Danke sagen.

/22. Dezember 2016/25 Kommentare

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Er braucht eine neue Niere. Und dann noch eine.
Sie kann uns nicht mehr richtig sehen. 
Es geht ihr nicht gut, weil sie nicht isst. Sie isst nicht, weil es ihr nicht gut geht.

Ich bin in meinem Leben bisher drei Mal im Krankenhaus gewesen:
1. Als ich mit 9 Jahren Verdacht auf Blinddarmentzündung hatte. Ich musst über Nacht bleiben. Und als die Schmerzen irgendwann nachließen, hatte ich mit meiner damals 7 Jahre älteren Bettnachbarin die lustigste Nacht überhaupt.
2. Bei dieser Vernisage. Die 12. Klässler meines Gymnasiums stellten damals ihre Gemälde im Foyer des gegenüberliegenden Krankenhauses aus. Es gab Orangensaft in Sektgläsern.
3. Und als ich mir den kleinen Zeh brach. Wir sind zum Röntgen gegangen. Aber vielleicht viel mehr wegen der Erfahrung. Mein Fuß in schwarz/weiß. Ein Verband in hellgrün. Und ein Pfefferminzbonbon.

Ich bin facettenreich. Meine Texte sind es. Die unterschiedlichsten Themen. Aber es gibt Gefühle, Begebenheiten, Schicksalsschläge, denen ich noch keine Aufmerksamkeit geschenkt habe. Nicht musste.
Ich bin gesund.

Fünf Stunden Dialyse pro Woche.
Angst vor der OP.
Die Erinnerungen fressen sie auf. Sie ist fast gar nicht mehr da.

Es gibt drei Ärzte die ich regelmäßig aufsuche.
1. Meinen Hausarzt. Die verschleppte Mittelohrentzündung von vor drei Jahren macht mir noch manchmal zu schaffen. Und dann sagt er mir, dass ich ein bisschen weniger arbeiten, ein bisschen mehr essen soll. Ab in die Badewanne! Inhalieren! Ausruhen! Mindestens 5 Tage! Ich ächze! Doch! Und dann geht es mir besser.
2. Meinen Zahnarzt. Da sind immer alle so freundlich.
3. Meine Frauenärztin. Die ich so gerne mag. Ich gehe dort hin, weil wir jedes Mal direkt einen neuen Termin ausmachen.

Mir fehlt nichts. Ich habe keine Schmerzen. Ich bin gesund. Und es ist gut zum Arzt zu gehen, wenn man gesund ist. Ich habe keine Angst. Ich schwatze ein paar Minuten mit der Schwester, lese im Wartezimmer mein Lieblingsmagazin und bin nach wenigen Minuten wieder draußen. Und ich habe keine Ahnung, weshalb die anderen Patienten da sind. Die müden Gesichter erzählen Geschichten, die ich gerade so erahnen kann.

Ich bin dankbar für diese zwei Nieren.
Ich bin dankbar, dass sie mich noch sehen kann.
Ich bin dankbar, dass sie wieder ein paar Kilo mehr wiegt.

Drei meiner geliebten Menschen geht es heute wieder gut.

Es geht ihm gut.
Es geht ihr gut.
Es geht ihr gut. 

Ich bin zu klein gewesen, um das zu verstehen. Kann mich ja kaum daran erinnern. Und es ist wundersam, wie uns das Vergessen, das Nicht-Erinnern, das kindliche Unverständnis bewahrt, beschützt vorm Schmerz, vor den Sorgen. Dem sich sorgen.
Und heute geht es Euch gut.
Und ich möchte Danke sagen, an diejenigen, die dafür gesorgt haben.
Schwestern, die Eure Hand gehalten haben.
Ärzte, die dir ein weiteres Leben geschenkt haben. Einen Blick. Eine Zukunft.

Danke an den Arzt, der ihm die Niere eingesetzt hat. Und dann die Tabletten verschrieben.
Danke an den Arzt, der ihr die Angst vor der Operation genommen und klare Sicht gegeben hat.
Danke an den Therapeuten, der ihr klar machen konnte, was sie braucht.
Danke, dass ich jetzt zu ihnen nach Hause kommen kann. Das ist das größte Geschenk, das man mir machen kann. 

