Jetzt bin ich dran!

/9. Oktober 2014/28 Kommentare

bebe8bebe6

Ich bin ein Angsthase. Das pflege ich jedenfalls zu sagen. Und ich meine, dass ich in meinem Leben noch nie etwas besonders waghalsiges getan habe – oder zählen hier die ersten Partyversuche mit 15? Ich gehe auf Nummer sicher. Lieber viele kleine Schritte, als einen viel zu großen. Dafür sind meine Beine doch viel zu kurz!, habe ich jahrelang gedacht. Habe mich an irgendwas – man nennt es auch Vergangenheit – festgeklammert. Ich habe das bisher immer als vernünftig betitelt. Kam mir damit eigentlich ziemlich erwachsen vor und habe schnell vergessen, wie viel Spaß ich doch früher hatte – als ich so viel mutiger und unbedachter war. Frei. Naiv sein – die Konsequenzen nicht kennen, nicht bedenken – kann manchmal so viel einfacher sein, kann funktionieren. Aber eben auch mächtig daneben gehen. Damals, als ich mit Mama noch unter einem Dach lebte und ich wusste, da passt jemand auf – ich kann gar nicht so tief fallen. Ich bin nur ausgebrochen, weil ich wusste, dass mich jemand beschützt.
Und dann kommt irgendwann der Moment, ab dem man für sich selbst verantwortlich ist. Die Sorgen prasseln ungehindert auf einen hinab. Niemand, auf den man sie abwälzen und einfach weiter tanzen kann. Natürlich sind da noch Menschen, die sich mit einem sorgen, die einem aus der ferne unter die Arme greifen. Aber letzten Endes trägt man selbst die Verantwortung und muss mit den Konsequenzen leben. Und dann wünscht man sich das Hausarrest zurück.

Natürlich kann ich heute nicht mehr einfach machen, was mir in den Sinn kommt. Zu viele Variablen, die es zu beachten gilt und diese riesige Zukunft in weiter Ferne. Weiter Ferne? Sie ist zum greifen nah! Tagtäglich!
Heute morgen bin ich aufgewacht und wusste, dass ich absolut keine Ahnung habe, ob das alles so wird, wie ich mir das wünsche und vorstelle. Ich habe keine Ahnung, ob das die richtige Entscheidung ist, der bessere Weg. Aber ich habe entschieden, dass es mein Weg sein wird. Anders. Nicht mehr nur irgendein Trampelpfad auf dem Campus. Ich will mich wieder ausprobieren, meinen Gedanken freien Lauf lassen, kreativ werden und meine ganze Energie in morgen stecken, in dem ich mein heute einfach lebe und genau in dieser Spontanität meinen Rhythmus finde. Im letzten Jahr war ich einfach zu vernünftig, zu ängstlich, zu vernünftig. Wollte es – wer weiß wem – recht machen und habe dabei mich selbst vergessen. Einfach gemacht, ohne nachzufragen, ohne hinzuhören. Habe gelegentlich gejammert, aber nichts geändert.
Die Kunst ist es mit den Sorgen, mit den Bedenken und Zweifeln, mit den möglichen Konsequenzen zu tanzen, zu jonglieren – das sind kleine Flumis, keine Medizinbälle. Ich wage jetzt etwas. Und wenn das nicht klappt, dann rappel ich mich wieder auf. Ein paar Erfahrungen reicher, ein paar Narben … oder bin eben einfach glücklich und zufrieden.

bebe59540bebe7Fotos mit und von Joana Gröbglinghoff / Lichtpoesie 

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28 Kommentare

  • Reply Lessa 20. Oktober 2014 at 16:34

    Wundertoller Blog! Hab einen schönen Tag. Alles liebe lessa

    • Kleinstadtcarrie 20. Oktober 2014 at 16:57

      Danke, Lessa!
      Und für dich auch einen schönen Tag!

  • Reply Trudy 13. Oktober 2014 at 06:28

    Ich lese Ihr Blog, super schöne Bilder. Nach Ihren eigenen Stil, das ist der richtige Weg in die Zukunft.

