Jetzt hatte ich genug, und rannte!

/18. Juni 2015/29 Kommentare

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Joggen. Ausdauerlauf, das war in der Schule das Schlimmste für mich. Das genervt und gelangweilt. Und dann ist da ja noch die Sache mit dem roten Kopf, ihr wisst.
Im Frühling, es muss 2008 oder 2009 gewesen sein, kam ich das erste Mal auf die Idee freiwillig zu joggen. An mir war sowieso kaum etwas dran, aber ich ließ mich von einem dieser Mädchenmagazine inspirieren und wollte „In 12 Wochen zur Bikinifigur“ durchziehen. Da gab es genauste Vorgaben: Ernährungspläne, Sportübungen und der Hinweis, dass man jede Woche Joggen gehen sollte. Meine Schwester und ich waren hin und weg und setzten alles direkt in die Tat um. Mama begleitete uns und – war auch diejenige die noch in Woche 12 dabei war. Wir haben ganz schnell aufgegeben – war auch besser so. Denn mal ernsthaft, wer packt einen solchen Plan in ein Heft für 11-15 jährige Mädchen?
Aber Mama joggte und joggte. Und rannte und lief.

Sieben Jahre später schlüpfte ich in meine Sportschuhe, steckte mir Kopfhörer in die Ohren und lief einfach los. Ich hatte mir eine dieser Lauf-Apps runtergeladen. Aber darum ging es mir eigentlich gar nicht. Ich wollte weglaufen. Einfach weg. Das erste Mal in meinem Leben wollte ich diejenige sein, die davon rennt.
Ja, ich bin stur. Aber ich bin gleichzeitig auch unheimlich harmoniesüchtig. Ich hasse es im Streit auseinander zu gehen, deswegen mache ich das auch nie. Ich gehe auf die andere Person zu, auch wenn ich selbst nicht im Unrecht war. Will darüber reden. Kann nicht sauer, oder gar böse sein. Und deswegen bin ich die, die stehen bleibt. Die zum Bahnhof geht, aber nicht die eigenen Koffer trägt. Ich war schon so oft die, die zurück bleibt. Die Stellung hält. Wartet. Und winkt.

Und jetzt hatte ich genug. Ich rannte! Auch wenn gerade niemand da war, den ich zurück ließ. Aber ich musste raus. Weg. Weit weg.
Bis ich an einer Weggabelung merkte, dass wieder ich diejenige war, die zurück gelassen wurde. Ich bin vor mir selbst weggerannt. Vor Gefühlen. Erinnerungen. Aufgaben. Und ehrlich? Das tat so unendlich gut. An einem kleinen Bach hielt ich an, wusch mir die Hände und fühlte mich frei. War bisher nur 3km gerannt, war aber so viel weiter entfernt.
Seitdem laufe ich jede Woche. Manchmal nehme ich mich mit. Und versuche dann Ängste und Zweifel und das Vermissen von mir abzuschütteln. Und manchmal lasse ich das alles zu Hause, atme einfach nur und laufe.

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Shirt – OnePiece | Shorts – H&M | Schuhe – Brooks | Jacke – Victoria’s Secret PINK
Fotos – Tobias Ritz

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Und bei meinem nächsten Lauf stellt sich mir die Frage hoffentlich gar nicht – denn da bin nicht nur ich dabei, sondern auch viele andere Leute – und hoffentlich auch DU!
Wovon ich spreche? Am 30. Juni 2015 findet in Dresden die Brooks Run Happy Tour statt. Ich laufe zwar noch nicht so lang, dass ich es mir trauen würde an einem dieser typischen Stadtläufe teilzunehmen, aber dieser Lauf ist anders. Es gibt nämlich weder Regeln, noch Startgeld oder Zeitnahme. Auch eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Was mich derzeit noch einschüchtert? Die Tatsache, dass man die 8 bis 10 km lange Strecke erst an der Location erfährt. Klingt verrückt oder? Aber ein Versuch ist es wert und da niemand meine Zeit stoppt, werde ich auf jeden Fall dabei sein! Los geht’s um 18 Uhr in der Loschwitzer Elblounge und für die ersten 100 Teilnehmer gibt es ein Brooks Run Happy Shirt for free!
Und jetzt kommt erst noch das Beste: von 20:30 bis 22 Uhr gibt es freie Getränke und BBQ!

