Ich finde den Plural toll.

/5. Juli 2015/25 Kommentare

In der Kleinstadt, nach der dieser Blog benannt ist, – und nein, das ist nicht Dresden – passierten schon oft merkwürdige Dinge. Schon oft habe ich mit dem Kopf geschüttelt. Mich gefürchtet. Geschämt. Und habe seit ich weggezogen bin nichts vermisst. Wirklich nicht. Und ich frage mich, wieso es mir vor zwei Jahren so unendlich schwer gefallen ist, diesen Fleck Erde zu verlassen. Ja, weil es mein zu Hause war. Aber nur die 64qm auf denen wir gewohnt haben. Alles andere, also alles, was da heute noch ist, ist mir fremd. Und ich bin froh, dass ich nichts, rein gar nichts, daraus mitgenommen habe.
Denn heute? Schäme ich mich noch mehr. Fürchte ich mich noch mehr. Kann ich meinen Kopf gar nicht heftig genug schütteln.
Fliegende Flaschen. Feuerwerkskörper. Glatzen. Schreie. Aggressivität.
Dummheit.
Ich studiere Politikwissenschaft. Ich lese Zeitung. Ich bin informiert. Und ich habe eine rationale Meinung zum Thema Einwanderungspolitik.
Aber ich habe auch eine Emotionale. Und die überwiegt. Und die würde am liebsten explodieren.

Ich bin harmoniesüchtig. Kann nicht im Streit auseinander gehen. Ich verzeihe zu schnell. Und sehe immer nur das Beste im Menschen. Ich weiß, dass ich manchmal zu mitfühlend bin. Denn auch wenn ich unheimlich zickig, launisch und auch mal gemein sein kann, so bin ich im Innersten, und wenn es drauf ankommt, sozial und verständnisvoll. Zu verständnisvoll wahrscheinlich.
In der Grundschule kannte ich ein Mädchen, das war unheimlich aggressiv und hat mir mehrmals Schläge angedroht, mich erpresst und anderen Kindern auf dem Schulhof aufgelauert. Ich hab es gehasst, aber hatte Mitleid für sie. Habe probiert sie zu verstehen. Das weiß ich noch ganz genau. Es gibt noch viele weitere, ähnliche Situationen.
Aber hier und jetzt fehlt mir plötzlich jegliches Verständnis. Weil Ihr nicht nur andere Menschen angreift, sondern damit auch meine Liebe zu Menschen, zu Vielseitigkeit und Kulturen. Und hierbei geht es jetzt gar nicht mehr um Spezielles. Es geht nicht darum, dass Nazis doof sind und dass die gleichgeschlechtliche Ehe selbstverständlich sein sollte – es geht hier um uns. Um alles. Um Menschen. Kulturen. Und so kitschig es auch klingen mag: um Liebe.

Ich habe noch nie unterschieden!
Mensch ist Mensch! Ganz einfach. Und dabei ist es nicht egal, welcher Kultur jemand angehört – denn das ist interessant. Und es ist nicht egal, wen jemand liebt – denn das ist schön.
Im Kindergarten hatte ich einen Freund. Frederik. Er konnte weder hören, noch sprechen. Frederik konnte auch nicht alleine essen. Ich erinnere mich, wie ich ihn mit Gurkenscheiben aus seiner Brotdose gefüttert habe. Irgendwann kam Frederik nicht mehr in den Kindergarten. Ich weiß nicht, was passiert ist. Und dann kam seine Mutter und gab mir ein großes, rosa verpacktes Geschenk. „Danke, dass Du immer mit meinem Sohn gespielt hast!“, sagt sie. Ich wollte nicht unhöflich sein, bedankte mich und malte auch mit den Stiften und nutzte die Seifenblasen. Aber ich habe nie verstanden, warum sie mir gedankt hat. Das war selbstverständlich. Das war für mich keine Last. Sondern eine Freude. Freunde. Bereicherung.
Aber ich habe das Gefühl, dass so viele um mich herum, unterscheiden. Ausländer. Deutscher. Schwul. Hetero. Ossi. Wessi. Jude. Christ. Moslem. Jung. Alt.
Natürlich sind wir alle unterschiedlich. Glauben an verschiedene Religionen. Lieben verschiedene Menschen. Essen unterschiedliche Gerichte. Sprechen Sprachen.
Ich finde den Plural toll. Grandios. Aufregend. Interessant. Lehrreich.

