Das ist Spaß und Arbeit in einem

/9. Februar 2015/39 Kommentare

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Ein herrlicher Nachmittag im Februar. Die Sonne scheint, es fällt mir leicht aufzustehen. Wir bestellen noch einen zweiten Crêpes und schlendern durch die Straßen auf der anderen Seite der Elbe. Albern ein bisschen herum. Ich bin froh, dass ich dich hab‘.
Klingt nach einem tollen Freundinnen-Tag, oder?
Nicht ganz. Denn wenn man ein bisschen herauszoomt, steht da ein Fotograf und plötzlich sieht mein Lachen irgendwie aufgesetzt aus. Ich kämme mir die Haare, ziehe den Lippenstift nach, meine Füße schmerzen und sind eiskalt.
Es könnte wirklich ein schöner Nachmittag sein. Wochenende. Ist es aber nicht.
Sucht euch doch mal Arbeit, anstatt immer nur gut aussehen zu wollen!„, grummelt ein verbitterter Mann und kehrt uns den Rücken zu. „Das ist Arbeit“, denke ich mir und gebe wieder mein bestes. Ein strahlendes Lächeln in die Kamera.
Ich weiß nicht, wann ich mich das letzt Mal – einfach so – mit meinen Freundinnen getroffen habe. So richtig ausgiebig, meine ich. Während ich im letzten Jahr noch jedes Wochenende durchgetanzt habe, sitze ich bisher nur täglich am Schreibtisch, fahre mit der Bahn von einem Shooting zum nächsten, schreibe E-Mails mit fremden Menschen. Sobald die Semesterferien in greifbare Nähe rücken, alle Präsentationen gehalten und Gruppenarbeiten größtenteils abgeschlossen sind, wittere ich meine Chance und werfe mich in die Arbeit. Dann kann ich Fulltime-Blogger sein. Aber ich muss das noch üben, das „selbstständig sein„. Denn derzeit arbeite ich rund um die Uhr. Um sieben klingelt das Handy, es ist aber kein ausgiebiges Gespräch mit meiner Mama und auch keine Verabredung in Aussicht. Nachts kommen E-Mails von der anderen Seite der Welt. Handy aus. Laptop aus. Manchmal klappt das schon, aber ich muss auch loslassen. Den Kopf abschalten.
Ich ärgere mich, dass ich einen weiteren sonnigen Nachmittag mit Arbeit verbracht habe. Ich ärgere mich, dass ich meine Familie so selten sehe, denn ich habe am Wochenende nicht automatisch frei. Ich ärgere mich und weine, weil ich an einem Samstag Abend zu Hause sitze und Konzepte entwickle. Keine Cocktails trinke, sondern über Steuern grüble.

Es braucht ein paar Taschentücher und aufmunternde Worte, bis ich mich erinnere, bis ich bemerke, dass das hier ein Privileg ist.
Ich möchte selbstständig sein und unabhängig. Ich möchte arbeiten. Erfolg. Anerkannt. Das ist mein Traum.
Und ich habe das Glück, dass ich mit Menschen arbeiten kann, die ich mag. Dass ich  mir aussuchen kann, mit wem ich arbeite. Ich bin (größtenteils) Chef und das ist großartig. Es ist nicht immer einfach, am Ende doch ein Einzelkämpfer zu sein. Aber es ist herrlich, dass ich mich mit den Menschen umgeben kann, die es wert sind.
Ich liebe meinen Job. Ich muss noch lernen, damit umzugehen. Ich muss noch lernen, mich dabei nicht selbst zu vergessen. Aber sobald man sein eigener Arbeitgeber ist, kann man Job und Privates nur schwerlich trennen, wenn überhaupt.  Aber, nichts desto trotz, liebe ich meinen Job. Und auch wenn ich mir damit in meinen jungen Jahren manchmal ziemlich komisch vorkomme, meine Altersgenossen diesen Drang nicht immer nachvollziehen können, so muss ich sagen: Ich habe mir das ausgesucht. Es war mir vielleicht nicht bewusst, wie anstrengend, das Ganze doch werden würde.

Wir haben die Bilder im Kasten. Die Sonne scheint immer noch kräftig und wir entschließen uns kurzerhand noch Falafeln zu essen. Wir drei – ich und meine Freundin und der Fotograf – verstehen uns wunderbar und lachen, auch ohne, dass jemand seine Kamera auf uns hält.  Und am Ende habe ich kaum noch Lippenstift auf den Zähnen, genug Inspiration für einen Blogpost und die Erkenntnis, dass ich den besten Job für mich gefunden habe. Denn es fühl sich – zumindest nicht immer – wie Arbeit an. Und sieht ja von außen scheinbar für einige auch nicht danach aus. Aber das ist Spaß und Arbeit in einem. Kombiniert mit Freunden.

