Wegen: New York.

/4. Juli 2016/28 Kommentare

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„Bist Du wegen ihm zurück gekommen?“, fragt sie.
Die Frage stand schon eine Weile im Raum. Und ich war froh, dass sie bisher unausgesprochen geblieben war.
„Nein!!!“, schießt es aus mir heraus und ich schüttle energisch den Kopf. „Nein, absolut nicht.“, beteuere ich und sage nichts weiter dazu. Meine Gedanken überschlagen sich allerdings. Weil: Vielleicht. Vielleicht bin ich wegen ihm zurück gekommen. Ganz sicher, weil er mich auf die Idee gebracht hat. Ja, vielleicht. Ja. Ja, bin ich.
Sie bohrt nicht nach. Und ich bin ihr dafür so dankbar.
Ich habe ihn ein paar Mal gesehen seitdem ich zurück bin. Aber das war’s auch. Enttäuscht. Das kann ich nicht leugnen.

„Das ist eine großartige Vorstellung, und wir alle streben danach: Glück. Das ist aber tatsächlich kontraproduktiv, vor allem für Kreative. Wenn man die ganze Zeit Glück empfindet, kommt man nicht weit.“ – es war einer meiner besten Freunde, der mich mit einem Zeitungsartikel daran erinnern muss. Daran, dass es okay ist, traurig zu sein. Und allein. Enttäuscht. Das es wichtig ist. Vor allem für mein Talent. Für das, was ich tue.
Ich lache. Laut und viel.
Aber ebenso viel weine ich. Denke ich nach. Zerbreche mir den Kopf. Und das Herz.
Zumindest war es immer so. Bevor ich nach New York kam.
„Luise, es ist vollkommen okay, traurig zu sein. Nichts zu machen. Den ganzen Tag nur im Bett zu liegen. Auch in New York.“

Ich weiß, dass er recht hat.
Allein sein ist okay. Und wichtig. Damit ich mich finde. Immer wieder. Damit ich schreibe. Immer weiter. Ich muss allein sein. Ich muss verletzt werden.
Ich brauche Aufregung und Gefühle, Emotionen.
Das ist das Material, aus dem ich Metaphern forme. Lebenselexier. Nur so kann ich Seiten befüllen.
Und dafür muss ich – gelegentlich zumindest – aus diesem wilden Karussell aussteigen, durchatmen. Gefühle zulassen. Enttäuschung Platz machen. Tränen. Wut. Aufhören zu Lächeln. Echt sein. Echt fühlen.
Bist Du wegen ihm zurück gekommen?

Zwei Tage, an denen ich nur im Bett lag und weinte, und eine vollgestopfte Woche, in der ich mir nicht eine freie Minute genehmigte, später:
laufe ich die Park Avenue hinunter. Die Sonne steht tief. Hupende Autos. Ich habe einige Stunden im Central Park verbracht. Einfach so. Ich überlege, ob ich endlich Mal aufs Empire State Building gehen sollte. Oder mich in der Grand Central Station hinstellen und das Treiben um mich genießen sollte. Oder auf die Highline? Sollte ich einfach durch das Meatpacking District flanieren und sehen, was passiert?
Ich laufe. Ohne Ziel. Ohne jemanden an meiner Hand. Und ohne irgendjemanden in meinen Gedanken. Und ich begreife: ich bin nicht wegen ihm hier. Ich bin nicht hier, weil mir irgendwer irgendwann Mal das Herz gebrochen hat. Ich bin nicht hier, weil ich nicht weiß, wo ich sonst hin soll. Ich bin nicht hier, weil es nach außen aufregend aussieht und tolle Fotos bringt.

Ich bin hier. Wegen: New York. 
Einzig und allein.
Und es bricht mir das Herz, wenn ich nur daran denke, dass die Trennung kurz bevor steht.
Und ich werde wieder kommen.
Immer wieder.
Wegen: New York.
Einzig und allein.

