Das liegt auch in unserer Hand.

/27. September 2015/45 Kommentare

Ich war 14 Jahre alt. Ich weiß es noch ganz genau. Das war ganz kurz vor der Jugendweihe. Und um erwachsen zu werden, gab es verschiedene Angebote. Ich habe keins davon nutzen wollen, denn ich ging in der Annahme – und selbiges denke ich auch heute noch – dass kochen lernen oder eine Wanderung durch die Sächsische Schweiz mich nicht unbedingt erwachsener machen würden.
Und dann stand da in der Liste, zwischen all’ den belanglosen Angeboten: ein Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. Ich habe mich eingetragen und wenige Wochen später stand ich auf dem Gelände, auf dem vor einigen Jahren so Schreckliches geschehen ist. Es war still und weit und breit war so gut wie nichts zu sehen. Das meiste war abgebrannt. Ein paar Zäune und Wachtürme stehen noch da. Und obwohl wir an einem lauen Frühlingstag dort standen, glaubte ich, einen eisigen Wind zu spüren, der über das Land fegte.
Ich möchte nicht beschreiben, was ich gefühlt habe, an jenem Tag, an dem mir das erste Mal die Grausamkeiten der Menschheit so nah’ waren. Ich kann es nicht in Worte fassen, was in mir vor ging, als wir in an den Zellen entlangliefen, in denen Menschen verhungerten. Ich möchte erzählen, was ich dort gelernt habe…
Als wir wieder draußen waren und mir das Gefühl, dass mir etwas die Kehle hochsteigt, langsam wieder legte, schaute ich mich um. Nicht weit entfernt vom Krematorium, neben dem wir standen, sah ich Wohnhäuser. Ich meinte, eine kleine Stadt zu erkennen. Weimar ist nicht weit entfernt. Und alles was sie trennte, war ein meterhoher Zaun. Maschendraht. Und die verlorene Menschlichkeit.

Die Menschen haben nach dem Ende des Kriegs behauptet, sie hätten von alledem nichts mitbekommen. Sie haben gewusst, dass dort, irgendwo hinter den Wäldern, Menschen zusammengepfercht eingesperrt wurden, aber sie haben vom Sterben nichts mitbekommen.
Aber den Rauch aus dem Schornstein des Krematoriums müssen sie gesehen haben. Den Gestank des Todes müssen sie in ihren Vorgärten stehend gerochen haben.
Sie haben die Menschen vielleicht nicht selbst in die Gaskammer geführt. Die Tür verriegelt. Den Knopf gedrückt. Die Leiber aus der Kammer gekarrt und verbrannt. Aber sie haben es geschehen lassen“, 

erzählte man uns.

_________________________________________________________________________

Ich sitze in meinem weißen Zimmer. Rechts hinten mir eine Kleiderstange, die bald umzufallen droht, weil so viele Sachen daran hängen. Zu meiner Linken eine Kommode mit so vielen Beautyprodukten – von den meisten weiß ich nicht mal, wofür man sie verwendet. Nicht zu vergessen mein großer PAX Kleiderschrank. Über den Inhalt brauchen wir nicht sprechen. Und dann wäre da noch bei Bett. Kuschelig. Weich. Einladend.
Die Küche. Mit allem, was man benötigt. Ein voller Kühlschrank – zumindest dann, wenn ich daran denke, im naheliegenden Supermarkt einzukaufen.
Das Bad. Sauber.
Bücher- und Schuhregale. Jacken. Handtücher.
Ich höre auf.
Diese 53qm sind mein zu Hause.
Ich habe mehrere Schlüssel. Tolle Nachbarn. Zwei Türen, die mich beschützen.
Und ich weiß, dass ich, ganz egal, wo die Reise hingeht, nach Hause kommen kann.
Mir geht es gut. Uns geht es gut hier.

