Vielleicht der Sinn des Lebens.

/27. Dezember 2016/19 Kommentare

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Dann und wann kommt es dazu, dass ich den Ursprung, den Grund, den Sinn all‘ dessen hier hinterfrage. Erfrage. Wieso laufen 7 000 000 000 Wesen auf einem Planeten, dessen Oberfläche zu über 70% aus Wasser besteht, herum. Fast alle haben wir zwei Arme und das macht Sinn und wir haben zwei Augen und Wimpern, die diese schützen. Wir haben zwei Füße und Beine, die uns tragen und einen Organismus, der perfekt funktioniert. Lungen, mit denen wir atmen und Ohren, mit denen wir hören. Wir können riechen und schmecken und sehen und fühlen. Und dann diese unzähligen Tiere und Pflanzen. Und die arbeiten zusammen: so brauchen die Blumen die Bienen und andersrum. Und immer so weiter: die Ameisen und die Fische so wohl geformt, dass sie schwimmen können. Und dann stelle ich fest: die Natur hat an alles gedacht. Es macht alles Sinn und baut aufeinander auf und wir leben gemeinsam und machen Fehler und lernen daraus.
Dann und wann kommt es dazu, dass ich die Zeit habe, mich davon faszinieren zu lassen. Von der Tatsache, dass es uns Menschen gibt und all‘ die anderen fabelhaften Lebewesen und Luft, die wir atmen können. Dass es eine Erdatmosphäre gibt und Erdanziehungskraft. Dann bewundere ich. Und staune. Über Alltägliches.
Dann und wann kommt es dazu, dass ich mich in diesen Gedanken verlier‘ und mich dann frage: Und jetzt? Was genau ist meine Aufgabe? Was soll ich tun?
Und dann bemerke ich: dass sich mein ganzes Leben um diese Fragen dreht.
Unser aller Leben vielleicht sogar?
Denn es scheint, als würde alles, was die Natur erschaffen hat, Sinn ergeben. Und was mach‘ ich draus?

Und dann habe ich irgendwo aufgeschnappt, dass der Sinn des Lebens vielleicht in all‘ jenem liegt, was wir für andere tun.
Und das erste Mal kam mir in den Sinn, dass ich vielleicht nicht auf die andere Seite der Welt fliegen muss, weil es mich selbst glücklich macht. Vielleicht findet Selbstfindung nicht erst auf Bali an. Wohlmöglich hatte ich also den Sinn des Lebens schon mit drei Jahren erkannt, als ich das erste Mal freiwillig meinen Fruchtzwerg mit meiner großen Schwester teilte? Oder mit 5 Jahren, als ich mich für sie beim Eiswagen anstellte?
Vielleicht ist der Sinn meines Lebens nicht, mich selbst zu finden – denn ich bin: nicht beständig – vielleicht geht es doch viel mehr darum: etwas zu hinterlassen. Jemandem etwas zu hinterlassen.
Also haben die Geschenke, die wir anderen überreichen, die Ratschläge und Hinweise, die Liebesbekenntnisse und Streicheleinheiten, die liebevollen Blicke und Wissen, dass wir weitergeben, den größten Wert, den wir erschaffen können?
Vielleicht ist er das, der Sinn des Lebens: andere glücklich zu machen.
Und damit uns selbst.
Vielleicht.
Vielleicht muss ich also doch nach Guinea fliegen, um anderen zu erzählen, wie wunderbar es dort ist. Und um weiterzugeben, was ich dort gelernt habe und gesehen.
Vielleicht ist es die Selbsterkenntnis, die es braucht. Nicht die Selbstverwirklichung. Vielleicht muss ich mich selbst erkennen und erfahren, die Welt erfahren und erleben, damit ich anderen davon etwas mitgeben kann. Vielleicht kann man dann darauf hoffen, dass der nächste nicht die selben Fehler wieder begeht und dass wir uns dann alle gemeinsam verbessern.
Vielleicht ist es das.

Vielleicht.
Denn es scheint mir so egoistisch zu sagen, der Sinn meines Lebens ist: mein Glück. Und ich hab oft genug bemerkt, dass das nicht reicht. Mein Glück meine ich.
Und es gibt für heute nur ein was, wobei ich mir in dieser Sache sicher bin: ein Sinn des Lebens besteht darin, die Augen der Menschen zum leuchten zu bringen, die ich liebe.