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Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit dem Verband der Privaten Krankenkassen im Rahmen der Kampagne „Für unsere Gesundheit“ statt. Dabei geht es darum, seiner Ärztin, seinem Physiotherapeuten, seiner Therapeutin, seinem Pfleger oder einer Hebamme einmal öffentlich ein großes „Danke“ auszusprechen. Denn obwohl wir diesen Menschen oftmals unglaublich viel verdanken, kommt so ein „Danke“ gerne mal zu kurz.
Da ich selbst, wie ihr oben gelesen habt, kaum engeren Kontakt zu Ärzten habe (und dafür bin ich auch dankbar!), – habe ich mich bei den Ärzten bedankt, die mir meine Liebsten gesund gemacht haben. Bevor ich von der Kampagne gehört habe, dachte ich tatsächlich nie darüber nach. Aber diese Ärzte sind meine Helden und sie haben ein Danke! mehr als verdient.

Macht mit und sagt Danke auf  dankesagen.de !

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Mantel – FrenchConnection
Hose – Zara 
Schuhe – UGG
Tasche – Ralph Lauren
Schal – Guido Maria Kretschmer
Pullover – Zara 
Lippenstift – 

Fotos – Vanessa Thiel

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25 Kommentare

  • Reply Lydia 26. Januar 2017 at 11:44

    Toller Beitrag, der mich sehr berührt hat.
    Ich selbst habe keine funktionierenden Nieren mehr und musste deswegen ein Jahr an die Dialyse, was ich weiter nicht schlimm fand um ehrlich zu sein. Dann habe ich eine Niere von meiner Mutter gespendet bekommen, die aber nicht entgiftet, also weiterhin Dialyse und hoffen, dein Beitrag spricht mir sehr aus der Seele, da auch ich den Ärzten einfach dankbar bin, dass sie mir weiterhin immer Hoffnung machen, dass alles doch noch gut gehen kann und dass hilft mir unfassbar weiter positiv zu denken und trotz allem glücklich zu sein

    • Kleinstadtcarrie 28. Januar 2017 at 10:42

      Lydia,

      ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und ganz viel Kraft 🙂
      Ich denk an Dich!

  • Reply Janine 6. Januar 2017 at 13:59

    Liebe Luise, ich hasse Ärzte weil ich eine riesige Angst vor Ihnen habe, aber Du hast treffende Worte genommen, um meinen Blickwinkel auf diese Berufstätigen ein wenig zu verbessern 🙂
    Und die Geschichte mit dem Mädchen / der Frau die nicht isst, weil es ihr so schlecht geht, hat bei mir Gänsehaut ausgelöst – mir erging es genauso und wahrscheinlich aufgrund dieser Behandlungen im Spital graut es mir vor diesem Ort.
    allerliebste, schneeflockige Grüsse aus der Schweiz
    Janine
    https://www.yourstellacadente.com/

  • Reply Peter Feldmann 26. Dezember 2016 at 11:36

    Liebe Louise –

    mal abgesehen von den wunderschönen Fotos und der gezeigten Mode haben mich Deine Worte der Dankbarkeit am meisten berührt. Die Art, wie Du Dich selbst vom Schicksal anderer berühren lässt, vermittelt mehr als jede Mode, die Du uns zeigst, Deine Individualität und Dein großes Herz.

    Ich bin dankbar, dass ich durch meinen Onlineshop vielen Frauen und Männern modische Schuhe in Übergröße anbieten kann und immer wieder merke, was für ein Mangel an großen Schuhgrößen in den meisten Schuhgeschäften herrscht. Ich bin dankbar, meine Familie ernähren zu können, in meiner Freizeit mein Interesse an Zukunftstechnologien zu pflegen oder schöne Naturerlebnisse zu sammeln. Ich bin dankbar, mich trotz meines langen Arbeitstages vital zu fühlen und altersgerecht gesund zu sein. Ich liebe das Leben in seiner ganzen Fülle, auch wenn es nicht immer so verläuft, wie ich es gerne hätte. Für mich sind Hersteller, die Damenschuhe in Übergröße fertigen, die stillen Alltagshelden. Sie ersparen den Betroffenen, auch heute noch kilometerweit von Stadt zu Stadt zu fahren, nur um sich ein paar passende Schuhe zu kaufen. Was wären wir alle ohne jene, die an uns denken und sich um uns sorgen.