Letzte Woche traf ich mich mit einer guten Freundin. Wir haben uns extra den Platz an der Fensterfront ausgesucht. Ein niedlicher, kleiner Tisch mit einer Kerze darauf. Einladend. Wir aßen, tauschten uns über die Geschehnisse der letzten Wochen aus und genossen die gemeinsame Zeit. Ein ganz normaler Montagabend.
Ich sah ein Polizeiauto in die Straße, auf die unser Blick unwillkürlich gerichtet war, fahren. Dachte mir nichts dabei. Doch während ich gerade davon erzählte, wie wunderbar und bekehrend der Besuch in der Scheich-Zayid-Mosche in Abu Dhabi gewesen ist, merkte ich plötzlich, das mein Gegenüber mit den Gedanken ganz wo anders war. Ihr Blick war starr nach draußen gerichtet. Ich drehte mich um und es schoss mir durch den Kopf. Es ist Montag. 19 Uhr. Und dort draußen laufen Menschen. Deutschlandflaggen. Plakate. Ich kann nicht alles erkennen, will es auch nicht. Jemand hält ein Schild hoch, auf dem eine Moschee abgebildet ist. Durchgestrichen. Zehn Minuten sitzen wir einfach nur da und beobachten das, was draußen vor sich geht. Am Nebentisch wird sich kurz darüber unterhalten, aber man kehrt schnell zu anderen Themen zurück. Es scheint mir, als würde niemand sonst dem Ganzen Beachtung schenken. Die Kellnerin erzählt uns, dass das schon zur Gewohnheit geworden ist.
Ich schlucke. Und erinnere mich daran, als ich Anfang des Jahres, es war noch kalt, auf Youtube das erste Mal gesehen habe, was in meiner Stadt vor sich geht. Damals war PEGIDA noch ganz klein. Mir standen trotzdem sofort die Tränen in den Augen. Ich hatte Angst! Nicht vor dem Islam. Nicht vor Flüchtlingen. Ausländern. Ich hatte Angst vor dieser Entwicklung. Vor diesen Menschen, die auf die Straße gehen und Parolen rufen. Sich blind hinter etwas stellen.
Ich erinnere mich an den Abend, als ich in einem örtlichen Club auf einmal Herrn Lutz Bachmann höchstpersönlich in die Augen sah. Ich bekam Gänsehaut. Konnte meinen Blick nicht von ihm nehmen. Wie er dort saß, Champagner in der einen Hand und mit der anderen schüttelte er die Hand von jungen Männern, die sich – ich hörte sie es sagen – bei ihm bedankten. Angewidert beobachtete ich das Ganze. Schleimig grinste er mich an. Wir verließen die Party nur wenige Minuten später.
Auch wenn sich heute viellicht niemand mehr für PEGIDA interessiert – es war das erste Mal, dass ich den Marsch live sah. Und der Menschenstrom riss nicht ab.
Wut stieg in mir auf.
Etwas später am Abend ging ich nach Hause, setzte mich auf mein Bett – die Wut war noch immer da. Es war schon bald Mitternacht. Ich kam nicht zur Ruhe. So viele Gedanken schossen mir durch den Kopf.
Also durchforstete ich ein weiteres Mal meinen Kleiderschrank. Ich reduzierte den Inhalt meiner Kommode um die Hälfte. Ich fand noch gänzlich verpackte Duschbäder, Shampoos. Der Haufen in der Mitte meines Zimmer wuchs und wuchs.
Irgendwann fiel ich erschöpft in’s Bett und schlief ein. Tränen in den Augen. Wut im Bauch.

Am nächsten Morgen sortierte ich das Chaos: drei Winterjacken. Unzählige Shirts und Hosen. Schuhe. Ein Föhn. Eine Kiste voller Kosmetikprodukte. Spielsachen. Ich gehe auf die Facebookseite des DRK Sachsen. „Derzeit sind wir nicht in der Lage Spenden anzunehmen.“ Überall, wo ich suchte, fand ich immer wieder diese Angabe.
Vor Wochen habe ich mich schon für die Hilfe vor Ort eingetragen. War verzweifelt, da ich weder Arzt, Krankenschwester, Kinderpflegerin war. Also habe mich für die Müllentsorgung, Essenausgabe, das Sortieren von Spenden angemeldet – bis heute keine Rückmeldung. Kein Bedarf.
Ich bin ein bisschen enttäuscht. Fühle mich unsicher.
Aber dann realisiere ich, dass genau das doch positiv ist. Es gibt genug, ja zu viele Spenden. Es gibt genug, ja zu viele Helfer. Ein Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus.
Ich werde jetzt nicht tatenlos herumsitzen. Aber ich bin dankbar. Und ein klein bisschen erleichtert. Dresden ist nicht Pegida. Dresden ist nicht rassistisch.
Herzlich Willkommen!, gibt es auch auf sächsisch.

________________________________________________________________________

Nicht weit von uns sterben Menschen.
Und natürlich ist das nicht mehr oder weniger wert, weil es eben jetzt hier auf unserem Kontinent geschieht. Aber es macht uns  mitverantwortlich.
Menschen brauchen Hilfe.
Und der Unterschied ist: jetzt können wir helfen. Das liegt auch in unserer Hand.
Lasst uns menschlich sein.

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45 Kommentare

  • Reply Neele 7. Oktober 2015 at 10:31

    Danke Luise, danke für deine Worte!
    Ich hatte tränen in den Augen, ich selber war dieses Jahr in auschwitz und hatte einen Kloß im Hals konnte nicht glauben was dort passiert war vor nicht all zu langer Zeit, hatte Schwierigkeiten mir diese Grausamkeit vorzustellen weil ich diese nicht kenne, weil ich in einer heilen Welt lebe mit allem was man braucht und noch mehr…
    Danke, dafür dass du uns deine Gefühle in Worte fasst, dafür dass du uns die Augen öffnest, dafür dass du uns ermutigst zu helfen.
    Liebe Grüße, neele

  • Reply Charli 6. Oktober 2015 at 19:50

    Hallo liebe Luise,
    ich habe eben erst deine Antwort entdeckt, über die ich mich natürlich gefreut habe! :)
    Das sehe ich genauso, dass die Jugendweihe einen nicht automatisch erwachsen werden lässt. Ich finde es eher traurig, dass es für viele nur ein Anlass ist, sich schick zu machen und eine Menge Geld geschenkt zu bekommen. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Die Buchenwald-Reise steht übrigens auch bei uns in diesem Jahr auf dem Programm und ich bin noch etwas unschlüssig, ob ich das eher individuell mit meinen Eltern erleben möchte, oder mit einer großen Reisegruppe…
    Die Sache mit dem Spenden finde ich natürlich sehr schön und ich finde es auch toll, wenn Blogger mit gutem Beispiel voran gehen! ;)
    Beim Thema Obdachlose in unserem Land gibt es sicher verschiedene Ansichten und ich hatte mir auch schon überlegt, darüber auf meinem Blog zu schreiben. Denn beim Lesen einiger Berichte von Betroffenen ist mir aufgefallen, dass es hier wohl einige Vorurteile aus dem Weg zu räumen gibt.
    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich denke, ich habe deine Beweggründe jetzt verstanden. ;)
    Liebe Grüße,
    Charli
    http://frischgelesen.de

  • Reply Antonia 30. September 2015 at 20:45

    Liebe Luise,

    dein Post ist wirklich schön.

