Freitag, der 13. November 2015

/16. November 2015/40 Kommentare

Es ist 19:52 Uhr und iror wenigen Augenblicken landete der Flieger, in dem ich sitze auf dem Flughafen Charles de Gaulles in Paris. Ich gucke angestrengt auf meine Armbanduhr – in 18 Minuten beginnt das Boarding meines nächsten Fluges. Und mein Handy hat schon vor einigen Stunden den Geist aufgegeben. 
Ich ziehe meinen Koffer aus der Gepäckablage und ärgere mich noch mal kurz über die unfreundliche Stewardess, die mich auch schon wieder so abwertend beobachtete. Im nächsten Moment allerdings stürme ich schon aus dem Flugzeug und suche aufgeregt mein Gate. „Soll ich mir noch schnell ein französisches Baguette kaufen?“, überlege ich – aber dafür bleibt keine Zeit mehr. Hätte ich doch nur ein bisschen länger Aufenthalt.
In diesem Moment hatte ich keine Ahnung.

Pünktlich um 20:50 Uhr rollt der Flieger einer französischen Airline auf die Startbahn und hebt nur wenige Sekunden später ab. Es ist stockdunkel und als ich einen Blick nach draußen werfe, stockt mir kurz der Atem. Selbst von hier oben scheint man zu spüren, dass man sich in dieser magischen Stadt befindet. Alles leuchtet, schillert. Und plötzlich entdecke ich den Eiffelturm – die Anspannung der letzten Tage, die Enttäuschung fällt von mir ab und ich lächele. Zücke augenblicklich meine Kamera und halte diesen Moment fest – für mich. 
Der Flug verläuft friedlich. 
Dabei hatte ich dieses Mal besonders große Angst. Ich konnte gar nicht genau sagen, wieso. Aber ich hatte ein flaues Gefühl im Magen bei dem Gedanken, wieder in ein Flugzeug steigen zu müssen. Aber diese 150 Minuten in der Luft nahmen mir diese wieder. Ich schrieb ein paar Zeilen, verspeiste einen Sandwich, der tatsächlich lecker schmeckte, schaute aus dem Fenster in die Dunkelheit und hatte das erste Mal seit Wochen wieder Ruhe. Im Herzen und im Kopf. Irgendwie hatte ich in dem Moment das Gefühl völlig über den Dingen zu stehen.
In diesem Moment hatte ich keine Ahnung.

Als letzte verlasse ich das Flugzeug, weil ich meinen Koffer ganz hinten verstauen musste, während ich in der sechsten Reihe saß. Mir fallen immer wieder die Augen zu – seit mehr als 9 Stunden war ich mittlerweile unterwegs. Will nur in mein warmes Bett. Meine Schwester in die Arme schließen. 
Als wir den Flughafen mit einem dieser kleinen Busse erreichen, springt mein Handy wieder an. Ich hatte es während des Fluges mit Hilfe meines Laptop wiederbeleben können. 10% zeigt es an. 
Meine Mutter hat mir zahlreiche Nachrichten geschickt und ich verdrehe schon genervt die Augen. Sie machte sich immer so viele Sorgen. 
Als ich ihr mitteilte, dass ich sicher in Lissabon gelandet wäre, höre ich sie nahezu aufatmen. 
„Hast du von Paris gehört?“, tippt sie. „Weißt du, was passiert ist? Aber Lissabon müsste sicher sein!“
Mir stockte der Atem und ich blieb abrupt stehen, sodass die Passagiere, hastig durch die Flughafenhalle hetzend, zu schimpfen beginnen. Mir rasen so viele Gedanken durch den Kopf. Ich ahne Schreckliches. 
Nur noch 5%. Ich schrieb einem meiner besten Freunde – er lebt in Paris. Die Nachricht kommt nicht an. Ich rufe ihn an. Nichts. Nur eine französische Stimme, die mir wohl mitteilen will, dass er nicht erreichbar ist. Mir steigen die Tränen in die Augen.
In diesem Moment hatte ich keine Ahnung, welches Ausmaß das Ganze bereits angenommen hatte.