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Weste – New Look (hier)
Oberteil – Forever21 (ähnliches hier)
Hose – Zara
Tasche – Gina Tricot
Schuhe – Accessorize (ähnliche hier und hier)

Fotos – Simon Chetrit

Mit freundlicher Unterstützung von New Look.

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28 Kommentare

  • Reply Maren 31. Juli 2016 at 13:06

    Toller Text! :)

  • Reply Maria 13. Juli 2016 at 16:29

    Dein text ist toll, aber um ehrlich zu sein mag ich die fotos gar nicht. das ist schade … auf dem zweiten bild wo man dein gesicht recht nah sieht, sieht man wie extrem viel make up du drauf hast und wie rötlich künstlich und glänzend das gesicht ist und das ist wirklich gar nicht schön, sry :/
    was deinen kleidungsstil und makeup etc. weiter angeht ist es ein wenig “schickimicki” und man merkt dass du eigtl nicht wirklich wert auf natürlichkeit legst (#ohnealleszummitnehmen ?!?!) mit deinen posts wie “woke up like this” mit make up auf dem gesicht und sachen wie falschen wimpern.
    auf einem youtube video hattest du dich gescminkt und sahst einfach nur noch rot im gesicht aus, das ist mir schon öfter aufgfallen. du trägst häufig nur rosa.
    modetechnisch finde ich viele viele andere leute auf der strasse bzw blogger wie blankitinerary wesentlich hübscher, kreativer, auch wenn diese leider auch wenig wert auf natürlichkeit legen.
    das soll nciht böse klingen, nur wollte ich das mal loswerden. viele leser lieben weiterhin deine texte. ;) keep it up.
    lg nach NY City

  • Reply Irina 12. Juli 2016 at 21:47

    An manche Orte kommt man glaube ich wirklich nur wegen der Stadt, des Landes, etc. zurück. Nicht wegen jemandem. Derjenige war vielleicht dabei, als wir uns zum ersten Mal in die Stadt verliebt haben, wir verbinden auf gewisse Weise ein Stückchen Erinnerung mit der Person. Oder haben evtl. das Gefühl vor der ganzen Sache wegzurennen.
    Aber egal wie es ist, das wichtigste ist, dass man sich in der Ferne wohlfühlt.
    New York ist bestimmt eine sehr gute Entscheidung!

    Liebe Grüße
    Ina
    http://www.mintliebe.de

  • Reply S. 9. Juli 2016 at 13:48

    Ich finde deine Posts immer wunderschön gestaltet! Inhaltlich, deinen Schreibstil und die Art der Fotos. Einfach total klasse und die Posts regen mich auch immer zum selbst nachdenken an. :)
    Liebe Grüße
    S.
    http://www.cappuccinocouture.blogspot.de/

  • Reply Lilli 8. Juli 2016 at 22:54

    Super toller Post und ich liebe die Bilder! Ich glaube an manche Orte kommt man einfach immer wieder zurück und das nicht mal wegen den Menschen sondern einfach wegen der Stadt – da verstehe ich dich vollkommen!

    x Lilli
    please check out my fashionblog if you want: http://www.LilliFerreira.com

  • Reply Samieze 8. Juli 2016 at 12:24

    Wow, toller Text und wunderschöne Bilder. Mal wieder ein super schöner und inspirierender Beitrag <3
    Viele Grüße,
    Samieze
    http://samieze.com/2016/07/mango-lace-dress/

  • Reply Y 8. Juli 2016 at 12:09

    Liebe Luise,
    New York ist der Zweck an sich, Grund und Folge, Anfang und Ende. Unbeschreiblich – wie du und das, was du schreibst und teilst. Es ist seltsam und eigentlich nicht erklärbar, wie jemand, den man gar nicht persönlich kennt, einen derart inspirieren kann, aber ich danke dir dafür. Ohne deine Texte, hätte ich nie zu meinem eigenen Schreibstil gefunden und hätte nie im Leben eine Abschlussrede vor 500 Menschen halten können und ohne deine Euphorie und deinen Enthusiasmus, würde ich nicht im September nach New York fliegen, sondern bei einem langweiligen Praktikum sitzen. Ich wünsche dir noch die beste Zeit in der Stadt der Träume!

