September 2015

  • Hals über Kopf

    30. September 2015
    Hals über Kopf

    Das muss jetzt schon einige Jahre her sein. Wir trafen uns alle in einem dieser Schrebergärten. Ich weiß gar nicht mehr, wessen Eltern das erlaubt hatten. Wir tranken ein bisschen Bowle und unterdrückten den Ekel, der uns überkam, als wir bemühten möglichst lässig an der Zigarette zu ziehen. Eigentlich hatte ich gar keine Lust darauf,[…]

  • Ich bin eine Sammelerin {aktuelle Favoriten}

    Ich bin eine Sammlerin. Ich sammel’ Momente, Erinnerungen, Stempel in meinem Reisepass. Ich hab’ früher die alten Taschenuhren meines Vaters eingesteckt – konnte sie bis heute nicht wegwerfen. Ich bewahre jeden Brief, jede Postkarte, die mich erreicht, auf. Fein säuberlich nach dem Datum geordnet. Nie wieder gelesen. Meine Festplatte ist überfüllt von Dateien, Texten, Videoausschnitten, Schnappschüssen.[…]

  • Das liegt auch in unserer Hand.

    27. September 2015
    Das liegt auch in unserer Hand.

    Ich war 14 Jahre alt. Ich weiß es noch ganz genau. Das war ganz kurz vor der Jugendweihe. Und um erwachsen zu werden, gab es verschiedene Angebote. Ich habe keins davon nutzen wollen, denn ich ging in der Annahme – und selbiges denke ich auch heute noch – dass kochen lernen oder eine Wanderung durch die Sächsische[…]

  • Mein kleines, goldenes Karussell

    Alles, was sie wollte, war ein glasierter Apfel, Zuckerwatte, eine kurze Fahrt durch die Geisterbahn – damit sie bescheid wüsste – und dann auf’s Riesenrad. Also schlüpfte sie in ihr hübschestes Kleidchen, packte alles, was sie für nützlich befand, in ihre Tasche und stürzte sich ins Vergnügen. Sie schlenderte umher. Erst mal ganz unbeteiligt. Wollte eigentlich[…]

  • Ich werde darüber hinweg kommen.

    Ich werde nie über ihn hinweg kommen. Niemals. Mir laufen Tränen über die Wangen. Immer mehr. Es scheint nie wieder aufhören zu wollen. Schmerzerfüllte Schreie. Ein Verwundeter! Seit Stunden laufe ich durch dieses Labyrinth und weiß doch ganz genau, dass es keinen Ausweg gibt. Hilfe! Ich kann nicht aufhören zu rennen, kann mich nicht beruhigen.[…]

  • Süßkartoffel-Ingwer-zu-Hause-Suppe

    Holzbrett – IKEA | Löffel – WMF | Teller – WestwingNow Allein in den letzten zwölf Monaten habe ich drei Kontinente, mehr als 10 Länder, unzählige Menschen kennengelernt. Und ich kann sagen: Es gibt nichts besseres, als die Welt bereisen zu können: Koffer packen. In ein Flugzeug, einen Bus, einen Zug steigen und nur wenige Zeit[…]

  • Ostseegänsehaut {Ein Versuch}

    13. September 2015
    Ostseegänsehaut {Ein Versuch}

    Ostseegänsehaut Eine Stunde auf der Fähre, letzte Vorbereitungen treffen In den Wind werfen Die Frisur sitzt – noch, See tiefblau
– zieh’ die Jacke etwas fester um den Körper. Fast alles bedeckt, an meinen Fesseln kitzelt die Brise der Ostsee Wiedersehensfreude Strandaufgang Tief einatmen Verneigen fröstelnd hinter’m gestreiften Strandschutz verstecken Zaghaft den Fuß in’s Wasser halten[…]

  • Wasser. Feuer. Luft. Und Erde.

    10. September 2015
    Wasser. Feuer. Luft. Und Erde.

      Mein Sternzeichen ist Krebs. In der Kinderbibliothek habe ich mir mal ein Buch über Sternzeichen ausgeliehen und war so fasziniert davon, dass alles, was es dort über Krebse zu lesen gab, auf mich zuzutreffen schien. Mein Element ist das Wasser – so stand es jedenfalls in diesem Buch geschrieben. Und als im Jahr 2001 –[…]

  • Nicht ganz genau. Aber ungefähr.

      Ich hatte nie besonders verrückte, außergewöhnliche Träume. Mein Traumberuf als Kind war es, Opernsängerin – das hat leider nicht geklappt – oder – auch das war mein Ernst – Putzfrau zu werden. In der Grundschule haben meine beste Freundin und ich eine Kassette aufgenommen. Sie hat gesungen. Ich wollte das ganze vermarkten. Auch das[…]

  • „Ich fühlte mich so unbedeutend, so wertvoll wie noch nie“-Moment {Scheich-Zayid-Moschee}

    Ich wurde atheistisch aufgezogen. Als ich neun oder vielleicht zehn Jahre alt war, entschied ich auf eigene Faust hin, die Christenlehre zu besuchen. Einige meiner Freundinnen gingen damals jeden Mittwoch in dieses kleine Häuschen neben der Kirche und hatten viel Spaß. So entschied ich mich, mitzugehen. Conny, damals vielleicht Mitte zwanzig – kam mir als[…]