Und umso länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto deutlicher werden auch Beweggründe, warum manche Menschen Hass schüren, warum man einander nicht akzeptiert – aus Angst. Angst vor dem Unbekannten. Und so wenig ich das auch nachvollziehen kann, wie man vor anderen, fremden Dingen, Kulturen, Menschen Angst haben kann, so sehr ärgere ich mich auch darüber, dass ich auch nur einen Hauch von Verständnis zeige. Aber das bin ich. So bin ich.
Ich verstehe. Aber ich will nicht akzeptieren. Nicht hinnehmen.
Und alles was ich tun kann, ist diese Zeilen zu schreiben und selber mit positivem Beispiel voran zu gehen.
Menschlichkeit zeigen. Nächstenliebe. Und wenn es erst Mal nur Respekt wäre. Akzeptanz.

 

sw

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25 Kommentare

  • Reply Nora 18. Juli 2015 at 21:33

    Ganz toller Text,wirklich!
    Ich kann dich so gut verstehen und finde es gut,dass du dich mit dem Thema beschäftigst.

  • Reply Christina 12. Juli 2015 at 15:22

    Liebe Luise.
    Ich danke dir für diesen Text! Er bringt es auf den Punkt. Ich stimme dir wirklich zu 100% zu. Ich wünschte mehr Menschen wären dieser, unserer, Meinung oder würden sie laut sagen. Ich studiere seit 2 Semestern Kulturwissenschaft und kann deshalb glaube ich ziemlich gut nachvollziehen was du meinst. Ich wünschte mir wirklich, dass mehr Menschen, die in der Öffentlichkeit präsent sind ihre Meinung zu diesem wichtigen Thema sagen würden, damit andere davon erfahren und vielleicht anfangen sich selbst und andere mehr zu reflektieren. Die Menschheit sollte wirklich aufhören in Schwarz oder Weiß etc. zu denken. Offenheit ist heute wichtiger denn je und Nächstenliebe muss nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt werden.

    A

  • Reply Emma 7. Juli 2015 at 23:51

    Hallo Luise!

    Mal ganz davon abgesehen, dass du dir in deinen eigenen Texten ständig widersprichst…
    Du bist als Politikwissenschaftlerin traurig darüber, dass du doch “etwas” Verständnis für “Andersdenkende” – nennen wir sie auch (vor allem durch die Medien bezeichnet) Menschenfeinde – hast? Das ist besonders für eine Politikwissenschaftlerin ziemlich traurig. Denn sollte man als demokratisch geprägter Mensch nicht versuchen für alle Ansichten Verständnis aufzubringen, ob man sie teilt oder nicht? Und nicht traurig sein über Verständnis? In Diktaturen ärgerten sich die “Politgenies” über Menschen mit Verständnis für “Andersdenkende”!

    Du hast eine rationale und eine emotionale Sicht? Und die Emotionale stellst du fantastisch dar, es kommt allerdings so rüber als sei deine Rationale, eine andere, da die Emotionale überwiegt…? Erläutere doch diese mal!

    Du bist informiert, aus der Zeitung! Fabelhaft!

    Glaubst du nicht, bei dem Selbstlob ab und an etwas zu übertreiben? Also klar, warst du im Kindergarten schon der Übermensch2.0, aber es gibt da so ein Sprichwort: “Eigenlob stinkt!”
    Da wäre auch bei dir, so sehr ich dich schätze und wirklich toll finde, weniger mehr!

    Liebste Grüße
    deine Emma

    PS: genau genommen ist “plures” lat. für mehrere (“pluralis” lat. Mehrzahl) –> Vielfältigkeit o.ä. würde doch viel besser passen ;))

    • Lulu Zxyz 8. Juli 2015 at 11:12

      An die Emma:
      Ich habe mir deinen Text jetzt mehrfach durch gelesen – so aus verschiedenen Sichtweisen .. Rechts – links.. Nazi – Antifa … Ich komme aber nicht darauf auf welcher Seite du stehen magst – nur einer musst du angehören, den dein Kommentar ist in keinster Weise neutral. Während Luise weitgehenst versucht mit ihrem Statement / Text neutral zu bleiben (zumindestens was der angehörigkeit der Seiten angeht) – ihr geht es (so weit ich es verstanden habe) primär darum das es nicht über all Streit geben sollte, Sondern viel mehr Liebe und vor allem Akzeptanz untereinander !
      Du schreibst Luise widersprichst sich- Hast du dir mal deinen Text durch gelesen ? Der widerspricht sich in meinen Augen !