    Liebste Grüße

  • Reply May 7. Juli 2016 at 18:30

    Liebe Luise,
    erst einmal freut es mich, dass du in New York so glücklich bist. Ich liebe deine Art all deine Gedanken mit uns zu teilen und das Ganze mit Bildern abzurunden, die absolut perfekt sind, was sowohl dein Outfit als auch die Location betrifft.

    Liebe Grüße
    May.
    http://thewalkinghijab.com/

  • Reply Alyssa 6. Juli 2016 at 23:12

    Hey Luise! Ich liebe deine Art zu schreiben, deine Texte sind alle wirklich sehr ergreifend und machen Lust auf mehr.. Riesen Kompliment dafür :-)

  • Reply Krissi 6. Juli 2016 at 20:59

    So ein schönes Outfit und der Post ist auch wieder ganz ganz toll geschrieben – du hast da wirklich Talent für.
    Schön, dass dir der Big Apple so gut gefällt. Du wirst also wahrscheinlich noch mal zurückkommen, oder? Wegen New York, versteht sich. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  • Reply Märchenkind 6. Juli 2016 at 17:21

    Was für ein wunderbarer Text! :) Mir kommt das manchmal ähnlich vor in letzter Zeit, es ist so viel los, immer mehr Abgabetermine, aber auch der allgemeine Freizeitstress, weil man am liebsten überall dabei sein will – und da bleibt kaum Zeit, um lange traurig zu sein, darüber zu schreiben, einen ganzen Blogpost zu produzieren. Und das vermisse ich. Ich freue mich schon so sehr auf die Semesterferien, wenn ich mir zwischen den Hausarbeiten einfach mal frei nehmen kann um zu denken und auszuruhen, ein bisschen zu schreiben …
    Und wegen New York ist ein guter Grund. Das sind zwar immerhin auch die Menschen und Er, aber letztendlich ist es New York und das reicht vermutlich immer, um zurückzukehren.

    Alles Liebe (übrigens auch zum Geburtstag!),
    Mara

  • Reply Helena 6. Juli 2016 at 14:10

    Liebe Luise,
    das war mal wieder ein Post, der mir sehr unter die Haut ging. Dein Schreibstil ist einfach einmalig und die Fotos dazu absolut klasse. Mir ging jedes Wort, jeder Blick ganz tief und ich danke dir dafür, dass du deine Follower mit so schönen, aussagekräftigen Texten bereicherst! Der Fotograf ist übrigens wirkliche eine tolle Wahl! :)

    Liebste Grüße von Helena <3
    http://www.mouliakada.de

  • Reply KKatjusha 5. Juli 2016 at 22:26

    Ein dreifaches Hoch auf dich! Ein sprachliches und inhaltliches Meisterwerk!!!

  • Reply Carolin 5. Juli 2016 at 21:27

    Ich liebe deine Texte und deinen Schreibstil einfach! Es gibt wirklich keinen anderen Blog außer deinem, bei dem ich mir wirklich jeden einzelnen Blogpost komplett durchlese und nicht nur die Fotos anschaue <3

    http://nilooorac.com/

    Liebe Grüße

  • Reply Kathleen 5. Juli 2016 at 20:45

    Wahre Worte und ein weiser Rat. Würden wir unseren Gefühlen keinen freien Lauf lassen, dann würde sich mit der Zeit so viel angestaut haben, dass es aus uns heraus explodieren würde. Das kann uns und unserer Seele einfach nicht gut tun.
    Das du, liebe Luise, New York vermissen wirst, kann ich verstehen. Die Zeit, die du dort verbracht hast, hat dir bestimmt so viel gegeben. Du hast so viele neue Seiten von der Stadt kennen lernen können, dass es mit Sicherheit nicht einfach ist, das alles wieder loszulassen.