    Ich kann dir nur dazu sagen, dass es nie genug Helfer gibt und dass es so ist, dass man eher wieder jemanden braucht, der die Helfer koordiniert. Sich einfach in eine Liste einzutragen reicht oft nicht.

    Die Kleiderspenden werden immer gebraucht, es gibt nur keinen Raum sie erstmal zu sortieren…

  • Reply Helena 29. September 2015 at 13:27

    Liebe Luise,

    ich bin unglaublich fasziniert, berührt und überwältigt von diesem Post und deinen gewählten Worten. Ich kann noch nicht einmal in Worte fassen, welches Gefühl du gerade bei mir ausgelöst hast. Ich habe jedes Wort verschlungen und sitze nun vor meinem Laptop und versuche alles zu begreifen. Zu realisieren. Zu verstehen. Vielen Dank für diese ehrlichen Worte!!!

    Allerliebste Grüße von Helena,
    http://www.letsmakeanewtomorrow.blogspot.de

  • Reply Lisa 29. September 2015 at 12:41

    Liebe Luise,
    du hast dich mal wieder selbst übertroffen. Danke für deine Worte und Gedanken. Ich kann sie genau so unterschreiben und unterstützen!
    Liebste Grüße an dich,
    Lisa
    lischen-unterwegs.blogspot.de

  • Reply Marie 29. September 2015 at 10:12

    Liebe Luise, diesen eisigen Wind habe auch ich bei meinem Besuch gespürt. Verrückt oder? Als würden all die Toten auf einmal dur h dich durchgehen…. Bis heute kann ich nicht begreifen was da vor sich ging und spüren ein stechen in meinem Herz. Anfangs hatte ich immer diesen Gedanken im Hinterkopf als die Flüchtlinge kamen. Aber jetzt? So viele Menschen. Mich würde mal interessieren was du zu dem Fakt sagst, dass sich schon viele Terroristen unter den Flüchtlingen befinden? Menschen die ICEs anhalten und einfach rausspringen und verschwinden. Demolierte Busse und zerstörte Unterkünfte. Männer die ohne ihre Familie in Deutschland einreisen. Ich habe lange darüber nachgedacht ob die Gefangenen in Buchwald oder anderen KZ sich auch so verhalten hätten?! Denkst du sie hätten verlangt NUR in die USA zu gehen. Ich glaube sie wären in jedem sichere Land für immer mit größter Dankbarkeit geblieben. Zusagen dass Flüchtlinge in Deutschland willkommen sind ist ganz schön leicht wenn man nicht tiefer darüber nachdenkt. Leider. Wir sind momentan in einer Lage wo das nicht mehr geht. Viel zu viel ist passiert ohne dass wir es kontrollieren.

    Deutsche Familien müssen ihre Wohnungen verlassen. Würdest du ohne mit der Wimper zu zucken deine Wohnung verlassen weil die auf einmal gekündigt wird? Was sagst du zu Handgreiflichkeit und Vergewaltigungen Kassiererinen gegenüber? Haben wir nicht schon genügend Ärger und Überfälle mit den eigenen Idioten im Land? Brauchen wir dann die Denkweise einer Kultur wo die Frau nichts wert ist? Waren wir nicht gerade noch auf dem Weg der Besserung im Bezug auf Emanzipation? Nehmen wir mal an , alle Menschen aus Syrien und Umgebung sind entweder tot oder geflüchtet. Denkst du, Asssad hört auf mit seiner Hetzjagd? Er wird da weiter machen wo die Mehrheit seinen Volkes ist. Was spielt die USA für eine Rolle? Ich finde du solltest nicht so einen Text schreiben ohne dich tiefer mit all dem beschäftigt zu haben.

    Du bist ein herzensguter Mensch. Wirklich, ich möchte dich auch nicht verurteilen aber denk doch einfach mal über all das nach.
    Das einzige was hilft ist Hilfe vor Ort! Was auch schon traurig genug ist, da unsere Männer und Frauen ihr Leben riskieren müssen.

    Und ich möchte alle hier bitte vorsichtig mit dem Wort Nazis umzugehen. Auch wenn es auf einen Großteil zustimmt, der andere Teil hat einfach nur Angst um sein Leben und möchte all das vermeiden was die wahren Flüchtlingen in ihrem Land erlebt haben.

