Echo

/6. Juni 2016/19 Kommentare

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Ich schwebe. Ein überwältigendes Gefühl.
Ich tanze.
Ich lache.
Buche Flüge. Steige in Flugzeuge und reise auf die andere Seite der Welt. Einfach so. Lasse alles und nichts hinter mir. Starte neu. Jeden Tag. So, wie es mir eben gerade gefällt. Schlüpfe in Kostüme. Trage Masken. So, wie es mir eben gerade gefällt. Ich kann hier machen, was ich will. Tanzen, mit wem ich will. Küssen, wen ich will. Niemand kennt mich. Niemand hier kennt mich. Wir tanzen. Und küssen. Kein Getuschel. Kein Nachreden. Wir machen es einfach. Bleiben unentdeckt. Undercover.
Jede Nacht aufs Neue.
Das hier ist Freiheit.
Weil es kein Morgen gibt. Jetzt im Moment. Nur der Moment. Und: Die Dunkelheit, die uns schützt und die Einsamkeit, die zu Hause wartet. Und wartet. Wir kommen nicht nach Hause. Das hier ist Freiheit. Ist unendlich.

Und etwas in mir ruft:
Halt mich. Küss mich. Erde mich.

Ich schwebe. Ein überwältigendes Gefühl.
Ich tanze.
Ich lache.
Ich renne und springe. Überwinde Hürden. Und hebe ab. Schwerelos.
Ich schaff’ das! Guck mal! Ich hab’ das geschafft! Was sollte mich jetzt noch aufhalten? Was sollte mich jetzt noch in die Knie zwingen? Nichts! Und alles. Irgendwie. Aber das ignoriere ich. Laufe weiter. Springe höher. Lache lauter.
Wir drehen die Musik auf. Und vergessen das, was da noch ist. Auf der anderen Seite der Welt. Und in unseren Herzen.

Und etwas in mir ruft:
Halt mich. Küss mich. Erde mich.

Ich schwebe. Ein überwältigendes Gefühl.
Ich tanze.
Ich lache.
Unaufhaltsam. Irgendwie. Startbahn. Zielgerade. Oder irgendwas dazwischen. Das spielt gar keine Rolle. Aber bitte nicht stehen bleiben. Nicht umdrehen.
Ich meine: Wieso auch? Das Leben ist großartig. Veränderungen sind nicht nur unumgänglich, sondern notwendig. Fabelhaft. Belebend.
Tränen? Werden vom Gegenwind getrocknet. Von der Entfernung immer wieder herausgefordert. Und dann ist es irgendwann egal. Weil niemand sie hört. Weil sie nichts ändern. Weil das, was zählt, so weit weg ist. Weil das, was zählt, nicht mehr greifbar ist.

Und etwas in mir ruft:
Halt mich. Küss mich. Erde mich.

Ich schwebe. Ein überwältigendes Gefühl.
Ich tanze.
Ich lache.

Und etwas in mir ruft:
Halt mich. Küss mich. Erde mich.

Halt       mich.
Küss      mich.
Erde       mich.
schallt es wider.

Echo.

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Fotos – Vanessa Thiel

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19 Kommentare

  • Reply Isa 13. Juni 2016 at 01:12

    Richtig schöner Text und Fotos! :)

    Liebe Grüße
    Isa

    http://iisabelsophie.blogspot.de/

  • Reply Irina 12. Juni 2016 at 00:27

    Ein wunderschöner Text und super schöne Bilder. Vor allem das letzte finde ich perfekt! Ich freue mich sehr, dass wieder mehr wundervolle Wortspiele hier zu finden sind:)

    Liebe Grüße
    Ina
    http://www.mintliebe.de

  • Reply Lea 9. Juni 2016 at 02:58

    Toll wieder solche poetischen Texte nach den vielen NY-Recaps (die trotzdem sehr interessant waren) zu lesen. Und zu den Bildern gibt es gar nicht viel zu sagen.. mutig und sinnlich, aber gleichzeitig irgendwie “pur”, wow.

  • Reply Rebecca 8. Juni 2016 at 16:58

    Was für zauberhafte aber auch sehr mutige Bilder! Du kannst dich natürlich mehr als sehen lassen, aber gewagt finde ich es dennoch ;)
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de

  • Reply Lena 8. Juni 2016 at 14:13

    Wahnsinnig schöner Text! Du schreibst wirklich klasse. In einem ganz besonderen Stil.
    Und die Bilder sind auch echt wahnsinnig schön. Sehr sinnlich.

