Autos, Häuser & teure Uhren – Wieso Statussymbole?

/18. August 2014/35 Kommentare

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Ich liebe Mode. Und ich trage auch gerne ein paar schicke Designerteile. Meine weiße Michael Kors gehört zu meinen treusten Begleitern, aber als ich neulich in der S-Bahn saß und der Herr gegenüber lauthals “Aaaah, so eine teure Tasche von diesem Michael Kors” von sich gab, wäre ich am liebsten im Boden versunken. Was wollte dieser Mann damit bezwecken? Wollte er mir einfach ein Kompliment machen, mir den Tag versüßen oder habe ich wirklich richtig gehört, dass da Spott in seiner Stimme lag.  Und dann kam ich nicht umhin, über Statussymbole nachzudenken und was sie bewirken.

Ich bin Student und habe ein Auto. Das klingt im ersten Moment vielleicht übertrieben und verwöhnt. Aber – Baujahr 1994. Keine Servolenkung, was ich besonders während des Einparkens immer und immer wieder betone, die Tankanzeige ist defekt, sodass ich stets nach Kilometern abrechne und die Motorhaube gleicht dem Fell eines Dalmatiners, weil das blöde Nachbarskind mal Steine drauf geworfen hat und der Lack jetzt abblättert. Autos interessieren mich also wirklich nicht – ich bleibe davon unbeeindruckt. Und ich merke, dass auch andere Dinge – wie große Häuser, penible Vorgärten … mich unberührt lassen. Das liegt wohl einerseits daran, dass ich so nicht aufgewachsen bin, andererseits aber auch daran, dass ich danach nicht strebe.
Wie drücke ich mich aus? Wie zeige ich, was ich will? Wir laufen eben nicht mit ausgesteckten Ellenbogen und entschlossenem Blick durchs Leben, weil wir etwas erreichen wollen, zielstrebig sind. Wir tragen keinen Heiligenschein über dem Kopf, weil es unser Ziel ist, Gutes zu tun, Menschen zu helfen. Wir wollen aber unseren  Reichtum – egal ob finanziell oder geistig – trotzdem nach außen tragen. Also trage meinem Burberry Schal und sitze in einem Auto, dass weniger wert zu sein scheint als mein Outfit.
Und genau dafür gibt es Statussymbole. Wikipedia sagt: “Als Statussymbol oder Statusobjekt wird ein Objekt bezeichnet, das den gesellschaftlichen Stand oder sozialen Status eines Besitzers oder Trägers zum Ausdruck bringt oder zum Ausdruck bringen soll.” – Wir müssen doch irgendwie ausdrücken, was uns bewegt, was wir erreicht haben, wonach wir streben. Wir müssen uns vielleicht auch gelegentlich selbst daran erinnern und ich meine, dass materielles Gut dafür gar nicht ungeeignet ist. Diesen Schal habe ich mir von meinem ersten selbstverdienten Geld gekauft. Sie arbeitet schon so lange, so hart an diesem Titel. Und mit dieser Kette wollte er mir zeigen, was ich ihm wert bin. Sie tragen Achselshirts um zu sagen: “Schaut mal her, das harte Training lohnt sich!”
Das Problem ist nur, dass es zu viel Missgunst gibt. “Wie die immer mit ihrer Louis Vuitton Tasche herumwedelt und sie so eingebildet in der Armbeuge trägt. Geht gar nicht!”, “So ein dicker Mercedes? Kann eigentlich nur irgendein Schnösel drin sitzen!” – und ganz plötzlich bewirkt das Statussymbol Gegenteiliges – man wird verurteilt und nicht das geschätzt, was man erreicht hat, was man zeigen will, wofür man sich Anerkennung erhofft und verdient hat.
Ich will so nicht mehr sein. Lange Zeit habe ich nicht verstanden, wie man so viel Geld in ein Auto investieren kann, konnte nicht nachvollziehen, wieso es das Ziel mancher Menschen ist, einen stinknormalen Bürojob, ein hübsches Haus zu haben, sodass jeder Tag exakt gleich ablaufen kann. Mir war nie klar, wieso manch einer barfuß durch die Fußgängerzone spaziert oder die Frau da drüben, mit den High Heels, ihrem kleinen Hund ein Schleifchen aufsetzt.
Ich möchte mich darüber freuen und schlendere weiter fröhlich durch die Fußgängerzone – meine Versace Handtasche über die Schulter geschwungen.