Ich freu mich Euch dort zu treffen! Wer dabei sein möchte, klickt bei der Veranstaltung einfach „Teilnehmen“, damit ungefähr eingeschätzt werden kann, wie viele Läufer kommen!
Für alle Nicht-Dresdner: Die Brooks Happy Run Tour geht jetzt schon los und stoppt beispielsweise auch in München, Wien und Leipzig!

Mit freundlicher Unterstützung von Brooks.

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29 Kommentare

  • Reply Nina 9. Juli 2015 at 12:01

    Ich kann deine bisherige „Laufgeschichte“ sehr gut verstehen, denn in der Schule ging es mir damals ähnlich. Die Sache mit der Motivation – mit dem Weglaufen vor überwältigenden Emotionen – ist vielleicht nicht der schönste Neustart ins Laufen, aber ich kann es wirklich gut nachvollziehe, denn da ist das Laufen wahrhaftig eine Art psychologische Medizin. Ich kann nur sagen, dass das Laufen auch für mich eine Leidenschaft geworden ist und es ist schön zu hören, dass es dir ähnlich geht.
    Grüße, Nina ~ http://www.beeed.net

  • Reply Laura 22. Juni 2015 at 19:50

    ein wirklich toller text! ich finde, es hört sich toll an, wie du deine gefühle während des laufens beschreibst. und genauso würde ich es so gerne auch erleben! ich hatte schon immer eine total schlechte kondition – keine ahnung wieso. aber vor einigen wochen (besser spät als nie) hab ich angefangen 3 mal die woche dagegen anzugehen. aber das joggen fällt mir so schwer, dabei möchte ich es so gerne schaffen am ende wenigstens gut ne halbe std zu laufen. das ist grade noch ultra weit weg 😀 ich hoffe, dass ich mit der zeit auch so eine leidenschaft dafür entwickle 🙂

    liebst, laura ♡
    diamondsandcandyfloss

  • Reply Tamara 21. Juni 2015 at 12:46

    Die Fotos sind so wunderschön geworden. Das sind definitiv meine Lieblingsbilder aus deiner Sport Reihe.<3

    Ich bin eher Fan des Nordic Walking. Für´s Joggen kann man mich nicht so begeistern. Mal sehen, vielleicht ändert sich das ja irgendwann einmal.

    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag Luise

    Liebe Grüße Tamara

  • Reply Svenja 20. Juni 2015 at 10:31

    Wieder einmal ein toller Blogpost 🙂
    Ich finde es auch gut das du dich nicht zwingst, sondern es einfach tust.
    <3

  • Reply Sophie 20. Juni 2015 at 09:06

    Ich weiß nicht, seit wann ich deinen Blog lese, aber habe selten jemanden gesehen, der so gut schreibt und bei dem ich es nicht müde werde täglich zu gucken ob es neue Einträge gibt oder alte durchzulesen.. Du hast mich auch dazu inspiriert selber mit dem Schreiben anzufangen.. Danke!

  • Reply Hannes 19. Juni 2015 at 19:13

    Wow echt toll geschrieben. Laufen fordert schon einiges an Motivation, aber du machst es genau richtig: nicht dazu zwingen, sondern einfach dann laufen, wenn man sich danach fühlt und Lust hat!
    Viele Grüße,
    Hannes von http://www.laberblog.de

  • Reply Anne-Catherine 19. Juni 2015 at 18:40

    Finde es sehr toll, dass du ab jetzt auch über Fitness schreibst. Ich war genau wie du schon in der Schule immer ein totaler Joggingmuffel, aber habe mich dann auch letzten Sommer das erste Mal malwieder aufgerafft. So diszipliniert wie du, dass ich jede Woche laufen gehe bin ich zwar immer noch nicht, aber hin und wieder tut es doch ganz gut. 🙂 Sehr schöner Post übrigens, wundervoll und emotional geschrieben!

