Herbstspaziergang

/16. Oktober 2014/27 Kommentare

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Meine Bräune ist bereits verblasst und auch meine Gelassenheit habe ich irgendwie schon wieder verloren. Seit mehr als zwei Wochen bin ich  schon wieder in Deutschland, im Alltag und rein gar nichts hier – außer meiner Beine, die sind nämlich noch braun, und das tägliche Basteln am Fotoalbum – erinnert mich an das Leben auf der anderen Seite der Welt.
Es wird früher dunkel, im Supermarkt lächeln mich Schokoweihnachtsmänner verschmitzt an und ich muss zu Hause wieder dicke Socken tragen. Der Herbst liebkost uns noch, aber der Winter steht vor der Tür und mit ihm nicht nur das leckere Gebäck, weihnachtliche Heimlichkeiten und kuschelige Filmabende, sondern auch eine Menge Arbeit. Ich will mich nicht beklagen – ich kaufe verdammt gern Weihnachtsgeschenke, schmiede Pläne und setze sie um, schreibe gern bis spät in der Nacht an neuen Blogposts, interessante Seminare an der Uni sind verlockend und mit ganz viel Motivation trete ich bald einen neuen Job an. Aber – ich habe Angst um meine Freizeit, um Zeit für meine Freunde, Familie, für mich.
Die letzten zwei Jahre waren arbeitsintensiv. So viele Treffen mit Freunden haben nicht stattgefunden, Kaffee habe ich zu oft allein getrunken und ich wäre so gern viel öfter durch die Nacht getanzt.
Und gerade dann, als ich das Gefühl habe, mich aus diesem riesigen Wirrwarr, aus dieser endlosen To-Do-Liste heraus zuschaufeln, … merke ich, dass ich das gar nicht kann, gar nicht will. Sobald eine Aufgabe wegfällt, suche ich mir eine neue. Ich arbeite gerne an Dingen, die mir Freunde bereiten. So sehr, dass ich gelegentlich vergesse, dass das überhaupt Arbeit ist. Und genau das ist die Tücke an diesem sagenumwobenen “das Hobby zum Beruf machen” – es fällt schwer zu unterscheiden, zu trennen, abzuschalten. Und ohne das man es merkt, gerät man in ein Hamsterrad – man rennt und rennt und rennt, aber es bewegt sich eigentlich gar nichts mehr, man hat zwar das Gefühl, dass Leben würde an einem vorbei rasen, aber das ist eine Illusion. Und dann muss man aussteigen, das große Ganze betrachten und sich selbst und seine Lieben. Und dann versteht man vielleicht – ich kann es nur hoffen -, dass man die ganze Zeit auf der Stelle trat und hat neue Ideen. Plötzlich erzeugt man dann mit der Bewegung elektrische Energie. Arbeitet Hand in Hand und nicht mehr nur allein.
Wir müssen aussteigen, ausschalten. Ein Herbstspaziergang. Ohne Fotos! Kein Tweet! Einfach so. Für dich selbst. Und dann kommt die Erkenntnis. Und die Inspiration.

Also nehme ich mir hier und jetzt offiziell vor, dass ich mir Zeit nehme. Dass ich mich so organisiere, dass Zeit bleibt. Und das ich auch den Mut haben werde, Aufgaben zu streichen, wenn sie mir über den Kopf wachsen.

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Mantel – Dorothy Perkins
Bluse – H&M (ähnlich hier)
Hose – H&M (ähnlich hier)
Schuhe – Forever21 (oder zB hier)
Tasche  – Forever21
Schmuck – H&M
Uhr – Michael Kors

Fotos – Frederic Bloch 

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27 Kommentare

  • Reply Kathrin 19. Oktober 2014 at 21:00

    sehr schönes outfit, tolle bilder und super text :D

    liebe grüße, kathrin

    sailarace.blogspot.com

  • Reply urban.fashion.diary 18. Oktober 2014 at 17:58

    der mantel sieht richtig kuschelig-gemütlich aus! perfekt für so einen herbsttag! und nebenbei ist er nicht nur zum reinkuscheln, sondern sieht auch noch richtig gut aus!

    http://urbanfashiondiary.wordpress.com

  • Reply MATRJOSCHKA 18. Oktober 2014 at 15:04

    Sehr schöne Gedanken! Dein Sommer, Sonne und Fernweh kann ich gut nachvollziehen. Deswegen versuche ich den Herbst so gut wie möglich auszuleben :) Bevor der böse, kalte Winter kommt und die Straßen voller Matsch sind und die Wintergrippe an der Tür klopft. Und auch das Gefühl des “vollen Terminkalenders und der Endlos-To-Do-Lost” kommt mir bekannt vor. Der Herbst macht eben nachdenklich und ich nehme mir auch schon länger vor aus diesem Hamsterrad auszusteigen. Hoffentlich klappt das nun auch!

    Das Outfit gefällt mir natürlich auch sehr gut! Natürlich ist auch mein persönliches Highlight der Mantel.

    Viele Grüße und Vorfreude auf weitere Herbstposts!