  • Reply Maria Schmidtke 28. September 2015 at 21:43

    Liebe Luise,
    seit erst drei Tagen kenne ich deinen Blog und lese seitdem ständig darin. Und das obwohl ich als frisch gebackene Mama von einem dreimonatigem Sohn kaum Zeit habe. Die nehme ich mir. Weil es toll finde wie du schreibst, was du schreibst und schaue mir zu gerne die tollen Fotos an, die deine Berichte so gelungen untermalen. Vor allem haben es mir die Dresden Bilder angetan. Ich durfte zwei wunderschöne Jahre in dieser, meiner Herzensstadt, verleben. Der Abschied war schwer. Ich freue mich jetzt schon wieder so sehr auf das nächste Wiedersehen mit der Frauenkirche, dem Zwinger und dem Brauhaus am Waldschlösschen. Oh…ich schweife ab. Zu den nicht so tolerant eingestellten Menschen (so nenne ich sie mal) wie sie leider in Dresden und generell vermehrt in Sachsen zu treffen sind, die machen mich auch wütend und traurig. Ich kann es einfach nicht verstehen, wie egoistisch und engstirnig manche Menschen sein können. Aber Wut kann einen lähmen und das will ich nicht. Ich will tatkräftig sein, genau wie du. Und genau daran sollten wir festhalten. An dem Gedanken, dass es mehr Menschen gibt die so denken, wie du und ich und die vielen anderen Mädels die hier ihre Stimme lassen.
    Ich kann dir also nur beipflichten die Verantwortung nicht aus der Hand zu geben und aktiv zu werden. Nicht stumm und ruhig alles geschehen lassen. Die Politik wäre in den letzten Wochen ziemlich “aufgeschmissen” gewesen gäbe es nicht so viele liebe ehrenamtliche Helfer.
    Ich habe zum Beispiel zusammen mit meinem Freund Sportkleidung für Kinder aus einer Flüchtlingseinrichtung in Berlin gesammelt und Blöcke, Stifte, Kalender, Federtaschen und Spielsachen gekauft. Das war zwar erst der Anfang und auch nur ein winziger Beitrag und doch hat es mir so gut getan ETWAS getan zu haben.
    Mach weiter so. Ich freue mich auf deinen nächsten Beitrag.
    Herzliche Grüße ins schöne DD

    • Kleinstadtcarrie 1. Oktober 2015 at 13:35

      Liebe Maria :)
      Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar und darüber, dass Du Dir Zeit nimmst für mich oder eher für meinen Blog – das bedeutet mir sehr viel!
      Dresden ist ja auch wunderschön <3 Wirst doch aber sicherlich bald mal wieder hier sein, oder?
      Und den restlichen Teil Deines Kommentars kann ich ebenso unterschreiben :)

  • Reply Lucy 28. September 2015 at 19:09

    Toller Text, man konnte sich richtig hinenfühlen! Ich finde es auch schrecklich, was manche Menschen hier und auf der gesamten Erde tun. Was haben sie denn nur gegen andere Religionen. Vorallem sind die die da protestieren ja auch nicht nur Christen sondern auch Ungläubige und diese sollten in dieser Beziehung mal ganz ruhig sein! Und diese ganzen Flüchtlingsfeindlichen, wenn sie in einer Notsituation wären würden sie sich auch wünschen freundlich aufgenommen zu werden. Schrecklich einfach was hier mit der Menschheit passiert.

    Lucy

    • Kleinstadtcarrie 1. Oktober 2015 at 13:33

      Hey Lucy,

      also ob Christ oder Atheist – das ist doch in diesem Zusammenhang total egal. Finde ich zumindest.
      Beängstigend ist es ohnehin!

  • Reply Charli 28. September 2015 at 18:14

    Hallo Luise,

    ich bin 13 Jahre alt und werde im nächsten Jahr auch meine Jugendweihe feiern. Meiner Meinung nach sind die Angebote im Rahmen der Jugendweihe weniger als „Anleitung zum Erwachsenwerden“ gedacht. Ich denke es geht hier eher um Gemeinschaft und genau das ist es doch, was unserer Gesellschaft teilweise fehlt: Gemeinschaft bilden, miteinander reden, andere verstehen und nicht aburteilen, weil sie sich vielleicht für den Kochkurs entschieden haben. Diese Angebote als belanglos zu bezeichnen, finde ich respektlos. Vor allem da du ja hier auf deinem Blog auch nicht nur schwerwiegende Themen behandelst. Und das ist auch richtig so, aber ich mag dieses Von-Oben-Herab-Denken nicht.
    Auch die Anklage zwischen deinen Zeilen über das KZ Buchenwald finde ich von jemandem, der montags die Stadt Dresden meidet, weil er „Angst vor den Menschen, die da blind irgendwelche rassistischen Parolen riefen“ hat, etwas gewagt. Ich glaube niemand von uns kann sich heute die Angst und Schrecken wirklich vorstellen, die das Naziregime damals verbreitet hat. Und ob jemand von uns den Mut aufgebracht hätte, etwas dagegen zu unternehmen, wissen wir auch nicht genau. Aber mein Urgroßvater hat es, denn er hat seinen Mitarbeiter auf eigenes Risiko aus dem KZ Buchenwald herausgeholt und ihn damit vor dem sicheren Tod bewahrt.
    Ich finde es viel wichtiger, zu betonen, wie viele Menschen in unserem Land zu helfen bereit sind, als immer wieder den negativen Stimmen Ausdruck zu verleihen. Das hilft niemandem. Es sind einfach Taten gefragt und nicht gegenseitiges Beschuldigen.

    Achso, und wenn deine Spenden im Moment nicht von Flüchtlingen benötigt werden, in Deutschland gibt es auch eine Menge Obdachlose, darunter ca. 20.000 Kinder und Jugendliche und vielleicht kannst du mit deinen Sachen da helfen. Die kommende Jahreszeit ist für alle Menschen, die auf der Straße leben müssen, eine große Gefahr.

