Ein Lächeln. Einfach so.

/5. Oktober 2015/12 Kommentare

IMG_3184 Kopie

Als ich ungefähr 9 oder 10 Jahre alt war – ich habe merkwürdigerweise kaum Erinnerungen an diese Zeit – hatte ich eines Abends einen ersten Schub pubertärer Selbstzweifel. Meine Mutter schnitt mir, weil ich es unbedingt wollte, einen Pony. Ich saß auf dem kalten Badewannenrand und sie schnitt. Und schnitt. Und schnitt. Als sie kritisch ihr Werk beäugt, wusste ich bereits, dass es schmerzhaft werden könnte, in den Spiegel zu blicken. Ich tat es doch und dann brach’ es einfach aus mir heraus. Ich weinte und schimpfte und versank im Selbstmitleid. Über meine neue Frisur, die wirklich scheußlich aussah, über meine kurzen Beine und meinen traurigen Mund.
Meine Mutter erzählt die Geschichte heute noch gern und ahmt dabei nach, wie herzreißend ich schluchzend auf dem Badezimmerfußboden kauerte und mich selbst bedauerte, da ich davon ausging, dass meine Schwester all’ die guten Gene abbekommen habe.
Warum ich das erzähle? Nun ja, wer aufmerksam gelesen hat, stellt fest, dass ich über meine traurigen Mundwinkel heulte. Wenn ich ganz starr und ohne eine Miene zu verziehen in den Spiegel sah’, hingen die nämlich nach unten. Ich sah dann traurig aus. Miesepetrig. Und als ich genug darüber geheult hatte, nahm ich mir vor, von nun an mehr zu lachen und zu lächeln – damit irgendwann meine Mundwinkel immer nach oben zeigen würden. 

Eine kurze Zeit später kam ich in die 5. Klasse. Gymnasium. Alles neu. Nur ein anderes Mädchen aus meiner neuen Klasse kannte ich. Ich war so aufgeregt, als ich das Klassenzimmer betrat. Setzte mich schüchtern in die zweite Reihe und unterhielt mich mit einer Anderen über Pferde. Sie war nett. Kurz bevor es zur ersten Stunde klingeln sollte, betraten drei Mädchen lachend das Klassenzimmer und setzten sich unmittelbar hinter mich. Sie waren mir auf Anhieb sympathisch. Ich wollte da dazugehören. Ich drehte mich um, lächelte zaghaft und in der nächsten Pause wurden wir Freunde.
Als unsere Freundschaft langsam auseinander ging und sich auch die Schulzeit dem Ende näherte, plagte mich wochenlang in starker Husten. Es war mein zweiter oder dritter Arbeitstag. Zu Hause wartete der Haushalt und nach meiner Schicht hatte ich nur noch 6 Stunden, bis der Wecker klingeln würde. Viele meiner Kollegen mochten mich nicht,  es habe einige unschöne Erinnerungen an diese Zeit. An jenem Tag musste ich – wieder mal – die Sachen aus dem Lager auf die Verkaufsfläche bringen. Treppe hoch und runter. Die Bügel schnitten sich in meine Handflächen. Ich konnte nicht mehr. Ich hustete. Während ich gerade einige Bodysprays ins Regel räumte, bemerkte ich, wie er mich ansah. Er stand an der Kasse und gerade war kein Kunde im Raum. Er lächelte. Als ich die dritte Ladung Bodysprays anschleppte, es war eigentlich schon gar kein Platz mehr in den Regalen, sprach er mich an.
Gestern, ich bin mittlerweile über die Trennung hinweg gekommen, spazierte ich durch Hamburg. Etwas erschöpft von den letzten Wochen. Ein bisschen aufgeregt wegen der nächsten Stunde. Ich sitze im Zug und mir fallen fast die Augen zu. Bin seit 9 Stunden unterwegs. Ich zwinge mich, die Augen offen zu halten und mir noch einige Fakten einzuprägen. Mein Handy klingelte und ich suchte hektisch in meiner Tasche danach – während des Gesprächs steige ich aus der S-Bahn und schaue online, wo es jetzt lang geht. Eine ältere Frau sieht mich an, lächelt und sagt: „Sie schaffen das!“.