      An Luise:
      Ich finde es schlicht weg traurig was in besagter Kleinstadt gerade abgeht ! Dieser sinnloser Hass von solchen verschränkten Menschen – haben die alle keinen Job oder keine Familie ?! Obwohl stimmt ja der Besuch beim besagten (ex-) Hotel ist ja der neue Schrei bei den Familienausflügen aus braunen Ecken.
      Hier im Tal der Ahnungslosen, wobei Kleinstadt ja schon wieder ein müh aus dem Tale heraus ist .. Bekommen so viele Leute ein Herzinfakt weil sie einen ausländer sehen. Ich war vergangen sommer in Düsseldorf : so multikulturell ! Und ich fand es so toll ! Die Leute sind so offen, nett und freundlich ! Ich hatte aus Neugierde ein paar Menschen gefragt beim Besuch, was man den über dresden denkt : “Hochburg der Nazis!” Und ich versuchte sie zu überzeugen dass das schon lange nicht mehr der Fall ist .. Dann begann im November diese Grütze .. Und jetzt sind wir halt der “Ort der Ausländer hasst” – traurig traurig und sowas nennt sich Heimat ? …

    • Emma 9. Juli 2015 at 00:11

      An Lulu Zxyz:

      Hallo Lulu,
      du kannst nicht genau erkennen auf welcher Seite ich stehe? Nun das mag daran liegen, dass ich auf keiner der beiden Seiten “stehe”, aber beide Seiten gut verstehen kann. Zum einen müssen wir den armen Menschen wirklich helfen! Zum anderen, kommen allerdings auch soziale, ökonomische und personell-finanzielle Argumente in Betracht. Ich stehe da, sofern es dich interessiert in der Mitte, ich habe Verständnis für “beide Seiten”.

      Was ich allerdings schlimm finde, ist eine Verunglimpfung von welcher Seite auch immer, sei es von der “linken -kriminellen, störenden o.ä. antifa”-Seite oder der “braunen Nazi-mischpoke die Menschen hassen etc.”. Fakt ist, dass wir angehalten sind und uns darum bemühen sollten, die Interessen von jedem zu beachten, zu erfragen und zu würdigen! Es kann einfach nicht sein, dass ständig Verunglimpfungen als “nazis” etc. stattfinden.
      Genauso wenig darf es sein, dass die Pro-Asyl-Bewegung häufig als “Gewaltbrüder” abgestempelt wird. Genau diese pauschalisierten Ansichten und “Stempel” sind etwas Meinungsfreiheitsvernichtendes! Hier in Deutschland haben wir das Glück in einem stabilen demokratischen Rechtsstaat leben zu dürfen. Dazu gehört es auch andere Meinungen, die man selbst nicht unterstützt zu ertragen, zu tolerieren und nicht zu verunglimpfen wie es seitens der Politik passierte. Des Weiteren muss sich an unsere rechtsstaatliche Ideale gehalten werden. Das heißt keine Einschränkungen von irgendwelchen Versammlung (Vgl. Art. 8 I GG) [wie Dr.Stange sie ankündigte].

      Das ist der Grund weshalb ich es schlimm finde, Menschen plakativ als “widerwärtig” darzustellen oder sich für Verständnis “Andersdenkender” – was Grundlage einer jeden Demokratie ist – zu schämen. Aber aus der Zeitung informiert zu sein, hat halt auch seine Nachteile ;-)

      Liebe und Akzeptanz untereinander wird nie in ihrer Idealform unter allen erreichbar sein, eben weil verschieden geartete Meinungen und Ansichten aufeinander treffen, und viele nicht bedingungslos lieben können. Es ist einfach desillusionierte “Augenwischerei” sich einzubilden das Liebe&Akzeptanz – so hohe Motive – omnipräsent werden können. Streit – in gemäßigter konstruktiver Weise – bringt uns alle voran, Meinungsaustausch und damit denknotwenig manchmal auch Streit führt zur Fortbildung auf allen Bereichen des Lebens!