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Pullover – Desigual (hier)
Rock – Zara
Tasche – H&M
Schuhe – Hallhuber

Fotos – Martin Stier
mit Lena von ConsiderCologne <3

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19 Kommentare

  • Reply Krissi 22. Januar 2017 at 23:37

    Was für schöne Bilder und hübsche Mädels. <3
    Dein Outfit gefällt mir sehr sehr gut, super weihnachtlich und funkelnd und hübsch.
    Da will ich die Weihnachtszeit doch direkt wieder zurück…

    Der Text ist mal wieder wahnsinnig toll geschrieben. Du hast – wie ich schon gefühte 1000 Mal kommentiert habe, aber noch immer so meine – so ein riesiges Talent fürs Schreiben.

    Was du da beschreibst, diese Faszination, die von der in sich so stimmigen Natur ausgeht, ist riesig.
    Es wirkt alles wie ein Wunder, wenn man so darüber nachdenkt, wie viele verschiedene Lebewesen es auf der Erde gibt. Seit so unfassbar vielen Jahren. Ich bin in Bio 4-stündig und meine Lehrerin wäre sicherlich schwer enttäuscht von mir, wenn sie das lesen würde, aber: Es ist wie ein Wunder. Ja, es gibt die Stammesgeschichte und Evolulutionslehre, die dieses "Wunder" erklären und zurückverfolgen, aber dennoch wirkt es auf mich einfach unglaublich. Unfassbar. Wie ein Wunder eben.

    Die Frage nach dem Sinn des Lebens – die hat sich sicherlich jeder schonmal irgendwie gestellt. Ich denke, dass es möglicherweise nicht nur einen – DEN einen – Sinn des Lebens gibt, sondern ganz viele. Andere glücklich zu machen, zum Strahlen zu bringen, ist womöglich einer davon. Vielleicht auch, sich selbst glücklich zu machen. Glücklich zu sein. Zu Reisen, die Welt mit all ihren Facetten und Orten und Bewohnern zu entdecken. Zu leben und das Leben zu genießen – und noch so so viel mehr.

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://www.themarquisediamond.de/

  • Reply Rita 9. Januar 2017 at 08:10

    Als aller erstes, sehr schöne Bilder. Die sehen sehr professionell aus! Ich finde die Art wie du schreibst sehr faszinierend. In der Weinachtszeit geht es vor allem darum sich mit seiner Familie zusammen zu finden und anderen etwas zurückzugeben. Und das auch im Alltag. Ich denke öfters über den Sinn des Lebens nach. Manchmal fährt es mir nachts auch kalt den Rücken herunter. Ich denke aber trotzdem wie du es schon gesagt hast. Alles hat seinen Sinn. Alles ist bestens durchdacht und harmoniert perfekt zusammen. Würde es sogar noch besser wenn es manche Menschen nicht gäbe, aber das ist ein anderes Thema.

    Rita

  • Reply Claudia 29. Dezember 2016 at 14:30

    schön wie du dir in der weihnachtszeit gedanken um solche themen machst und dann sowas wie nächstenliebe und selbslosigkeit damit verbindest 🙂 ich finde auch dass einen so eine besinnliche weihnachtszeit doch immer wieder über solche themen nachdenken lässt – natürlich auch stress und geschenke und termine, aber trotzdem ab und zu innehalten und sich vllt auch über das freuen, was man hat, als immer mehr haben zu wollen 🙂
    in diesem sinne noch eine schöne nachweihnachtszeit
    urlaubsgrüße aus dem hotel gröden
    Claudia

  • Reply Nadja 29. Dezember 2016 at 01:26

    Oh Luise, das ist der schönste Text, den ich je von dir gelesen habe! So rein und vorsichtig, aber voller Liebe und Achtung!
    Deine Einstellung finde ich wunderschön und mehr als achtens- oder lobenswert! Wenn man die Einstellung auf viele Menschen überträgt, wäre statt Wirtschaftswachstum endlich unser Glück und Miteinander insgesamt das Ziel.
    Ich finde das eine sehr schöne Erknntnis <3

    • Kleinstadtcarrie 29. Dezember 2016 at 12:48

      <3 <3 <3 <3 Ganz viel Liebe <3 <3 <3 <3

  • Reply Sylvia 28. Dezember 2016 at 18:09

    Sehr schickes Outfit, so richtig schön weihnachtlich.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at

  • Reply Dany 28. Dezember 2016 at 16:32

    Ach Luise, du hast es mal wieder getroffen, den wunden Punkt. Der wunde Punkt der mich immer und immer wieder zum nachdenken bringt. Was bin ich, was will ich sein und was ist mein Sinn meine Aufgabe hier auf der Erde? Wenn man sich zu sehr in den Gdenken verliert kann das kaputt machen. Und zwar genau dann wenn man keine Antwort auf die Frage findet. Wenn man nicht weiß was der Sinn des Lebens für einen selbst ist. Aber ja, ich denke auch für mich ist es das Wertvollste andere Menschen glücklich zu machen. Zu helfen wo ich kann. Erfahrungen sammeln und weiter geben. Leben, streben nach dem Glück… Auf jeden Fall möchte ich auch etwas hinterlassen.