    Auch wenn das hier alles sehr kritisch klingt, bewundere ich deine Arbeit und was du mit deinem Blog schon erreicht hast. :)

    Liebe Grüße
    Charli von frischgelesen.de

    • Kleinstadtcarrie 1. Oktober 2015 at 13:44

      Hallo liebe Charli,

      vielen lieben Dank für Deinen Kommentar und entschuldige bitte, dass ich ihn erst heute freischalte – wollte mir für das Antworten aber Zeit nehmen!
      Also, ich habe absolut nichts gegen Kochabende, etc. – ich wollte damit nur sagen, dass solche Sachen doch von selber gestartet und organisiert werden müssen. Es gab da eine Liste, wo man sich eintragen konnte/musst und dann einfach anwesend zu sein hatte – und das macht nicht erwachsener. Das ist meine Meinung. Da gäbe es sicherlich andere Aktivitäten, … aber an und für sich geht es mir darum, dass die Jugendweihe einen nicht erwachsener macht, sondern das Leben und jeder eben dann, wenn er/sie soweit ist – verstehst Du? :)

      Es war auch kein Anklage an irgendwen – ich wollte nur diese Geschichte erzählen und fand sie an dieser Stelle passend – jeder muss selber interpretieren, überlegen, was einem diese Zeilen bedeuten. Ich möchte nicht in Frage stellen, welche Umstände damals herrschten, absolut nicht – einfach als Denkanstoß, als “lasst uns daraus lernen”!

      Und insgesamt zielt der Artikel doch darauf ab, auch mal zu zeigen, darauf hinzuweisen, dass viele Menschen helfen und aktiv sind…ich dachte auch, dass das rüber kommt und viele haben es ja auch so aufgefasst :)

      Und bezüglich der Spenden – ich spende jeden Monat mehrere Tüten Klamotten, Kosmetik, etc. an verschiedene Organisationen und für verschiedene Menschen :)
      Das Thema Obdachlose – dazu habe ich eben noch mal eine ganz andere Meinung…aber vielleicht kommen wir ja auch dazu mal :)

      Liebe Grüße und vielen Dank für Dein Feedback <3

  • Reply Anna 28. September 2015 at 10:25

    Liebe Luise,

    ich kann deine Wut so unglaublich gut nachvollziehen. Ich komme aus Leipzig und dieses Phänomen gibt es auch bei uns. Hier nennen sie sich “Legida”. Vor Kurzem (nachdem die Demo-Sommerpause vorbei war) saß ich mit einer Freundin in einem Biergarten. Unsere Laune hätte nicht besser sein können. Nach und nach wurde der Platz vor der Bar jedoch zunehmends von Polizei bevölkert. Ja die Legida-Kundgebung solle hier heute stattfinden. Ich gebe zu, ich wäre am liebsten gegangen, aber nein wir blieben weiter sitzen und unterhielten uns.

    Der besagte Platz füllte sich nach uns nach mit Deutschlandflaggen schwenkenden Menschen und dann begann auch schon die Kundgebung. Der Sprecher rief laut in die Menge: “Hallo Deutschland! Hallo Leipzig!”. Er erklärte der jubelnden Menge, wie stolz er auf sie sei, dass sie die Wahrheit erkannten, Schluss mit dem Multikulti-Wahn. Mir wurde regelrecht schlecht. Wie kann man sowas denn ernst meinen? Das geht einfach nicht in meinen Kopf.

    Dann wandte ich meinen Blick zu den zahlreichen Gegendemonstranten, die jedes Wort des Sprechers mit Buh-Rufen begleiteten. Immerhin gibt es noch Leute, die sich diesem Wahn(/Schwach-)sinn entgegen setzen.

    Es ist einfach schrecklich, was derzeit hier los ist. Auf dem Heimweg beruhigte ich mich etwas und mir wurde klar: “NEIN, diese Menschen, die dort demonstrieren, sind nicht Leipzig. Leipzig ist bunt, alternativ und weltoffen.”

  • Reply Kristin 28. September 2015 at 07:51

    Ou man Luisa, da hast du dich selbst übertroffen.
    Ich habe Tränen in den Augen – nicht nur wegen deiner Zeilen.
    Eher wegen uns allen.
    I see humans – but not humanity.
    So viele Menschen verwenden diesen Spruch – und ich denke mir wie kann das sein. Wie kann es sein das ich diesen Spruch so oft sehe – 100te mal und doch gibt es immernoch so viel Grausamkeit und Hass auf dieser Welt.
    Falls du noch etwas suchst – eine Möglichkeit zu helfen. Dann sieh einmal hier
    – > http://www.kleiderstiftung.de/kleiderspenden-im-paket/
    Hier kannst du dir einen kostenlosen Paketschein ausdrucken – und somit sogar einen ganzen Umzugkarton voll mit Dingen packen – die wir nicht brauchen doch andere so sehr.

    Liebste Grüße, Kristin

  • Reply Lydia° 28. September 2015 at 01:39

    Ein ziemlich aktuelles Thema und leider stimmt es nicht, dass es genug Helfer gibt und auch nicht genug Spenden, da immer wieder neue Flüchtlinge kommen. Viele kommen hier an mit nichts, außer den Klamotten die sie gerade tragen. Man kann auch helfen, indem man einfach mal zu so einer solchen Turnhalle oder anderen Unterkunft hingeht und etwas mit den Leuten macht. Meine Schwester hat das letztens gemacht, sie ist da hin und hat mit ihrer Gitarre Lieder gespielt. Die Kinder dort haben sich riesig gefreut und waren total begeistert, obwohl sie kein Wort deutsch verstanden. So kann man den Leuten sagen, dass sie willkommen sind, auch wenn man nicht ihre Sprache spricht.

