Wie es wirklich ist, nach Hause zu kommen.

/1. August 2016/62 Kommentare

Vielleicht hast Du recht – vielleicht fühlt sich das so an, wenn man nach dem Abi für eine Zeit ins Ausland geht. Das erste Mal weg von den Eltern. Allein wohnen. Mehr oder weniger. Für Kinder sorgen.  Und dann wieder kommen – einige haben angefangen zu studieren, andere wohnen immer noch zu Hause. Und dann passt man plötzlich nicht mehr ins Kinderbett, weil man begriffen hat, dass die Erde rund ist. Rund. Und damit unendlich.
Sicherlich hast Du recht. Das sind schließlich deine Gefühle.

Aber… mir erging es anders. Und zwar so:

Ich habe die Tage gezählt. Bis zur Abreise meine ich. Aber nicht, weil ich mich auf zu Hause – wo auch immer das ist – gefreut habe, sondern weil ich mir vor Augen führen wollte, wie viel Zeit noch bleibt. Und als die Zahl einstellig war, wurde mir mulmig. Mir wurde schlecht. Schlaf? Brauch ich nicht! Wir müssen das hier auskosten. Ich muss das auskosten!
Und kurz bevor mir dann doch die Augen zufielen, liefen Tränen über mein Gesicht – ich will hier nicht weg.

In New York am Flughafen geht es mir noch gut. Die Koffer aufgegeben. Ein Stück Pizza in der Hand. Ein wunderschöner Sonnenuntergang und ganz hinten am Horizont kann ich das Empire State Building entdecken. Alles wie immer. In New York City.
Im Flugzeug geht es mir gut. Das Essen ist lecker. Die Filmauswahl besser. Und es gibt sogar vegetarisches Frühstück.
Ich lande in Düsseldorf und es geht mir gut. Alles in Ordnung.
Irgendwie habe ich gar nicht geheult.
Noch nicht.
Irgendwie habe ich noch gar nicht realisiert. Realisiert, wo es hingeht. Realisiert, dass ich heute Abend gar nicht den 6 Train nehmen kann, um meine Freunde zu treffen.
Und dann laufe ich zum Gate 53. Mein Anschlussflug nach Dresden, nach Hause, geht in 35 Minuten. Und dann steigen mir die Tränen in die Augen. Auf einmal. Plötzlich. So viele alte Leute. Und alle sprechen deutsch. Und eigentlich ist es doch erst nachts um drei. Aber hier scheint die Sonne. Ich schließe die Augen. Atme tief ein. Schlucke die Tränen runter. Bin doch schon groß. Bin in New York 22 geworden. Und erwachsen. So richtig meine ich. Und vor allem: glücklich.

Ich steige aus dem kleinen Propellerflugzeug. Gehe zum Gepäckband. Wie gelähmt irgendwie. Steif. Leer. Vielleicht liegt es daran, dass ich so müde bin, denke ich.
Ich bin wieder da.

Meine beste Freundin wartet auf mich. Heißt mich willkommen Ein breites Grinsen.
Und ich will ihr mindestens genau so viel Freude entgegenbringen.
Aber ich kann nicht. Ich kann einfach nicht.
Wir steigen in’s Taxi. Und alles kotzt mich an. Der fette Taxifahrer. Seine Witze. Dass sich nichts verändert hat. Und diese Vertrautheit, die sich plötzlich so fremd anfühlt. Meine Wohnung. Mein Bett. So viel Platz. Viel zu viel Platz. Und nachts kann ich nicht schlafen, weil es zu leise ist. Also liege ich wach, bis die Vögel zwitschern. Vögel zwitschern.
Ich packe Kisten aus und würde am liebsten alles wegschmeißen. Denn: ich habe nichts vermisst. Konnte wunderbar leben aus zwei Koffern. Ich brauch’ das alles nicht. Ich will das nicht.
Und jetzt sitze ich hier. Zwischen Kisten. Klamotten. Erinnerungen. Heule. Und nach zwanzig Minuten fährt mal ein Auto an meinem Haus vorbei.

Wie es sich anfühlt, nach einem Auslandsaufenthalt nach Hause zu kommen?
Scheiße!
So vertraut. Wie der Lieblingspullover, den man nach Jahren in irgendeinem alten Rucksack findet. Damals heiß geliebt. Das sieht man. Er ist mir nicht zu klein geworden, schließlich wachse ich nicht mehr. Aber irgendwie schon. Er passt nicht mehr. Es ist nicht so, das ich ihn nicht mehr schön finde. Finde ihn nach wie vor hübsch. Aber er erinnert an alte Zeiten. Er passt eben einfach nicht mehr.

Wie es sich anfühlt, nach einem Auslandsaufenthalt nach Hause zu kommen?
Scheiße!
Weil man, in dem Moment, als man in’s Flugzeug gestiegen ist, ein neues Leben begonnen hat und jetzt steht man zwischen den Stühlen.
Plötzlich gehört man nirgendwo mehr richtig hin.
Und das Allerschlimmste?
Ich weiß, dass ich Leuten damit weh tue. Leuten? Freunden! Meiner Stadt. Meiner Heimat.
Ich bin ein Verräter. So fühlt es sich an. Habe das alles einfach hinter mir gelassen und bin weiter gegangen. Weggerannt. Und sträube mich jetzt. Mit aller Kraft. Trete sie. Verletze sie. Sträube mich jetzt mit aller Kraft, zurück zu kommen. Und es tut mir Leid. Es tut mir so unendlich leid. Ich wollte niemandem weh tun. Niemanden verlassen. Ich wollte euch nicht zurück lassen.
Aber ich musste endlich gehen.

Und das Leben geht einfach weiter. Von den anderen.
In New York. Und hier in Dresden.
Das Leben geht einfach weiter. Ihr Leben.
Und ich? Stehe zwischen den Stühlen. Wie ein trotziges Kind.
Ich sträube mich. Will keinen einzigen Schritt zurück gehen. Ich bin jetzt anders!, schreie ich sie an. Und das versteht ihr nicht!, jammere ich.
Und es ist nicht so, dass ich mich um 180° gedreht hätte. Ich habe mich nicht von Grund auf verändert. Und meine Freunde wissen, wie es mir geht – weil sie es selbst schon erlebt haben. Es hat sich hier in Dresden auch nichts Weltbewegendes getan. Wir studieren nach wie vor. Und sie schreibt ihre Bachelorarbeit. Sie zieht nach Berlin. Er will immer noch nicht raus hier. Und ein alter Klassenkamerad weiß nicht, wohin es im Leben gehen soll.
Das Leben hier ging voran oder auch nicht. Das Leben hier passt nicht mehr.
Und das Leben in New York geht einfach weiter. Minus eins.

