Wir sind nicht mehr 18.

/7. Februar 2016/45 Kommentare

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Ich sitze in meinem Arbeitszimmer. Ernsthaft: Arbeitszimmer. Schreibtisch. Eine Vase mit frischen Schnittblumen. Der gut organisierte Terminkalender. Das fühlt sich ziemlich erwachsen an. Ist es auch. Aber es ist das „Anfang-zwanziger-Erwachsen“. Also eigentlich doch nicht.
Das Zimmer, in dem ich sitze, hat eigentlich meiner WG-Mitbewohnerin gehört. Sie ist ausgezogen. Ausgeflogen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Suche nach sich selbst. Dem richtigen Weg.
Meine beste Freundin sitzt jetzt gerade in ihrem Wohnheimzimmer in Zürich.
Meine Schwester im identischen Zimmer. Aber in Amsterdam.
Meine andere beste Freundin sitzt gerade irgendwo in Dresden zur Zwischenmiete.
Einer meiner besten Freunde tourt durch Südamerika.
Und in 21 Tagen geht mein Flug nach New York. Für drei Monate. „Und danach?, fragen sie mich. Keine Ahnung.

Wir sind nicht mehr 18. Und wir haben schon so oft darüber geschmunzelt, wie einfach das Abitur im Vergleich zum Studium war. Wir denken jetzt über die wirklich große Liebe nach. Haben Träume, sind nicht mehr so zaghaft. Wir machen einfach! Steigen in Flieger und Züge. Weit weg. Weiter! Wir ziehen ein und um und aus. Packen Kisten. Werfen weg. Trennen uns. Mama am Telefon. Wir quälen uns gemeinsam durch die Prüfungsphase. Trinken billigen Wein und sind dabei, das Leben zu verstehen. Irgendwie. Ein bisschen.
Wir sind älter geworden.
Haben gelernt, dass es da noch viel mehr gibt als die Schule. Kennen alle Ecken des Campus. Aber weiter raus haben wir uns bisher eigentlich auch noch nicht getraut. Die Professoren haben uns gezeigt, dass sich im Leben eigentlich niemand für uns interessiert – aber dafür gibt es ja Seminare. Persönliche Bewertungen. Großer Herzschmerz und wilde One Night Stands haben uns gezeigt, dass alles endlich ist – haben aber die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben.
Wir sind ziemlich weit rausgeschwommen, finde ich.
Wir sind ziemlich weit gekommen, finde ich.


Und jetzt stehen wir da. Zwar mit einem Abschluss mehr in der Tasche. Aber: wir haben genau so wenig Plan wie vor drei Jahren. Und es stehen uns mindestens genau so viele Türen offen. Bloß dieses Mal ist es anders. Nicht schwieriger. Aber irgendwie ernsthafter. Irgendwie fühlt sich das alles so erwachsen an. Wie eine Hose, die noch zu groß ist. Da müssen wir hineinwachsen. Das dauert noch. Und bis dahin halten wir gemeinsam den Hosenbund fest. Mit Ach und Krach. Aber irgendwie zusammen. Auch wenn uns jetzt so viele Kilometer trennen. Gemeinsame Erinnerungen fehlen. Wir wissen, dass wir das schaffen. Wir wissen, dass wir wachsen werden. Denn genau so ging es uns schon ein mal. Und heute schmunzeln wir darüber.



Damals noch im blümchenbedruckten Sessel. Mama nebenan.
Heute am Schreibtisch. Im Arbeitszimmer.
Und was kommt als nächstes?

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Schreibtisch – IKEA
Schreibtischstuhl – IKEA 
Schreibtischlampe – IKEA
Kalender – Kikki.K
Tasse – Dawanda
Metallkörbchen – Xenos

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45 Kommentare

  • Reply Eva Geerling 10. Juni 2016 at 12:10

    und genau an diesem punkt stehe ich nun auch. Am 1. August fange ich mit meinem ersten “richtigen”Job an und ich muss mit Sicherheit auch erst in die noch viel zu grosse Hose reinwachsen!

    Das ist der Lauf des Lebens…

    LG
    Eva
    http://www.the-mysterious-world-of-eve.blogspot.de

  • Reply Alissa 29. Februar 2016 at 23:20

    Hallo liebe Luise,
    wundervolle Worte und ein wundervoller Blogpost der wirklich sehr berührt und zum Nachdenken anregt, auch ich befinde mich gerade im Studium.
    Ich wollte dich aber auch fragen woher du die Wocheneinlagen für den Kikki-K her hast, ich finde leider keine passenden, vielleicht hast du ja einen Tipp
    Liebste Grüße und eine gute baldige Reise nach New York!

