Aber heute ist mir etwas aufgefallen.

/27. Oktober 2014/23 Kommentare

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“Wie motivierst Du Dich an schlechten Tagen selbst?” – Das war die Frage. Meine Antwort: “Grad an solchen Tagen, an denen es regnet, es mir nicht gut geht –  sag ich mir – auch wenn’s scheiße läuft – nutz’ den Tag, mach’ was, arbeite, bereite etwas für die Uni vor! Dann hast du an einem anderen Tag, an dem es dir besser geht, du etwas mit Freunden machen willst, hast Du dann Zeit genau dafür, weil die Pflichten, weil alles andere Wichtige bereits erfüllt sind.”
Ich erinnere mich zurück an die Zeit, als ich ungefähr 15, vielleicht 16 Jahre alt war. Als das hier – KleinstadtCarrie.net angefangen hat. Eine Zeit, in der ich, zwar nicht nur, aber viel zu viele oberflächliche Freundschaften hatte, oft verletzt wurde und ganz viel traurig war. Ich blättere durch meine alten Tagebücher und sehe ein junges Mädchen, was mit so vielen Dingen unzufrieden war und so oft allein. Ich fühlte mich ausgeschlossen. Wenn wir uns nicht gerade auf irgendeiner Party tümmelten, auf der wir eigentlich gar nicht sein durften, und jeden kannten, saß ich zu Hause und träumte von besseren Tagen. Mich überkommt so viel Traurigkeit, wenn ich daran zurück denke. Wenn ich mich erinnere, wie enttäuscht ich war, dass tagsüber irgendwie niemand für mich Zeit hatte, keiner Lust hatte. Ich nicht eingeladen war. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Auch heute noch verändert sich meine Stimmung in nur wenigen Sekunden vom einen Extrem in das Andere. Aber damals wusste ich damit noch nicht umzugehen.
So habe ich es zumindest bisher gesehen.

Aber heute ist mir etwas aufgefallen. Die Antwort auf die Frage wusste ich schon vor fünf Jahren. Auch wenn ich es wohl noch nicht so ausdrücken konnte, ich habe es einfach gemacht. Ich habe etwas begonnen, etwas aus dem Nichts geschaffen. Am Anfang war es einfach nur eine Beschäftigung für mich, ein Zeitvertreib. Ich habe mir meine Mama geschnappt – wenn wieder mal herrlich die Sonne schien, aber keiner Zeit hatte ins Freibad zu gehen – und wir sind durch die Felder gezogen, haben Fotos gemacht, sind uns wieder ein Stück näher gekommen. Nachts hatten die Freundinnen Zeit und wir saßen mit Zigaretten vor dem Club, lachten und kannten jeden. Am nächsten Nachmittag saß ich allein auf dem Balkon und habe meine Gedanken aufs Papier gebracht, sie mit euch geteilt. Ich habe das schon erwähnt mit dem einen und dem anderen Extrem, oder?

Jedenfalls zahlt es sich heute aus, genau das. Dass ich mich damals nicht in meinem Zimmer eingeschlossen, in mein Bett verdrückt habe. Sondern dass ich mir Etwas gesucht habe, was ich ganz nach meinen Vorstellungen kreieren kann. Ich konnte meine überschüssige Energie da rein stecken und meine negativen Gedanken beiseite schieben. Ich bin so froh, so dankbar, dass ich es damals genau so gemacht habe … vor allem da ich nie geahnt hätte, wie sehr das alles zu mir zurück kommen wird.