    Liebe Grüße,
    Kathleen von http://www.kathleensdream.de

  • Reply CHRISTINA KEY 5. Juli 2016 at 19:06

    Wunderschön geschrieben, mal wieder! :)
    Deinen Look finde ich hier ganz besonders cool!
    Die Weste steht dir sehr gut Luise! ♥♥♥

    XX,

    http://www.ChristinaKey.com

  • Reply Nina 5. Juli 2016 at 18:54

    So ein toller Beitrag :) Ich komme regelmäßig auf deinen Blog und dieser Beitrag ist echt schön, weil er so gut zu deinem Blog passt!
    Ich glaube, fast alle Entscheidungen werden so getroffen, weil wir bestimmten Menschen nahe sein wollen. Dabei fühlen wir uns immer schlecht, weil jeder von uns unabhängig sein will und vor allem weil wir nicht verletzt werden wollen. Ich habe viele solche Entscheidungen getroffen, aber wenn man darüber nachdenkt, wird klar, dass sie immer goldrichtig sind – weil wir bei den Entscheidungen unserem Herz folgen.
    Meistens sind die Personen an sich nämlich nicht allein der Grund, warum wir eine Entscheidung treffen. Sie geben uns nur den entscheidenden Anstoß, auch wirklich unserem Gefühl und unseren Träumen zu folgen :)

    So ein schön geschriebener Beitrag :) Ich komme regelmäßig auf deinen Blog und dieser Text ist echt schön, weil er so gut zu deinem Blog passt!

    Ganz liebe Grüße
    Nina
    https://goldenglowing.wordpress.com/

  • Reply Pure Life by Macao 5. Juli 2016 at 14:26

    Toller Post, tolle Art zu schreiben, tolle Bilder!!! :-)

  • Reply Alina 5. Juli 2016 at 11:59

    Liebe Luise,
    neben einem tollen Outfit und wundervollen Fotos hast du wie immer die richtigen Worte gefunden. Wirklich wunderschön geschrieben und es freut mich so sehr, dass du in New York so glücklich bist <3

    Ganz liebe Grüße
    Alina
    http://www.xxiv-diaries.de

  • Reply Anna 5. Juli 2016 at 01:33

    Wow, was für großartige Bilder! Und auch der Text ist wunderbar, ich bin dann erstmal sprachlos…

  • Reply Kathi 4. Juli 2016 at 22:06

    Traveling-to-a-place energy and living-in-a-place energy are two fundamentally different energies… das ist mir dazu als erstes eingefallen. Denn so ist es doch: man kann sich Hals über Kopf in einen Ort verlieben, doch um zu wissen, ob man zusammen passt, muss man es miteinander versuchen. Zusammenziehen. Es wagen. Und eine Stadt, ein Land, ein Ort sind so ehrlich – sie enttäuschen nicht, weil sie ohnehin immer in Bewegung sind und doch… immer da.

  • Reply Mira 4. Juli 2016 at 20:21

    Das letzte Bild ist umwerfend! Wie macht man denn das eigentlich das der Hintergrund so “verschwommen” aussieht?

  • Reply Tabea 4. Juli 2016 at 20:19

    Ich liebe es, wie du deine Blogposts schreibst. Eine tolle Abwechslung zu dem Schreibstil vieler anderer Blogger!

    Ich hoffe, dass du deine restliche Zeit in New York trotz allem noch genießt und ich plane momentan einen Trip nach New York für das nächste Jahr und deine Bilder machen wirklich Lust auf New York ((:

    Liebe Grüße
    Tabea
    https://bytabea.wordpress.com/

  • Reply selin 4. Juli 2016 at 20:01

    Dein Text hat mich traurig gemacht. Wo bist du denn aber allein? Du hast uns und wir begleiten dich überall hin, versprochen.

    Alles Liebe http://www.selinsfashiondiary.blogspot.de

  • Reply Helene 4. Juli 2016 at 17:11

    Und das kann ich soooo gut nachvollziehen…