    • Kleinstadtcarrie 1. März 2016 at 12:48

      Hallo Alissa,
      die sind auch direkt von Kikki.K :)

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Tina 28. Februar 2016 at 16:31

    Hallo Luise,
    wie immer ein sehr berührender Text.
    Ich bin momentan dabei mein Abi zu schreiben und freue mich darauf, wenn es endlich vorbei ist und bin gespannt darauf, was das Leben danach für mich bereit hält. Allerdings glaube ich, dass wir nie in die Hose passen werden! Egal wie alt wir sind.
    VG Tina von http://www.glueck-skind.blogspot.de

  • Reply Isabel 19. Februar 2016 at 10:38

    Wow, direkt Gänsehaut bekommen bei diesen Worten, diesem Thema. Ich wünsche uns allen viel Glück, viel Mut, viele wertvolle Erfahrungen und dass wir irgendwann wissen, wohin die Reise geht.

  • Reply Nicole 17. Februar 2016 at 08:56

    Der Post ist wirklich in Point geschrieben! Mich trennt noch ein halbes Jahr von meinem Abschluss. Und dann? Kisten packen, umziehen, erwachsen und groß träumen!

  • Reply Gina 12. Februar 2016 at 18:54

    Ich bin froh nicht mehr 18 zu sein. Zwar sitze ich nicht in einem Arbeitszimmer, aber in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Mehr wollte ich damals zu Abizeiten nicht – hauptsache raus und in die eigenen vier Wände ziehen – auch, wenn es nur die Stadt 30km entfernt geworden ist.
    Und schon bald ist die Ausbildung geschafft. Endlich die Sicherheit eines Berufsabschlusses – Jetzt darf die Welt entdeckt werden! Ich kann es kaum erwarten die große Reise anzutreten & freue mich auf ganz viele inspirierende Posts von dir aus New York! ♥

  • Reply Larissa 10. Februar 2016 at 15:39

    Wie immer ein toller Text!
    Und dein Arbeitszimmer gefällt mir richtig gut :)

  • Reply Lisa 10. Februar 2016 at 01:54

    Ich finde, du bist eine der inspirierendsten Bloggerinnen in der Blogosphäre. Ich bin zwar eher eine stille Leserin, aber ich lasse mich so gern von deinen Worten leiten. Du ziehst mich mit deinen Texten immer in einen Bann und bringst mich zum Nachdenken. Ach und die Passage mit dem Studium. Ich musste sofort an meines denken.

    Dein Arbeitszimmer ist wirklich wunderschön. So möchte ich meine erste Wohnung auch einrichten. Genau in diesem Stil :)

    Liebste Grüße
    Lisa

    • Kleinstadtcarrie 10. Februar 2016 at 20:32

      Wow, Danke Lisa! Das bedeutet mir sehr viel, so etwas zu hören :)

  • Reply Sarah 9. Februar 2016 at 22:23

    Toller Text…fände den in Videoform auch ganz toll. Und so zutreffend auf wieviele in unserem Alter. Man denkt in diesem Alter wäre man weiter, man wisse was man wolle, aber dennoch hat sich nichts geändert. Auf der einen Seite schön, auf der andere nicht.. :)

    Liebe Grüße,
    Sarah von a passport can get you everywhere

  • Reply Krissisophie 9. Februar 2016 at 20:15

    Dein Arbeitszimmer ist ja total süß! Ich finde, dass du das echt gut geschrieben hast und während du mir die Angst vorm Abitur etwas genommen hast, hast du meine Angst vorm Studium gesteigert, haha. Aber das werde ich schon alles packen, so wie du. Ich wusste gar nicht, dass du eine Zeit lang in die USA ziehst. Ich wünsche dir aber auf jeden Fall ganz viel Glück, Erfolg und vor allem Spaß dort. Was genau machst du da denn, ein Auslandsstudium bzw Trimester? :)

    Ganz liebe Grüße,
    Krissisophie von the marquise diamond
    http://themarquisediamond.de/

  • Reply Dilara 9. Februar 2016 at 18:42

    Sehr schön geschrieben Luise und ich kann dich wirklich komplett verstehen! Aber das gehört alles dazu und wird dich in allen Weisen belehren :)