    Lg Dany von http://www.danyalacarte.de

  • Reply Julia 28. Dezember 2016 at 13:39

    Liebe Luise,
    dieser Text gefällt mir mal wieder richtig gut. Vorallem im Anschluss an die Weihnachtszeit finde ich deine Gedanken sehr passend und sorgen bei mir für ein wohliges Gefühl im Bauch. Danke dir dafür! Besonders schön finden ich auch die Bildstrecke! So Großartige Aufnahmen und dann auch noch zusammen mit der wunderschönen Lena <3

    Ganz liebe Grüße,
    Julia

  • Reply Anne 28. Dezember 2016 at 09:49

    So schön! Ich habe auch schon oft darüber nachgedacht – ich denke, jeder hat das schon. Aber deine Theorie finde ich sehr schön. Der Sinn des Lebens ist es, das Leben der Anderen schöner zu machen. Sich gegenseitig zu unterstützen.
    Vielleicht ist es nicht DER Sinn des Lebens. Vielleicht gibt es aber eben nicht nur einen, sondern eben ganz viele kleine.

    Liebe Grüße
    Anne

  • Reply Mister Matthew 28. Dezember 2016 at 02:27

    Richtig schön geschrieben!
    Regt mich total zum Nachdenken an!

  • Reply Oliver 27. Dezember 2016 at 23:53

    Liebe Luise,
    Ich folge dir schon eine ganze Weile und muss dir sagen, dass deine Texte immer besser werden.
    Wieder einmal hast du mich tief berührt. Wie kommt ein so junger Mensch wie du zu so einer Tiefe?
    Ich habe einen langen Weg hinter mir mit einer schweren Erkrankung und einer Transplantation. Doch du sprichst aus, was mich bewegt. Du findest die Worte, die mein Herz leuchten lassen.
    Vielen Dank dafür.
    Gott segne dich und schenke dir die Menschen, die deine Tiefe wert schätzen können.
    Ich wünsche dir ein Gutes Neues Jahr, mögen deine Wünsche in Erfüllung gehen.
    Oliver

    • Kleinstadtcarrie 28. Dezember 2016 at 21:15

      Danke Oliver. Wirklich – vielleicht ist das einer der schönsten Kommentare, die ich je bekam <3

  • Reply Stefanie 27. Dezember 2016 at 20:15

    Hallo Luise,

    wiedermal ein sehr schön geschriebener Beitrag :).
    Ich bin seit Weihnachten dabei, die ganzen Beiträge die ich verpasst, bzw. nicht geschafft habe zu lesen nachzuholen und bin immer wieder so inspiriert!

    Außerdem hat mir der Pulli von diesen Fotos so gut gefallen, dass ich ihn gleich bestellen musste (zum Glück war er reduziert^^).

    Und dann ist heute auch noch die liebe Lena bei deinen Fotos dabei, ich liebe Ihren und Leonies Youtube Kanal so sehr und schaue mir ihre Videos jetzt schon seit über 3 Jahren an :).

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und hoffe du hattest schöne Weihnachten mit deiner Familie :)!

    Liebe Grüße
    Stefanie

    • Kleinstadtcarrie 28. Dezember 2016 at 21:17

      Hey Stefanie,

      jaaa, ich liebe den Pullover auch so so so sehr 🙂

      Und ganz viel Liebe auch für Lena und Leonie <3

  • Reply Lisa 27. Dezember 2016 at 19:12

    Wow was für ein wirklich super toller Beitrag. Und dein Look, die Fotos einfach der Hammer.
    Wünsche dir eine schöne Woche.
    Liebe Grüße Lisa <3
    http://www.hellobeautifulstyle.blogspot.de

  • Reply Nilishi 27. Dezember 2016 at 17:08

    Tolle Worte, die mich sehr zum Nachdenken anregen. Es ist so wichtig, anderen Menschen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Es ist notwendig, um selbst glücklich zu werden. Aber auch notwendig um die Schönheit der Selbstlosigkeit zu verstehen.

    Liebe Grüße
    Nili von Mindbroken.de