    Nastii

    mtrjschk.blogspot.de

  • Reply BLONDIELUXE BELL 17. Oktober 2014 at 23:58

    Schön geschrieben, lese deine Texte so gerne

    http://www.blondieluxe.blogspot.de

  • Reply Lea 17. Oktober 2014 at 18:10

    Sehr schöne Bilder :)

    http://www.redlipsandblueberries.blogspot.de

  • Reply Mareike 17. Oktober 2014 at 12:21

    Oh ich hoffe so, dass dir das gelingt. Du Zeit zum Abschalten findest und getrost auch Nein zu Aufgaben und Dingen sagst, einfach um etwas Zeit in deinem Kalender zu finden….

  • Reply Yvonne 17. Oktober 2014 at 11:51

    Sich diese Zeit zu nehmen, ist unglaublich wichtig – eine Auszeit. Offline. Für sich.
    Aber dass du noch offene Schuhe tragen kannst, ich habe hier schon meine Timberland Boots ausgepackt, so eklig und kalt ist es schon.
    Genieße den Herbst!
    alles Liebe,
    Yvonne

  • Reply Victoria 17. Oktober 2014 at 10:48

    Ich finde, es sieht jedes Mal total merkwürdig aus, wenn man im Herbst zu so einem hübschen Mantel offene Schuhe trägt! :D Hab ich jetzt schon auf mehreren Blogs gesehen… irritiert mich immer total!
    Aber siehst trotzdem wie immer super aus! :-*

  • Reply Jessi 16. Oktober 2014 at 22:05

    Hey:) mit welchen Produkten färbst du deine Haare?:) lg

    • Kleinstadtcarrie 16. Oktober 2014 at 22:16

      mit gar keinen – das ist meine Naturhaarfarbe! :-)

  • Reply Carolin 16. Oktober 2014 at 21:16

    Toller Text! Ich finde du bringst das genau auf den Punkt.

    Dein Outfit ist übrigens auch sehr schön :)

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de/

  • Reply Majka 16. Oktober 2014 at 20:05

    deine Fotos machen wirklich Lust auf Herbst. Man muss sich im Alltag Zeit für sich nehmen und einfach mal nichts tun.

    ♥♥♥
    lg,
    Majka von
    MajkasWelt

  • Reply Verena 16. Oktober 2014 at 18:41

    Wunderschön – du, der Text, das Outfit, einfach traumhaft!
    Ich kenne das Gefühl, das du beschreibst, sehr gut! Manchmal verliert man sich selbst in seinen Aufgaben. Darum ist es umso wichtiger, einfach mal “Stop!” zu sagen und runterzufahren. Das klappt jetzt im Herbst zum Glück viel besser als im Sommer, denn Tee und ein gutes Buch bringen mich am besten zur Ruhe :)

    Übrigens: Hättest du nicht Lust, mal wieder ein Bücher-Post zu machen? Ich habe auf deinem Twitter-Account gesehen, dass du ein Foto von mehreren Büchern gepostet hast, und die Bücher, die du bisher hier auf dem Blog vorgestellt bzw empfohlen hast, fand ich alle durchweg super und würde mich über mehr Empfehlungen freuen ;)

    • Kleinstadtcarrie 16. Oktober 2014 at 19:35

      Hey Verena,

      danke für dein Feedback!
      & ein neuer Bücherpost – das stimmt – ist schon längst überfällig. Ich nehm’s mir vor!

      Liebe Grüße
      Luise

    • Sophie 16. Oktober 2014 at 19:43

      da muss ich verena mal zustimmen :)
      ein buchpost- das würde mich auch freuen, denn was gibt es im herbst schöneres.
      hat dir übrigens “die einsamkeit der primzahlen” gefallen?
      du hast damals nach empfehlungen gefragt, und ich meine du hättest es dir daraufhin auch angeschaut ? :)
      ist aber sicherlich ein etwas gewöhnungsbedürftiges buch.
      aber ich liebe es so sehr.

    • Verena 17. Oktober 2014 at 18:33

      Hihi, “Die Einsamkeit der Primzahlen” habe ich auch auf die Empfehlung in den Kommentaren hin gelesen :)

    • Kleinstadtcarrie 17. Oktober 2014 at 23:45

      ich auuuch :-)

  • Reply Fashion Rookie 16. Oktober 2014 at 18:02

    Du kannst so gut schreiben, da beneide ich dich richtig drum.
    Ich habe auch gerne etwas zu tun, obwohl ich es manchmal auch einfach nur genieße einen ganzen Tag lang nichts zu tun.