    Liebste Grüße, Anne-Catherine
    http://www.fashcation.com

  • Reply Sabrina 19. Juni 2015 at 15:36

    Ich kann das so gut verstehen. Ich habe auch gerade erst wieder mit dem Laufen begonnen.
    Am Montag war bei uns der Brooks Lauf. Leider war ich noch nicht fit genug dafür. Im nächsten Jahr aber! Tschakka!!!!!!!!!

    Hab ein tolles WE!
    Sabrina

  • Reply Kate 19. Juni 2015 at 13:56

    Ich liebe deine Blog. Nicht nur schreibst du unglaublich schöne Text auch die Bilder sind wirklich schön. Ich hasse laufen in der Schule auch. Ich bin nicht wirklich der Lauf Typ, da hebe ich lieber Gewichte oder gehe Rad fahren.

    x Kate
    http://www.the-little-day-dreamer.blogspot.com

  • Reply Dilara 19. Juni 2015 at 12:37

    Ich liebe es schon mich einfach auf mein Fahrrad zu schwingen und durch Wiesen und Felder zu fahren! Das macht meinen Kopf direkt frei von störenden Gedanken 🙂
    Joggen gehen sollte ich allerdings auch mal haha.

    Liebste Grüße und dir ein wunderschönes Wochenende liebe Luise <3
    Dilara von http://www.dilarafeenstaub.wordpress.com

  • Reply Melanie 19. Juni 2015 at 11:04

    Ich konnte mich auch Jahrelang nicht mit dem Joggen anfreunden. Aber seit ca. 4 Monaten mache ich das richtig gerne. Musik darf dabei aber nie fehlen!
    Wenn ich mir deine Sportklamotten in den letzten Posts sehe kriege ich richtig Lust mir auch so etwas schönes zu kaufen. Zwar bin ich von oben bis unten mit Nike ausgestattet, doch außer meinen Schuhen und den nicht Sichtbaren Sport-BH ist alles schwarz. Puuh, das wird meinem Konto gar nicht gut gefallen 😀

  • Reply Lena 19. Juni 2015 at 10:50

    Wow, das ist ja echt ne wunderschöne Laufstrecke da am Wasser entlang :))

  • Reply Kristin 19. Juni 2015 at 10:46

    Jetzt bin ich sauer – bei uns war das Event leider schon – und ich habe es einfach nicht mitbekommen 🙁
    Dir ganz viel Spaß und viel Erfolg 🙂

    Liebste Grüße, Kristin von http://kristiwithlove.blogspot.de

  • Reply AllAboutLena 19. Juni 2015 at 09:27

    Toller Post!
    Ich liebe es auch, joggen zu gehen, um den Kopf frei zu kriegen. Es gibt nichts Besseres und danach fühlt man sich immer so frei und entspannt, egal, was für Gedanken vorher noch im Kopf rumgingen 🙂

    Liebste Grüße
    Lena
    https://allaboutlena.wordpress.com/

  • Reply Carolin 18. Juni 2015 at 21:39

    Super schöner Post, wie immer 🙂
    Das Outfit ist klasse und ich finde es toll, dass du auch Beiträge mit Sportoutfits bringst!

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de

  • Reply Jenny 18. Juni 2015 at 21:13

    Sehr schön gewählte Worte und alle Bilder sind echt wunderschön!
    Ich bin auf jeden Fall auch am 30. mit von der Partie.
    Spannend wird die Strecke garantiert, besonders weil sie hinten am Blauen Wunder startet und da kann ich mir konkret echt noch nichts vorstellen.
    Bis dahin! Jenny

  • Reply Stefanie 18. Juni 2015 at 19:24

    Sehr schöner Text, wie immer. Ich kenne das Gefühl, das du beim Laufen beschreibst auch – einfach rennen. Manchmal vor mir weg, manchmal nimm ich mich mit 😉 Und manchmal lauf ich einfach ohne den ganzen Ballast 🙂

    Stefanie
    http://www.thefashionrose.com

  • Reply Anni von Positiviphy 18. Juni 2015 at 19:05

    Dieser Text spricht mir einfach nur aus der Seele grade. Danke!!!!