Meine Mutter schreibt mir in Strichpunkten, was passiert war. Oder zumindest das, was man bisher weiß. Nach einigen Minuten, es fühlt sich an, wie eine halbe Ewigkeit, meldet sich auch mein Freund. Er sei im Stadion gewesen, jetzt in der Metro. Wenig später ist er zu Hause. Ich atme einmal tief durch. 
Ich werde abgeholt und ins Hotel gebracht. Die ganze Fahrt über kann ich nichts sagen. Lese die Nachrichten. Fange langsam an zu begreifen und befinde mich in einer Art Schockstarre. 
An der Bar begrüße ich alle, genehmige mir einen Drink und wir stoßen darauf an, dass ich es geschafft habe, den Anschlussflieger zu erreichen. Belangloser Smalltalk. 
Wir gehen aufs Zimmer. Ich klappe meinen Laptop auf und scrolle mich durch Facebook. Instagram. #prayforparis. Und im Liveticker erscheint eine Schreckensnachricht nach der anderen.
Fassungslosigkeit.
Es ist bereits spät in der Nacht. Wir schalten die Lichter aus. Ich kann nicht schlafen.

Am nächsten Morgen soll der Wecker um 8:30 klingeln. 
Ich schlage die Augen auf und merke, dass es noch viel zu früh ist. 
Ich werfe einen kurzen Blick auf mein Handy. Zig Nachrichten. Ob es mir gut ginge. Wo ich grad sei. Ihnen hatte ich am Vorabend noch freudig „Ich bin in Paris gelandet“ geschrieben.
Ich gehe ins Badezimmer und wasche mir mit eiskaltem Wasser das Gesicht. 

Ich klappe den Laptop auf, weil ich irgendwas schreiben muss. 
Eine Facebooknachricht wird mir angezeigt. 
„Verstehst du jetzt, wieso ich hier keine Flüchtlinge will?“
Ich schlucke und unaufhaltsame Wut macht sich in mir breit.
Mir wird schlecht. Und ich hacke schon wie wild eine Antwort in die Tasten. 
Wie kann man so egoistisch sein? Wie kannst du, nachdem was gestern in Paris passiert ist, jetzt wieder nur an dich denken? Kann ich hier überhaupt von denken sprechen? Wie kannst du verallgemeinern. Wie kannst du all’ diese Menschen verantwortlich machen für diese Grausamkeiten vor denen sie selbst fliehen? Das ist doch genau der Grund, wieso sie ihre Heimat hinter sich lassen. Terror. 
Das, was gestern in Paris passiert ist, gehört dort zum grausamen Alltag.
Ich atme tief ein. Lösche diese Person von meiner Freundesliste bei Facebook. 
Das ist nicht der Islam, den ich in Dubai, den ich in Malaysia, den ich in Deutschland kennengelernt habe. Das ist keine Religion. 
Das ist Terror.

Und dann klingelt der Wecker. Und ich stehe auf. Putze meine Zähne. Wir verlassen das Hotelzimmer.
Ich befinde mich im Moment in Lissabon. Das ist mein Job. Und was für die meisten aussieht, wie ein entspanntes Wochenenden mit Freunden im Warmen – ist Arbeit und anstrengend, Kräfte zehrend. Ganz besonders, wenn uns allen diese Last auf den Schultern liegt. In unserer Gruppe aus Bloggern und Instagramern sind einige Pariser. Bereits beim Frühstück erfahren wir, dass der Vertrag, der besagt, welche Anzahl an Fotos wir am Wochenende zu posten haben, vorläufig außer Kraft tritt. Wir alle atmen auf. 
Wir fahren an den Strand. Es sind 24°C. Einige Surfer wollen die tobenden Wellen bändigen. Wir genießen unser Mittagessen in der Sonne. Fotografieren und filmen, schreiben und arrangieren. Der Zeitplan ist straff. Ich nehme euch – aus Gewohnheit einfach – auf SnapChat mit. Ernte Kritik genau dafür. Ernte Kritik dafür, dass ich lächelnd am Strand sitze. Kritik. Und Unterstellungen.