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Wo ich das Schmuckstück herhabe und wieso ich darauf so stolz bin? Bei wardow.com durfte ich mir vor einiger Zeit etwas aussuchen und mein Herz hat direkt höher geschlagen, als ich das breite Angebot an Produkten entdeckt habe. Immer und immer wieder habe ich mich umentschieden, aber letzen Endes dann zu diesem schwarzen Modell gegriffen – klassisch und chic. Ich persönliche ging eine lange Zeit nur sehr ungern in teurere Boutiquen oder gar Designer Stores – ich habe mich einfach sehr oft unwohl gefühlt, mit welchen Blicken man da teilweise beäugt wird.  Kennt ihr das? Heute stehe ich da drüber, aber falls es euch ähnlich geht, solltet ihr unbedingt mal bei Wardow.com vorbeischauen.
Unten habe ich euch mal exakt diese Lederjacke verlinkt, da immer sooo viele von euch danach fragen.

Lederjacke – Sheinside / Schal – Zara / Top (das ist eigentlich ein Kleid) – Forever21 / Schuhe – Bershka / Handtasche – Versace via wardow.com / Uhr – Marc Jacobs / Kette – Primark
Fotos – Frederic Bloch / Goes Right Through Photography 

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35 Kommentare

  • Reply blondieluxe 8. September 2014 at 04:47

    Du drückst es so aus wie ich auch darüber denke :) aber ich freue mich für menschen wenn sie nicht soooo reich sind und etwas tolles leisten. ob naked Palette oder lv bag .

    wie schöööön das es deinen blog noch gibt. hab ihn früher immer gern gelesen dann leider aus den Augen verloren und jetzt wieder gefunden .

    http://blondieluxe.blogspot.de

  • Reply patrizia 30. August 2014 at 09:20

    hauptsache die stücke gefallen! wenn teure stücke gefallen und man sie sich leisten kann, warum nicht? natürlich wird man von seiner umwelt beeinflusst, doch letztendlich entscheidet man sich selbst für seinen weg und seinen style und ob man einen trend mitmacht oder nicht!
    sollte jedem selbst überlassen sein – und zwar ohne, dass man von anderen verurteilt wird: weder dafür, dass man marken trägt noch dafür, dass man sie nicht trägt. denn das wäre dann oberflächlichkeit auf beiden seiten… :)

    http://urbanfashiondiary.wordpress.com

  • Reply Lea 29. August 2014 at 11:24

    Richtig schöne Bilder! Deine Texte sind auch immer toll, regen zum nachdenken an!
    Liebste Grüße,

    http://www.redlipsandblueberries.blogspot.de

  • Reply Samy 22. August 2014 at 16:34

    Hallo liebe Luise!
    Zu diesem Post stehe ich geteilter Meinung, denn auf der einen Seite kauft man sich tolle Sachen, weil alle Welt auch gerade diese Teile kauft, weil sie IN sind oder ähnliches. Allerdings kauft man sie auch für sich, weil sie einem natürlich total gefallen, auch wenn man schon irgendwie von den Ummenschen beeinflusst ist.
    Aber du hast Recht: Wieso sollte man nicht stolz auf die Dinge sein, die einem gefallen und die man sich durch (schwer) verdientes Geld gekauft hat?
    Inspiriert bzw. angeregt von deinem Post, habe auch ich auf meinem Blog einen kleinen Post über meine Gedanken zu sinnlosem Hater-Gequatsche geschrieben. Einfach zu dem stehen, was man gut findet und was man tut. Einfach nicht unterkriegen lassen, das ist das Wichtigste!
    Alles Liebe, Samy :)