  • Reply Arina 18. Juni 2015 at 18:02

    Hey,
    Kannst du evtl mal schauen, woran das liegt, dass man bei Bloglovin bei deinem Blofgfeed keine Bilder sehen kann? Man kann nur den Text lesen, nicht mal ein Vorschaubild kommt.
    Lg, Arina

    • Kleinstadtcarrie 18. Juni 2015 at 18:08

      Hey Arina,

      danke für den Hinweis 🙂
      Ich werd dem mal auf den Grund gehen!

      Lieber Gruß <3

  • Reply Marmormaedchen 18. Juni 2015 at 17:54

    Hee du!
    Winderschöne Bilder, die direkt Lust machen, den inneren Schweinehund zu überwinden. Und mal wieder ein ganz, ganz toller Text.
    LG Marmormaedchen
    http://www.marmormaedchen.blogspot.com

  • Reply Selina 18. Juni 2015 at 17:34

    Die Bilder sind so unglaublich toll geworden. Schöner Post wie immer. LG 🙂

  • Reply Luise 18. Juni 2015 at 16:31

    Wenn ich in Dresden wohnen würde, wäre ich bei dem Lauf auf jeden Fall dabei und egal wie viele Kilometer du an dem Tag schaffen wirst. Dabei sein ist auch viel wert, egal wie abgedroschen das jetzt klingen mag.

    Liebste Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

  • Reply Melli 18. Juni 2015 at 16:16

    Huhu,
    bisher war ich eine stille Mitleserin deines Blogs, aber jetzt muss ich doch mal einige Worte loswerden!
    Ich finde, dass du durch deinen Blog unglaublich sympathisch rüberkommst. Normalerweise sage ich sowas nicht so schnell, aber irgendwie habe ich oft beim Lesen deiner Beiträge einfach Lust mit dir einen Kaffee trinken zu gehen oder spazieren zu gehen. Das mag komisch klingen, aber ich finde es wunderbar, wie du es schaffst, ganz alltägliche Dinge, die jeder irgendwann mal oder vielleicht sogar täglich erlebt, in passende Worte zu fassen und damit zu zeigen, dass alles machbar ist und, dass man sich manchmal viel zu viele Gedanken über einiges macht.

    Lange Rede – Kurzer Sinn: Ich bin wirklich begeistert und fasziniert durch dich, habe ich es nun auch nach langem Hin- und Herüberlegen gewagt und einen eigenen Blog eröffnet – und irgendwie bist du eine Art Vorbild für mich.

    Ich hoffe,dass dies für dich nicht aufdringlich klingen mag, es soll einfach nur ein riesen Kompliment sein!
    Danke, dass du uns alle an deinem Leben teilhaben lässt!

    Liebste Grüße, Melli.

  • Reply Nina 18. Juni 2015 at 16:09

    So gestellt alles immer bei dir. Überhaupt nicht authentisch

  • Reply Jenny 18. Juni 2015 at 15:46

    Ein wirklich schöner Text! Ich laufe auch noch nicht so lange und auch noch nicht jede Woche, aber wenn ich sehr gestresst bin, dann laufe ich sehr gern. Denn ich finde es gibt kein schöneres Gefühl, als das nachdem Lauf. Außerdem bekomme ich beim Laufen immer sehr gut meinen Kopf frei.

    Viele Grüße

  • Reply Iris 18. Juni 2015 at 15:23

    Auf den Bildern machst du beim Laufen echt eine super Figur! Würde ich mich beim Laufen fotografieren, würde das definitiv nicht so vorteilhaft ausschauen 😀