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Pullover – TKMaxx / Jacke – REISS / Rock – Zara / Schuhe – Choies / Tasche – Dorothy Perkins / Kette – Accessorize
Fotos – Frederic Bloch

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23 Kommentare

  • Reply Ilo 7. Dezember 2014 at 17:44

    Eigentlich schreibe ich nicht gern Kommentare, aber ich wollte dir mal sagen, dass mich dieser Post echt motiviert hat! Danke und mach weiter so! :)

  • Reply Micha 31. Oktober 2014 at 11:44

    Echt schön zu sehen, wie du diese augenscheinlich negative Situation so toll für dich nutzen konntest. :)

    Dieses Mindset “etwas aus dem Nichts zu erschaffen” liegt glaube ich in jedem von uns. Die Frage ist nur, in wie weit wir uns darauf einlassen und es überhaupt versuchen. Mit deinem Blog und dem Artikel hier zeigst du der Welt, dass etwas wunderschönes aus diesem Versuch entstehen kann und dafür möchte ich dir danken. :)

    Liebe Grüße
    Micha

  • Reply Irina 31. Oktober 2014 at 01:35

    So ein toller Text ! Der regt einen so zum nachdenken an und motiviert mich gleichzeitig auch, immer an den Dingen dran zu bleiben, auch wenn sie nicht so funktionieren wie sie sollen.
    Ein schönes Outfit hast du da außerdem, Liebes!

  • Reply Mareike Sophie 29. Oktober 2014 at 22:06

    Mal wieder wunderschöne Bilder! Es ist wirklich am besten sich eine andere Beschäftigung oder Ablenkung zu suchen wenn es einem nicht gut geht. Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht und es ist ebenfalls etwas positives bei heraus gekommen. Auch wenn es manchmal leichter ist sich in seinem Bett zu verkriechen, kann ich das nur jedem empfehlen! :)

    Liebste Grüße. MS
    http://wthpassion.blogspot.de

  • Reply Kirsti 29. Oktober 2014 at 14:17

    Liebe Luise,

    seit ca. 2 Jahren lese ich nun schon deinen Blog und wollte dir einfach mal sagen, wie schön ich ihn finde! Damals war ich schon sehr von deinen Bildern und Texten begeistert, aber seit dem neuen Layout hast du mich nur noch umgehauen. Es macht irgendwie total Spaß, deine Entwicklung rückblickend zu beobachten und deine Fortschritte zu sehen.
    Vorallem die professionellen Bilder gefallen mir und deine Outfits insperieren mich. Du schaffst es irgendwie, aus einem ganz normalen Outfit etwas Besonderes zu zaubern.
    Du kannst echt stolz auf dich sein!
    Mach’ weiter so :)

    Liebe Grüße,
    Kirsti :)

  • Reply World Of Inspiration # 11 | So This Is What? 29. Oktober 2014 at 10:35

    […] to time. So let’s push away that cloud. Le’t shine. What inspired me to write this, was THIS post from Luise. Her writing is […]

  • Reply Juliane 29. Oktober 2014 at 01:18

    Wow das hast du wieder einmal so berührend und schön geschrieben liebe Luise. Ich fühle jedes Mal, bei jedem einzelnen Wort und Satz mit dir. Du schaffst es echt immer wieder auf’s Neue mich mitzureißen und in deine Gedankenwelt zu ziehen. :*

    Alles Liebe
    Ich wünsche dir eine gute Nacht

    ♡ ♡ ♡
    Juliane

  • Reply Fashionqueens Diary 28. Oktober 2014 at 21:23

    Schöner Text, aber du hast absolut Recht. Gerade wenn man einen solchen Tag hat, sollte man dennoch den Kopf nicht hängen lassen und sich motivieren etwas zu tun..und dann kann aus einem schlechten Tag ein verdammt guter Tag werden :-)

  • Reply Danny 28. Oktober 2014 at 10:05

    Toller Text. Beim Lesen dachte ich: Das tut mir Leid, dass du so oft einsam warst früher. Aber du hast das Beste draus gemacht und das gefällt mir!

