Das sind Kleinigkeiten. Große Kleinigkeiten.

/30. Mai 2016/25 Kommentare

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Ich weiß nicht, wie spät es ist. Und darauf kommt es auch nicht an. Das ist ganz egal.
Ich schließe die Augen. Musik in meinen Ohren. Meine Haltestelle. Ich steige aus. Und im Licht der untergehenden Sonne laufe ich nach Hause.
Nach Hause? Ich?
Es sind drei Monate vergangen. Und jetzt läuft hier jemand ganz anderes die einst so fremde Straße entlang. Andere Gedanken. Keine Ängste. Sondern Dankbarkeit. Und Pläne. Vertrautheit. 
Es sind drei Monate vergangen.

Und: Wenn man sich so schnell verändert, dass man gelegentlich Angst bekommt, sich selbst zu verlieren, dann stockt einem der Atem. Aber das ist jetzt ganz egal. Darauf kommt es nicht an. Ich werde mich wieder finden, falls das passiert. Es ist nicht schlimm, vom Weg abzukommen. Es gibt kein richtig und falsch. Das sind Erfahrungen. Erinnerungen, die wir einsammeln. Lektionen, die wir erteilt bekommen müssen. Das ist das Leben.
Ich atme gleichmäßig.
Und ich habe endlich keine Angst mehr davor. Keine Angst mehr davor, etwas zu riskieren. Keine Angst mehr, vom Weg abzukommen – weil ich verstanden habe, dass es genau darum geht. Dass mich genau das stärker macht. Mutiger. Erwachsener.
Erwachsener? Ich bleibe kurz stehen. Nehme die Kopfhörer aus den Ohren.
Sirenen. Hupende Autos. Hetzende Menschen.
Ich stehe einfach nur da. Erwachsener. Wirklich? Will ich das? Ja! Nein! Vielleicht! Ich weiß es nicht. Ich will erwachsen sein. Und selbstständig. Ich will kindisch sein. Im richtigen Augenblick. Ja! Nein! Vielleicht!
Wenn man sich so schnell verändert, dass man gelegentlich Angst bekommt, sich selbst zu verlieren. 
Aber gerade habe ich mich wieder gefunden. Mal wieder. Auf dem Heimweg. Für alles Argumente findend. Aber diesmal? Muss ich keine Entscheidung treffen. Lassen wir es auf uns zukommen.

Ich gehe weiter. Drehe die Musik noch etwas lauter auf. Schließe mein Zimmer auf und lasse mich auf das Bett fallen. Schließe die Augen. 
Und freue mich auf das, was kommt.
Mich selbst verlierend. Erwachsen oder kindisch. In Flugzeugen. Immer irgendwo. Kein Stillstand mehr. Keine Angst mehr.

Wir spazieren durch den Central Park und ich würde am liebsten jeden Hund mit nach Hause nehmen.
Ich renne in letzter Sekunde zur U-Bahn und springe durch den sich schließenden Spalt der elektrischen Türen.
Ich buche Flüge. Einfach so.
Das sind Kleinigkeiten. Große Kleinigkeiten. Es sind Veränderungen.

so6 so5 so4 so2

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Rock – Forever21
Top – Nakd 
Lederjacke – Pull&Bear
Schuhe – Stradivarius
Tasche – New Look (hier)
Uhr – Marc Jacobs 

Fotos – Andrey Nik

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25 Kommentare

  • Reply Susann 6. Juni 2016 at 18:30

    Hallo Luise. Die Worte die du schreibst sind einfach wunderschön. Inspirierend. Du bist so mutig. Nimmst dein Leben einfach in die Hand und schaust was dich glücklich macht, dich erfüllt. Nicht viele Menschen haben den Mut. Ich hoffe, ich kann mir etwas von dir abschauen. Ich habe alles was man sich wünschen kann, bin aber extrem unglücklich mit dem was ich mache, traue mir eine große Veränderung aber nicht zu. Ich hoffe, ich werde es doch noch wagen, was soll schon passieren?!

  • Reply MODENOVA 6. Juni 2016 at 13:28

    Great outfit! We really like your pictures and style!
    Best, MODENOVA I http://www.modenova.com

  • Reply Sarah 5. Juni 2016 at 23:03

    Liebe Luise,
    als allererstes muss ich dir ein Kompliment machen! Der Rock ist soo schön und steht dir echt gut! würde ich mir am liebsten auch direkt kaufen… :)
    Und ja Reisen verändert einen selbst – vor allem wenn man alleine unterwegs ist. New York scheint dir echt gut getan zu haben!

