Am meisten vermisse ich Euch, wenn ich glücklich bin.

/20. Juni 2016/16 Kommentare

Wieso musste ich mich unbedingt in eine Stadt verlieben, die auf der anderen Seite der Welt liegt? Wieso fühle ich mich hier, so weit weg von dem Ort, wo ihr seid, so wohl, so inspiriert, so zu Hause? Wie kann es sein, dass ich, mehr als 4000 Meilen und 6 Stunden von Euch entfernt, so glücklich bin?
Fragen, die mir immer wieder durch den Kopf gehen.
Immer wieder.
Und ihr müsst wissen: Es ist nicht so, dass ich Euch nicht vermisse. Absolut nicht.
Ich vermisse Dich.
Ich vermisse Dich.
Ich vermisse Dich.

Am meisten vermisse ich euch, wenn ich glücklich bin.
Wenn ich übers ganze Gesicht strahle. Wie jetzt.
Dann will ich nichts anderes, als Euch hier haben. Damit wir dieses Glück teilen können. Damit ich Euch in den Arm nehmen kann. Ganz fest. Damit wir in zehn Jahren zusammen im Garten sitzen und darüber lachen, in Erinnerungen schwelgen können.

Ich vermisse Euch nicht, wenn ich traurig bin. Wenn ich weine. Wenn mich die Einsamkeit, die Schnelligkeit dieser Stadt einholt und in die Knie zwingt. Ich vermisse Euch nicht, wenn ich verzweifelt bin und alles aussichtslos scheint.
Denn dann: rufe ich Euch an. Dann wähle ich Eure Nummer, schicke eine Nachricht. Dann halten wir die Zeit kurz an, ignorieren die Entfernung und Ihr trocknet meine Tränen. Behutsam. Liebevoll. Dann seid Ihr da.

Am meisten vermisse ich euch, wenn ich glücklich bin.
Wenn ich im Central Park sitze und die Sonne gerade dabei ist, hinter den Dächern der Stadt unterzugehen und alles in dieses magische Licht taucht.
Wenn ich durch die Nacht tanze und aus dem Lachen nicht mehr rauskomme.
Wenn ich in SoHo im Café sitze, etwas schreibe oder E-Mails beantworte und mein Glück kaum fassen kann, dass ich meinen Traum leben kann.
Wenn ich auf einem Segelboot sitzend die Stadt hinter mir lasse.
Wenn ich auf einem der unzähligen Dachterrassen der Stadt meinen Blick über New York City schweifen lasse.

Ich meine, nicht in dem Moment selbst – dann bin ich viel zu sehr damit beschäftigt, glücklich zu sein. Zu lachen. Das alles hier in mich aufzusaugen.
Aber spätestens auf dem Heimweg, wenn ich in der U-Bahn oder im Taxi sitze – dann wünsche ich mir nichts mehr, als dass ihr an meiner Seite wäret und wir noch weiter lachen könnten. Die Skyline New Yorks an uns vorbeiziehend. Gemeinsam.
Aber spätestens wenn ich Euch davon erzähle, wie glücklich ich bin – dann merke ich: wie sehr ich Euch in diesen Situationen vermisst habe. Wie sehr ihr fehlt. Wie weit weg ihr seid. Und dass das hier ein ganz anderes Leben ist.

Ein Leben ohne Euch. 
Zumeist. Zu oft.

Ich vermisse Dich.
Ich vermisse Dich.
Ich vermisse Dich.

Bildschirmfoto 2016-06-18 um 17.36.51

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16 Kommentare

  • Reply Dany 14. Februar 2017 at 15:16

    Es ist hart, wenn man sich entscheiden muss. Wenn man das und die, die man liebt nicht einfach mit einpacken kann. In der heutigen Zeit ist es zwar leichter zu kommunizieren dank der sozialen Medien, aber die Entfernung bleibt trotzdem. Und das merke ich besonders in solchen Momenten, wenn ich sie einfach mal ganz doll in den Arm nehmen möchte. Umso schöner ist es, wenn Sie dann mal wieder da sind.

    Ich kann also nachvollziehen wie es dir geht, auch wenn es nicht so viel Wasser ist, welches uns trennt.