Und ich werde mich wieder daran gewöhnen. Es ist vernünftig, dass ich wieder hier bin. Prüfung schreiben. Bachelor machen. Arbeiten. Alltag. Verpflichtungen. Und die große Frage, wie es jetzt weiter geht. Und die Sache ist: ich weiß, dass ich den Pullover wieder überstreifen werde. Oder einen neuen. Ich weiß, dass ich mich wieder daran gewöhne. Wieder neue Freunde. Ein neuer Ort. Studium. Eine neue Vorlesung. Ich weiß ganz genau, dass es weiter geht. Nicht in New York. Erstmal. Ich weiß, dass ich mich daran gewöhnen werde, wieder hier zu sein. Und dass ich es früher oder später auch genießen werde.
Aber ich will nicht.
Weil ich nicht wieder in diesen Trott verfallen will.

Was ich heute noch mache? Es ist Donnerstag. 18:47 Uhr. Ich werde noch ein paar Zeilen schreiben. Aufräumen. Fernsehen vielleicht. Und dann in’s Bett gehen.
Und morgen probiere ich es erneut:
Anzukommen, ohne zurückzukommen.

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62 Kommentare

  • Reply Samantha Dietel 27. Mai 2017 at 02:46

    Ich habe neun Monate in Edinburgh studiert und habe jetzt noch genau eine Woche übrig bevor ich wieder nach Dresden muss. Ich denke, ich habe hier Freunde fürs Leben gefunden und das Wissen, dass ich bald nicht mehr an ihre Tür im gleichen Korridor klopfen kann, wenn mir langweilig ist, ist zum kotzen. Italien, Frankreich, Spanien,…man denkt jetzt, dass das nicht weit weg ist und dass man die Leute jederzeit besuchen kann, aber wie es am Ende wirklich aussieht, weiß keiner. Jeder Tag war anders aufregend hier, und jeder Tag in Dresden wird wieder anders gleich sein, in der Uni hocken, lernen, ab und an mal einen Kaffee trinken…ich habe nichts von dem vermisst aber werde jede Sekunde von der Zeit in Schottland vermissen. Ich bin zwar noch nicht mal wieder zuhause, aber dein Text spricht mich jetzt schon 100% an. Ich hoffe, dass das traurige Gefühl schnell verschwindet! Und ich hoffe auch für dich, dass du dich glücklich und zuhause fühlst, egal an welchem Ort du gerade bist!

  • Reply Marie 24. Mai 2017 at 05:42

    Liebe Luise,

    dein Post ist ja schon länger her, aber ich sitze hier in Montreal in meinem Bett und weine. Weine wegen deinem Text, der Angst und weil ich nicht zurück nach München will. Ich vermisse nichts und niemanden genug. Mein altes Leben passt nicht mehr zu mir. Ich habe mich verändert und habe so Angst, dass es mich einholen wird und mich zurück verändern wollen wird. Ich liebe mich hier mehr, als je zuvor und fühle mich geliebt, so wie ich bin. Ich bin ein besserer und glücklicherer Mensch. Ich habe hier mein Herz verloren. An das Land. Die Sprache. Die Menschen. Einen Menschen. Die Freiheit…Hilfe

    • Kleinstadtcarrie 24. Mai 2017 at 10:05

      Liebe Marie,

      I FEEL YOU!
      Aber eins ist sicher: zurück verändern wirst Du Dich nicht.
      Du wirst Dich verändern – klar, aber das ist ganz normal. Aber nichts und niemand wird die die Erinnerungen und Erfahrungen nehmen können!
      Ich wünsche Dir alles Gute und dass Du gut ankommst. Gib Dir selbst ein bisschen Zeit dafür. Und: Du kannst jederzeit zurück kommen <3

  • Reply Vicky 11. Oktober 2016 at 13:48

    Liebe Luise,

    du kannst es dir nicht vorstellen, aber genau der Text könnte von mir stammen. Ich habe genau das gleiche erlebt in New York. Ich konnte es nicht glauben, als ich wiedergekommen bin. Wie in Trance bin ich in meine Wohnung gegangen, alles war so leise. Es war/ist schrecklich, auch wenn ich mit dieser Aussage andere unglaublich verletze. Ich will nicht hier bleiben, ich will zurück nach New York. Dort hat man sich einfach ein anderes Leben aufgebaut. Am liebsten würde ich für 3 Monate nach NYC gehen, jedoch wird es dann glaube ich nur noch schlimmer, du verstehst mich.

    • Kleinstadtcarrie 11. Oktober 2016 at 14:01

      Versteh‘ Dich nur zu gut, Vicky …

  • Reply Franca 26. September 2016 at 14:57

    Wunderschön! Ich fühle mit dir. Genau so habe ich mich gefühlt, als ich zurückgekommen bin.
    Diese zweite Welt zieht einfach weiter. Ohne Dich.
    Man muss versuchen, das Beste daraus zu machen. Und das ist leichter gesagt, als getan.

  • Reply Salome 15. August 2016 at 20:58

    Ich liebe deine Texte Luise ♥

  • Reply Paulina 9. August 2016 at 19:25

    Ich kann voll und ganz nachvollziehen wie es dir geht :/
    Kopf hoch und neue Pläne machen! Ich glaube man gewöhnt sich nie wieder an „das hier“ wenn man mal „mehr“ gesehen hat. Man kommt zurecht, klar, aber das Herz will immer weg.
    Mir hilft es nach und nach, mir darüber bewusst zu werden, welche Vorteile ein Leben in Deutschland mit sich bringt…also allein in Sachen Sozialpolitik/Sozialrecht. Aber das heißt ja auch nicht, dass man für gewisse Zeiträume auch mal woanders sein kann. So handhabe ich das derzeit und es funktioniert irgendwie 🙂

  • Reply Fränzi 9. August 2016 at 12:56

    Danke für deinen Text, deine letzten Zeilen haben etwas beschrieben, was ich schon lange zu erklären versuche.
    Ich habe das heimische Nest sehr früh verlassen, nämlich mit 16. Ich ging auf eine weiterführende Schule fast 100 km von zu Hause entfernt, anschließend habe ich dort auch mein Studium absolviert. Nach dem Studium konnte ich einen tollen Job in einem anderen Bundesland ergattern und zog ganz alleine 300 km weiter weg. Ich kannte dort niemanden und baute mir aus nichts mein eigenes neues Leben auf und kämpfte mich durch. Ich war stolz auf mich, ich genoss die Zeit aber ich wusste dass das nicht von Dauer ist. Ich wollte „Mehr“, ich wollte „aufsteigen“, ich wollte nicht stehenbleiben sondern mich weiterentwickeln. Dass ich dieses „Mehr“ ausgerechnet in meiner Heimatstadt finden würde, habe ich mir nie träumen lassen. Auf einmal war die Chance da und ich wollte sie ergreifen, haderte allerdings mit mir. Seit meinem Auszug daheim waren 10 Jahre vergangen. Würde ich mich dort noch einfinden? Kann ich zurückkommen? Ist das nicht ein Rückschritt? Klar ich liebe meine Familie, und sie wieder näher bei mir zu haben stellte ich mir schön vor. Allerdings war ich es gewohnt mein Leben alleine zu führen, Dinge alleine zu bewältigen, weil die Eltern einfach nicht greifbar waren. Viele meiner Freunde konnten meine Gedankengänge nicht nachvollziehen, für sie bedeutet heimkommen immer etwas positives, ich allerdings hatte Angst davor.