Ein Lächeln.
Der Anfang einer grandiosen Freundschaft.
Der Beginn einer wunderbaren Liebesgeschichte.
Ein Lächeln.
Einfach so.

Ich nahm mir vor, von nun an mehr zu lachen und zu lächeln – damit irgendwann meine Mundwinkel immer nach oben zeigen würden.
Heute tun sie das tatsächlich.
Und ich freue mich so sehr darauf, wenn ich eines Tages all’ das meinen Enkeln erzählen kann. Mit Lachfalten im Gesicht. 

Was mich zu diesem Beitrag inspiriert hat? Listerine Advanced White hat es sich zur Aufgabe gemacht nicht nur das Lächeln der Menschen schöner zu machen, sondern auch spürbar für Blinde. Ein Leben ohne Augenlicht war auch lange Zeit ein Leben ohne Lächeln, ohne das Gefühl, angelächelt zu werden. Mit dem ‚LISTERINE® Smile Detector‚ hat sich das geändert…aber seht selbst.

IMG_3221 KopieIMG_3222 KopieIMG_3268 KopieIMG_3271

Fotos mit und von Jenny von loveitandmoveon.com
Bearbeitung – Vanessa Thiel Fotografie

Mit freundlicher Unterstützung von Listerine. 

Join the discussion

12 Kommentare

  • Reply KKatjusha 8. Oktober 2015 at 19:45

    Das Lächeln ist eine Kurve, die alles wieder gerade biegt 🙂

  • Reply Sabine 8. Oktober 2015 at 17:54

    Deine Geschichten sind so wundervoll. Du hast echt ein Talent, Erinnerungen und Meinungen zu einem Ganzen zu verknüpfen, das am Ende Sinn ergibt.

  • Reply Anni 7. Oktober 2015 at 17:06

    Schöne Kampagne – sehr emotional 🙂 Auch dein Text dazu gefällt mir echt gut <3

  • Reply Rebecca 7. Oktober 2015 at 12:43

    Was für tolle Bilder! Du hast eine wunderschöne Ausstrahlung und der Text ist wirklich schön!
    Liebste Grüße,
    Rebecca von http://becciqueeen.blogspot.de/

  • Reply Susi 6. Oktober 2015 at 22:50

    Einfach schön. <3

  • Reply Lea 6. Oktober 2015 at 21:05

    Ein ganz ganz toller Beitrag und das Video ist unglaublich schön!
    Lächeln kann so schön sein und wie der eine Mann im Video sagte, ich liebe es Augenkontakt zu suchen und Leute anzulächeln 🙂 Man kann damit wirklich anderen den Tag verschönern und irgendwie hat es doch auch was magisches, wenn zwei Fremde sich anlächeln oder? 🙂

  • Reply Luise 6. Oktober 2015 at 20:24

    Das Video war so rührend und hat mir Tränen in die Augen steigen lassen. Ein wirklich tolles Projekt und ich finde es klasse, dass du so etwas unterstützt <3

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  • Reply Lynn 5. Oktober 2015 at 20:13

    Oh man, ich musste bei dem Video Rotz und Wasser heulen! Ein sehr schöner Beitrag!

  • Reply Luuuu 5. Oktober 2015 at 17:19

    Ups da hab ich wohl den Post vertauscht … der Kommentar sollte eig unter den Post davor 😀

  • Reply Luuuu 5. Oktober 2015 at 17:18

    Was für ein süßer Text ! Und irgendwie auch mutig zu sagen, dass auch du alleine in Paris für einen Moment traurig bist ♡ anstatt dass übliche „Ich-bin-immer-ein-starker-Single-wer-braucht-schon-Männer“ wie auf vielen anderen Blogs …
    Fühl dich gedrückt !
    Luuu ♡

  • Reply Jenny 5. Oktober 2015 at 11:35

    Wow das Video ist wirklich wundervoll! Schön, dass du so ein Projekt unterstützt 🙂 Und deine Beschreibung von miesen Tagen ist so nachvollziehbar!

    Liebe Grüße,
    Jenny von Blaubeertraum