    Liebste Grüße Dilara
    von http://www.missdilara.de

  • Reply Tamara 9. Februar 2016 at 14:05

    Spätestens wenn alle um einen herum Anfangen sich zu verloben, zu verheiraten und Kinder zu bekommen, merkt man dass man doch so langsam erwachsen wird!
    Man wird sich jedoch nie für etwas 100% bereit und erwachsen genug fühlen, daher sollte man es einfach tun und ins Abenteuer springen…man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben….
    Aber ein bisschen Kind sollte jeder noch in sich behalten. ;)
    vG!!
    PS. Bei dir sieht es nach all den Jahren allerdings immer noch schön kindlich rosa im Zimmer aus! ;)

    • Kleinstadtcarrie 9. Februar 2016 at 14:19

      Hey Tamara,

      oh man – soweit ist es bi mir noch nicht. Bloß gut! Ich glaube dann drehe ich durch :))

      Ja, das sowieso :)

    • Tamara 11. Februar 2016 at 20:45

      Hmm, naja ich bin auch erst 23, also nicht viel äler als du, und bei mir beginnt es in der Tat jetzt schon. Man bekommt so viele Einladungen…zu Hochzeiten, Babypartys, Bachelor/Bachelorette Partys… Also mach dich ganz bald auf was gefasst! ;) aber genieß erstmal die Zeit in NYC!

  • Reply Marmormaedchen 9. Februar 2016 at 01:05

    Hee Luise
    Ich muss sagen, dass mir manchmal mein achtzehnjähriges Ich – ach was sag ich, mein zwanzigjähriges Ich – sehr lächerlich vorkommt. Ich bin nun dreiundzwanzig und ich weiss, dass ich in ein paar Jahren wieder so über mein jetztiges Ich denke. Man wächst aus sich heraus, irgendwie. Als wäre man nur eine Klamotte, die tatsächlich schlecht sitzt.
    Doch dann denke ich wieder, dass ich nicht viel reifer werden kann. Ich hab schon so viel gesehen – und damit meine ich nicht die Welt, nicht irgendlwelche Strände, keine anderen Kulturen – ich meine Menschen und ihre Schicksale.
    Die Arbeit in der Psychiatie, jetzt im Akutspital. Sie hat mich so sehr reifen lassen. Und doch. In ein paar Jahren werde ich schmunzeln.
    Erwachsen. Vielleicht wird man das ja nie? Peterpansyndrom.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Sophie 8. Februar 2016 at 23:30

    Das ist schön gesagt.
    Wir sind ziemlich weit rausgeschwommen und das ist auch richtig so:)
    Ich bin mittlerweile schon nicht mehr Anfang sondern ehr so Mitte Zwanzig und finde das eine ganz besonders seltsam spezielle Phase. Eigentlich erwachsen, aber auch noch irgendwie nicht so sehr.
    Liebst,
    Sophie

    http://www.weekdayswithsophie.wordpress.com

  • Reply Fiffi 8. Februar 2016 at 22:29

    Hallo Luise! Was machst du denn in NY bzw ziehst du für einen bestimmten Zweck dahin? Gute Reise!

  • Reply Marietta 8. Februar 2016 at 20:43

    Ich frage mich immer: muss man wirklich wissen was als nächstes kommt? Ich glaube, es ist ein sehr “deutsches” Bestreben, immer zu wissen was man als nächstes macht, wo die nächste Station ist, damit man sich irgendwie in Sicherheit fühlen kann. Jedenfalls ist mir das aufgefallen, als ich mich in London für einen Job beworben habe und es dann oft hieß: “Kannst du dich einen Monat bevor du anfangen möchtest zu arbeiten noch einmal melden? Wir planen nicht so weit im voraus”. Ich hab mein Herz in die Hand genommen und den Sprung gewagt, den keiner meiner Kommilitonen gewagt hat. Habe lange gewartet auf die Zusage, während die anderen alle schon seit Monaten wussten, was sie als nächstes machen. Tja, und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich das beste Los gezogen habe.

    xx

    Marietta

    http://www.theurbanslang.com

  • Reply Nina 8. Februar 2016 at 17:26

    So ein toller Text! Danke dafür, Luise!

  • Reply Céline 8. Februar 2016 at 16:07

    Ich finde der Bachelor-Abschluss ist noch tausend mal gruseliger als das Abitur. Bei uns spielt das wer, wann und wo hin eine riesige Rolle.
    Jetzt wird es eben doch ernster. Wir kennen das Studentenleben mittlerweile, aber das gruselige Erwachsenen-Büro-Leben kommt doch mit Expressgeschwindigkeit näher. Ich bin mir ziemlich sicher, dass macht die nächste große Entscheidung so unglaublich schwierig.
    Ich hoffe du findest den richtigen Weg für dich,
    Céline von http://smultronstaellen.blogspot.de

  • Reply Kathleen 8. Februar 2016 at 11:03

    Es ist nicht einfach, wenn all deine Lieben auf einmal woanders sind. Auf der ganzen Welt verstreut. Aber so ist das, wenn wir erwachsen werden.
    Du musst ziemlich aufgeregt sein auf deine Reise nach New York. Ich würde auch gerne einmal dort hin und diesen Traum werde ich mir auch irgendwann einmal erfüllen, aber erst einmal in der Uni weiter machen.