    “Grad an solchen Tagen, an denen es regnet, es mir nicht gut geht – sag ich mir – auch wenn’s scheiße läuft – nutz’ den Tag, mach’ was, arbeite, bereite etwas für die Uni vor! Dann hast du an einem anderen Tag, an dem es dir besser geht, du etwas mit Freunden machen willst, hast Du dann Zeit genau dafür, weil die Pflichten, weil alles andere Wichtige bereits erfüllt sind.”
    So habe ich das noch nie gesehen aber ja, hört sich ziemlich logisch an! Danke für das Augenöffnen ;)

    Liebe Grüße,
    Danny

  • Reply Svenja 28. Oktober 2014 at 10:03

    Dieser Text hat mir geradr unglaublich viel Mut gemacht. Ich bin jetzt selbst erst 15 und deine Worte haben mir Hoffnung gemacht,weil es bei mir fast genau so ist,wie bei dir damals und ich auch mein Bestes gebe, um etwas Gutes daraus zu machen. Ich habe zwar nicht vor,einen Blog zu machen,auch wenn ich es gern würde,aber ich glaube nicht,dass irgendwen mein Leben interessiert – dein Leben und deine Gedanken scheint/schien deutlich spannender,auch damals.
    Liebe Grüße und danke für diese Worte
    Svenja

  • Reply Carolin 28. Oktober 2014 at 01:29

    Wunderschöner Text!
    Ich kenne diese Stimmungsschwankungen nur zu gut…ich war fast die kompletten Semesterferien krank und konnte nichts machen: nicht wegfahre, nicht arbeiten, kaum etwas mit Freunden unternehmen.
    Da hatte ich auch irgendwann zu viel überschüssige Energie, war mit allem unzufrieden und habe mich einfach nicht mehr wohl gefühlt.
    Jetzt wo wieder alle ein wenig besser ist und das Semester wieder angefangen hat, versuche ich wieder aus dem Stimmungstief herauszukommen. Das gelingt mir aber leider nicht immer :D
    Ich habe jetzt auch nach langem hin und her wieder mein Blogprojekt begonnen und es macht mir wirklich total Spaß :)

    Liebe Grüße

    http://nilooorac.blogspot.de/

  • Reply MATRJOSCHKA 27. Oktober 2014 at 23:04

    Wahre Worte. Ich glaube ich bin da ähnlich. Allerdings habe ich in letzter Zeit wirklich ein wenig übertrieben mit meinen To-Do.Listen und den ganzen Sachen. Sich motivieren und Dinge erledigen ist eine Sache, aber man sollte sich (wie du richtig sagst) auch einmal Zeit für sich und seine Freunde nehmen. :) Ich glaube ich sollte mal ein bisschen in deinem Archiv kramen! Ein wenig deine alten Posts durchforsten.

    Grüße

    mtrjschk.blogspot.de

  • Reply Cyra 27. Oktober 2014 at 20:23

    Atemberaubender Text , tolle Fotos & ein wunderschönes Outfit !
    Liebste Grüße:)

    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

  • Reply Lea 27. Oktober 2014 at 19:07

    Toller Blogpost :)

    Liebste Grüße,
    http://www.redlipsandblueberries.blogspot.de

  • Reply Manon 27. Oktober 2014 at 15:35

    Ich kann deine Gefühle vor Jahren sehr gut nachempfinden. Wobei das mit der Oberflächlichkeit erst sehr spät kam. Ich hatte sehr viel Spaß, da und da Freunde, hatte mehrere Freundeskreise und bin so viel durch Deutschland deswegen getourt. So viele Menschen kennengelernt. Als ich dann weg vom Fenster war, realisierte ich erst so wirklich, was damals abgelaufen ist. Hat mich ziemlich fertiggemacht, muss ich sagen. Aber ich kann so nur sagen, dass ich dankbar für diese Erfahrung bin und ich so nicht sein will, auch wenn es viele Tränen vergossen hat.

    Danke für den Post, es erinnert auch mich noch mal an meine Vergangenheit und wie ich es geschafft habe da rauszukommen. Ich habe genauso wie du mit 16 angefangen meine Gedanken online niederzuschreiben und was daraus entstanden ist, ist auch fabelhaft (: Möchte es schon gar nicht mehr ohne.