    Um die Story abzukürzen:Ich habe die Chance des beruflichen Aufstiegs genutzt und bin wieder in meine Heimatstadt gezogen. Und dabei ist mir klar geworden: Es ist kein Rückschritt, es ist ein Lebensabschnitt. Ob er von Dauer ist oder nicht ist dabei völlig egal. Und mein Gefühl ist genauso wie du es beschrieben hast:
    Ich bin angekommen, nicht zurückgekommen. Denn ich bin nicht mehr das 16 jährige Mädchen, dass damals ausgezogen ist.

    Vielleicht kannst du das auch so sehen, ich wünsche dir, dass du ankommst.

  • Reply Sebastian 7. August 2016 at 08:51

    Moin Luise,

    fantastisch geschrieben – ich hatte beim Lesen ein bisschen Pipi in den Augen. Natürlich hast du recht, nach Hause zu kommen ist nicht leicht, wenn man selbst einen so großen Sprung gewagt hat und mit einem ganz anderen Blick auf die Dinge zurück kommt.

    Lässt man sie zu gibt es sie noch öfter im Leben, diese Brüche mit dem was war. Vertrau auf dich und deine Fähigkeit diesen Bruch zu nutzen auch „daheim“ so viel du möchtest von diesen Erfahrungen mit in deinen Alltag zu nehmen. Dafür wird eben nicht mehr alles Alte reinpassen. Aber das ist doch auch egal. Stillstand ist der Tod.

    Natürlich, Prüfungen und BA werden sich dadurch nicht stark verändern, aber dein Alltag und was nach dem Studium kommt sicherlich schon. Du musst nicht bleiben wo du bist oder wer du bist, die Tore der (runden! ;)) Welt stehen dir offen, du hast sie selbst geöffnet. Oder entdeckt. Ahoi! 😀

    Liebste Grüße aus Hamburg
    Sebastian

  • Reply Sina 3. August 2016 at 20:48

    Danke Luise! Danke!
    Dieser Post kam für mich genau in der richtigen Minute!

    Gerade sitze ich in meinem Zimmer (in dem ich heute die Möbel umgestellt habe, weil ich die immer gleiche alte Ordnung nicht mehr aushalten konnte..) und fühle mich einsam. Bin 7 Monate mit meinem kleinen Handgepäcks Rucksack duch Südostasien gereist und versuche nun seit 4 Wochen in Deutschland anzukommen.
    Seltsam, das man tausende Kilometer von zuhause (oder dem, was man für zuhause gehalten hat) und ganz alleine durch die Weltgeschichte reisen kann, jeden Tag neue Herausforderungen meistert, über sich hinauswächst und dann der scheinbar größten Herausforderung in den altbekannten heimischen Gewässern gegenüber steht!
    Obwohl es meine erste lange Reise war, wusste ich, dass „die Zeit danach“ nicht einfach wird, habe einen Tiefpunkt erwartet und versucht mich darauf vorzubereiten. Neue Pläne geschmiedet, Listen an Dingen aufgeschrieben, die mein Herz schneller schlagen lassen.
    Ich habe Bock auf Bildung, will studieren!
    Aber habe solche Angst, dass ich es nicht packe, mich mindestens 3 Jahre in Deutschland niederzulassen.
    Und ich weiß, dass das alles, unser Fernweh, die Post Travel Depression, ein Luxus Problem ist! Dass andere Erstis bestimmt ganz andere Sorgen im Kopf haben.. Und, dass wir so unglaublich privilegiert sind, Reisen und am anderen Ende der Welt leben zu können.
    Gerade meine Reise durch arme Länder wie Myanmar und Kambodscha hat mich dahingehend unglaublich geprägt.
    Ich sehe die Unzufriedenheit und die Hektik des europäischen Lebens mit ganz neuen Augen, verstehe manchmal nicht, was in meinem eigenen Heimatland eigentlich vor sich geht.

    Ich will wieder los, die Welt sehen, woanders leben, in die Kultur eintauchen, Menschen kennenlernen, neue Orte entdecken. Und doch will und muss ich (?!) eine „vernünftige“ Entscheidung treffen, einen Beruf oder ein Studium wählen.

    Was mich stark macht ist, dass ich weiß, dass es nicht die letzte, sondern die erste große Reise war. Auslandssemester, evt. Urlaubssemester warten sicherlich.

    Keine Ahnung, ob meine kleine Gedanken Grütze irgendwem weiterhilft, aber ich wollte mich hauptsächlich bei dir, Luise, bedanken und auch bei allen Kommentatoren! Ich habe jeden einzelnen Kommentar gelesen und es tut SOO unglaublich gut, zu wissen, dass ich nicht alleine bin, dass andere Menschen (wenn eben auch nicht meine Familie und Freunde in Deutschland) ganz genauso fühlen!
    Genau. Das. Brauchte ich heute!

  • Reply Gina 3. August 2016 at 18:14

    Oh Luise, wieder so schöne, wenn auch traurige Worte! ♥
    Ich kann nachvollziehen, was du schreibst, wenn ich es auch (noch) nicht nachfühlen kann. Momentan hänge ich noch wirklich sehr an meiner Familie und habe auch eine Art von schlechtem Gewissen, weil ich meine Mama & meine Schwester nun für ein Jahr „zurücklasse“. Und das obwohl sie es mir beide von Herzen gönnen für ein Jahr mit meinem Freund ins Ausland zu gehen.
    Gleichzeitig habe ich aber auch so viel Sehnsucht nach dieser Welt in mir. Meine imaginäre Liste mit Orten, mit Ländern, die ich noch bereisen will, wird immer länger und länger. Und ich bin gespannt, wie es mir heute in eine Jahr geht, wenn ich nach einem Jahr in einem jetzt noch fremden Land nach Hause zurückkehren muss..