    LG Lydia°
    my-little-creative-world.blogspot.de

    • Kleinstadtcarrie 28. September 2015 at 12:41

      Hey Lydia :)
      Damit hast du natürlich absolut recht!
      Und wie gesagt, ich werde nicht tatenlos rumsitzen. Jeder kann anpacken :)

  • Reply Nadja 27. September 2015 at 22:54

    Ich verfolge deine Texte schon eine Weile und ohne dass es blöd klingen soll, kann ich mich nicht so oft mit deinen Worten identifizieren – ist ja aber “mein Problem”, also es soll in keinem Fall Kritik sein. Du bringst mich immer dazu, mich meinem eigenen Standpunkt zum Leben bewusster werden zu lassen.
    Dieser Text aber spiegelt genau meine eigenen Gedanken wider: Jeder Mensch ist gleich, unabhängig vom Ort der Geburt und dem Leben, das uns dadurch zwangsläufig zuteil wird. Uns gehört Deutschland nicht, auch wenn wir hier geboren wurden und vielleicht den Wohlstand durch unsere Arbeit gefördert haben. Landesgrenzen sollten keine Menschen trennen! Wir würden uns auch wünschen herzlich empfangen zu werden, wenn wir fliehen müssten. (Und das mussten ja viele Deutsche bis vor kurzem noch..)
    Und selbst wenn man den Pessimisten glaubt, und Deutschland an einen Punkt gelangt, an dem es zusammenbricht, dann können wir es alle zusammen wieder aufbauen, zusammenwachsen und dabei wissen, dass wir Menschen damit unglaublich geholfen haben, anstatt sie Terror und Trauma auszusetzen!
    Ganz liebe Grüße ❤️❤️

  • Reply U 27. September 2015 at 22:54

    Danke!

  • Reply Laura 27. September 2015 at 22:33

    Ein sehr bewegender Text.. zum Schluss hin habe ich wirklich Gänsehaut bekommen. Dankeschön!
    Deine Worte beschreiben sehr gut was vor sich geht.

  • Reply Marmormaedchen 27. September 2015 at 22:07

    Hee du!
    Ein ganz toller Text. Die Entwicklungen, die ich im Moment überall mitbekomme, machen wir Angst. Sehr sogar. Und sie machen mich so traurig, auch ein bisschen hilflos.
    LG Jasi
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Jenny 27. September 2015 at 21:27

    Ein wirklich schöner Text, der mir langsam die Tränen kommen lässt. Leider sind meistens die negativen Stimmen viel lauter, aber man darf nie vergessen, dass es noch viel mehr leise Stimmen gibt!

    Liebe Grüße,
    Jenny von Blaubeertraum

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:28

      Hallo Jenny,

      ja, das war in letzter Zeit wirklich meistens so – lass’ uns das ändern!

  • Reply Lisa 27. September 2015 at 21:13

    Dieser Text beweist, dass dein Blog auch ganz ohne Bilder auskommt. Dass, deine Worte für sich stehen. Und darüber hinaus, Dinge in einem bewegen – Luise das ist wahnsinnig schön. Du schaffst es, mich zu erreichen, obwohl ich mehrere Hundert Kilometer von dir entfernt lebe. Wie oft streifen Fetzen deiner Texte durch meinen Kopf, während ich mich durch diese Welt bewege? Und dann denke ich, wie wunderbar es ist, mit anderen Menschen Gedanken zu teilen. Die Lösung ist so einfach – Worte. Aber nur wenigen gelingt es, sie so niederzuschreiben, dass sie einem im Gedächtnis bleiben. Danke, dass ich daran teilhaben darf!

  • Reply Rebecca 27. September 2015 at 21:12

    Applaus Luise!

  • Reply Küstenkind 27. September 2015 at 20:56

    Meine Familie, Freunde und ich haben ganz am Anfang schon viel gespendet und auch hier bei uns im Norden wird seit Wochen keine einzige Spende mehr angenommen. Es ist so schön zu wissen, dass auch andere Menschen sich kümmern.
    Grüße von der Ostsee!♥

    P.S.: Hast du schon den Artikel zum Thema Flüchtlinge in der neuen NEON-Ausgabe gelesen?!! :)

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:17

      Hey :)

      Den Artikel habe ich nicht gelesen, nein – ist er denn lesenswert?

  • Reply Franzi 27. September 2015 at 20:37

    Du hast vollkommen Recht. REFUGEES WELCOME! Wir leben in einem solchen Überfluss. Wir können uns gar nicht vorstellen wie es den Menschen gehen muss, die auf der Flucht sind. Die ihre Heimat nicht verlassen, weil sie im Ausland einen besseren Job ergattert haben oder weil dort das Wetter angenehmer ist. Nein, die Menschen fliehen, weil sie müssen. Weil ihr Leben auf dem Spiel steht. Ich glaube, dass vielen Deutschen das gar nicht so bewusst ist. Ich glaube übrigens auch, dass Dresden eine wunderschöne Stadt ist. Trotz PEGIDA. Die Menschlichkeit bleibt an vielen Stellen auf der Strecke. Dabei ist es so einfach. Und letztendlich zählt doch der Wille.
    Ich finde, du hast super passende Worte gefunden! Dein Eintrag regt sehr zum Nachdenken an und deine Art zu Schreiben führt auf irgendeine Art und Weise (trotz der schlimmen Umstände) dazu, positiv in die Zukunft blicken zu können. Viele liebe Grüße aus Göttingen :)

  • Reply Nilishi 27. September 2015 at 20:35

    Wieder einmal ein interessanter Sonntagspost. Ich bin froh das aus Dresden zu hören. Es gibt überall ‘So und So’-Menschen. Man darf nicht alle über einen Kamm scheren- ein Glück.