    Liebe Grüße

  • Reply Julia 27. Oktober 2014 at 13:41

    Hey :)
    ich verfolge deinen Blog schon länger, aber was mcih echt mal interessieren würde: wussten diene Freunde etc. von dem Blog ? Hast du deine Bilder und Identität veröffentlicht oder nciht ?
    Würde mich sehr fruene, wenn du mir antwortest :)

    • Kleinstadtcarrie 27. Oktober 2014 at 17:55

      Hallo Julia,

      also ich habe darum jedenfalls nie ein Geheimnis gemacht und habe es meinen Freunden auch erzählt, dass ich mit dem Bloggen angefangen habe – so habe ich es jedenfalls in Erinnerung. Ich spiele eigentlich immer mit offenen Karten :-)

      Liebe Grüße
      Luise

  • Reply Marietta 27. Oktober 2014 at 13:29

    Schöner Text!! Ich kenne das alles zu gut. Irgendwie haben sich auch viele “Freundschaften” nach dem Abi verlaufen, gerade weil viele meiner damaligen Freunde weggezogen sind. Mit meinen damals besten Freunden habe ich aber immer noch Kontakt und ich weiß Gott sei Dank immer, wen ich anrufen kann, wenn es mir mal schlecht geht.
    Gerade diese Freundschaften, die nicht halten, gehen zu lassen ist mir schwer gefallen, aber im Endeffekt weiß ich, dass es keinen Unterschied macht wie sehr man sich Mühe gibt, Kontakt zu halten. Wenn die Kontaktaufnahme immer nur von einer Seite her kommt muss man irgendwann los lassen und die Freundin, mit der man so viel erlebt hat, gehen lassen.
    Viele Grüße und danke für deine Gedanken :)
    Marietta
    http://www.theurbanslang.blogspot.de

  • Reply Michaela 27. Oktober 2014 at 13:08

    Ich finde mich in Deinen Texten immer so gut wieder. All das was Du schreibst hört sich so nach mir selbst an. Der Vorteil an der Sache für mich ist bloß, dass Du im Gegensatz zu mir schon die Erfahrung gemacht hast, was nach dem “Ganzen” passiert. Darum bin ich Dir wirklich dankbar dafür, dass Du Dein Wissen mit uns teilst. Hoffentlich lohnt es sich für mich auch.
    Ganz liebe Grüße <3

  • Reply Ani 27. Oktober 2014 at 12:50

    Wow, das ist toll geschrieben… und eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.
    Diese Zeit ist doch sehr kostbar, in der man mal nicht mit -wie du es auch sagst- oberflächlichen Bekanntschaften um die Häuser gezogen ist…. Sondern sich auf sich selbst konzentrieren musste. Und z.B. dafür mehr Zeit mit seiner Mum verbracht hat… Früher hat man sich ausgeschlossen gefühlt, wenn man mal zuhause saß, heute denke ich: das war die wirkliche Quality Time… Denn früher überall dabei zu sein, hat einen irgendwie nicht zu dem gemacht, was man heute ist! Aber im Teenageralter schätzt man die Dinge eben noch anders ein :)
    Ich freue mich jedenfalls für dich, dass dadurch dein toller Blog entstanden ist und wünsche dir auch weiterhin alles Gute und, dass wir noch ganz viel von dir zu lesen und sehen bekommen :)

    LG
    Ani
    http://www.ani-hearts.blogspot.com

  • Reply Ronja 27. Oktober 2014 at 12:28

    Die Art wie du deine Texte schreibst ist einfach wunderbar! Mit nur einem Satz bin ich immer schon direkt drin in deiner Geschichte… male mir die Bilder dazu aus, fühle mit. Herrlich! Vor allem an einem grauen Montag : )
    xoxo, Ronja
    http://www.sothisiswhat.com

    • Kleinstadtcarrie 27. Oktober 2014 at 17:57

      Hallo Ronja,

      ich freue mich so sehr, dass Dir meine Texte so gut gefallen und ich Dir den Montag ein bisschen versüßen konnte. Ich hoffe, dass du einen schönen Tag hattest!

      Alles Liebe,
      Luise

  • Reply katiy 27. Oktober 2014 at 11:10

    du schreibst so gut, ich werde jedes mal mitgerissen:) Die geschichte hätte ich gar nicht hinter deiner person erwartet, wo du so symphatisch scheinst, es freut mich, dass sich alles so zum guten gewand hat :)
    ich wünsch dir eine schöne woche, liebst katiy♥