    Liebe Grüße

  • Reply Luca 7. Juni 2016 at 21:46

    Dieser Text ist unglaublich schön zu lesen, gefällt mir sehr und hat mich total geflashed.

    Du hast absolut Talent! Bitte mach weiter so :)

    Liebe Grüße Luca

  • Reply Krissi 7. Juni 2016 at 20:12

    Was für schöne Bilder – du siehst sehr hübsch aus, liebe Luise. <3
    Dein Schreibstil ist so unbeschreiblich toll, ich liebe ihn und lese deine Texte echt immer wieder gerne.

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond

    http://themarquisediamond.de/

  • Reply Marmormaedchen 7. Juni 2016 at 11:55

    Hallo Luise
    Wunderschöne Worte, die mich irgendwie dazu bewegen, dir jemanden zu wünschen, der mit dir fliegt – aber auch jemanden, der mit dir landet. Es braucht lustigerweise beides; Gas und Bremse.
    Übrigens auch wunderschöne Fotos.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Märchenkindr 7. Juni 2016 at 11:41

    Was für ein wunderschöner Text, Luise! So geht es mir manchmal auch in letzter Zeit – zugegebenermaßen sind da auch immer wieder Momente, in denen ich zusammenzucke und mich furchtbar klein und unerfahren fühle, in denen ich einfach nur im Arm gehalten werden möchte. Aber es passiert auch so oft, dass ich spüre, wie weit ich gekommen bin in letzter Zeit, auf meiner persönlichen Skala, oder wie sehr mir dieses Leben in Berlin gefällt (nicht zu vergleichen mit New York, aber immerhin) und das ist ein wunderbares Gefühl.

    Alles Liebe,
    Mara

  • Reply Carolin 6. Juni 2016 at 22:41

    Wow, der Text ist wunderschön <3 Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie du mit Worten spielen kannst!

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.com/

  • Reply CHRISTINA KEY 6. Juni 2016 at 22:25

    Welch wunderschöner Beitrag! Die Worte passen sooo gut zu diesen verdammt tollen Fotos! Du schaust bezaubernd aus, Luise! ❤️❤️❤️❤️

    XX

    Photography & Fashion Blog

    http://www.ChristinaKey.com
    ❤️

  • Reply Darja 6. Juni 2016 at 20:42

    Wunderbare Worte, die sich sehr sehr schön mit den Aufnahmen vermischen können!! Die Bilder sind so rein und schön, passt einfach alles super zusammen!
    Ich finde den weiblichen Körper so schön, vor allem ästhetisch! Schade, dass man Bilder wie diese so selten sieht..
    Und die Unterwäsche natürlich auch, woher ist die? :)

    Alles Liebe,
    Darja xx

    • Kleinstadtcarrie 6. Juni 2016 at 23:35

      Hey Darja,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar.
      Die Unterwäsche ist von Zalando :)

  • Reply Tabea 6. Juni 2016 at 20:19

    Wunderschöne Bilder!!♥♥♥ &berührender Text…!
    Liebe Grüße,
    Tabea

  • Reply Julia 6. Juni 2016 at 19:39

    Meine Güte hast du mich mit dem Text erwischt…Gänsehaut pur. Du bist so talentiert. Sei unglaublich stolz auf dich!

  • Reply Merle 6. Juni 2016 at 18:32

    ein wunderschöner Text! Ja, manchmal ist die Waage zwischen Freiheit und Sicherheit nicht so leicht zu finden. Auch mir geht es jetzt nach dem Abi so, als würde ich durch den Raum schweben. Nirgends ist man sicher, aber will man das überhaupt sein?

    • Cathy 7. Juni 2016 at 01:47

      Genau in der gleichen Situation gerade, Abi ist durch – und jetzt?
      Einerseits studieren, andererseits raus in die Welt.
      Unsicherheit und die Frage: wer bin ich?

    • Kleinstadtcarrie 7. Juni 2016 at 09:09

      Hey Cathy,

      oh ja, ich erinnere mich noch sehr gut daran.
      Und als ich dann endlich eine Entscheidung getroffen hatte, dachte ich, dass ich nicht noch mal an diesen Punkt der Ratlosigkeit gelange … mmh, falsch gedacht!

      Ich wünsche Dir alles Gute
      Deine Luise