    Liebe Grüße
    Peter

    http://www.schuhxl.de
    SchuhXL – Schuhe in Übergrößen

  • Reply Krissi 25. Dezember 2016 at 23:18

    Das hast du so schön geschrieben…
    Ja, wenn man gesund ist und nicht ständig zum Arzt muss, kann und sollte man dafür sehr sehr dankbar sein – es freut mich, dass du das so schätzt.

    Ich finde dieses Projekt super, eine wirklich schöne Idee – denn die Menschen, denen so Viele ihr Leben verdanken, verdienen ein „DANKE“ und ich denke, für Mediziner, deren Beruf gleichzeitig auch eine Berufung ist, die dafür leben, anderen Leben zu schenken, ist dieses eine Wort die schönste und größte Anerkennung, über die sie sich unglaublich doll freuen. <3

    Die Bilder sind übrigens auch echt schön und dein Outfit sieht wundervoll aus. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://www.themarquisediamond.de/

  • Reply Sina 23. Dezember 2016 at 23:40

    Hinweis zu Ugg Boots: https://www.youtube.com/watch?v=_uVPFtONIkM

  • Reply Johanna 23. Dezember 2016 at 21:43

    Wow die Bilder sind wirklich wunderschön! Und ich finde deine Kooperationen super angenehm und überhaupt nicht nervig wie bei anderen Bloggern. Du bleibst dir einfach unheimlich treu.

    Liebe Grüße
    Johanna von http://www.missrapunzel.com

  • Reply FashionqueensDiary 23. Dezember 2016 at 19:10

    Ein wunderbarer Beitrag! In der Tat ist es traurig, dass die Heldenleistung der Ärzte so oft als „normal“ abgestempelt wird. Helden sind sie aber in der Tat – ohne sie, würden so viele liebe Menschen nicht mehr unter uns verweilen… Daher Danke für deine tollen Worte!

  • Reply Anne 23. Dezember 2016 at 15:57

    Liebe Luise,
    auch ich möchte vielen Menschen Danke sagen, weil wir es im Alltag viel zu wenig tun. Und werde es tun, wenn ich jetzt zum Weihnachtsfest nach Hause komme. Und ich möchte auch dir danke sagen! Du hast mich mit deinen Texten durch die zweite Hälfte dieses Jahres begleitet. Hast mich fühlen lassen, hast mir Gefühle bewusst gemacht, hast mir Denkanstöße für das Leben und neue Blickwinkel auf das Leben mitgegeben. Danke dafür! Du bist großartig!
    Liebe Grüße und ein wunderschönes Fest!
    Anne

  • Reply Jules 23. Dezember 2016 at 11:18

    Liebe Luise,
    ich bin schon lange eine stille Leserin und mit 32 Jahren wahrscheinlich auch eine deiner älteren :). Jetzt, zum Jahresende, muss ich dir aber doch mal schreiben, dass ich deine Fotos und Texte sehr schätze. Du hast einen schönen, berührenden Schreibstil (als Journalistin weiß ich, wovon ich rede ;)) und verstehst es, Bilder und Geschichten poetisch zu verbinden. Das mag ich! Dass es dabei nur nebenbei um Mode geht, finde ich besonders gelungen – so gibst du deinen Gedanken und Gefühlen mehr Raum. Und das zählt schließlich viel mehr, als hübsche Schuhe oder schicke Taschen :)!
    Ich wünsche dir frohe Weihnachtstage! Lass es dir gut gehen!
    Viele Grüße von Jules

    • Kleinstadtcarrie 25. Dezember 2016 at 12:00

      Jules,
      danke für Deinen Kommentar! Das bedeutet mir sehr viel, wenn jemand meinen Blog und die Intention dahinter so gut versteht 🙂

      Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit. <3

  • Reply Steffi 23. Dezember 2016 at 01:47

    Ich bin dankbar für meine Kollegen, Sie und ich sind Personal auf einer Leukämiestation. Ich bin dankbar dass sie die Arbeit erträglich machen, ich bin dankbar dass sie mich verstehen, auch wenn sie es manchmal nicht tun. Und ich bin dankbar das sie ihren Job jeden Tag mit soviel Liebe und Hingabe machen, trotz allem!
    Danke an meine Kollegen!