    Liebe Grüße Dany von http://www.danyalacarte.de/

  • Reply May 23. Juni 2016 at 14:40

    Wunderschön geschrieben. Wie immer eigentlich! Ich liebe es einfach deine Einträge zu lesen. Ich fühle mich jedes Mal so als würdest du genau zu mir sprechen und mir all das erzählen und das ist es, was meiner Meinung zählt! Ganz toll, bitte mach immer weiter so! <3

    Ich schicke ganz viel Liebe :*

  • Reply Helena 23. Juni 2016 at 14:40

    Luise, das ist ein unglaublich berührender Blogpost. Ich lebe 5 Stunden entfernt von meiner Familie und habe genau die selben Gedanken, wie du. Am Meisten vermisse ich sie, wenn ich glücklich bin, weil ich die Erlebnisse gerne mit ihnen teilen will.

    Alles Liebe und eine wunderschöne Zeit in New York,
    Helena

    http://www.mouliakada.de

  • Reply Alina 22. Juni 2016 at 14:22

    Wie immer wundervoll geschrieben, liebe Luise. ♥ Glück ist wohl am schönsten, wenn man es teilt und ich kann gut nachvollziehen, dass es schwer zu akzeptieren ist, sein Glück nicht einfach so mit seinen Liebsten teilen und den Moment mit ihnen genießen zu können. Aber wahrscheinlich schätzt man dadurch umso mehr, wenn man es dann kann, z.B. wenn sie dich besuchen. :-)

    Ganz liebe Grüße <3
    Alina
    http://www.xxiv-diaries.de

  • Reply Carolin 22. Juni 2016 at 12:29

    Ein wunderschöner und berührender Post! <3 Aber sie es mal so: Wenn du in Deutschland 6 Fahrstunden von deinen Liebsten entfernt leben müsstest wäre es ähnlich. Egal ob du nun 6 Stunden im Flieger, Auto, Bahn etc. sitzt. 6 Stunden sind 6 Stunden. Und 6 Stunden sind ja immer noch besser als 24 Stunden, wie wenn du zb. in Australien leben würdest :) Ja vielleicht ein "krasser" Vergleich, aber so ist es doch.
    Natürlich ist es trotzdem eine große Entfernung, aber ich bin mir sicher, dass du das meistern wirst.

    Ich freue mich riesig auf deine FMA's aus NYC.. ich mag es einen Einblick in dein Leben zu bekommen, da du so natürlich und authentisch rüberkommst und du auch aus Dresden kommst :)
    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
    Mich würde es sehr freuen, wenn ihr mal auf meinem Blog vorbeischaust. Dort dreht sich hauptsächlich alles um Beauty, Lifestyle, Travelling und Fashion.

    http://www.madebycarolin.blogspot.com

  • Reply Baen 22. Juni 2016 at 11:13

    Es ist wirklich teilweise sehr sehr schwer, wenn man in einer anderen Stadt lebt, teils sehr weit weg und man sieht seine Liebsten nur sehr sehr selten. Zum Glück gibt es heute sowas wie WhatsApp und Skype, so dass man täglich rund um die Uhr kommunizieren kann. Aber naja, was will man machen, wenn man sich in eine Stadt verliebt hat. Irgendwann muss man nun mal seinen eigenen Weg gehen und das eigene Glück finden. Gute Freunde verstehen dies sicher :-) Entdeckt doch auch meine Website unter http://www.worldofbaen.com oder mein neustes Video unter: https://youtu.be/lyXkzSzdiNA

  • Reply Linda 21. Juni 2016 at 22:46

    Liebe Luise,
    ich glaube es ist wirklich nicht leicht, getrennt von seinen Liebsten zu leben.
    Dennoch bringt das einen bestimmt weiter, denn man wird ja quasi gezwungen neue Kontakte zu knüpfen und ist erstmal ganz auf sich alleine gestellt.
    Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass man gern die schönen Momente mit seinen Liebsten teilen und verbringen würde. :)

    Liebe Grüße

    Linda | http://heelsandhypes.blogspot.de/

  • Reply Irina 21. Juni 2016 at 20:37

    So eine weite Entfernung ist nie ganz einfach…gerade in den glücklichen Momenten, wie du schreibst, fehlen einem die Liebsten wirklich sehr. Einfach um Erinnerungen für später zu teilen:) Ich war selbst 7 Monate in Australien unterwegs und habe diese Zeit geliebt. Aber gerade an Geburtstagen oder besonderen Momenten wäre es noch schöner gewesen sie mit seinen liebsten Menschen zu teilen.
    Am wichtigsten ist zu wissen, dass sie sich mit dir freuen. Egal wie weit sie weg sind!
    Viele schöne Momente für deine weitere New York – Zeit:)