Die letzten zwei Stunden – wir aßen ein köstliches Drei Gänge Menü zum Abendessen – bin ich schweigsam. Und das liegt nicht an dem immer gleichen Smalltalk oder meiner Müdigkeit. Sondern daran, dass ich mich am liebsten in einer Ecke verkriechen und all’ das, was mir durch den Kopf geht, aufschreiben möchte. Die Zeit heute morgen hat nicht gereicht. 
Ich scrolle durch Instagram, Facebook und was mich zwischen den Beileidsbekundungen und Frankreichflaggen immer wieder die Stirn in Falten legen lässt, sind die Menschen, die meinen, sie müssten kritisieren, wie andere Menschen trauern, Anteil nehmen: Was bringt ein neues Facebookprofilbild? Wieso #prayforparis? Wieso musst du deine Meinung zu diesem Thema posten? Wieso beziehst du nicht Stellung? – Es scheint mir, als könnte man es niemandem Recht machen. Ich schüttle den Kopf und packe das Handy wieder in meine kleine schwarze Handtasche.
Social Media sei Dank wussten wir alle sofort, dass Etwas passiert. Was passiert. 
Dank Social Media wusste ich binnen Minuten, dass es V gut geht. Meine Mama wusste, dass es mir gut geht.
Social Media gibt uns eine weitere Möglichkeit, unserem Trauer Ausdruck zu verleihen. Anteil zu nehmen. 
Social Media macht es möglich, in Paris Unterschlupf zu finden. #porteouverte.

Und jetzt haben einige nichts besseres zu tun, als anderen vorschreiben zu wollen, wie sie zu trauern haben. Wie sie nicht zu trauern haben. Wir werfen uns gegenseitig vor, falsch zu reagieren. 
Natürlich ändert ein Facebookprofilbild in den Farben Frankreichs nichts. Natürlich ist es unfair, dass Menschen sterben, während andere am Strand spazieren. Und ich verstehe, dass manche ganz besonders viel, andere gar nichts zu all dem sagen wollen. Ein religiöser Hashtag sei unangebracht – Wieso? Ich bete auch, obwohl ich Atheist bin. Es erschüttert, dass der Tod in Paris für uns so viel greifbarer ist, als in anderen Ländern der Welt. Weil es näher ist. Präsent. Und jetzt klagt ihr einander an, weil unsere Augen und Herzen heute auf Paris gerichtet sind? 
Jeder trauert auf seine Art und Weise. Und das ist okay. 

Lasst uns aufhören, einander zu beschimpfen und zurecht zu weisen, wo keine Regeln existieren. 
Lasst uns den Opfern gedenken. 
Lasst uns immer die Nachrichten verfolgen, um vielleicht irgendwie zu verstehen, was auf dieser Welt passiert. Denn: Politik interessiert dich nicht? Das geht nicht!
Lasst uns anfangen, diesen Ort zu etwas Besserem zu machen. Diese Welt. 
Lasst uns anfangen. Und wenn es nur im Kleinen ist. 
Und dann im Großen. Wir sind die nächste Generation. Und es sollen doch noch einige folgen.

Frankreichs Luftangriff auf Syrien.
Mir laufen Tränen übers Gesicht.

paris

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40 Kommentare

  • Reply Elisa 17. August 2016 at 10:19

    Liebe Luise,

    so viel Zeit ist vergangen und erst heute lese ich deinen Blogpost.
    Ich möchte dir einfach nur sagen, dass du mich mit deinem Text tief berührt hast. Du hast genau die richtigen Worte gefunden, Dankeschön.

    Liebe Grüße
    Elisa

  • Reply Sarah 9. Dezember 2015 at 08:56

    Liebe Luise,

    ich lese jetzt, fast einen Monat später deinen Blogpost. Du hast mich sehr damit berührt und ich habe mich in dem Moment genau wie du gefühlt. Du hast eine wundervolle Art, deinen Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen, das macht deinen Blog aus. Ich lese deine Texte unglaublich gerne. Ich habe mich auch viel mit dem Thema beschäftigt und es in einem Blogpost veröffentlicht und finde es unglaublich schön, dass du dich nicht ausschließlich mit Outfitposts beschäftigst (die ich mir auch sehr gerne anschaue), sondern auch ernste Themen ansprichst (Ich liebe deinen Post ‚You can’t sit with us“!). Ganz ganz großes Kompliment dafür. Du inspirierst mich vor allem mit deinen ernsten Themen und ich finde du hast genau den richtigen Mix gefunden.

    Ganz ganz liebe Grüße von Sarah

  • Reply Luisa 23. November 2015 at 22:43

    Liebe Luise,
    ein bewegender Beitrag, der gut auf den Punkt bringt, was auch ich mir gedacht habe.
    Ich finde du hast einen guten Weg gefunden mit der Situation umzugehen.
    Hast genau die richtigen Worte für die gefunden, die meinen anderen erklären zu müssen, wie deren Weg auszusehen hat.
    Aber eine Frage habe ich: wie meinst du, dass du betest, obwohl du Atheistin bist?
    Ich meine damit nicht, dass ich #prayforparis unangemessen fand oder ähnliches. Ich verstehe bloß nicht, wie du die Aussage meinst und es interessiert mich ehrlich.