      Liebste Grüße
      Emma

    • Katja 9. Juli 2015 at 21:00

      Hallo Lulu,

      Emmas Kommentar ist emotional geschrieben, genauso wie Luises – beide sind definitiv nicht neutral. Auch Luises nicht, schau mal hier: (Zitat von oben) “Es geht nicht darum, dass Nazis doof sind und dass die gleichgeschlechtliche Ehe selbstverständlich sein sollte.” Das sind zwei Wertungen/Meinungen, die erste ist sogar ziemlich heftig – stell dir vor, da stünde “SPD-Wähler sind doof”, “Veganer sind doof” oder “Dicke sind doof”. Hier wird eine Personengruppe pauschal als minderbemittelt hingestellt, mach dir das bitte klar.

      Das Problem, was ich, Emma und Sharina (1. Kommentar zum Post) sehen, ist im Wesentlichen, dass Menschen aufgrund ihrer politischen Meinung diskriminiert werden.
      Diskriminierung wird nicht dadurch beendet Leute zu diskriminieren, die andere diskriminieren. Dadurch steht man selbst an genau der gleichen Stelle: Man diskriminiert Menschen, in diesem Fall, eben aufgrund ihrer politischen Meinung und halt nicht aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer sexuellen Präferenzen oder anderer Eigenschaften.

      Alle wollen es bunt – nur: Braun ist auch eine Farbe. So, wie nicht alle Fußballfans Hooligans sind, sind nicht alle Rechten Schläger und prügeln sich nicht alle Linken mit Polizisten.
      Es geht hier um Toleranz (mach dir bitte den Unterschied zwischen Toleranz und Akzeptanz klar) von Meinungen und Lebensweisen. Wie bei allem Anderen gilt auch hier: Toleranz heißt nur, dass andere Meinungen und Lebensweisen geduldet werden. Mehr nicht. Leben und leben lassen.
      Es geht nicht darum, dass man eine Meinung annimmt und bei der nächsten Demo mitläuft.
      Es geht darum, Menschen eine Chance zu geben, egal welchen Hintergrund sie haben, egal, ob rechts, links, mitte, kalkweiß, kohlrabenschwarz, christlich, muslimisch, jüdisch, hetero, homo, trans oder sonstwas.
      Es geht darum, jedem Menschen mit Respekt zu begegnen, auch wenn einem etwas an ihm nicht passt.
      Es geht nicht darum, jedes Verhalten, insbesondere gewaltsames, zu tolerieren oder gar für sich anzunehmen, es geht darum, mit gleichem Maß zu messen, wenn solches Verhalten auftritt und gleich darauf zu reagieren.

      Ich denke, dass diese Dagegen-Mentalität nur Fronten verhärtet und Konflikte verschärft, die für alle Seiten halbwegs befriedigend gelöst werden könnten, wenn man sich zuhörte und miteinander redete.

      Es ist egal, auf welcher Seite du stehst oder ob du überhaupt auf einer Seite stehst – du hast die Möglichkeit anzufangen Andersdenkenden zu zuhören.

      Liebe Grüße,
      Katja

    • Julia 12. Juli 2015 at 17:03

      Ehrlich gesagt glaube ich, dass ich eure Einstellung nicht genau verstehe.
      Für mich ist es als durchschnittlich intelligente, aufgeklärte, junge, studierte und wirklich tolerante Frau völlig abwegig, Intoleranz zu tolerieren. Und meiner Meinung nach ist das auch legitim? Denn Intoleranz widerspricht, wie das Wort schon sagt, eben komplett meinem toleranten Weltbild. Warum muss ich dieses dann tolerieren?
      Ich bin zusätzlich auch der Meinung, dass es ein “richtig” und “falsch” gibt und geben muss!
      Es ist zum Beispiel falsch, jemanden umzubringen
      Es ist falsch, jemandem Schmerzen zuzufügen
      Es ist falsch, zu stehlen
      Genauso ist es falsch, jemandem, der dringend Hilfe braucht, nicht zu helfen, obwohl die Mittel da sind
      Und Nazis sind falsch!
      Das sage ich so knallhart und das meine ich auch so. Da kann und will ich nicht differenzieren. So wie Mörder & Verbrecher.
      Denn “Leben und leben lassen” lassen diese Leute eben nicht. Und das finde ich falsch.
      Und wer seine Mitmenschen nicht lässt, den möchte ich auch nicht lassen.