  • Reply Dani 3. August 2016 at 02:39

    Ich weiß genau wie du dich fühlst. Nach meinem letzten Auslandsaufenthalt war es Zuhause genau 1 Tag lang cool alle wieder zu sehen. Aber spätestens nach einer Woche habe ich dort mein ganzes Leben umgeworfen um wieder reinzupassen. Und jetzt 2 Jahre später sitze ich wieder an einem anderen Ende der Welt und hab jetzt schon gar keine Lust mich irgendwann wieder in den Flieger zurück zu setzen. In meine kleine feine Wohnung, die ich vorher so geliebt habe und die dann einfach nicht mehr dieselbe sein wird.

  • Reply Anna-Lisa 3. August 2016 at 01:02

    Hallo Luise, mir kamen beim Lesen wirklich die Tränen, ein so schöner Blogpost! Ich kann nur zu gut nachvollziehen, wie es dir momentan geht. Ich habe im Bachelor für ein Jahr im Ausland studiert und nach „Hause“ zu kommen war wirklich nicht einfach…ich habe mich in diesem einen Jahr, in dem ich wieder in Deutschland bin, immer wieder gefragt: Warum eigentlich hier bleiben, wenn ich dort glücklicher bin und mehr ich selbst sein kann? Deshalb gehe ich nun für den gesamten Master zurück 😉
    Alles Gute für Dich!

  • Reply Leo 2. August 2016 at 19:22

    Oh Gott, ich glaube ich habe ein „dass“ / „das“ Problem, es springt mir einfach immer ins Auge 😀 😀
    Nun zum wichtigen Teil meines Kommentars: du beschreibst meine Gefühle einfach perfekt. Es passt einfach nicht mehr richtig. Wer sich einmal woanders richtig wohl gefühlt hat und ein richtig geiles Leben woanders geführt hat, wird glaube ich nur schwer daheim wieder richtig zufrieden. Ich hoffe, du kannst dein Leben, egal wo, immer genießen.
    Toll geschrieben, wie immer! <3

  • Reply Ann 2. August 2016 at 17:41

    Dieser Text hat mich so berührt weil
    Ich genau weiß wie es dir geht ! Ich habe so gelitten als ich nach Hause kam, nach meinem Auslandsjahr !
    Es tut so weh und man weiß wie sehr man den Leuten um sich rum weh tut, aber für sich selbst, fühlt es sich falsch an.

    Das geht vorbei, es dauert, aber es geht vorbei ! Und dann geht das Leben weiter, und du wirst glücklich, ob mit oder ohne New York

  • Reply Dea 2. August 2016 at 15:38

    Ich war bisher 5 Wochen in den USA, im September kommen nochmal 2 Wochen dazu. Ich kann dich verstehen! Am Ende jedes Aufenthalts hab ich darauf gewartet, dass ich Heimweh bekomme und nie ist es passiert! Ich hätte immer noch länger bleiben wollen. Ich glaube dieses Land, die Menschen, die Mentalität, die Kultur, die Vielfalt, das Essen (das viel, viel besser und gesünder sein kann als sein Ruf) packen einen entweder zu 100% oder man kann sie gar nicht ausstehen. Realistischerweise muss man aber dazu sagen, dass sehr viel für ein „besseres Leben“ in einem europäischen Industrieland spricht (Gesundheitssystem, Sozialsystem, Bildungssystem etc.). Aber die Stimme der Vernunft hört man in der Situation nicht – klar! Das ist wie Liebeskummer, bei dem man diejenige ist, die sich gar nicht trennen wollte aber muss – ja, genau!

    • Kleinstadtcarrie 3. August 2016 at 01:43

      Du hast SO recht. Unterschreibe den Kommentar zu 100%!

  • Reply Luca 2. August 2016 at 13:35

    Liebe Luise,

    vor sechs Monaten bin ich beruflich ins Ausland aufgebrochen. Damals war alles so neu, so spannend, so aufregend. Ich hätte nie gedacht dass ich, das größte Mama-Kind auf der Welt, einmal an Fernweh leiden werde. Als ich zurückgekommen bin, fühlte ich mich fremd. Fremd im eigenen Zuhause.
    Mittlerweile sind zwei Wochen vergangen und der Alltag hat mich wieder eingeholt. Im Alltagstrapp vergisst man, wenn auch nur für einen kurzen Moment, den Schmerz. Aber es wird vorbei gehen, und so wird es auch bei dir vorbei gehen.

    Stress dich nicht, und gib dir selbst die nötige Zeit!

    All The Best!

    Luca

  • Reply Sharina 2. August 2016 at 12:09

    Ich hätte auch nie erwartet, dass ich mich nach meinem eher kurzen Auslandsaufenthalt so fühlen würde. Dort ist so viel passiert, man ist so sehr gewachsen, so viele neue Orte und Gesichter. Und hier hat sich nichts bewegt. Ich bin zwar allein gereist, aber hier in meiner Wohnung zu sitzen zeigt mir, wie sich allein sein eigentlich wirklich anfühlt. Und plötzlich sind alle alten Probleme, die man im Ausland abgeschüttelt hatte wieder präsent.
    Ich wünsche dir alles Gute! Munter dich mit Gedanken an dein nächsten Abenteuer auf 😉

    • Kleinstadtcarrie 3. August 2016 at 01:44

      „Ich bin zwar allein gereist, aber hier in meiner Wohnung zu sitzen zeigt mir, wie sich allein sein eigentlich wirklich anfühlt.“
      Und gerade hast Du meine Gefühle zu 100% in einen Satz gepackt. Danke!

  • Reply Kathleen 2. August 2016 at 12:01

    Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wahrscheinlich kann ich das auch nicht richtig nachempfinden, da ich noch nie länger als 3 Wochen im Ausland war. Aber deine Worte berühren mich. Ich versuche mich in dich hineinzuversetzen und zu verstehen, wie du dich gerade fühlst. Es ist bestimmt nicht einfach. Alles ist ungewohnt. Aber, wie du auch sagst, das Leben geht weiter. Man muss nach vorne schauen und einfach weiter machen.