    • Kleinstadtcarrie 24. November 2015 at 13:15

      Hallo Luisa,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Das ist schon eine sehr persönliche Sache für mich und ich hoffe, dass Du es mir nicht übel nimmst, wenn ich Dir diese Frage nicht beantworten kann/möchte.

      Fühl Dich umarmt, Luise <3

  • Reply Josephine 21. November 2015 at 17:36

    Hallo liebe Luise,
    Du hast mich mal wieder berührt mit deinem Text. So wie schon oft. Du hast einfach eine wahnsinnige Gabe deine Gedanken in Worten wiederzugeben.. wie ich es kaum von jemand anderen kenne.
    Danke dafür. Für diesen wundervollen Post, der wahrer nicht sein könnte.

    Ich wünsche dir alles Liebe <3
    & finde es ganz toll, dass du so bist wie du bist. Im Gegensatz zu vielen anderen größeren Bloggern bist du nicht abgehoben & oberflächlich.. du bist das wahnsinnige Gegenteil. 🙂 Bleibt so!
    http://littlediscoverygirl.de

  • Reply B 20. November 2015 at 23:42

    Hier starten am kommenden Montag die Weihnachtsmärkte – Donnerstag bin ich dort abends verabredet.

    Heute Nachmittag habe ich mir die Location angeschaut und – ernsthaft – die Fluchtwege gecheckt. Nur für den Ernstfall, ich konnte nicht anders.
    Ex-Soldat, Kosovo-Einsatz, ausgebildet für bestimmte Situationen – aber ohne Waffe genauso hilflos wie alle Anderen auch. Aber ich will wenigstens einen Plan haben.

  • Reply Anna 19. November 2015 at 12:45

    Liebe Luise,
    du hast es auf den Punkt gebracht! Das macht dich einfach als Mensch und auch als Bloggerin aus! Genau solche Beiträge bewirken etwas, zumindest bei mir. Natürlich kann man so etwas nicht einfach ausblenden, selbst wenn man am Strand sitzt, gerade dort hat man wahrscheinlich mehr Zeit darüber nachzudenken, als wenn man von einem Termin zum anderen hetzt.
    Liebe Grüsse.

  • Reply Tanita 18. November 2015 at 21:38

    Vielen Dank für den wunderschönen und absolut ehrlichen Text! Mir geht es wie dir: mir laufen bei dem Gedanken, den Bildern die Tränen über’s Gesicht. Man darf nicht einfach weggucken, aber wie kann man dagegen vorgehen?
    Ich habe meiner Freundin geschrieben, dass ich die IS nicht verstehe. Sie meinte nur, dass es keinen Sinn macht, es nachvollziehen zu wollen.
    Danke noch einmal für deine Worte, sie haben mir sehr geholfen! 🙂

  • Reply Anastasia 18. November 2015 at 21:04

    Ein ganz toller Beitrag. Du hast genau das was viele Menschen denken in Worte gefasst!

  • Reply octa 18. November 2015 at 11:57

    traurig, das alles.
    und noch trauriger, dass diese ignoranten, die jeden montag durch unsere stadt tapsen, dies auch noch zur untermauerung ihrer thesen missbrauchen…

  • Reply Mina 18. November 2015 at 09:16

    Es sind immer zwei Seiten einer Medaille. Ich kann nachvollziehen, dass Leute, die Menschen in Paris oder Frankreich kennen (oder sich sonst wie mit dem Land verbunden fühlen, sei es, weil sie gern dort sind, weil sie Menschenfreunde sind, weil sie gegen Terror sind etc), zB ihr Profilbild ändern. Solidarität ist etwas vollkommen menschliches. Aber ich lehne strikt all jene ab, die einfach nur „mitziehen“ möchten…und das sind leider viele Menschen.

    Menschen, die wirklich glauben, damit etwas zu erreichen und aktiv gegen den Terror vorzugehen. Menschen, die überhaupt keine Ahnung von der Sache haben, sondern einfach „mal machen“. Das sind Menschen, die nicht trauern, teilweise vielleicht gar nicht begreifen, was so ein Anschlag auf die Menschheit bedeutet. Und DAS finde ich schrecklich.