  • Reply Nadja 11. Oktober 2014 at 13:08

    Wunderbarer Post! Und super schöne Bilder.. Hab schon bei dem ersten Bild mit dem Sessel gedacht „Die Bilder hat bestimmt Joana gemacht!“ 😀
    Ich finde auch, dass man mit den Jahren viel zu vorsichtig und viel zu vernünftig wird.. als Kind war einem im Grunde alles egal.. man hat einfach das gemacht, worauf man Lust hatte, ist da rumgelaufen, wo es vllt sogar verboten war, aber weil man es wollte, ist man dort gelaufen. Blaue Flecken, Schrammen, dreckige Klamotten, aber unglaublich glücklich und zufrieden – und wie du geschrieben hast, kann man dies auch auf das Heute übertragen, einfach mal machen und wenn es schief geht, einfach von vorne anfangen. Man kann zwar einiges dadurch verlieren, aber viel viel mehr gewinnen! 🙂

  • Reply Lisa 11. Oktober 2014 at 12:40

    Obwohl du einen wirklich schönen Schreibstil, frage ich mich häufig: „fragt sie sich das wirklich, oder schreibt sie es nur, weil es schön klingt?“
    Manchmal wirkt das ganze auf mich ein bisschen aufgesetzt, ein bisschen zu melodramatisch. Zu viele Worte, die das gar nicht mal so unübliche Problem beschreiben und riiiiiiiiesengroß machen.
    Ich weiss einfach nicht, was du eigentlich sagen willst.
    Du wagst doch viel. Fliegst alleine in ferne Länder, auch wenn dein Freund am Flughafen auf dich wartet, traut sich das nicht jedermann zu.
    Bist viel durch den Blog unterwegs, triffst auf fremde Menschen.
    Ich habe manchmal das Gefühl, als weisst du genau was du schreiben musst, um deinen Lesern zu gefallen. Ob das jetzt deine Gedanken sind oder nicht.

  • Reply Laura 11. Oktober 2014 at 11:16

    Ich liebe deine Bilder immer wieder aufs Neue. Und obwohl ich mir normalerweise nie den Text bis zu Ende durchlese – du schaffst es irgendwie! 🙂

    Liebe Grüße
    Laura von wwdancer.de

  • Reply Lailo 11. Oktober 2014 at 06:46

    Ich liebe deinen Blog und deine Texte! Sprechen mich immer wieder aufs neue an und enthalten immer etwas, mit dem ich mich identifizieren kann.. mach weiter so! 🙂 LG

  • Reply nröjb 10. Oktober 2014 at 22:16

    Tja, so ist das manchmal, man tritt auf der Stelle. Privat, beruflich, gedanklich.

    Diese Gedanken auch noch zu teilen, erfordert – so finde ich – auch in der heutigen Welt, eine Menge Mut.
    Vielleicht dient dieser Blog Luise weniger zur Unterhaltung anderer, derer Unterhaltung sie keineswegs verpflichtet ist, als ihrem eigenen Bedürfnis, Gefühle und Gedanken niederzuschreiben.

    Ich finde, nach „more entertainment“ zu schreien, ist hier irgendwie unpassend. Lest doch die „Bild“, wenn ihr stumpfe Unterhaltung wollt, oder wenn ein gewisses Maß an Stillstand in dieser sich rasend schnell bewegenden Welt euch überfordert.

  • Reply Marie 10. Oktober 2014 at 18:17

    Liebe Luisa,

    zunächst ganz allgemein: dein Blog gefällt mir gut. So schön leicht, ohne dabei oberflächlich zu sein. Eben sanft und immer mit einer feinen Priese Tiefgründigkeit. Das gefällt mir ganz wunderbar. Von manchem kann man sich inspirieren lassen. Und bei manchem auch einfach nur schmunzeln. Oder mal ins grübeln verfallen.