    Liebe Grüße,
    Kathleen von http://www.kathleensdream.de

  • Reply Mona 2. August 2016 at 11:09

    Ich bin sprachlos! Genauso fühle ich mich nach jedem längeren Aufenthalt im Ausland. Ich habe jedes Mal einen Kloß im Hals, wenn es ans zurückgehen geht. Mittlerweile kann ich mich recht gut immer darauf vorbereiten, aber es ist jedes Mal aufs Neue ein harter Schritt geliebte Menschen und eine wundervolle Umgebung, die man lieben gelernt hat zurückzulassen. Als ich 2014 nach einem Jahr von Australien zurückgekommen bin habe ich ein Jahr gebraucht um anzukommen. Heute fliege ich zurück in meine zweite Heimat und kann es kaum erwarten 🙂 Kopf hoch!!! Es geht weiter und New York ist mittlerweile kein weiter weg mehr 🙂

  • Reply Jacky Lee Manning 2. August 2016 at 10:23

    Wow, ich habe mich direkt wiedererkannt. Ganz toller Blogpost, Luise!
    Kopf hoch! Es wird jeden Tag besser werden! Und hey, NYC ist nur einen Flug entfernt! 😉
    Alles Liebe! <3

  • Reply Marietta 2. August 2016 at 09:04

    Mir laufen gerade die Tränen übers Gesicht. Denn Du sprichst genau das aus, was ich gerade fühle. Seit einem halben Jahr bin ich jetzt in London und Mitte September muss ich zurück nach Deutschland gehen. Seit Wochen laufe ich mit einem Kloß im Hals herum weil der Abschied so nahe rückt. Der Abschied von den Menschen, von meinem kleinen Zimmer in dem mir kein einziges Möbelstück gehört, von der Stadt und vor allem von dem Traum, der mich vor einem halben Jahr hierher gebracht hat. Wenn ich daran denke treten mir – egal wo ich gerade bin – blitzschnell die Tränen in die Augen. Gerade war ich Zuhause in Hannover zu Besuch. Die Architektur hier in London ist mir mittlerweile so vertraut, dass mir die Häuser in Hannover fremd und arm vorkamen. Es war nichts los, abends waren die Bars leer und die Straßenbahnen voll ungewaschener Leute mit LIDL Tüten. Ich will einfach nicht zurück zur Uni. Ich will am liebsten alles stehen und liegen lassen und einfach für immer fortgehen, beziehungsweise zurück in meine geliebte Stadt London. 🙁

  • Reply Kathi 2. August 2016 at 08:11

    Liebe Luise,
    ich kann deine Gedanken so gut nachempfinden, nachfühlen. An einem Ort zu leben, das verbindet einen ganz anders mit einer Stadt, einem Land, einem Lebensgefühl, als nur zu Reisen. Und wenn mna nach Hause kommt ja… dann ist alles gleich, nur man selbst ist anders, das stimmt so sehr. Ich weiß nicht… vielleicht… musst du den Lieblingspullover einfach noch mal zurück stopfen in den Schrank. Manchmal, wenn man die alten Sachen dann nach einer Weile wieder vor holt, gefallen sie einem doch wieder ganz gut… ich wünsche dir jedenfalls, dass es dir so geht. Und wenn nicht, dann zwing dich nicht in diesen alten Pulli, der kratzt und in dem die Schultern zu eng sind – sondern such dir einen neuen. Wer dich liebt, wird es verstehen…
    Ich fliege übermorgen zurück nach Südafrika, weil ich mein Herz dort verloren habe vor einem Jahr – an das Land und an einen Menschen. Die Entfernung hat leider dafür gesorgt, dass die letztere Liebe nicht überlebt hat und daran nage ich jetzt noch… aber vielleicht kann ich meine Beziehung zu Kapstadt noch retten, das hoffe ich sehr!
    Dir wünsch ich nur das Beste!!
    Kathi

    • Kleinstadtcarrie 2. August 2016 at 10:18

      Ich drück Dir ganz fest die Daumen, meine Liebe <3

  • Reply Babs 1. August 2016 at 21:32

    Hallo Luise,
    dein Text ist wunderwunderschön! Mir kamen wirklich die Tränen, einfach, weil ich mich selbst darin entdeckt habe. 3 Mal war ich nun länger weg – 6 Monate, nochmal 6 und dann 3. Jedes Mal habe ich ein Stück von mir in dem jeweiligen Land bzw. der Stadt gelassen. Neuseeland und dann noch England. Zu beiden Ländern habe ich eine sehr sehr große Verbindung, die ich wohl nie wieder verlieren werde.
    Zu Hause angekommen habe ich wirklich länger gebraucht, um mich wieder einzuleben und im Hier und Jetzt zu leben. Ich glaube, ich habe meine Mitmenschen mit meinen Satzanfängen irgendwann genervt, aber sie kamen automatisch. „Also in Neuseeland…“, „In England ist es ja…“ 😀 Dieses ständige Dilemma zwischen „Vernunft/Plicht“ und „Fernweh“ ist nicht cool. Ich muss gestehen, würde ich morgen losfliegen können, würde ich es tun. Ich liebe meine Familie und meine Heimat, aber: „Wer die Abenteuerlichkeit des Reisens ins Blut bekommt, wird diese Abenteuerlichkeit nicht wieder los.“ Und das ist wahr! Ich weiß, dass ich früher oder später wieder ins Ausland möchte (also für länger). Um dort zu arbeiten, zu leben, Land und Leute kennen und lieben zu lernen. Es wird noch etwas dauern, bis ich wieder (länger) losgehen kann, aber bis dahin bleibe ich gespannt und freue mich darauf 🙂
    Ganz liebe Grüße 🙂
    Babs

  • Reply Lenaa 1. August 2016 at 21:17

    So ein schöner Text. Ich kann deine Gefühle so sehr nach empfinden, obwohl ich leider noch nie länger im Ausland war. Trotzdem fühle ich mich oft nach einem Urlaub so wie du es beschreibst und das ist schon schlimm für mich :D.
    Aber so wie du sagst, man wird sich wieder daran gewöhnen. Aber ich würde mich freuen, wieder New York Vlogs von dir zu sehen 🙂

  • Reply Bjoern 1. August 2016 at 20:54

    Hey Luise,

    ich weiß auch sehr gut, was du meinst. Vor langer Zeit erging es mir genau so wie dir jetzt. Ich musste damals Entscheidungen treffen und ich habe mich dafür entschieden, in zwei Welten zu leben – in Deutschland und in den USA.
    Hamburg ist Heimat, ist Familie, ist vertraut. Hawaii ist unbeschreiblich, einzigartig und verdammt weit weg.
    Irgendwann werde ich meine Zelte in der alten Welt abbrechen, auch, wenn ich sicher regelmäßig zurückkehren werde.

    Ende August geht es wieder rüber, weil ich die Winter (und die Enge und die Kleinstadtatmosphäre und die Leute und und und) in Hamburg einfach nicht mehr ertrage.