  • Reply Luisa 22. Dezember 2016 at 20:59

    Mein Freund aka Medizinstudent & Rettungsassistent hat im Laufe der Zeit mehrere Leben retten können und meine Schwester aka Hebamme hat schon oft dabei geholfen, dass kleine Wunder das Licht der Welt erblicken können. Für mich persönlich sind sie mein Alltagsheld und meine Alltagsheldinnen!
    Ein wahnsinnig schön geschriebener und berührender Beitrag, liebe Luise!

    Liebe Grüße
    Luisa | http://sparklyinspiration.com

  • Reply Anne 22. Dezember 2016 at 20:30

    Hey Luise,
    ich mag die Bilder von deinem Post so gern. 🙂 magst du verraten woher du die große Tasche hast? Die aus Leder hattest du oben angegeben oder?
    LG Anne

    • Kleinstadtcarrie 23. Dezember 2016 at 00:18

      Der große „Geschenksack“ war mal von Accessorize, die haben auch im Sommer immer ähnlich 🙂

  • Reply U. 22. Dezember 2016 at 20:06

    Danke!

  • Reply Sylvia 22. Dezember 2016 at 19:19

    So ein toller Beitrag! Die Ärzte und Schwestern leisten wirklich immer sehr viel und ich finde es einfach so wichtig so freundlich und unkompliziert wie möglich zu sein und sich dann zu bedanken.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at

  • Reply Elli 22. Dezember 2016 at 18:59

    Toller Text. Ich finde es gut, dass du Kooperationen mit Bedacht auswählst und daraus immer ein guter Post mit starkem Inhalt entsteht. Großes Lob auch das du dich mit aktuellen politischen Themen auseinander setzt und deine Meinung klar und offen deutlich machst.
    Jetzt bleibt nur noch die Frage wo du diese schönen Ohrringe her hast?:)
    Mach weiter so!

    • Kleinstadtcarrie 23. Dezember 2016 at 00:17

      Danke Elli 🙂

      Hui siehst Du, ganz vergessen dran zu schreiben, die sind aktuell von Accessorize 🙂

  • Reply Bella 22. Dezember 2016 at 16:37

    Liebe Luise,
    wie so oft, regen mich deine Beiträge zum denken an.
    Oft belächeln mich meine Kumpels: „Echt, du liest dir Modeblogs durch?“, aber ich finde, dein Blog ist ganz anders, als die abertausenden die es inzwischen wohl gibt, bei dir geht es nicht nur um Mode und JetSet, Schminke und Haare, in deinem Blog geht es um so viel mehr, deine Posts sind so besonders und inspirierend. Oft finde ich mich in deinen Artikeln wieder und du hast immer den richtigen Tipp parat. Man merkt, dass du dir bei der Wahl deiner Kooperationen treu bleibst, und das ist so angenehmen. Du bist sozusagen ‚real‘ geblieben und deswegen sind deine Post wie eine ‚Freundin‘ für mich geworden, jemand der mich versteht, auf den ich höre, der mich voran bringt. Ich nehme mir die Dinge zu Herzen, die du sagst. Ich finde es sehr bewundernswert, dass du auch schwierige Themen ansprichst, sei es PEGIDA oder die #nurwennicheswill – Kampagne und du tust es auf so eine angenehme, aber bestimmte Weise.
    Ich bewundere es unfassbar, wie du diesen Blog seit Jahren betreibst. Ich wünsche dir und deiner Familie frohe Weihnachten und besonders dir eine kleine ruhige Auszeit.
    Ich freue mich schon sehr darauf auch 2017 wieder von dir zu lesen. DANKE!, liebe Luise.

    • Kleinstadtcarrie 23. Dezember 2016 at 00:19

      Bella,
      danke für diesen Kommentar.
      Er bedeutet mir unheimlich viel!
      Und ich wünsche Dir auch ein wunderbares Fest 🙂