      Versteht mich nicht falsch, aber ich denke es existiert eine Grenze, an der es nicht mehr im Akzeptanz und Toleranz geht, sondern um ein falsch bzw gesetzeswidrig.

      Ich hoffe, es ist überflüssig zu erwähnen, dass ich niemandem zu Nahe treten und seine/ihre Einstellung in Frage stellen möchte – wir kennen uns nicht.
      Und ich hoffe, ich konnte meinen Gedankenmatsch irgendwie zum Ausdruck bringen.

      Liebe Grüße und einen schönen Tag,
      Julia

    • Emma 12. Juli 2015 at 20:59

      Hallo Julia,

      du sagst, dass Intoleranz für dich nicht zu tolerieren ist. Gut, das ist okay und Intoleranz deiner Seite aber das ist okay so. Allerdings ist nicht gut wie du pauschalisierst, alle die “dagegen” sind, sind intolerant. Schön indoktriniert von den Medien! (y)
      Warum du auch Intoleranz in einigen Punkten tolerieren solltest? Vielleicht damit du – mit deinem toleranten Weltbild – in alle Richtungen tolerant bist, und alle sein – leben – lässt und nicht nur die, die dein tolerantes Weltbild unterstützen und/oder teilen…

      Es gibt eben in der Realität häufig nicht nur richtig und falsch, wenn du meinst, es so einfach alles in ein Schema X pressen zu können, irrst du. Es gibt unendlich viele Stufen dazwischen.

      Allerdings muss jeder, wie du schon sagst, seine Grenze wo anders ziehen. Doch wenn du deine zwischen richtig und falsch oder “gesetzwidrig” ziehst, erkläre mir doch bitte mal was an Intoleranz gesetzwidrig ist… Oder was an einer Meinung die – womöglich zum Glück – nicht viele andere teilen, gesetzwidrig ist?
      Illegal war so was früher schon einmal, in einer Zeit, in der die “besseren Menschen” oder auch die Mehrheit, diktiert hat, was die Volksmeinung zu sein hat. Jeder “Andersdenkende” oder “Kritiker” war fehl am Platz… Ursächlich dafür? Keine Toleranz für Intoleranz oder heruntergebrochen und hart ausgedrückt damit du vielleicht erkennst wie fehl dein Weltbild geht: Keine Toleranz für alles was deiner Meinung nach nicht passt. Das ist auch eine Form von Intoleranz? Was ist denn aber jetzt mit deinem “toleranten Weltbild”?

      Es ist auch nicht immer falsch zu stehlen o.ä. man denke dafür nur an Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründe des deutschen Strafrechts.

      Zum Glück gesetzwidrig (und nicht zu unterstützen) sind folgende Dinge:
      – Steine werfen, gegen “Andersdenkende”
      – Stören von Versammlungen
      – Versammlungsfreiheiten einschränken
      – jegliche Körperverletzungen
      – in der Funktion des Oberbürgermeisters – nicht des Politikers – Partei ergreifen (und z.B. zu irgendwelchen Blockaden oder Gegenveranstaltungen aufrufen)

      Liebe Grüße und natürlich nicht böse gemeint
      Emma :)

  • Reply Johanna 7. Juli 2015 at 19:27

    Wirklich ganz ganz toller Post.
    Du hast mehr als passende Worte gefunden und deine Meinung schön zum Ausdruck gebracht.
    Ich habe schon oft selbst darüber nachgedacht dass immer überall unterschieden wird, es oft auch selbst erfahren habe. Und ich kann nicht immer ganz nachvollziehen warum man zum Beispiel ein Problem mit Schwulen hat oder “man froh sein soll selbst nicht das Problem zu haben”. Solche Aussagen kann ich nicht verstehen, es sind doch eben auch nur Menschen.
    Zu diesem Thema kann man so unendlich viel sagen.
    Schön dass sich mal jemand dazu äußert und klar Stellung bezieht! :)