    xx Julia

    http://followthefashionrookie.blogspot.de/

  • Reply Yasmin 16. Oktober 2014 at 17:27

    Ein sehr schöner Post, Luise! Sowohl was Text als auch die wunderschöne Fotostimmung angeht (großes Lob an deinen Fotografen, der die schönsten Bilder von dir zaubert!). Dein Text und die Reflexion deines Verhaltens regt wieder einmal zum Nachdenken an und doch finde ich es erschreckend, was du schreibst. Ich denke, wir finden uns alle darin ein Stück weit wieder – mal mehr oder weniger im Leben. Was ich aber so erschreckend finde, ist die Tatsache, dass es uns mittlerweile schon im jungen Alter so geht. Du bist 20 und eigentlich viel zu jung, um dich wie im Hamsterrad zu fühlen und einfach nur zu funktionieren. Gerade in unserem jungen Alter sollten wir doch in der Lage sein, alles auszuprobieren und nebenbei die Augen ganz groß offen zu halten, die Arme auszustrecken und jeden kleinsten Moment bewusst wahrzunehmen bevor es zu spät wird. Eine Auszeit in Form von Spaziergängen klingt jedenfalls toll. Sich zu sortieren, um herauszufinden, was man möchte und in welche Arbeit man 100% seiner Kräfte und Leidenschaft steckt, ist eine gute Idee. Dann kann es auch mit Vollgas weitergehen. Ich bin auch gespannt, was das für dich direkt bedeutet, da du in den letzten beiden Posts ja ein wenig angedeutet hast, dass sich etwas ändern wird :)
    Liebste Grüße nach Dresden <3
    Yasmin

  • Reply Luise 16. Oktober 2014 at 16:54

    Das ist einer der schönsten Blogpost, dir ich bis jetzt gelesen habe – so ehrlich und doch inspirierend. Ich mag deine Texte sehr gerne, aber dieser hat mich besonders berührt – vielleicht weil es mir ganz ähnlich geht wie dir. Es ist wichtig sich Zeit für sich, seine Freunde und Familie zu nehmen und ich weiß leider wie schwer dies manchmal ist, wenn man doch so viele andere Dinge im Kopf hat…
    Lasst uns alle ein bisschen mehr auf uns achten, auch wenn es nur ein paar Minuten mehr am Tag sind.

    Liebste Grüße
    Luise von http://www.just-myself.com

  • Reply Anna 16. Oktober 2014 at 14:53

    Du sprichst mir aus der Seele… Wenn ich meinen neuen Uni-Stundenplan sehe, bekomme ich wahnsinnige Angst vor dem ganzen Stress und ich sehe mich die nächsten drei Monate nur arbeiten und Hausaufgaben machen. Ich hoffe sehr, dass alles weniger schlimm wird, als befürchtet. Hoffe ich für dich auch :)

    Liebste Grüße
    Anna

  • Reply nathalie 16. Oktober 2014 at 13:02

    super schön, wie immer luise <3

    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

  • Reply Janice 16. Oktober 2014 at 12:18

    Wunderbarer Post. Wundervoller Text! :)
    Natürlich muss die Arbeit gemacht werden. Aber es heißt ja: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
    Das Vergnügen darf man nämlich auch nicht vergessen.
    Mal ein schönes Schaumbad, mal der Herbstsparziergang.
    Und ich liebe diesen Mantel, der sieht so schön weich aus :)

    Liebste Grüße,
    Janice von http://addicted-to-fashion-and-beauty.blogspot.de/

  • Reply Jassy 16. Oktober 2014 at 11:48

    Ein wirklich toller Text von Dir, wie immer.
    Und du hast vollkommen Recht, man muss viel öftes mal zurück schalten und an sich selbst denken!

    LG, Jassy

    http://jassys-blog.blogspot.de

  • Reply Kim 16. Oktober 2014 at 11:23

    Sehr schöner Post Luise,
    ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst, zu oft habe auch ich das Gefühl einfach nur zu funktionieren, ohne überhaupt auch mal auf sich zu achten, auf Hobbys oder Freunde.
    Aber es ist nun einmal nicht leicht die To- Do Liste beiseite zu legen, und mal einen Punkt nicht abzuarbeiten.
    Allerdings haben deine Worte mich dazu inspiriert vielleicht doch einmal über meinen eigenen Schatten zu springen :)
    Liebe Grüße, Kim

  • Reply Rena 16. Oktober 2014 at 11:12

    Wieder schön und sehr bewusst geschrieben! Ich denke, dass ein Leben oft viel lebendiger und in der Summe auch erfüllter ist, wenn man so intensiv und viel arbeitet wie Du. Denn ich habe es erlebt, dass ich aus vermeintlichen “Zertreuungen” wesentlich weniger zufrieden und beflügelt herausgegangen bin, als wenn ich mit Leidenschaft und Engagement an einer Sache gearbeitet habe. Dennoch ist die Balance zwischen Arbeit und Muße auch unabdingbar, und ich bin überzeugt davon, dass Du auch diese – genauso wie die anderen Dinge die Du Dir vorgenommen hast – bestens hinbekommen wirst.

    Liebe Grüße, Rena

    http://www.dressedwithsoul.com

  • Reply Janine 16. Oktober 2014 at 11:11

    Sehr schön geschrieben! Ich finde es toll wenn man sein Hobby zum Beruf macht und seiner Leidenschaft nachgeht. Mir tuen kleine Meditationen am Abend gut, damit ich über alles reflektieren kann.
    Großes Kompliment auch an den Fotografen, das Licht auf den Bildern sieht bezaubernd aus!

    joliejanine.blogspot.com