    Du wirst sicher wissen, was für Dich das Richtige ist. 🙂

  • Reply Charlotte 1. August 2016 at 18:36

    Ich weiß ganz genau, wie du dich fühlst, liebe Luise. Nach 1,5 Jahren im Ausland bin ich wieder in Berlin, um meine Bachelorarbeit zu schreiben. All meine Freunde und Verwandte haben erwartet, dass ich jetzt auch erstmal hier wieder bleibe. Aber ich möchte nicht. Ich liebe meine Stadt und Deutschland ist auch ein tolles Land. Aber eben nicht meins. Ich habe mich so sehr verändert in der Zeit im Ausland, sehe das Leben mit komplett anderen Augen und Dinge und Ansichten, die ich vorher als komplett normal und selbstverständlich angesehen habe, kommen mir jetzt oft engstirnig, wenn nicht sogar absurd vor.
    Im November geht es für mich wieder weg. One-way ticket nach Nepal und dann mal schauen. Kein Zeitlimit, einfach mal sehen, was passiert. Ich wünsche dir viel Erfolg bei all den Dingen hier und hoffe, dass du auch wieder die Kraft schöpfen kannst, das alles zu genießen. Denk einfach daran, dass das nicht für immer sein muss. Wir sollten unseren Herzen folgen <3

    • Kleinstadtcarrie 1. August 2016 at 19:08

      Ich wünsch Dir ganz viel Spaß 🙂

      Bei mir geht es auch bald wieder weiter!

  • Reply Goldie 1. August 2016 at 17:25

    Du kannst gut schreiben, keine Frage. Und dass man bei solchen Texten auch gerne mal eine etwas derbere Wortwahl trifft, kann ich komplett verstehen. Was ich allerdings nicht verstehe ist, wieso dich der „fette Taxifahrer“ nervt. Wieso nervt die nicht bloß der Taxifahrer? Oder der gesprächige, lachende, laute, leise, stinkende Taxifahrer? Wieso ist seine Körperfigur von Bedeutung?
    Du predigst in deinen Texten von einem gesunden Körpergefühl. Davon, dass man mit sich selbst im Reinen sein sollte und jeder Geschmack nun mal verschieden ist. Dann hat so eine Umschreibung hier aber auch nichts zu suchen. Weil es egal ist, ob es fett, dick, dünn oder machtsüchtig ist. Weil es nichts mit der Situation zu tun hat. Und vor allem ist es abwertend – also genau das, was du als Vorbild sonst immer verhindern möchtest.

    • Kleinstadtcarrie 1. August 2016 at 19:09

      Hey Goldie,

      vielleicht hast Du recht, vielleicht hätte ich ein anderes Adjektiv wählen sollen.

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Sassi 1. August 2016 at 16:22

    Hallo Luise! Ich hab hier glaub ich noch nie etwas geschrieben… obwohl ich schon seit Jahren nicht einen deiner Texte verpasse. Und sie alle immer mit Begeisterung lese. Diesmal auch und doch war es diesmal irgendwie anders. Mir ist zum ersten Mal richtig bewusst geworden, wie unterschiedlich wir Menschen fühlen. Und wie gut es ist, dass es so ist. Dass wir alle unseren eigenen Erfahrungen machen. Ich bin 23. Und ich stecke grad in dieser gleichen Phase des „erwachsen- Seins“, in der man manchmal nicht so richtig weiß, wo man hingehört. Ich war bis jetzt 3 Mal für längere Zeit im Ausland. Und ich hätte mich jedes Mal so gerne so gefühlt, wie du es beschreibst. Aber es ging nicht. Jedes Mal habe ich schreckliches Heimweh mit mir herumgeschleppt- obwohl ich wusste, dass das alles so nicht wiederkommen würde. Und ich hab auch geweint, als ich wieder in Deutschland war. Aber nicht, weil ich die Ferne vermisst hab. Sondern weil ich froh war, wieder da zu sein. Ich weiß nicht, was „besser“ ist. Vielleicht hat beides -Heim und Fernweh- seine guten und schlechten Seite. Trotz allem hat mich dein Text grad sehr berührt. Und ich freu mich, dass du aus deinem Aufenthalt in New York so viele positive Erfahrungen mitgenommen hast! Mach weiter so und verzaubere uns auch weiterhin mit deinen Zeilen!

    • Kleinstadtcarrie 1. August 2016 at 19:10

      Hey Sassi,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Ja, so unterschiedlich sind wir Menschen – ich liebe es!
      Und bin sehr froh, dass Du jetzt wieder glücklicher bist … zu Hause <3

  • Reply Krissi 1. August 2016 at 15:54

    Mal wieder ein gelungener Text!
    Bei mir war es nach meinem Auslandsaufenthalt in den USA auch so, dass ich erstmal gar nicht richtig glauben konnte, wieder zuhause zu sein. Ich habe mich aber ganz schnell wieder eingelebt. Jetzt ist es fast 1 1/2 Jahre her, dass ich zurückgekommen bin und ich denke hin und wieder immer noch darüber nach, wie es wäre, jetzt dort zu sein. Oder wie es geworden wäre, wäre ich damals noch länger geblieben.
    Ich bin längst wieder zuhause angekommen und seit mehr als einem Jahr wieder im Alltag drin, aber trotzdem vermisse ich Amerika. Ich vermisse den Lifestyle dort und die Menschen. Zurückkommen ist nie ganz einfach. Man hat doch schon ein komisches Gefühl, wenn man nach 2 Wochen Urlaub wieder zuhause ist – dann fühlt es sich nach mehreren Monaten erst recht seltsam an.
    Ich hoffe, dass du dich wieder in Dresden einlebst und dein Studium erfolgreich weiterführen kannst. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://www.themarquisediamond.de/

  • Reply Mia 1. August 2016 at 15:51

    Nach meiner Rückkehr ging es mir so ähnlich. Ich habe mich sicher etwas mehr über zu Hause gefreut. Aber das lag wohl daran, das 10 Monate australischer Busch ein paar mehr Entbehrungen mit sich bringen. Da vermissten ganz einfache Dinge (heiß duschen so lange man will z.B. :D)
    Aber meine Reisen haben mich eines gelehrt: Wenn du etwas nicht ändern kannst, dann ändere deine Einstellung dazu.

  • Reply Ivory 1. August 2016 at 15:18

    Mist, jetzt waren meine Finger schneller als mein Kopf.
    Ich wollte noch sagen, dass das sicherlich irgendwann vorbei geht. Und dass du kein schlechtes Gewissen haben brauchst, weil das alles irgendwie verständlich ist. Du darfst deine Freunde in NY vermissen, du darfst die Stadt vermissen. Und du darfst das alles hier, zumindest erstmal, scheiße finden.
    New York und Dresden (bzw. jede andere Stadt in Deutschland, denn ich war noch nie in Dresden) ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Da muss man sich erst mal wieder dran gewöhnen.