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Mantel – Gina Tricot / Hose, Schuhe – Asos / Oberteil – Zara / Tasche – MCM via Glück&Glanz / Uhr – Marc Jacobs / Schmuck – Madeleine Issing 

Fotos – Tobias Ritz

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39 Kommentare

  • Reply Paula 4. März 2015 at 16:51

    Wirklich ein sehr schönes Outfit!:)

  • Reply Sarah 2. März 2015 at 11:15

    Finde das Outfit wunderschön, besonders Mantel und Oberteil haben es mir angetan. Hast du das Oberteil bei Zara erst neulich gekauft oder hast du es schon länger?
    Die Fotos sind auch super geworden. Finde es schön, dass du so „nahbar“ bist und deine Gedanken mit uns teilst, auch wenn es dir mal nicht so gut geht. Hoffe, dass es dir bald besser geht!
    LG

  • Reply Vanessa 26. Februar 2015 at 19:14

    Mir geht es total ähnlich – Fulltime Blogger ist ein Fulltime Job, wie jeder andere auch. Ärzte, Banker und Rechtsanwälte kennen keine geregelten Arbeitszeiten – Blogger eben auch nicht, wenn man voran kommen will. Die Arbeitswelt macht es einem nicht einfach – jeder ist für seinen eigenen Erfolg zuständig und verantwortlich. Aber mir macht mein Job super viel spaß, auch wenn es teilweise anstrengend und stressig ist. Ich habe gerade 5 Power Fashion Week Tage hinter mir und ich bin fertig. Doch trotzdem war es eine schöne Zeit, man erlebt viel und trifft sehr interessante Menschen. Ich würde nichts dagegen eintauschen.

    Liebe Grüße Vanessa /// http://www.cityfreudeblog.london

  • Reply Manon B 15. Februar 2015 at 09:35

    Very nice look, I love it <3
    Kiss, Manon B
    http://m-drugstore.blogspot.fr

  • Reply Lisa Schnatz 13. Februar 2015 at 19:28

    Ich kann dich und was du sagst absolut verstehen. Trotzdem hoffe ich, dass es bei mir auch eines Tages mal so sein wird!

    Liebe Grüße, Lisa 🙂
    http://www.lisaschnatz.de

  • Reply kleinstadt carrie +++ “das ist spaß und arbeit in einem” | design your blog business 12. Februar 2015 at 09:26

    […] alias Kleinstadtcarrie auf ihrem Blog http://kleinstadtcarrie.net. In ihrem Artikel “Das ist Spaß und Arbeit in einem” lässt sie uns an ihrer Gedankenwelt teilhaben und zeigt, wie es manchmal hinter den […]

  • Reply Gina 11. Februar 2015 at 16:06

    Ein soo schöner Post, Liebes! Der Text und die Bilder sind traumhaft!
    Ich wünsche dir einen wundervollen Tag!
    <3
    http://theshimmeroflife.blogspot.de/

  • Reply L. 10. Februar 2015 at 21:49

    Mal wieder ein wunderschöner Post!
    Ich liebe deine Worte und deine Art zu schreiben einfach, ich hoffe so sehr irgendwann mal ein Buch von dir lesen zu können!
    Bleib so wie du bist, du bist eine so wunderbare Persönlichkeit.
    Liebst, Leonie. <3

    http://leonie-alwaysandforever.blogspot.de/

  • Reply Patrizia 10. Februar 2015 at 20:26

    Toller Post und tolle Bilder! Bei den (nebenbei gesagt schönen!) Sandalen würden meine Füße auch erfrieren ^^ Folge deinem Blog jetzt übrigens 🙂

    http://thesmallnoble.blogspot.de/

  • Reply Julia 10. Februar 2015 at 18:50

    ein wundervoller Post!
    ich bin noch nicht so weit wie du und noch erst ganz am Anfang,
    aber ich will auch diesen Weg gehen. .und auch wenn es eine harte Zeit sein wird. .
    die ist es mir echt wert! 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia von yumilia.com

  • Reply nathalie 10. Februar 2015 at 16:13

    toller post & tolle bilder 🙂
    du sprichst mir aus der seele, mir gehts genauso!
    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

  • Reply Nina 10. Februar 2015 at 15:56

    Wieso trägst du solche Schuhe bei der Kälte? Verstehe echt nicht, dass Blogger sich einfach nicht dem Wetter passend anziehen können. Aber nein, es muss ja für Fotos gut aussehen. Ob man es so tragen kann oder nicht. Finde deinen Blog ehrlich gesagt immer schlechter zurzeit.