    Ich persönlich habe mich geweigert einen Hashtag oder ein angepasstes Profilbild zu verwenden, weil ich es mit MIR nicht vereinbaren könnte. Die Medien schlachten das Thema aus – welcher Star, welches Beileid bekundet…dass nur wenige Tage vor den Anschlägen in Paris, Anschläge in Beirut verübt wurden, weiß kaum jemand, den Medien „sei Dank“…Anschläge in Ankara? Nie gehört! Ich bin nicht „Je Suis Paris“, weil es mir zuwider ist, dass die Medien all die anderen Länder vergessen – Ankara war gerade mal eine Randnotiz wert. Damals waren wir auch nicht „Jeg er Oslo“ oder „Jeg er Utøya“ und ich begreife nicht wieso…

    Aber die Anfeindungen gehen nicht nur gegen diejenigen, die ihre Profilbilder anpassen, sondern auch gegen diejenigen, die es nicht tun. UNS sagt man, dass wir zu wenig Anteilnahme zeigen…die Menschheit verkommt immer mehr und die Sache driftet immer mehr auseinander. Social Media ist wunderbar…aber ohne diese Dinge – ohne diesen Nährboden für Medienhetze, wäre vieles vielleicht einfacher.

    Wir sollten den Opfern gedenken – absolut! Aber wir sollten all die anderen nicht vergessen, die auch Opfer sind. Jeder Mensch, der durch den Terror umkommt…jeder unschuldige Mensch, der als „Kollateralschaden“ von einem westlichen Militärkommando getötet wird. Da gehören alle dazu.

    Und jetzt fühl Dich gedrückt, ich bin froh, dass es Deinem Freund gut geht und Du den kurzen Aufenthalt in Paris gut überstanden hast. Ein sehr schöner Beitrag! Und ein großes Lob, dass Du Dich damit auseinandersetzt. Leider äußern sich nur die Wenigstens dazu, die eine breite Masse erreichen (ein Vor- und Nachteil des Internets…leider).

  • Reply Malika 17. November 2015 at 21:10

    Liebe Luise, ich kann dich so gut verstehen. Du hast recht mit deinem Post, 

lasst uns aufhören, einander zu beschimpfen und zurecht zu weisen, wo keine Regeln existieren, lasst uns doch einfach mal friedlich sein! Ich habe heute auf meinem Blog ebenfalls Gedanken zu dem Thema geäußert – so quälend und privat Trauer und Umgehen mit Terror ist, so wichtig ist es auch, dass es in der Gesellschaft thematisiert wird!
    Danke dafür, Luise!
    Viele Grüße♥

  • Reply Kathrin 16. November 2015 at 23:59

    Du sprichst mir aus dem Herzen, Luise.
    Die letzten Abende habe ich mich stundenlang durch Facebook gescrollt, habe jeden einzelnen Post, jedes Wort gelesen. Konnte, obwohl mir die Augen zufielen und ich am nächsten Tag früh aufstehen musste, nicht aufhören weiter zu suchen. Mir war nicht genau bewusst, was es war, dass ich da ich suchte – bis ich eben deinen Post las.
    In deinen Worten finde ich meine Gedanken wieder. Dein Post spiegelt wider, was mir die letzten Tage durch den Kopf ging, oder besser gesagt durchs Herz, denn ich konnte es nicht greifen, nicht in Worte fassen.
    Doch du hast es geschafft, auszudrücken, was ich fühle.
    Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er trauert. Egal, ob man im Stillen weint, ob man sich gegen den Terror wehrt, indem man sein Leben jetzt erst recht feiert und genießt, oder ob man sein Facebook-Profilbild ändert um Anteilnahme zu zeigen. Und selbst dann, wenn man nichts von alledem tut, kann man Anteil nehmen.
    Vielen Dank, Luise!

    • Kleinstadtcarrie 17. November 2015 at 00:31

      Danke für Dein Feedback, Kathrin. Das bedeutet mir sehr viel. Und ich freue mich, dass viele von Euch das genau so sehen 🙂

  • Reply Amelie 16. November 2015 at 23:16

    Wow, besser hätte man es nicht in Worte fassen können!
    Du zeigst wirklich, dass du eine talentierte und sowohl von außen als auch von innen Schöne Frau bist! Ich bin wirklich beeindruckt, du bist nicht wie viele andere, oberflächliche Blogger. Du bist echt und das ist wirklich toll! 🙂
    Liebe Grüße :-*

    • Kleinstadtcarrie 17. November 2015 at 00:26

      Wow, was für ein Kompliment. Danke <3

  • Reply Lisa 16. November 2015 at 23:16

    Oh Luise,
    so ein trauriger aber dennoch wunderschöner und wahrer Blogbeitrag! ♡
    Ich kann auch noch immer nicht begreifen, was geschehen ist, und warum es geschehen musste. Bei solch‘ fürchterlichen Ereignissen fällt es mir schwer, an das Gute im Menschen zu glauben. Man kann nur hoffen und beten (und bestenfalls selbst aktiv werden), dass Menschlichkeit letztendlich stärker ist als Krieg, Macht und Hass.