    Liebe Grüße
    Nili von Mindbroken.de

  • Reply Anna 27. September 2015 at 19:51

    Liebe Luise,
    ich mag deinen Block gern und lese ihn seit Jahren.
    Ich habe jetzt nach diesem Post endlich den Mut gefasst dir zu schreiben.

    Als bekannt wurde, dass du dich für VOX nach New York begibst, war mein erster Gedanke
    “Huch, was ist denn da los?”
    Wie blöd und verzerrt das Ganze auch immer zusammengeschnitten wurde, ist das bei diesen Formaten doch schon von Vorherein klar und ich war wirklich etwas (sehr) enttäuscht, wie du dich für soetwas “hergeben” kannst.
    Dann doch lieber sparen und sich den New York Traum selbst und auf eigene Faust im Luisestyle erfüllen. Stolz drauf sein. Komplett. Ohne Zusammenschnittrechtfertigungen.
    Will sagen:
    Insgesamt finde ich es sehr schade, wie du eben mit solchen Aktionen, dich irgendwie selbst verloren zu haben scheinst.

    Für deinen Mut dieses aktuelle Thema anzuschneiden meinen größten Respekt.
    Auch hier wirst du sicher nicht nur “Aww wie toll, dass du deinen Bekanntheitsgrad so supidupi nutzt” Beiträge bekommen.
    Ich mag, wie du von deinen Erlebnissen und Eindrücken schreibst, deine Offenheit.

    Aber auch hier fehlt mir Kontur. Lasst uns alle gut sein.
    Gute Menschen. Gutmenschen (scheint ja jetzt voll in zu sein).
    Schwarz.Weiß. Gut. Böse. Rechts.Links.
    Insgesamt dann doch wenig aussagekräftig, einseitig.
    Sinnhaftigkeit – “Lasst uns menschlich sein”?
    Was soll das bedeuten?

    Dann doch lieber nichts derartiges schreiben, nur um aktuell zu sein.
    Eben so ein Gut(er)Mensch.

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:21

      Hallo liebe Anna,

      dass Du enttäuscht bist, dass ich bei einem solchen Format mitgemacht habe, kann ich irgendwo verstehen. Letzten Endes habe ich für mich persönlich abgewogen und habe die Erfahrung als wertvoll empfunden – sehe das auch heute noch so und bereue die Teilnahem wirklich überhaupt nicht. Aber das muss jeder selber wissen :-)

      Der Beitrag spiegelt meine Gefühle wieder, ein paar Gedankenfetzen – keine Vollständigkeit. Ich plädiere für Menschlichkeit. Genau! Was das bedeuten soll? Menschen willkommen heißen, sich seines eigenen Überflusses bewusst werden und teilen, helfen, Verständnis zeigen, niemanden für Religion oder Hautfarbe verurteilen …
      Wenn ich das ganze nur geschrieben hätte, um “aktuell zu sein”, dann hätte ich den Beitrag schon vor einigen Wochen (und da war er schon fertig) veröffentlichen müssen. Ich wollte mir damit aber Zeit lassen :-)

  • Reply Myri 27. September 2015 at 19:51

    Ich finde es sehr sehr gut, dass du auch dieses Thema auf deinem Blog ansprichst! Es ist so wichtig, nicht die Augen zu verschließen, sondern sich zu informieren, eine Meinung zu bilden und zu helfen. Respekt! Deine Worte haben mal wieder richtig Gänsehaut bei mir verursacht…wobei es dieses Mal nicht unbedingt ein angenehmes Gefühl war. Aber vielleicht kann man so ein paar mehr Menschen wachrütteln.

  • Reply Latifa 27. September 2015 at 19:44

    Liebe Luise,
    Ich als Muslimin mit Migrationshintergrund, in Deutschland geboren und lebend, möchte mich vom tiefsten Herzen für diese Worte bedanken! Nicht nur dir gilt der Dank, sondern dem Großteil der deutschen Bevölkerung, die es mir und vielen vielen anderen Menschen, so einfach machen Deutschland als meine Heimat zu bezeichnen!
    Auf das wir gemeinsam den Flüchtlingen dieses Gefühl vermitteln können und der Welt zeigen, das Deutschland ein offenes, tolerantes und vor allem ein vielfältiges Land ist, welches von seiner Vergangenheit gelernt hat und bereit ist den Herausforderungen der Zukunft anzupacken!
    DANKE!
    Die besten Grüße

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:22

      DANKE für deinen Kommentar Latifa <3

  • Reply Luuuu 27. September 2015 at 19:32

    Ich heule gerade vor Wut auf diese Menschen, die sich so rücksichtslos, blind und taub im Kopf fär so etwas auf die Straße stellen ! Auch ich war im KZ Buchenwald und weiß noch genau, wie mir irgendwann fast schwarz vor Augen wurde, als mir Dinge erzählt wurden, die ich nicht für möglich gehalten hatte …
    Wahnsinnig toller Post Luise, ich bewundere dich für deinen Mut, deine Meinung, deine Ehrlichkeit !
    Nebenbei auch unfassbar gut geschrieben …
    Alles Liebe
    Luuu
    Ps: da sag nochmal jemand du würdest dich nicht mit dem Thema auseinandersetzen !