    Liebe Grüße
    Kathleen von http://kathleensdream.blogspot.de/

  • Reply Mai 8. Februar 2016 at 10:46

    Wunderbare Gedanken. Mir geht es zurzeit ganz genauso. Meinen Bachelor hab ich in ein paar Monaten in der Tasche doch was danach kommt – ich weiß es nicht. Fühle mich genauso planlos wie nach dem Abitur.

    Liebste Grüße ♥ Mai
    http://www.sparkleandsand.com

  • Reply Jessi 8. Februar 2016 at 09:37

    Das fasst ziemlich genau zusammen, wie ich mich gerade fühle. Irgendwas zwischen erwachsen und doch nicht. Ich komm alleine klar und doch nicht.

  • Reply Franzi 8. Februar 2016 at 02:52

    Sehr schöner Text! Bei mir ist es gerade genau andersherum: Nach dem Abi ging es erstmal raus, seit anderthalb Jahren lebe ich in den USA, mache “Pause”. Und im Frühling geht es jetzt wieder zurück nach Deutschland, zu Studium, Zukunftsplänen und dem Ernst des Lebens. Über die Abizeit schmunzele ich trotzdem…
    Ich freue mich schon unheimlich auf New York Eindrücke von dir – vielleicht gibt es sogar mal die Möglichkeit, dich da zu treffen?
    Liebe Grüße,
    Franzi
    https://franziefliegt.wordpress.com/

    • Kleinstadtcarrie 8. Februar 2016 at 15:51

      Hey Franzi,

      bist Du dann denn noch in NY?
      Freue mich sehr, wenn man sich treffen würde :)

    • Franzi 10. Februar 2016 at 02:43

      Ich lebe noch bis Ende April in Connecticut und bin am Wochenende oft in NYC – meine Lieblingsstadt! Also melde dich gerne, wenn du da bist. :)

  • Reply Sina 8. Februar 2016 at 00:40

    Wunderschön <3
    Du sprichst mir, wie so oft, aus der Seele :)

  • Reply Yvonne 8. Februar 2016 at 00:29

    Unglaublich schöner Post ! & so wahr :) wie oft sitze ich in der Uni und schmunzel darüber wie einfach das Abitur gewesen ist & wie viele nach ihrem Studium erst mal in die Welt ziehen.
    New York. WOW. Ich bin wirklich gespannt.

    Viele liebe Grüße
    Yvonne

  • Reply S. 7. Februar 2016 at 23:08

    Ja, was als nächstes kommt, weiß man wohl nie. Aber wenn man es wüsste, wäre alles doch auch nur halb so spannend, nicht wahr? :)
    Liebe Grüße
    S.
    http://cappuccinocouture.blogspot.de/

  • Reply Jean 7. Februar 2016 at 22:59

    Hallo Luise,
    du triffst das Anfang-20er-Gefühl schon richtig gut… viel Spaß in New York! Da wirst du ja sicher von berichten, ich bin gespannt! :)
    Liebe Grüße, Jean
    http://jean-abovetheclouds.com

  • Reply Rieke 7. Februar 2016 at 22:34

    Der Text hat mir sehr gut gefallen.

  • Reply Kathi 7. Februar 2016 at 22:22

    Schön geschrieben, Luise! Du schaffst es wirklich, mit wenigen Worten Gefühle einzufangen, die uns allen bekannt vorkommen, die wir aber nur schwer in Zeilen packen können (oder zumindest ich)…
    Liebe Grüße,
    Kathi

  • Reply Myri 7. Februar 2016 at 21:59

    Sehr sehr schöner Text, liebe Luise, genau das Gefühl kann ich gerade bestens nachvollziehen…Hach, aber die Studienzeit ist doch auch die schönste…man will gar nicht, dass sie endet, gar nicht so schnell Erwachsen werden…

  • Reply Clara 7. Februar 2016 at 21:12

    Liebste Luise,
    toll geschrieben schöne Fotos :-) ich stimme dir mit dem Anfang zwanzigerwachsensein zu. Liebste Grüße Clara

  • Reply Carina und Martha 7. Februar 2016 at 21:01

    Schöner Post und tolle Bilder! :)
    Liebe Grüße,
    Carina von http://www.lovespreadingfriends.wordpress.com