    Liebe Grüße, Sarah

    https://sarahsecrecy.wordpress.com

  • Reply Ivory 3. Juni 2016 at 20:31

    Deine Worte regen mich immer wieder zum nachdenken an und manchmal erwische ich mich dabei, wie ich dich beneide. Obwohl Neid eventuell das falsche Wort ist, denn ist ist auf keinen Fall Missgunst.
    Ich selber habe das Gefühl, jahrelang auf der Stelle getreten zu haben. Stillstand. Jeden Morgen das selbe, Tag für Tag. Vermutlich geht es vielen Menschen so, die einen festen Job haben (ich meineeinen Job an ein und der selben Stelle), die Alltag haben.
    Es gibt so viele Dinge, die ich noch nicht getan habe, WEIL ….
    Es gibt so viele Dinge, die ich mich nicht traue, WEIL….
    Ein stückweit bin ich aber ausgebrochen. Habe gekündigt und geh ab August aufs Kolleg. Ich bin gespannt, was mich da erwartet und was die Zukunft bringt.

    Deine Fotos, dein Outfit und die Kulisse gefallen mir sehr gut. New York hat dir wirklich gut getan. Wahnsinn, wie schnell die 3 Monate vergangen sind und wie sehr du dich dort eingelebt hast.

    Liebe Grüße
    Shades of Ivory

  • Reply Anja 2. Juni 2016 at 14:34

    Wunderschön, besonders wie du den Zauber von New York einfängst.
    Dein Outfit passt so traumhaft in die Straßen des Big Apple. :-)

    Liebe Grüße,
    Anja

    http://blog.anjiko.com/

  • Reply Sofie 1. Juni 2016 at 20:27

    Liebe Luise,
    Du siehst super aus! New York tat dir gut und wird es dir auch sicher wieder tun. Allerdings hätte ich gedacht dass du so zielstrebig bist und deine Prüfung sowie Deine Bachelor Arbeit noch zuvor schreibst aber das sei dir selbst überlassen ! Ich freue mich auf Blog Posts aus New York! Ich habe während des Studiums ein Auslandssemester dort gemacht und es so geliebt! Allerdings verwundert es mich dass du nur mit deutschen abhängst was natürlich auch schön sein kann aber ich bin eher der internationale Typ ich wollte mein Englisch perfektionieren und ja viele Menschen vor Ort kennenlernen was auch geklappt hat :) mit den Promotern feiern zu gehen ist aber tatsächlich ein absolutes touri und tussen Ding. Meine new Yorker Girls machen das nie aber natürlich eine gute Idee um Anschluss zu finden und einfacher in Clubs zu kommen. Allerdings finde ich hat New York einiges mehr zu bieten als Clubs und das Home Fitness Studio aber solange du dort so glücklich warst freut es mich natürlich! Ich bin ab dem Sommer auch wieder dort, vllt sieht man sich ja mal ? Ps ich bin eher auch einmal für Stillstand ich reise und arbeite seit dem Studium pausenlos aber da ist jeder anders.

    Enjoy it!

    Viele Grüße Sofie

    • Kleinstadtcarrie 2. Juni 2016 at 20:01

      Hallo liebe Sofie,

      also die Prüfung findet erst Ende Juli statt, da kann ich leider nichts vorher machen und die Bachelorarbeit kann auch erst geschrieben werden, wenn alle Prüfungsleistungen erbracht wurden – daher gerade diese kleine Pause :)

      Und wer sagt denn, dass ich nur mit Deutschen “abhänge?” :) Habe einige deutsche Freunde drüben, das ist richtig und das genieße ich sehr – aber treffe in NY so viele verschiedene Nationalitäten.
      Und natürlich hat NY mehr zu bieten als Clubs und Fitnessstudios, klar haha Aber ich gehe eben auch gern mal feiern und zum Sport :)Heißt ja aber nicht, dass ich nichts anderes mache :)

  • Reply CHRISTINA KEY 1. Juni 2016 at 17:10

    Super schönes Outfit! :)
    Der Rock zaubert eine wunderbare Figur und passt einfach perfekt zu dir!
    Durch die Lederjacke sieht dieser Look aber nicht zu süß aus – klasse! ♥♥♥

    XX,

    Photography & Fashion Blog,

    http://www.ChristinaKey.com

  • Reply Josi 31. Mai 2016 at 23:34

    “Große Kleinigkeiten”, das klingt toll ;) Die passieren uns allen jeden Tag und wir sollten sie schätzen! Bin gespannt wo es dich weiter hin treibt, vllt auch in Länder in Afrika oder Südamerika? Ich denke auch dass Reisen eine der besten Erfahrungen ist, nur wenn man nicht nur zum Sightseeing und als Touri da ist, sondern wirklich auch andere Menschen kennenlernt, lernt man sich doch auch selbst irgendwie besser kennen. viel spaß weiterhin! ;)
    Ps. Bist du noch dünner geworden eigtl? Auf den Bildern siehst du ziemlich dürr beinahe aus.