  • Reply Alexandra 10. Februar 2015 at 13:42

    Als was arbeitest du denn?

  • Reply Marietta 10. Februar 2015 at 11:58

    Toller Text und wunderschöne Bilder. Ist es bei euch schon so warm, dass du solche Outfits postest? Bei uns sind heute 6 Grad und das Feier ich schon, aber Sandalen wären für mich definitiv bei den Temperaturen noch nichts!
    Viele liebe Grüße

    Marietta
    http://www.theurbanslang.blogspot.com

  • Reply Sarah 10. Februar 2015 at 11:47

    Ich liebe diese Texte, in denen du einfach nur schreibst, was dich momentan beschäftigt.

    Echt ein ganz wundervoller Text!

  • Reply Myri 10. Februar 2015 at 11:18

    Ui, deine Bilder sind richtig richtig cool geworden! Ich liebe deinen Mantel! Und wie immer wahre Worte…

  • Reply Lena 10. Februar 2015 at 11:13

    Rechtschreibfehler und Tippfehler sind ein absolutes No-Go. Fehler habe ich jetzt schon öfter in deinen Texten gesehen. Wenn man schon selbstständig ist und mit dem Bloggen sein Geld verdient, sollte man genau darauf achten, Luise!

  • Reply pipa 10. Februar 2015 at 10:44

    Never forget – man hat immer für das Zeit was einem wirklich wichtig ist!

  • Reply Hanna 10. Februar 2015 at 01:00

    Und wieder einmal so wundervolle Bilder. So ein wunderschönes Lächeln. Und so ein inspirierender Text. Danke, dass du tust was du tust! 🙂

    Liebe Grüße, Hanna von https://hanna0irresolutely.wordpress.com/

  • Reply Fee 10. Februar 2015 at 00:27

    Zauberhafte Bilder! Und wunderschöne, wahre Worte. Ich träume auch davon, mir irgendwann mit meinem kleinen Modeblog mal mehr als ein Taschengeld nebenbei zu verdienen. Aber ich weiß, dass auch das kein Zuckerschlecken ist. Ich mache mir ja schon jetzt soviel Druck, den kein Außenstehender verstehen kann – es ist ja nur ein Hobby. Aber eine Woche nicht posten? Unmöglich, das schlechte Gewissen wäre echt schlimm. Mir hilft es auch, mir immer wieder zu sagen, dass ich es mir selbst ausgesucht habe und was für einen Spaß es macht – zumindest 70% der Zeit 🙂

    Alles Liebe,
    Fee von Floral Fascination

  • Reply Judith 9. Februar 2015 at 22:28

    Richtig schön geschrieben! Und du hast SOO Recht! Man kann sich irgendwie ja schon aussuchen was man tut. Freut mich, dass du das gefunden hast, was dich glücklich machst und so die Inspiration und das Gefühl verbreitest, es dir gleich zu tun. Egal in welchem Arbeitsbereich man auch tätig ist.
    Liebe Grüße 🙂

  • Reply Vicky 9. Februar 2015 at 22:23

    Du bist so inspirierend! Danke, dass du deine Gedanken und Gefühle so teilst. Ich bewundere außerdem deinen Schreibstil und dass du so viel Spaß an deiner Arbeit hast. Mach weiter so!

    Liebe Grüße, Vicky

    http://www.daydreamsandcoconuts.blogspot.com

  • Reply Dilara 9. Februar 2015 at 20:16

    Das ist ein wirklich ganz toller Post. Ich stelle es mir auch nicht einfach vor „Vollzeitbloggerin“ zu sein, vorallem weil die Bloggerwelt ja auch noch von vielen nur belächelt wird. Aber solange du Spaß an deiner Arbeit hast und dabei noch DU bleiben kannst, ist es doch perfekt 🙂

    Liebe Grüße Dilara
    http://www.dilarafeenstaub.wordpress.com

  • Reply Svenja 9. Februar 2015 at 20:04

    Ach du motivierst mich gerade so. Es ist so schön zu lesen das du dich auch manchmal ärgerst und zu Hause sitzt und weinst, eben weil du nicht aus gehen kannst.
    da braucht man wirklich manchmal solche Kommentare, liebe E-Mails und SMS in denen steht:“ Du hast es so gut, du machst das in deiner Freizeit und bist noch erfolgreich damit.“ Manche geben dir eine riesige Anerkennung, andere schütteln den Kopf.
    Aber es ist doch schön das du Freude daran hast und deine Arbeit „Früchte“ trägt, es gibt nichts besseres:)