  • Reply Vic 7. Februar 2016 at 20:56

    Du hast es auf den Punkt gebracht! Ich als Anfang-Zwanzigerin kann mich gut in deine Lage hineinversetzen. Ich befinde mich momentan in dem Stadium “Erwachsenwerden”. Zwar arbeite ich jetzt schon, verdiene mein eigenes Geld und mache mir ernsthafte Gedanken um meine Zukunft, aber dennoch ist es jetzt die beste Zeit um auch einfach mal etwas zu wagen.
    Ich bin jetzt mit fast 22 endlich so weit, meine Comfort Zone immer öfter zu verlassen, meine Sachen zu packen und loszuziehen. Während ich mit 16 vor so gut wie allem Angst hatte und mich am liebsten in meinem Mädchenzimmer vor der großen, bösen Welt verschanzt hätte, bin ich heute selbstbewusst und neugierig genug, um andere Wege einzuschlagen. Meinen Weg. Einen, der mich glücklich macht! Ich scheue keine Neuanfänge, ich entwickle mich weiter, überschreite meine Grenzen und erfinde mich immer wieder neu. Neue Träume und Ziele begleiten mich, während ich heute alles realistischer sehe als früher und mich nicht mehr Hals über Kopf in Dinge stürze, sondern bedacht vorgehe. Nichtsdestotrotz bin ich noch lange nicht angekommen. Aber ehrlich gesagt bezweifle ich ja immer mehr, dass man je irgendwo ankommt. Das hört sich für mich so endgültig an. Für mich ist das Leben eine ewige Reise. Mit jedem Lebensabschnitt und mit jedem einschneidenden Ereignis verändert sich unser Leben und unsere Persönlichkeit. Natürlich fühle ich mich oft nicht vorbereitet, muss erst in Dinge hineinwachsen. Aber ich weiß, dass ich auch das meistern werde. Und in 10 Jahren, da werde ich wieder lachen.
    Besonders der letzte Absatz hat mir sehr gut gefallen. So viele Wahrheiten stilistisch perfekt verpackt. Ich sage, danke!

  • Reply Alice 7. Februar 2016 at 20:46

    Liebe Luise,
    Ich verfolge deinen Blog schon seit der Anfangsphase, habe es bis jetzt jedoch nie geschafft einen Kommentar dazulassen, obwohl mich deine Texte wahnsinnig begeistern und inspirieren. Ich finde mich so oft in den Zeilen wieder und hatte nicht selten den Gedanken, du sprächst mir direkt aus der Seele.
    So auch in diesem Beitrag. Ich stehe zwar nicht (wie du) am Ende meines Studiums, sondern total am Anfang, kenne diese Gedanken also leider zu gut. Ich finde es wahnsinnig beruhigend, dass selbst du mit Zukunftsängsten zu kämpfen hast. Aber ich bin mir absolut sicher, dass du das meistern wirst, wie du es auch in deinem Text erwähnst.
    … Und in 10 Jahren können wir mit einem Schmunzeln auf den Lippen und teuererem Wein in der Hand auf diese Zeit zurückblicken :-)

  • Reply Carolin Naumann 7. Februar 2016 at 19:51

    So schöne Bilder, und so viele wahre Worte.
    Danke für diesen schönen, bewegenden Post! Da ich selbst momentan in einer ähnlichen Situation stecke, tut es gut, so etwas zu lesen. Zu wissen, das man nicht alleine ist.
    Mach bitte weiter so, es tut so gut deine Worte regelmäßig zu lesen, denn dann kann für wenige Minuten die wirkliche Welt auch mal vergessen!
    Caro

  • Reply Eva 7. Februar 2016 at 19:29

    Liebe Luise,
    tolle Worte, habe mich komplett wiedererkannt! Und rede oft über diese Themen mit meinen Freundinnen aus dem Studium – viele Freunde zuhause haben solche Gedanken nämlich gar nicht.

    Liebe Grüße
    Eva

  • Reply Nilishi 7. Februar 2016 at 18:28

    Ich kann mich wirklich sehr gut mit deinen Worten identifizieren…
    Es muss nicht mal schlimm sein keine Ahnung zu haben was in ein paar Monaten ist. Es ist auch aufregend. Irgendwie.

    Liebe Grüße,
    Nili von Mindbroken.de

  • Reply Anne 7. Februar 2016 at 17:52

    So ein schöner Text♥️ Ich warte immer ganz gespannt auf neue Posts von dir, hier bleib ich und lese ich sehr gern :)
    Lg Anne