  • Reply Sarah 22. August 2014 at 15:46

    Ich denke Statussymbole trägt man nie für sich selbst, sondern immer um anderen etwas zu beweisen. Wozu muss man sich denn seinen Wert oder seine Leistung noch einmal in Form von teurem Schmuck, Mode oder Autos vergegenwärtigen? In irgendeiner Art und Weise scheint es für unsichere Menschen bestimmt zu sein, die selbst nur durch diese Form Anerkennung finden und sich in Sicherheit wiegen, dass sie etwas erreicht haben. Ich finde es nicht gut, dass so viele Leute und auch junge Mädchen diesem fürchterlichen Markenwahn verfallen sind. Nur weil man 500 € für Handtaschen ausgibt, hat man noch lange nichts erreicht. Ich finde es schade, dass unserer Gesellschaft so etwas eingetrichtert wird. Wer seinen eigenen Wert kennt, braucht nach Außen nichts um das noch zusätzlich zu untermalen, weil man dann ganz einfach auf anderen Wegen seinem Stolz Ausdruck verleihen kann.

  • Reply sophie 21. August 2014 at 16:11

    Liebe Luise,
    du sprichst mir nicht nur oft aus der Seele, es kommt mir auch so vor als würden dich zur ähnlichen Zeit dieselben Themen beschäftigen wie mich.
    Ich liebe deinen Blog, du hast auch einen schönen Stil, aber ich würde ihn sogar ohne Bilder lesen, denn nicht deine Fotos, sondern deine Texte inspirieren mich immer wieder.
    Danke für jeden Post, mach so weiter du hast mir schon oft einen Tag erhellt :)

  • Reply Fia 21. August 2014 at 14:23

    Statussymbole sind vor allem heutzutage, wo man sich einfach ALLES auf Raten kaufen kann (Autos, riesen Fernseher und mittlerweile sogar Designerhandtaschen) relativ – mit solchem Luxus schmücken sich auch viele Blender, die sich das eben NICHT verdient haben und sich bloß profilieren wollen. Meiner Meinung nach sagen teure Dinge vielmehr etwas über Prioritäten der Besitzer aus. Daher beeindrucken mich Leute, die ihre Luxusgüter in Zeiten von Facebook, Blogs und Co regelrecht zur Schau stellen, recht wenig. ;)

    Ich selbst lege auf Labels keinen Wert, bin 24 und besitze kein einziges Designerteil. Das Teuerste, das ich besitze, sind meine High Tech-Hörgeräte – die muss irgendwelcher Designerfirlefanz erst einmal toppen. :D Auch eine Art von Statussymbol? Vielmehr eine Art von Notwendigkeit, um Studium, Job und Alltag zu bestreiten.

  • Reply Annika 20. August 2014 at 23:43

    Hmmm.. ich frage mich gerade, was meine Statussymbole sind. Mode interessiert mich im Sinne davon, dass ich mich – wenn meine Zeit es zulässt – gerne schön anziehe. Von der Mode an sich habe ich jedoch null Ahnung, ich kann mich kaum noch daran erinnern, wann ich das letzte Kleidungsstück gekauft habe und derzeit besteht mein Kleiderschrank zu 50% aus den abgelegten Klamotten meiner Mutter. Ich habe kein Auto. Ich reise wahnsinnig gerne, mache dabei aber kaum Fotos und poste diese schon gar nicht auf meine nicht vorhandene Facebookseite. Ich gehe in keine teuren Clubs und trinke keine guten Weine. Mein Leben bisher war großartig, ich habe eine tolle Ausbildung gehabt und habe einen wundervollen Job, ich habe viel gesehen und viel erlebt, in diversen Ländern gelebt und Sprachen gelernt, einen Tauch – und einen Jagdschein gemacht, Nächte durchgefeiert und auf -zig Festivals getanzt, Menschen geliebt und Menschen verloren; und das beste ist: es kommt noch so viel mehr. Vielleicht ist genau das mein Statussymbol; dieses kleine Lächeln, das meine Lippen umspielt, wenn jemand, der der Meinung ist, mein Leben müsse aufgrund meiner jetzigen Lebenssituation langweilig sein, mir von seinen Abenteuern erzählt; dieses Lächeln, das sich auf den Lippen von Menschen wiederspiegelt, welche mir nahe sind und welches in diesem kleinen Kreis bedeutet: hehe, wenn du wüsstest..