    Hate breeds hate, love breeds love.

    Liebste Grüße
    Lisa von http://www.confettiblush.com

  • Reply Amelie 16. November 2015 at 22:11

    Hallo Louise!
    Danke, dass du das geschrieben hast. Wahnsinnig gut auf den Punkt gebracht und großartig geschrieben. So was liest man leider selten aber umso wichtiger ist es, seine Meinung zu sagen und sich nicht einschüchtern zu lassen. Lissabon sei dir echt gegönnt, denn wenn man trotzdem seine Arbeit macht und Freunde trifft, heißt es nicht, dass die Geschehnisse einem egal sind oder es einen nicht traurig/wütend macht. Ich selbst war auch unterwegs, als ein Freund mir berichtete. Was mich umso trauriger macht ist, dass über einen Attentat wie in Kenia (im April) weit aus weniger berichtet wird als wie in Paris. Ich finde Länder, zu denen man nicht so viele Beziehungen hat wie zu Frankreich trotzdem nicht weniger wert und aus unserer Klasse wussten damals nur 3 von 20 Personen darüber bescheid. Schließlich sind dort auch 148 Studenten gestorben.
    Wie du siehst hat dein Post mich inspiriert, auch mal etwas zu sagen, danke dafür!
    Liebe Grüße,
    Amelie xx

    • Kleinstadtcarrie 17. November 2015 at 00:29

      Liebe Amelie,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Du hast natürlich total recht!
      Allerdings ist es eben auch einfach so, dass die Medien über Geschehnisse aus der Nähe eher berichten. Außerdem ist es für viele Menschen greifbarer. Ist merkwürdig – aber ich denke nicht, dass das daran liegt, dass einige der Meinung sind ein europäisches Leben wäre mehr wert als ein anderes. Es ist einfach präsenter. Schade ist es natürlich trotzdem, das für einige da das Einfühlvermögen und die Weitsicht fehlen!

  • Reply Caro 16. November 2015 at 21:44

    Liebe Luise,

    ich bin schon jahrelange Leserin deines Blogs. Auch wenn mich in letzter Zeit die (natürlich verständliche und meistens auch gut verpackte) Werbung/Kooperationen etwas stören, möchte ich dir mein Lob und meine Anerkennung für Posts wie diesen aussprechen. Ich finde es super, dass du dich nicht in deiner Mädchen-Blogger-Welt verkriechst, sondern deinen Einfluss gerade auf junge Leserinnen nutzt, für Politik und Weltgeschehen zu sensibilisieren und deine Meinung zu vertreten.
    Denn das kann schnell zum Minenfeld werden, da man gerade als relativ privat auftretender Blogger vielleicht nicht immer (sofort) die richtigen Worte findet und die Kritik zu politisch kontroversen Themen oft besonders harsch ausfällt.
    Aber du versuchst es trotzdem und stellst dich der „realen“ Nachrichten-Welt, was wahrscheinlich mindestens genauso viel Mut verlangt wie persönliche Posts zu veröffentlichen.
    Dafür meinen vollen Respekt, ich hoffe du behältst das bei und lässt dich nicht von bösen Kommentaren einschüchtern!