    „Frei. Naiv sein – die Konsequenzen nicht kennen, nicht bedenken – kann manchmal so viel einfacher sein, kann funktionieren. Aber eben auch mächtig daneben gehen.“ darüber musste ich z.B.sehr schmunzeln 🙂 wie viel leichter erschien einem das Sein ohne Gedanken an später zu verschenken. Und dann *kawummmss* fiel man halt einmal hin. Man dachte sich „Na und? Das gehört eben dazu.“ und stand wieder auf. Doch vllt.war man auch verletzt.
    Mit der Zeit wird man vorsichtiger, zaghafter, weniger naiv. Ich denke, dass hat ganz oft was mit einem Selbstschutz zu tun. Und mit mehr rationalem denken. Beides vllt.auf Grund vorangegangener Erlebnisse, die einen prägten. Und/oder vllt.auch, weil man bewusster lebt.
    Du erwähnst es ja selbst, mal wieder große Schritte tun… „Die Kunst ist es mit den Sorgen, mit den Bedenken und Zweifeln, mit den möglichen Konsequenzen zu tanzen, zu jonglieren – das sind kleine Flumis, keine Medizinbälle. Ich wage jetzt etwas. Und wenn das nicht klappt, dann rappel ich mich wieder auf. Ein paar Erfahrungen reicher, ein paar Narben … oder bin eben einfach glücklich und zufrieden. “ diese Worte finde ich wirklich richtig richtig schön!

    Und so wünsche ich dir dafür noch ein paar wundervolle sonnige Herbsttage in unserem schönen Dresden! Die dir Kraft und Mut geben, deine scheinbar schon länger in dir reifenden Gedanken umzusetzen 🙂

  • Reply Nilishi 10. Oktober 2014 at 13:47

    Wirklich schöner Text den ich gut nachempfinden kann.
    Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass es auch andere Menschen gibt die sich so viele Gedanken machen zu scheinen wie ich es tue.

    Fühle mich hier immer gut aufgehoben 🙂

  • Reply Henny 10. Oktober 2014 at 09:13

    Gute Gedanken und wunderschöne Bilder!! 🙂

  • Reply Birthe 9. Oktober 2014 at 21:23

    Liebe Luise,
    egal was die vielen Menschen hier meinen und nicht meinen, das ist alles ganz egal. Die Tatsache dass du deine tiefen Gedanken mit uns teilst und wir eben Teil an all dem haben dürfen, ist eine große Verneigung Wert.
    Das sind nach meinem Geschmack die schönsten Fotos von dir in letzter Zeit und ich dachte direkt beim ersten hinsehen an Joana. Als ich sie entdeckt habe, musste ich schmunzeln. Ihr seit großartig!
    Mach weiter so!!

    Fühle dich gedrückt, Birthe

  • Reply Vanessa 9. Oktober 2014 at 18:47

    Ein wirklich sehr schön geschriebener Beitrag liebe Luise! ♥

  • Reply Sarah 9. Oktober 2014 at 18:37

    Super schöner Text!
    Wirklich inspirierend 🙂 passt auch etwas auf meine jetzige Situation, mit dem endlich wieder etwas wagen 🙂

  • Reply hannah 9. Oktober 2014 at 18:29

    Ich habe gerade mein Studium angefangen und du bringst meine Gedanken in den letzten Tagen perfekt auf den Punkt. Ich finde die Art wie du schreibst unglaublich toll & es tut gut zusehen, dass andere Mädels ähnliche Sorgen haben oder hatten wie man selbst. Und vorallem ist es etwas besonderes, dass einen Bloggerin über ihre Gefühle schreibt. Floge deinem Blog schon lange und finde dich wirklich klasse! 🙂
    Mach weiter so !!

  • Reply Franzi 9. Oktober 2014 at 17:00

    Wow, du sprichst mir aus der Seele! Der Text hat mich inspiriert, ich gehe in vielen Dingen auch auf Nummer sicher. Jetzt fühle ich mich voller Tatendrang und versuche dies auch umzusetzen, Dankeschön! 🙂

  • Reply Anni 9. Oktober 2014 at 15:38

    Liebe Luise, ich kann verstehen, dass hier einige verwirrt sind weil sich die Texte ein bisschen ähneln, aber ich finde, dass das extrem ehrlich rüberkommt. Man denkt manchmal einfach ein paar Wochen über das gleiche nach, man braucht manchmal ein bisschen Zeit um den nächsten Schritt zu gehen und irgendwie ist das hier ja alles auch ein bisschen Tagebuch – und wenn es einen selbst grade nicht betrifft dann kann man ja einfach die schönen Bilder ansehen und wenn doch dann liest man es gern und versteht mit jedem wiederholten Gedankengang immer ein bisschen mehr 🙂