    • Kleinstadtcarrie 1. Juni 2016 at 10:11

      Hallo liebe Josi,

      vielen Dank für Deinen Kommentar :-)
      Ich bin schon immer sehr schlank, sehe aber auf den meisten Bildern “breiter” aus als in echt. In Amerika habe ich aber tatsächlich etwas abgenommen – mir geht es aber sehr gut :)

  • Reply Lea 31. Mai 2016 at 22:19

    Der Blogpost erinnert mich an den Spruch “be the best version of you”, der so ein bisschen zu meinem Lebensmotto geworden ist und ich muss sagen, du lebst diesen Spruch, glaube ich, zur Zeit ziemlich gut!
    Weiter so! Du bist wirklich ein großes Vorbild für mich :-)

  • Reply Jasmin 31. Mai 2016 at 16:13

    Luise, du erinnerst mich so sehr an mich selbst! Ich war selbst Jahrelang schüchtern und habe mich in meinen vier Wänden hinter meinem Laptop und Büchern versteckt und jetzt? Jetzt veränderte ich mich gefühlt jede Stunde und bin immer wieder erstaunt darüber. Manchmal macht es mir Angst. Aber es ist ein befreiendes Gefühl wenn man sich so verändert, dass man endlich glücklich ist.

    Herzliche Grüße,
    Jasmin

    • Kleinstadtcarrie 31. Mai 2016 at 19:39

      Hey Jasmin,

      ich würde nicht sagen, dass ich mega schüchtern war, aber jetzt bin ich wirklich total anders. Du hast schon recht.
      Es ist Wahnsinn, was noch mal mit einem passiert :)

      Liebe Grüße auch an Dich,
      Deine Luise

  • Reply Kathi 31. Mai 2016 at 15:35

    Hey Luise, wie immer: wirklich toll geschrieben.
    Du hast so Recht. Veränderungen sind, egal wie groß oder klein, einfach was tolles.
    Vor allem aber, wenn man nach bereits 3 Monaten so viel von einem selbst lernen kann, dann merkt man doch meist das man viel stärker ist als man sich selbst anfangs zutraut. Wie ich auch schonmal sagte: Alle Daumen hoch, dass du in ein paar Tagen wieder zurückfliegst :)
    UND um eins nicht zu vergessen: das letzte Foto mit NY im Hintergrund ist ein echter ein Traum.
    Liebste Grüße und genieß deine Zeit in Deutschland
    Kathi
    http://www.miss-avogueado.com

  • Reply Elena 31. Mai 2016 at 07:47

    Wunderschöner inspirierender Text! Du hast es einfach drauf:)

    Ich bewundere deinen Mut!

    Lg Elena

  • Reply Lilli 30. Mai 2016 at 23:10

    Diese Bilder sind ein absoluter Traum und der Text – wie immer – auf den Punkt!

    x Lilli | http://www.LilliFerreira.com

  • Reply Krissi 30. Mai 2016 at 20:40

    Die Bilder sind klasse geworden, du siehst wunderschön aus. :)
    Ich finde es toll, dass du keine Angst mehr vor Hunden hast, dich öfter mal was traust und dich überwindest. <3

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond

    http://themarquisediamond.de/

  • Reply Selin 30. Mai 2016 at 20:09

    Meine Güte, siehst du mal wieder gut aus! Aber bei einem so schönen Gesicht kann man auch echt alles tragen. Ich liebe deine Bilder einfach.

    xx http://www.selinsfashiondiary.blogspot.de

  • Reply Lila 30. Mai 2016 at 17:12

    Ohh, man liest deine Texte wie einen Roman. Das finde ich einfach nur richtig cool. Und du hast so recht damit, dass auch Kleinigkeiten schon etwas verändern können! Alles zählt.
    LG Lila

  • Reply Alina 30. Mai 2016 at 16:59

    Wow, so ein tolles Oufit untermalt mit diesem wunderschönen Text. (:

  • Reply Anja 30. Mai 2016 at 15:36

    Ein wundervoller Beitrag und diese “großen Kleinigkeiten” sind es, die einen im Endeffekt zu einem neuen Menschen machen. Ich finde es sehr spannend, Dir durch deinen Blog dabei zuzusehen, wie du dich weiterentwickelst, neue Ort entdeckst und über dich selbst hinaus wächst. Toll!
    Alles Liebe,
    Anja

  • Reply AnnaTeresa 30. Mai 2016 at 14:10

    Tolle Bilder und ein toller Text, der einen nachdenken lässt.

    Liebe Grüße
    AnnaTeresa

  • Reply Marmormaedchen 30. Mai 2016 at 12:35

    Hallo Luise
    Bevor ich deinen Text gelesen habe, habe ich mir die Fotos angeschaut. Um mich dann auf deine Worte konzentrieren zu können- weil ich das immer so mache. Und ich habe gedacht: Sie sieht erwachsener aus.

    Jetzt habe ich auch deine Worte gelesen. Ich glaube, dass erwachsen-sein nicht bedeutet, nicht mehr kindisch sein zu dürfen. Es bedeutet nur, eigene Entscheidungen zu treffen und die Auswirkungen auch tragen zu müssen.

    “Und: Wenn man sich so schnell verändert, dass man gelegentlich Angst bekommt, sich selbst zu verlieren, dann stockt einem der Atem.”

    Danke dafür.

    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com
    Ich liebe es noch immer, wie du mit den Worten spielst.