  • Reply Kezia 16. November 2015 at 20:24

    Ich bin auch so geschockt gewesen, als ich das am Freitag mitbekommen habe. Bin im Kino gewesen und auf dem Weg dahin gab es schon die erste Meldung und als ich aus dem Kino gekommen bin, schrieb mir mein Arbeitskollege, was passiert ist. Irgendwie habe ich das da noch nicht realisiert, aber als ich zuhause war, habe ich mir sofort einen Liveticker angemacht und zu lesen, was in den drei Stunden in denen ich im Kino war und nichts mitbekommen habe, passiert ist.
    Ich bin noch nie in meinem Leben so fassungslos gewesen – und wütend und traurig gleichzeitig. Ich wollte und ich konnte in der Nacht auch nicht schlafen, wollte wissen, wie es weiter geht und wie es denjenigen geht, die überlebt haben und den Familie, die jetzt jemanden verloren habe.
    Ich kann nicht verstehen, wie man unschuldige Menschen umbringen kann, nur weil etwas in „einem Buch“ steht, weil man nicht diesselben Ansichten hat und weil ein Prophet es „fordert“, dass ungläubige sich unterordnen oder sterben sollen – das ist keine Religion mehr, das ist meiner Meinung nach nur noch krank und kommt einer Diktatur sehr nahe.

    Aber ich habe auch Hoffnung. Hoffnung, dass wir das alles in den Griff kriegen.
    Die Amerikaner haben den Bürgerkrieg überlegt, Deutschland hat zwei Weltkriege überstanden, der Kalte Krieg ist nun auch „Geschichte“.
    Ich denke nicht, dass nächstes oder übernächstes Jahr alles wieder wie in Ordnung sein wird, eher in ca 10 Jahren. Aber jede Diktatur, jeder Terror hat irgendwo sein Ende gefunde, weil sich Mächte zusammen geschlossen haben und den Terror bekämpft haben und darauf hoffe ich.

    • Kleinstadtcarrie 17. November 2015 at 00:35

      Liebe Kezia,

      es ist verrückt, was in so kurzer Zeit passieren kann, nicht wahr?
      Und das schlimmste, die Welt dreht sich einfach weiter.

      Zu Deinen Worten bezüglich des Islams. Meiner Meinung nach gehören die Menschen, die die Taten in Paris begangen haben und auch für anderen Terror auf der Welt verantwortlich sind, nicht zu einer Religion. Diese Menschen haben eine Ideologie im Kopf und missbrauchen die Begriffe des Islams. Und das ist unverschämt! Denn der Islam und der Koran geben nichts in diese Richtung vor! Absolut nicht!

      Aber ich hoffe all‘ das genau so wie du es im letzten Absatz beschrieben hast.

  • Reply Nici 16. November 2015 at 19:17

    Selbst bei ganz sensiblen Themen findes du die perfekten Worte.
    Danke das es dich und deinen Blog gibt…

  • Reply Franzi 16. November 2015 at 18:55

    Ich denke in dieser Hinsicht wie du. Der Text ist dir wirklich gelungen und war meiner Meinung nach dringend nötig.

  • Reply Rebecca 16. November 2015 at 18:14

    Wow! Wie immer schaffst du es, Emotionen einzufangen und zu schreiben, was in den Köpfen von so vielen umherschwirrt. Toller Beitrag, wenn auch das Thema sehr traurig ist.
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

  • Reply steffen 16. November 2015 at 17:31

    danke für diesen text

  • Reply Luuuu 16. November 2015 at 17:31

    Starker Artikel mit starker Botschaft …
    … denn wir sind die nächste Generation.

    Alles Liebe
    Luuu ♡

    #noussommesunis

  • Reply Isabelle 16. November 2015 at 17:08

    Liebe Luise,
    Danke für diesen Post. Er drückt perfekt aus, wie ich mich die letzten Tage gefühlt habe, ich konnte es nur nicht so gut in Worte fassen.
    Grade dieses Hin und Her gerissen sein, zwischen total schockiert und sprachlos, und einfach weitermachen, weil hängen lassen und aufgeben sich auch falsch anfühlt…
    Und ich könnte wirklich kotzen, weil ich ähnliche Posts und Nachrichten auf Facebook bekommen habe (am schlimmsten finde ich, dass es sogar Politiker gibt, die Paris als ihr Argument gegen Flüchtlinge anführen).
    Das ist so unglaublich dumm und ignorant… und traurig.
    Danke auf jeden Fall!
    Liebe Grüße
    Isabelle