    Liebe Grüße von Anni von Positiviphy

  • Reply Johanna 9. Oktober 2014 at 15:24

    Ich kann so manchen Kommentar hier gar nicht nachvollziehen. Keine Frage, du bist ein wunderschönes Mädchen, aber es sind deine Texte, die mich täglich auf deinen Blog leiten, die zum nachdenken anregen und dich von den anderen vielen Bloggern unterscheiden.
    Herzlichst Johanna

  • Reply Lea 9. Oktober 2014 at 14:49

    Tolle Bilder und toll geschrieben !

    http://www.redlipsandblueberries.blogspot.de

  • Reply Lea 9. Oktober 2014 at 14:45

    Hallo Luise, ich finde leider auch, dass du manchmal lieber nichts schreiben solltest, denn der Text steht in keinem Verhältnis zu den wirklich schönen Bildern! Less is more!

    • Kleinstadtcarrie 9. Oktober 2014 at 14:52

      Also ganz aufs Schreiben werde ich nicht verzichten!

    • Tine 10. Oktober 2014 at 14:23

      Wenn dich der Text nicht interessiert, dann schau dir doch nur die Bilder an. Immerhin sind es ihre Gedanken und die kann sie schlecht ändern, nur weil manchen Leuten das langweilig erscheint….sie denkt sich das ja nicht einfach aus, sondern das sind persönliche Gedanken, die sie hier teilt. Außerdem ist es gerade der Text und ihre Art und Weise zu schreiben, was sie von vielen anderen Bloggern unterscheidet und abhebt. Das ist meine Meinung 🙂 Du hast eine wirklich schöne Persönlichkeit, Luise und bist zudem eine große Inspiration für viele Mädels.

  • Reply nathalie 9. Oktober 2014 at 14:38

    du schöne 🙂
    und wie immer toll geschrieben!
    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

  • Reply Caro 9. Oktober 2014 at 14:28

    Ich lese deinen Blog schon wirklich lange und ich finde dich sehr symphatisch. Allerdings muss ich sagen, dass sich meiner Meinung nach deine Texte in den letzten Monaten doch sehr ähneln… Ich hab immer gern gelesen, was du geschrieben hast, aber mittlerweile ist das doch irgendwie fast immer das gleiche..

    • Kleinstadtcarrie 9. Oktober 2014 at 14:32

      Hey Caro,

      eine Sache, die mich auch schon ne Weile bewegt, hast Du da gerade angesprochen – ich schreibe eben über meine Gedanken und momentan – ja, ich bin bisher auf der Stelle getreten und das spiegelt sich auch in meinen Texten wieder. Was ich jetzt aber vorhabe? Weiterlaufen. Dinge in meinem Leben ändern. Mich nicht mehr ausbremsen lassen. Ich hoffe sehr, dass ich dann auch wieder neue Themen finde…

      Liebe Grüße
      Luise

    • Sophie 9. Oktober 2014 at 16:36

      Das habe ich auch gedacht.. Obwohl ich solche Texte doch immer wieder gerne lese 🙂

  • Reply Selina 9. Oktober 2014 at 14:27

    Dein Text hat mich sehr berührt. Ich habe mich an einigen Stellen wieder gefunden und ich muss sagen das du total recht hast.Viel zu viele Menschen, unter anderem auch ich, verändern nichts bzw. versuchen mit sehr kleinen schritten das Ziel, was man schon ewig vor Augen hat, zu erreichen statt einen großen zu machen und viele Erfahrungen zu sammeln. Ob positiv oder negativ außen vor gelassen. Man ist am ende immer schlauer, egal ob mit kleinen oder großen schritten, also warum nicht einfach mal große Schritte wagen.

    Liebe Grüße!

    • Merle 9. Oktober 2014 at 17:43

      Liebe Luise, vielleicht ähneln sich deine Texte wirklich – zustimmen kann ich dem gerade nicht. Aber ich finde das auf keinen Fall schlimm, denn du schreibst doch nie zweimal genau das gleiche, sondern einfach deine Gedanken und manchmal ähneln diese sich natürlich. Bitte hör nicht mit dem Schreiben auf, denn das macht dich und deinen Blog aus! Liebe Grüße, deine Merle