    Ganz liebe Grüße
    Johanna
    http://dream-factory-of-my-world.blogspot.de/

  • Reply Stefanie 6. Juli 2015 at 17:51

    Sehr schön, dass Du das Thema aufgreifst und klare Kante zeigst! Ich bemerke immer mehr, dass Rassismus nichts mit Ängsten zu tun hat und es einen erheblichen Unterschied gibt zwischen Meinung sagen und sich wie ein Arschloch verhalten. Schade, dass das so wenige Menschen kapieren.
    Ich durfte zum 70. Jahrestag der Befreiung eines KZ Überlebende und Befreier treffen und habe mich lange und intensiv mit ihnen unterhalten. So sehr wie mich diese Treffen berührt haben – viel mehr hat mich erschreckt, dass alle unabhängig voneinander sagten: Was derzeit in Deutschland passiert – Pegida & Co, brennende Flüchtlingsheime, AfD – das alles erinnere sie furchtbar an die 30er Jahre in Deutschland.
    Wir dürfen niemals unsere Menschlichkeit vergessen – und darum ist es wichtig, Rassismus, Fremdenhass und Gewalt jeglicher Form etwas entgegenzusetzen – und wenn es ein Blogartikel ist.
    Danke!

  • Reply Julia 6. Juli 2015 at 15:43

    Wow, das ist ein wirklich wunderschöner und ehrlicher Text!

  • Reply Lisa 6. Juli 2015 at 15:21

    Du hast so recht. Was da gerade abläuft, ist schockierend. In meiner Heimatregion ist es ähnlich, viele Leute sehen nur ihr eigenes materielles Wohl gefährdet und wollen unter keinen Umständen etwas abgeben. Die “Argumentation” dieser protestierenden und steinewerfenden Menschen, falls vorhanden, ist auch sehr schwach.

  • Reply Lisa 6. Juli 2015 at 13:54

    Liebe Luise,
    ich habe den Text jetzt bestimmt schon zum fünften mal gelesen und ich bin sprachlos. Du hast meine Gedanken perfekt auf den Punkt gebracht.
    “Aber ich habe auch eine Emotionale. Und die überwiegt. Und die würde am liebsten explodieren.” – 100 % me

    Dein meiner Meinung nach mit Abstand bester Text – kindness doesn’t cost a thing.

    Liebe Grüße Lisa <3

  • Reply Franzi 6. Juli 2015 at 09:28

    Ich finde es sehr gut, dass du dieses Thema in deinem Blog ansprichst und so auch andere Menschen vielleicht zum Nachdenken anregst. Der Text ist dir wirklich gelungen und es wäre unfassbar schön, wenn alle Menschen diese Meinung annehmen könnten.

    Liebe Grüße

  • Reply Lisa 5. Juli 2015 at 23:04

    Ein wirklich super toller und auch ein sehr persönlicher und ehrlicher Text. Finde ich wirklich super toll wie du darüber schreibst.

    Liebe Grüße Lisa
    http://hellobeautifulstyle.blogspot.de/

  • Reply Lari 5. Juli 2015 at 22:38

    Liebe Luise, mich würde mal interessieren wie du auf die Fotografen in deiner Umgebung gestoßen bist? Ich wohne bei Erfurt und finde nicht viele Fotografen. Vor allem nicht Fotografen, die günstig sind. Kann ja nicht für jeden Post mit Bilder 50 Euro ausgeben. Aber Hobbyfotografen kann ich im Web auch nicht finden. Obwohl es ja bestimmt viele gibt. Wie hast du die Kontakte geknüpft? :)
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag abend,
    Lari

  • Reply Marmormaedchen 5. Juli 2015 at 21:55

    Hee du!
    Ein wunderschöner Post. Ich finde, dass man irgendwie zu viel darüber redet – darüber, wer nun was gemacht hat – woher er kommt. Viel spannender als das Wer ist doch eigentlich das Wie. Wie denkt jemand? Wie spricht jemand? Wie kocht jemand? Wie empfindet jemand?
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir Menschen an fast alles mit Angst herangehen. Und dass wir unter Angst dazu neigen, zu sortieren, in Schubladen zu stecken, zu verallgemeinern. Und dass wir unter Angst dazu neigen, die Augen zu schliessen, eine Art Tunnelblick zu bekommen und für Rationales blind werden. Doch wir verlieren dabei auch unsere Neugier, unser Interesse, den Blick für Schönes.
    Ich wünsche mir mehr Offenheit, mehr Freude an verschiedenen Menschen, mehr Liebe für den Menschen.
    LG Marmormaedchen
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Lea Hofer 5. Juli 2015 at 18:46