    Liebe Grüße

  • Reply Vanessa 9. Februar 2015 at 20:01

    Wunderschönes Outfit. Die Bilder sind unglaublich gut!! Mir gefällt wie natürlich und glücklich du wieder auf den Fotos scheinst. Übrigens bin ich immer wieder begeistert von diesen Schuhen so schön filigran. Auch wenn ich glaube, dass sie jetzt etwas kalt sind. Liebst, Vanessa

  • Reply Phia 9. Februar 2015 at 19:33

    Auch die wundervollste Arbeit hat schwere Tage, an denen alles schwerfällt, glaube ich. Keiner von den Außenstehenden kann sehen, wie anstrengend das manchmal sein kann, aber mit deinen Texten in letzter Zeit scheinst du ja in gewisser Weise ein Ventil zu schaffen und nimmst das Ganze sehr bewusst war. Deine Bilder sind dieses Mal wirklich besonders gut geworden, schön wie immer! <3

  • Reply Lotte 9. Februar 2015 at 19:31

    Ach Luise, du sprichst mir immer so aus der Seele. Auch wenn mein Blog noch nicht so groß ist und ich es nicht als Arbeit bezeichnen möchte, weil ich absolut keinen Cent damit verdiene, ist es doch irgendwie zu meinem Job geworden. Aber es ist ein toller Job.
    Du siehst auf diesen Bildern unglaublich elegant und erwachsen aus, das ist irgendwie neu und gefällt mir gut. Du scheinst ein bisschen aus dem kleinen, süßen Mädchen rausgewachsen zu sein und das steht dir fantastisch!
    Du bist ein großes Vorbild für mich, deine Texte sind immer so traumhaft schön und deine Looks auch immer fantastisch. Mach weiter so!

  • Reply Luise 9. Februar 2015 at 18:09

    Ich kann dich so gut verstehen. Wenn man etwas wirklich mag, dann macht man es ganz oder gar nicht.
    Erst gestern stand ich wieder in eisiger Kälte und Wind und habe Outfitbilder gemacht. Andere gehen Kaffee trinken oder ins Kino und ich mache das.

    Du motivierst mich unheimlich, irgendwann auch einmal so weit zu kommen wie du. Du kannst stolz auf dich sein.

    Liebste Grüße aus Berlin in die Stadt meines Herzens Dresden
    Luise von http://www.just-myself.com

  • Reply Liz 9. Februar 2015 at 18:05

    Sehr berührend das zu lesen und es macht mich nachdenklich. Ich glaube, ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, was du für Arbeit auf dich nimmst.
    Aber denk auch an dich und gönn dir auch Auszeiten.

    Liebe Grüße,
    Liz

  • Reply Frank Lin 9. Februar 2015 at 17:19

    Ich kann dich so so gut verstehen!
    Oft, wenn ich in der Kälte Fotos mache während mir sämtliche Gliedmaßen abfrieren und ich mich dann in irgendeiner Toilette wieder finde um das nächste Outfit anzuziehen denke ich mir echt „Was machst du hier eigentlich?. Die Semesterferien verbringe ich fast ausschließlich damit Fotos zu machen und Beiträge vorzubereiten, damit ich in stressigen Phasen irgendeinen Content habe. In den Momenten regt man sich auf und stellt alles in Frage. Aber wie du sagst, man bekommt das irgendwie auch wieder zurück und wir können so froh sein, dass sich Leute tatsächlich dafür interessieren, was wir machen! 🙂
    Die Bilder sind übrigens wahnsinnig schön geworden!

    xx frank

  • Reply Lea Hofer 9. Februar 2015 at 17:06

    Liebe Luise, bitte versteh mich nicht falsch – ich lese deine Texte sehr gern und finde auch die Bilder echt schön. Aber in diesem Text sind (wieder) enorm viele Rechtschreib- bzw. Tippfehler. Liest du deine Texte nicht nochmal, bevor du sie online stellst? Das ist nur ein kleiner Tipp! Liebe Grüße, Lea

  • Reply Barunka Svejkovská 9. Februar 2015 at 17:04

    Die Hose sind wunderschön! Du bist immer so fein und zart und ich mag dieses Gegenteil bei dir 🙂

  • Reply Kati 9. Februar 2015 at 16:33

    Deine Texte sind immer wieder wundervoll geschrieben, das ist unglaublich!
    Auch die Bilder sind sehr schön!

    Liebe Grüße,
    Kati
    lakately.blogspot.de