  • Reply Ivory 1. August 2016 at 15:16

    Weisst du, Luise: Ich will mir gar nicht ausmalen, wie es in dir aussehen muss. Ich kann dich verdammt noch mal so gut verstehen, obwohl ich nie so weit weg war wie du.
    Ich erinnere mich an damals, als ich 14 war und zur Kur. 8 Wochen und dann wieder zurück nach Hause… fühlte sich an, als würde eine Welt zerbrechen. Meine Welt. Und sie ist tatsächlich zerbrochen und es hat mehrere Wochen gedauert, sie wieder aufzubauen.
    Oder die London Aufenthalte in den Vergangenen 8 Monaten. London ist für mich wohl das, was für dich NYC ist. Und obwohl ich dort nicht mal ansatzweise so lange war wie du, hatte ich eigentlich so gar keinen Bock, zurück nach Deutschland zu fliegen. Und ja… das Fernweh nach London fühlt sich fast wie Heimweh an…

    Liebe Grüße
    Shades of Ivory

  • Reply MATRJOSCHKA 1. August 2016 at 15:12

    Sehr ehrlicher und schöner Post! Ich versteh auch ein wenig, wie es dir geht. Grade bin ich in meinem Alltag auch alles andere als glücklich, doch bis ich den Lebensentwurf verwirklichen kann, der mir vorschwebt, muss noch ein Jahr vergehen. So wie ich dich kenne und die Situation sehe, kann das noch lange nicht alles gewesen sein mit dir und NY. Kopf hoch, erst mal Unipflichten erfüllen.

    Alles Liebe! <3

    mtrjschk.blogspot.com

  • Reply Vicky 1. August 2016 at 14:48

    Liebe Luise,

    Ich weiß wie du dich fühlst. Ich weiß auch, dass man das irgendwie nicht hören möchte, oder das Gefühl hat, dass die Person einen eben doch nicht richtig versteht.
    Jeder nimmt von einem Auslandsaufenthalt etwas anderes mit, jeder verändert sich. Und plötzlich ist die alte Welt irgendwie nicht mehr passend.
    Auch ich bin aus Vernunft zurück gekommen… und selbst 8 Monate später bereue ich es. Ich bin immer noch nicht richtig angekommen. Mit der Zeit fühlt man sich leichter, es tut nicht mehr so weh, aber ich stehe auch noch zwischen den Stühlen.
    Irgendwie müssen wir lernen damit umzugehen, oder eben etwas verändern.
    Wir haben immer eine Wahl.

    Liebe Grüße
    Vicky

  • Reply Ly 1. August 2016 at 14:46

    Ich kann total nachvollziehen wie es dir geht!!! Ich war gerade auch erst für mein Auslandssemester in Paris und hätte am liebsten die Uni gewechselt und München und Stuttgart verlassen um in Paris zu bleiben.
    Wochenlang hat es sich so angefühlt als ob ich in einem Loch versinken würde. Habe mich immer wieder beschwert wie blöd doch alles ist und wie sehr ich nur wieder zurück will!
    Aber ich bin jetzt auch schon seit einiger Zeit zurück und „man gewöhnt sich wieder dran“.
    Du wirst bestimmt irgendwann wieder nach New York fliegen 🙂

    Liebe Grüße, Ly
    City Talk

  • Reply Sophie 1. August 2016 at 14:46

    Liebe Luise!
    Dein Text ist wahnsinnig berührend, vielleicht auch deswegen, weil mir das Ganze selber widerfahren ist.. Vor 2 Jahren war ich für ein ganzes Jahr im Ausland, hab neue Freunde kennengelernt, einen Teil meiner Familie, den ich noch nicht kannte, habe mich verliebt. In einen Jungen und in das andere Leben. Nach dem bisher glücklichsten Jahr meines Lebens kam ich nach Hause und es war plötzlich nicht mehr mein Zuhause. Ich hatte zu Hause Heimweh. Das ist ein schreckliches Gefühl. An meinen beiden Orten ging das Leben einfach ohne mich weiter. Dort ohne mich, weil ich ja nicht mehr dort war. Hier ohne mich, weil ich mich nicht mehr eingewöhnen konnte. Die Zeit verflog, ich verbrachte 4-5 Monate heulend.

    Aber man gewöhnt sich wieder an das echte Zuhause. Es dauert lange, aber es geht. Stütze Dich an Deine Freunde, sie werden Dich verstehen! Es wird besser 🙂

    Ich wünsche Dir alles Gute!

    • Kleinstadtcarrie 1. August 2016 at 19:13

      Hey Sophie,

      oh man – mir kommen direkt Tränen.
      Und ich bin so froh, dass ich mich in New York nicht verliebt habe – denn über Kontinente hinweg…das hatte ich schon mal und will ich nie wieder 🙁

      Ich hoffe, dass es Dir gut geht.
      Deine Luise

  • Reply Tabea 1. August 2016 at 14:41

    Ich kann dich so gut verstehen. Nach 3 längeren Auslandsaufenthalten ging es mir mit dem Wiederankommen immer genauso, besonders schlimm war es, als ich aus London zurückkam. Ich hoffe, dass du dich schnell wieder an alles „gewöhnst“ bzw. es so verändern kannst, dass es für dich nach der New York-Erfahrung wieder passt und angenehm ist! Und man muss immer daran denken, es warten immer neue Abentuer auf einen (:

    Viele Grüße
    Tabea
    http://bytabea.com/

  • Reply Sonya 1. August 2016 at 14:21

    Wunderschön und gefühlvoll geschrieben!

  • Reply Kathrin 1. August 2016 at 14:16

    Wie hast du es gerade geschafft mich so zum Nachdenken zu bringen. Der Text ist einfach wunderschön. Ich habe gerade den Abschluss gemacht und will auch mal weg von Zuhause. Ins Ausland, reisen, mal was anderes sehen als immer nur die vertrauten Gesichter. Wir werden sehen wie es mir dabei ergeht.
    lg Kathrin
    http://www.ontheroadawayfromhome.wordpress.com

  • Reply Sandra 1. August 2016 at 14:15

    Es ist so unglaublich, wie ich jedes einzelne Wort nachempfinden kann. Als ich vor 3 Jahres nach 10 Monaten in Brasilien zurück kam, habe ich mich genauso gefühlt. Ich wollte, dass alle sehen wie ich mich verändert habe. Ich wollte nicht wieder in den tristen Alltag eintauchen, sondern das Gefühl meines Austausches festhalten. Und deswegen lag ich jeden Abend in meinem Bett und habe mich in den Schlaf geweint.
    Aber irgendwann hört man damit auf, hört auf sich zu weigern anzukommen, egal ob man will oder nicht. Bis man zum nächsten Mal geht und zum nächsten Mal zurückkommt.