    Liebe Luise, mich würde deine Meinung interessieren, nachdem du mal längere Zeit im Ausland verbracht hast! Hast du das eigentlich im Rahmen deines Studiums vielleicht noch geplant? Liebe Grüße

  • Reply Bianca 5. Juli 2015 at 18:43

    Liebe Luise, dein Post hat mich zu Tränen gerührt. So schön dass du genau das aussprichst was ich mir so oft denke. Jedes deiner Wort geht genau ins Herz. Danke für deine Ehrlichkeit und dafür dass du diese wundervollen Gedanken mit uns teilst!.
    Liebe Grüße aus München. <3

  • Reply Helena 5. Juli 2015 at 18:26

    Liebe Luise,
    mal wieder ein wunderschöner Text. Je mehr ich von dir lese, umso mehr erkenne ich mich in deinen Texten selbst wieder. Ich kann auch nicht im Streit auseinandergehen, sehne mich nach Liebe und Harmonie und würde am liebsten jeden Tag in den Armen meiner liebsten Menschen verbringen. Ich verzeihe deshalb auch zu schnell. Zu leicht. Ich vertraue Menschen, denen ich nicht vertrauen sollte und die meinen Eltern von vornherein nie gefallen habe. Diese Gabe, die guten von den schlechten Menschen zu unterscheiden, beneide ich noch bis heute. Denn das ist eines meiner größten Laster. Trotzdem verliere ich nie den Glauben an die Menschen. Bleibe Positiv.
    Gerade jetzt, wo Amerika sich für die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen hat, finde ich deinen Text mehr als passend. Großes Kompliment an dich. Ich freue mich schon, auf deinen nächsten Post.
    Bis dahin alles Liebe!
    deine Helena <3

  • Reply Wiwi 5. Juli 2015 at 18:05

    Ich glaube wirklich, dass es da schwierig ist, eine rationale Meinung beizubehalten, weil von allen Seiten her viel zu viele Emotionen mitschwingen.
    Daher, so wie du sagst, mit gutem Beispiel vorangehen! Zeigen, dass man keine Angst vor Unbekanntem haben brauch. Und dass schlechte Erfahrungen nicht unbedingt gang und gäbe sind und nicht verallgemeinert werden sollten.

  • Reply Alissa 5. Juli 2015 at 17:58

    Was für ein toller Text, aber noch eine tollere Einstellung, Luise! Die Situation in deiner alten Stadt klingt ja wirklich schrecklich.. umso besser, dass sie nie auf dich abgefärbt hat! Ich finde es wirklich gut, dass du auf deinem Blog auch solche Themen anschneidest :) Auf die Liebe! <3
    Alissa
    http://www.alissaloves.wordpress.com

  • Reply Sharina 5. Juli 2015 at 17:42

    “Und so wenig ich das auch nachvollziehen kann, wie man vor anderen, fremden Dingen, Kulturen, Menschen Angst haben kann, so sehr ärgere ich mich auch darüber, dass ich auch nur einen Hauch von Verständnis zeige.” Wieso ärgerst du dich Verständnis zu zeigen? Diese Menschen tun dies doch nicht aus reiner Boshaftigkeit. Sie sind vielleicht anders erzogen worden, oder ihnen ist ein prägendes Erlebnis widerfahren. Die dadurch entwickelte Einstellung zu diesem Thema wieder zu verlieren ist schwer. Es erfordert viel Mühe, diese Menschen vom Gegenteil zu überzeugen.
    Ich finde, wenn man sagt, dass man die Menschen mit einer solchen Einstellung nicht akzeptieren kann, ist man nicht viel weiter gekommen als eben diese Menschen. Man greift das Problem nicht beim Schopf, sondern schließt eine Gruppe Menschen aus. Nicht nach dem Kriterium Herkunft, oder Kultur, sondern nach seiner Einstellung.

    • Kleinstadtcarrie 5. Juli 2015 at 18:32

      Weil ich solch’ eine negative Einstellung nicht verstehen will!
      Aber ich tu` es, beschreibe ich ja auch im Text :-)
      Du hast natürlich vollkommen Recht!