    Liebe Grüße
    Ina
    http://www.mintliebe.de

  • Reply CHRISTINA KEY 21. Juni 2016 at 17:51

    Sehr gefühlvoll geschrieben. Ich mag deinen Schreibstil einfach Luise! ♥♥♥

    XX,

    Photography & Fashion Blog,

    http://www.ChristinaKey.com

  • Reply Kathi 21. Juni 2016 at 08:14

    Du sprichst mir aus dem Herzen, Luise! Ich hab mein Herz an Kapstadt verloren, 10.000 Kilometer, 12 Flugstunden. Wenigstens gleiche Zeitzone. Und ich folge meinem Herzen nach Afrika. Aber meine Liebsten bleiben hier. Und ich vermisse sie schon, wenn ich daran denke. Ich weiß, dass ich Heimweh haben werde, ich weiß, dass es Momente gibt, die ich mit ihnen noch viel mehr genießen könnte. Die glücklichen Momente, genau wie du schreibst, die man teilen will, mit denen, die einem am meisten bedeuten. Ich weiß, dass ich mir wünsche, sie könnten mich in den Arm nehmen, drücken, wenn alles scheiße läuft. Ich habe Angst, dass ich sie so sehr vermisse, dass ich irgendwann Kapstadt nicht mehr so lieben kann, wie die Stadt das verdient. Doch ich tue es trotzdem, denn so ist es mit der Liebe: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und alles… alles kann man niemals haben, denn wo kämen wir denn da hin, wenn wir in unserem Leben nichts mehr wagen müssten?
    Ich wünsche dir noch einen wundervolle Zeit in NYC!
    Alles Liebe,
    Kathi

  • Reply Tabea 20. Juni 2016 at 22:35

    Sehr toll geschriebener Post! Ich bin eigentlich immer für so 8 Wochen in neuen Städten (meistens aber Deutschland) und ich kann das, was du in dem Artikel schreibst, echt gut nachvollziehen (:

    Liebe Grüße
    Tabea
    https://bytabea.wordpress.com/

  • Reply Nadja 20. Juni 2016 at 22:02

    Ein berührender Post.. So persönlich und so echt.. Ich glaub in etwa kann ich nachvollziehen was du damit meinst, allerdings von der anderen Seite.. meine Schwester war vor 6 Jahren Au Pair in Amerika, in der Nähe von Washington und immer, wenn ich zuhause Spaß hatte und glücklich war, meist wenn es mit der Familie war, hab ich mir gewünscht, dass sie es auch mitbekommt, nicht nur durch meine Erzählungen.
    Ich hab sie dann im Sommer nach einem halben Jahr ca. besucht und die Zeit war einfach wunderschön, weil wir gemeinsam tolle Sachen erlebt haben.. der Abscheid war dadurch umso schwerer.. :/
    Genieß die Zeit noch und ich bin gespannt was du in nächster Zeit alles noch so erlebst!

  • Reply Ana 20. Juni 2016 at 21:33

    Das freut mich grad so sehr, dass du in New York so glücklich bist. Wie kam es denn dass du jetzt da gelandet bist? Aus deiner Dating Kolumne kam ja schon heraus, dass das Leben dort nicht ganz umspannend ist ;-) Wenn ich unfassbar glücklich bin, dann weiß ich auch oft nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Da wäre es einfacher man lässt die Leute es einfach mit eigenen Augen sehen. :-)

    xx Ana http://www.disasterdiary.de

  • Reply Elisa 20. Juni 2016 at 21:08

    Oh, wie wahnsinnig schön geschrieben. Du berührst mich immer so sehr. Das, was du schreibst ist so perfekt <3

  • Reply Gina 20. Juni 2016 at 21:05

    Ich stelle es mir so schwer vor die Liebsten so weit weg von sich zu wissen (zumindest räumlich). Während wir momentan freudig unser Auslandsjahr planen, ist das meine größte Angst: Einfach viel zu sehr zu vermissen und sich dadurch viel zu sehr einschränken und “kaputt machen” zu lassen. Nicht stark genug zu sein.

    Und in ein paar Monaten, wenn ich am anderen Ende der Welt bin, mir die australische Sonne die Haut verbrennen will und mir ein freundliches “no worries” entgegen schallt – Spätestens dann werde ich wieder an deine Worte denken.

    Ich bewundere dich, Luise. Für deinen Mut deine Träume wahr werden zu lassen und mit ihnen zu wachsen.
    Alles Liebe für dich! ♥

  • Reply U. 20. Juni 2016 at 20:47