  • Reply CHRISTINA KEY 1. August 2016 at 14:12

    Du kannst einfach so unglaublich schön schreiben! 🙂
    Der Text berührt und man kann sich gefühlsmäßig total gut in dich
    hineinversetzen. ♥

    XX,

    http://www.ChristinaKey.com

    • Kleinstadtcarrie 1. August 2016 at 19:13

      Ah Christina,

      ich danke Dir für jeden Deiner Kommentare so sehr <3

  • Reply Kathi 1. August 2016 at 13:28

    Liebe Luise,
    deine Worte treffen mein Herz. Seit 3 Wochen bin ich auch wieder zuhause aus meinem Auslandssemester. Mein Auslandssemester, das ich am Anfang so furchtbar anstrengend fand. Und dann bin ich angekommen und die Zeit, die ich mit meiner neuen Familie dort verbracht habe ist viel zu schnell vergangen, so viel zu schnell…
    und nun? Nun sitze ich hier mit Tränen in den Augen und möchte immer noch zurück. Mich langweilt zuhause so sehr! Und das ist nicht böse gemeint, sondern eine Schlussfolgerung, da ich hier schon über 20 Jahre meines Lebens verbracht hab. Und ich habe jedes einzelne geliebt.. Naja aber jetzt freue ich mich, weil ich in paar Tagen wieder in den Flieger steige. Diesmal nicht allein, sondern mit meinem Liebsten. Aber: raus aus diesem Trott, den du als so ekelig vertraut beschreibst. Ich kann dich zu gut verstehen. Wir schaffen das schon. Ich glaube, dass wir nie mehr in den alten Trott verfallen, da wir uns zu sehr verändert haben auf unserer ganz eigenen Reise. Wir werden noch so viele Abenteuer erleben, wenn wir es nur wollen.

    Danke für deine Worte <3

  • Reply Therese 1. August 2016 at 13:26

    Liebe Luise,
    ich danke dir für diesen wunderschönen, ehrlichen und sehr privaten Text.
    Du hast in Worte gefasst was ich fühle, oder ziemlich sicher fühlen werde… Für ein Jahr lebte ich in Frankreich, nicht ganz so weit weg wie New York aber eben auch nicht zu Hause. Aus organisatorischen Gründen fuhr ich dieses Wochenende schnell nach Hause, zu meiner Familie und meinen Freunden. Es war schrecklich, sobald ich realisiert hatte wohin ich gerade mit dem Zug unterwegs bin wollte ich wieder umkehren, alles war zu klein, zu viele Erinnerungen, so vertaut aber in der Zwischenzeit auch nicht mehr.
    In einem Monate kehre ich dorthin zurück, kann es mir aber gar nicht vorstellen, und das tut mir so verdammt leid, meiner Familie und meinen Freunden gegenüber… Aber so ist es, da müssen wir irgendwie durch. Du hast recht, wir müssen versuchen anzukommen aber nicht zurückzukehren ❤️
    Ich wünsche dir alles Gute :*

  • Reply Jenny 1. August 2016 at 13:25

    Oh das ist ein wundervoller Text, der sprachlos macht. Ich habe selbst so eine ähnliche Situation erlebt und kann dich ganz gut nachvollziehen. Es ist nicht leicht das Gefühl in den Griff zu bekommen, ich habe mich so oft missverstanden gefühlt und tue es heute ab und an auch noch.

    Liebe Grüße
    Jenny

  • Reply Andrea 1. August 2016 at 12:45

    Ich kann mir vorstellen, wie schwer das ist nach New York wieder in der Heimat anzukommen. Mach das Beste daraus!

  • Reply Marmormaedchen 1. August 2016 at 12:22

    Hallo Luise
    Wieder ein ganz toller Text. Ich bin ja nicht unbedingt jemand, der reisen will, die Nächte durchmachen will, der weg möchte. Ich bin hier angekommen und hasse es, dass ich nach Zürich – ganze 90km – wegziehen muss.
    Und dennoch verstehe ich dich irgendwie. Dem Alltag entfliehen, erleben – leben.
    Vielleicht bin ich ein wenig langweilig und trösten wird dich das wohl auch nicht, doch ich glaube, dass uns der Alltag, die Routine, ganz viel Stabilität gibt. Und er lässt Platz fürs Kreative.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Lilly 1. August 2016 at 11:57

    Liebe Luise,

    ich hab jetzt mal ne Runde mitgeheult – ich kann dich so gut verstehen! Mir ging es ganz ähnlich, als ich aus Südafrika zurückgekommen bin… ich hab viel Zeit gebraucht um, wie du so schön sagst, anzukommen ohne zurückzukommen… das ist es, was ich dir an dieser Stelle wünschen möchte: Zeit… Zeit zu atmen…innezuhalten… den Pullover zu streicheln oder einen neuen auszuwählen… Zeit ihn nicht gleich überstreifen zu müssen, wenn du nicht möchtest…

    Und ich wünsch dir Zeit um vielleicht irgendwann wieder ins Flugzeug nach New York steigen zu können… Im Herbst denk ich dann unbekannter Weise an dich – in Südafrika…

    Lilly

  • Reply Laura 1. August 2016 at 11:28

    Liebe Luise, ich finde mich in deinen Worten zu 100% wieder und würde dir gerne sagen können, mit der Zeit wird das besser. Als ich vor gut zwei Jahren nach 3 Monaten in Miami und den Florida Keys am Flughafen von Miami saß und auf das Boarding meines Flugs nach Costa Rica wartete, liefen nur noch die Tränen. Ich verlies Miami mit einem doppelt gebrochenen Herzen, welches bis heute nicht wieder ganz geflickt ist. Ich würde super gerne in den nächsten Flieger zurück nach Miami steigen, habe aber auch Angst zurückzukehren. Wie du eben schon sagtest, auch in New York geht es weiter.

    Ich hoffe, dass Du schnell zurück zu Dir und Dresden findest. Mir hat es geholfen aufzuhören zu vergleichen 🙂

  • Reply Luise 1. August 2016 at 11:20

    Ich kann deine Gefühle so sehr nachvollziehen Luise, denn ich weiß wie es ist nach einem Auslandsaufenthalt zurückzukommen und nicht mehr so Recht dazuzupassen, in diese Welt, die man hinter sich gelassen hat.

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  • Reply kati 1. August 2016 at 10:26

    ein richtig toller text, ich kenne dieses Gefühl zu gut! ich hoffe, du fühlst dich trotzdem bald wieder wohl in Dresden, aber so richtig ankommen tut man meistens nicht mehr, nicht so wie früher
    ich habe gestern deine letzten texte gelesen und sie waren ebenfalls wieder einmal so unfassbar gut geschrieben, ich freue mich über jeden einzelnen und jeden der noch kommt, danke dafür! 🙂
    liebst kati