  • Reply Svenja 16. November 2015 at 16:47

    Besser kann man es nicht sagen!
    Danke für deine Worte <3

  • Reply Katharina 16. November 2015 at 16:19

    Liebe Luise,
    ich bin seit Beginn deines Blogs eine eher stille Leserin. Ich hatte das Glück zu sehen wie du und deine Leser – mich eingeschlossen – zusammen älter werden und du dich und deinen Blog so toll, noch besser, weiterführst. Das ist sehr inspirierend. Danke!
    Du schaffst es immer wieder auch ernste Themen so unfassbar gut zu verpacken und ich bekomme jedes Mal Gänsehaut weil du mir mit vielen Dingen aus der Seele oder aus dem Herzen schreibst/sprichst.
    Auch mit diesem Beitrag wieder. Beim letzten Absatz hatte ich Tränen in den Augen und man kann einfach nicht begreifen was in unserer Welt gerade vor sich geht.
    Mir ging es so ähnlich wie dir am Freitagabend. Ich war zwar nicht unterwegs sondern habe mit Freunden das Fußballspiel geschaut. Frag mich nicht wieso, aber ich hatte ein schlechtes Gefühl dabei. Schon den ganzen Tag. Freitag der 13. Ich bin nicht abergläubisch, aber dieses schlechte Gefühl ist nicht verschwunden. Kaum hatte die Mannschaft ein paar Minuten gespielt hörte man die lauten Geräusche der Anschläge und mir wurde schlagartig schlecht. Keiner meiner Freunde wollte zunächst darauf eingehen aber ich war mir sicher, dass das nicht nur irgendwelche euphorische Fans mit Bengalis waren. Keine Stunde später dann die erschreckenden Nachrichten die den ganzen Abend nicht besser werden wollten. Auch jetzt ist es schwer zu begreifen und nun die „Antwort“ von Frankreich auf den Anschlag schockiert mich sehr.
    Ich hoffe eines Tages können wir verstehen…

    Alles Liebe! <3
    Katharina

    • Kleinstadtcarrie 17. November 2015 at 00:37

      Katharina,

      danke für Deine lieben Worte! Wirklich: tausend Dank.

      Und ebenfalls danke für Dein Feedback.
      Es ist einfach unfassbar.
      Und mir wird direkt wieder schlecht, wenn ich daran denke, dass mein bester Freund im Stadion war…

      Fühl Dich umarmt,
      Luise

  • Reply Marie Christin Peters 16. November 2015 at 16:08

    Liebe Luise,

    auch mich lässt das Thema einfach nicht los, sodass ich heute auch statt dem gewöhnlichen Outfit-Post zu einem politischen Artikel gegriffen habe. Es ist einfach unfassbar, was in letzter Zeit auf unserer Erde passiert. So viel Elend und Hass, der eigentlich vermeidbar wäre. Es ist gut, dass man keinen Einblick in die Zukunft hat, aber wenn, dann würde ich gern etwas mehr Positives sehen.

    Liebste Grüße

    Marie

  • Reply Jana. 16. November 2015 at 15:51

    Liebe Luise – vielen Dank für Deine Worte, die – wie so häufig – meine vielen Gedanken auf den Punkt bringen! Ich freue mich, dass Du trotz schweren Herzens und viel Arbeit ein sonniges Wochenende mit Deiner Schwester verbringen konntest und hoffe, dass Du dieses auch ein Stückchen genießen konntest! – Ich freu mich für jeden, der solch eine Tragödie – sei es am Freitag oder tagtäglich – nicht miterleben muss.

    Es ist schön zu sehen das jemand die gleichen Gedanken teilt – das macht Mut!

  • Reply Jessi H. 16. November 2015 at 15:37

    !!!

  • Reply Marissa 16. November 2015 at 15:23

    Bei solch einer Überflutung an Diskussionen und Meinungen ist es schön einen Text zu lesen von jemandem der alles gerade gleich empfindet wie ich, vielen dank dafür 🙂

  • Reply Irina 16. November 2015 at 14:49

    Manchmal, wenn die Welt in solchen Momenten still zu stehen scheint, habe ich Angst hier zu sein und Angst davor, was ich irgendwann meinen Kindern sagen sollte, wieso so etwas möglich ist. Wieso wir in einer Welt von Fortschritt und Multikulti nicht in Frieden leben können. Wieso wir so viel reden und doch so wenig zu verstehen scheinen.

    Danke für deine Gedanken. Ich stimme dir zu.

  • Reply Luise 16. November 2015 at 13:53

    Während des Lesens deines Textes habe ich mehrfach Gänsehaut – es ist so schlimm, was passiert ist und ich bin der gleichen Meinung wie du, dass jeder auf seine Art und Weise trauern sollte. Danke für deinen Beitrag.

  • Reply Sunny 16. November 2015 at 13:20

    Danke für diesen gefühlvollen Blogpost! Du sprichst mir aus der Seele!