miranda allein mit ihrem Problem: einer aktuellen repräsentativen Online-Studie zufolge kommt nämlich nur jede fünfte Frau am besten durch Geschlechtsverkehr zum Orgasmus und nur jede dritte ist mit der Anzahl und Intensität ihrer Orgasmen zufrieden. Mit der Kampagne #OrgasmsForAll hat es sich Durex zur Aufgabe gemacht, das nach wie vor tabuisierten Thema der Orgasmus-Ungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen auf den Grund zu gehen. Also: ich bin Fan von der Aktion! 


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Durex.

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4 Kommentare

  • Reply Ena 2. Februar 2017 at 21:50

    Wie heißt du denn auf snapchat?

    • Kleinstadtcarrie 5. Februar 2017 at 16:57

      Hey Ena,
      ich nutze Snapchat nicht mehr – kannst mir aber gern auf Insta(stories) folgen: @LuiseMorgen 🙂

  • Reply Anna 2. Februar 2017 at 18:59

    Liebe Luise,
    ein Kommentar in Instagram zu dieser Aktion bei dir hat auf die Seite omgyes.com hingewiesen.
    Vielleicht haben die ja auch Lust auf ne Aktion mit dir zusammen? Das ist ja auch ein wichtiges Thema. Wäre cool wenn du den Kurs vielleicht mal für die Leser erst mal testen kannst. Ich möchte ungern so viel Geld bezahlen wenn sich das dann nicht lohnt.

    Ich hoffe du fühlst dich damit nicht angegriffen oder so. Aber das ist es ja auch was Blogger machen, sie bewerten Produkte und geben Erfahrungen weiter.
    Liebe Grüße
    Anna

    PS: Tolle Fotos! 🙂

    • Kleinstadtcarrie 5. Februar 2017 at 16:58

      Hey Anna 🙂
      Nein, fühle mich gar nicht angegriffen! Ist ne super Idee 🙂 Ich kümmere mich mal drum, sobald ich wieder in Deutschland bin 🙂