  • Reply Franzi 27. September 2015 at 19:22

    Ich bin wirklich sprachlos. Dein Text hat mir Tränen in die Augen gebracht.
    Ich finde es sehr gut, dass du auch solche ernsten Themen auf deinem Blog ansprichst!
    Liebe Grüße
    Franzi

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:23

      Das ist mir auch besonders wichtig, Franzi :)
      Viele hatten ja kritisiert, dass ich dem Thema keine Aufmerksamkeit schenke (was ja gar nicht stimmte – ist ja nicht das erste Mal, dass ich die Flüchtlingsthematik anspreche) – aber ich freue mich, dass ihr das so gut aufnehmt, wie ich es eben auf meine Art und Weise verarbeite :)

  • Reply Wiwi 27. September 2015 at 19:19

    Als ich in diesem Winter zum ersten Mal Dresden besucht habe, bin ich in ein Natiaufmarsch geschlittert. Viel zu viele Menschen für meinen Geschmack, flüchteten wir in den Zwinger.
    Danach sagte jemand zu mir: “Schade, dass du so unser Dresden kennenlernen musstest” und ich dachte: wieso? Das ist doch nicht die Stadt, dass sind bescheuerte Menschen mit wenig Grips im Kopf. Aber das ist doch nicht Dresden!

    Ein schöner Beitrag, der einem irgendwie gut tut. Zu viel ist jetzt zum Glück mal gut!

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:25

      Ich habe es auch lange so gedacht, wie Du – dass Dresden eben etwas anderes ist. Aber…
      In Margos Spuren heißt es:”Die Leute sind der Ort ist die Leute.”
      und ich finde, das trifft es ganz gut.
      LEIDER gehören auch diese Leute zu Dresden und das ist beängstigend und es macht mich wütend und sauer. Aber man darf eben die Augen davor auch nicht verschließen.
      Ich freue mich aber, dass Du Dresden dennoch “eine Chance gibst” :)

  • Reply Lisa 27. September 2015 at 19:15

    Hallo Luise,

    Echt, du lebst in Dresden und hast Pegida das erste mal live gesehen? Ich lebe nicht dort, war aber schon im letzten Winter bei Minusgraden auf Gegendemos bzw. Demos für Weltoffenheit und durfte die “friedlichen Spaziergänger” erleben. Genauso wie an jedem 13.2. kommt da in einem einfach jedes Mal so ein schrecklich beklemmendes Gefühl auf.

    Ich finde es gut, dass du so klar Stellung beziehst und deine Hilfe anbietest. Ein wichtiges Thema und vielleicht hilft dein Post ja dabei, Ressentiments abzubauen. Ich hoffe es sehr!

    • Kleinstadtcarrie 27. September 2015 at 21:26

      Hallo Lisa,

      ja, erstaunlicherweise ist das wirklich so.
      Ich bin eben doch sehr viel unterwegs und gar nicht so oft in Dresden – meistens bin ich dann bewusst zu Hause geblieben an Montagen … wusste gerade zu Anfang nicht so richtig, wie ich das ganze einzuordnen habe, hatte Angst vor den Menschen, die da blind irgendwelche rassistischen Parolen riefen…

  • Reply Anni 27. September 2015 at 18:34

    Hier in MV ist ja wie immer alles etwas verspätet angekommen, doch jetzt wo viele Menschen uns hier erreichen bin ich froh, wie gut organisiert die freiwilligen Helfer sind. Mein Freund und ich haben auch Wintersachen zusammengestellt, für die, die nach Skandinavien weiterwollen und Betten, Kleidung und Spiele, für die, die bleiben werden – falls noch jemand aus Rostock ist hier findet man bei uns alle Infos: http://hrohilft.blogsport.eu/

  • Reply Eva-Maria 27. September 2015 at 17:34

    Ich liebe, liebe, liebe deine Texte so sehr. Jedes Mal bin ich beeindruckt.
    Oft merke ich gar nicht mehr, dass ich lese, weil ich so vertieft in deine Worte bin.
    Ich freue mich, dass auch du dich zu dem Thema äußerst und deine Reichweite v.a. unter den jungen Menschen so positiv nutzt. Ich denke, dass jeder Beitrag zum Thema Flüchtlinge hilfreich ist und Augen öffnet.
    Ich bleibe gespannt auf deine nächsten Posts!
    Liebe Grüße

  • Reply Seline 27. September 2015 at 16:22

    Ein toller Text! Du spricht mir echt aus der Seele. Bei mir in der Stadt gab es damals auch diese Aufmärsche. Ein Pegida-Ableger. Sügida, genannt.
    Mich erschreckt sowas auch. Ich verstehe nicht wie Menschen, anderen Menschen gegenüber so feindlich eingestellt sein können, nur weil ihre Lebensweisen und Ansichten sich unterscheiden. So etwas geht einfach nicht in meinen Kopf rein. Man kann doch niemanden so verurteilen, ohne ihn zu kennen.

    Mir geht es ähnlich wie dir, ich will auch helfen. In meiner Nähe gibt es ein Erstauffangslager. Eine Bekannte von mir bastelt dort regelmäßig mit den Flüchtlingskindern. Ich habe beschlossen, sie das nächste Mal zu begleiten.

    Danke dafür, dass du meine Gedanken immer so schön in Wallung bringst. Das hilft mir wirklich beim Schreiben.
    Liebst, Seline
    selscloset.blogspot.de