    • Kleinstadtcarrie 21. August 2014 at 13:06

      was für ein schöner Kommentar – ich wünsch Dir alles Gute, Annika – & dass du dein Lächeln nie verlierst <3

    • Annika 22. August 2014 at 06:03

      Vielen Dank, liebe Luise!
      …dieses Lächeln hast du übrigens auch oder solltest es zumindest haben; wenn du mal wieder zweifelst an dem, was du tust, an dem, was du willst; wenn du mehr Kritiker als Befürworter hast; wenn du dich von Kommilitonen nicht akzeptiert oder sogar ausgeschlossen fühlst; wenn du das unnötige Gefühl hast, etwas beweisen zu müssen, obwohl es keinen Zeugen und schon gar keinen Richter gibt; wenn am frühen Morgen schon der Himmel voller Wolken hängt…dann solltest du dich daran erinnern, welchen großartigen Status du dir allein schon mit diesem wundervollen Blog erworben hast (und sicher in so vielen anderen Bereichen, die ich jedoch nicht kenne) und dabei genau dieses Lächeln lächeln: wenn ihr alle wüsstet. Es wird dir ganz ausgezeichnet stehen! <3

  • Reply Christin 20. August 2014 at 22:01

    Sehr schöner Post über Vorurteile. Ich bin immer schon der Meinung gewesen, dass dies jeder so handhaben sollte, wie er möchte. Der Eine mag eben gern Luxus und kann ihn sich leisten und der Andere eben nicht. Es spielt im Grunde gar keine Rolle.
    Ich finde die Missgunst der Neider auch immer furchtbar. Auf der einen Seite verstehe ich das natürlich, auf der anderen Seite, sollte man anderen auch etwas gönnen, zumal mir viele Designerteile nicht mal gefallen :)

  • Reply Nadja 20. August 2014 at 19:54

    Ein toller Post, gut geschrieben und schöne Bilder, sehr hübsch! :)
    Es ist schon traurig wie viel Gewicht Statussymbolen zugeschrieben wird, doch muss ich mich selbst auch schuldig sprechen.. Oft genug verurteile ich Menschen mit großen Designertaschen, mit protzigen Autos und riesigen gepflegten Gärten.. Ich weiß, dass viele sich das selbst verdient haben, lass meine Meinung meist auch nie raushängen, das kann ich mir auch nicht mehr erlauben, seid ich im Reisebüro arbeite – oft genug kommen da zB Leute, die aussehen, als könnten sie sich nicht wirklich etwas leisten uns buchen dann eine Reise für über 10.000€ (und bezahlen diese natürlich auch :D)
    Am schlimmsten finde ich aber diese Leute, die wirklich alles von ihren Eltern gekauft bekommen.. und da lass ich mein Unmut auch wirklich gerne mal raushängen..

  • Reply Justyna 20. August 2014 at 09:22

    Eins vorweg: Schöner Nagellack.
    Und jetzt zum Beitrag: Ich schätze Mode.Ja wirklich, aber nicht der Namen, der Labels, des Status wegen.
    Ganz schlicht und einfach weil sie schön ist. Es ist gleichgültig, woher ein Teil stammt, so lange
    es gefällt und man sich drin wohl fühlt. Das alles sage ich, obwohl ich selber in der Modebranche arbeite und weiß, was solche Namen bedeuten. Jedoch könnte ich mit bloßem Auge auf der Straße nicht erkennen, was denn nun eine MK oder Prada Tasche ist. Was ich eigentlich sagen will ist: das ich hoffe, dass du die Vorurteilslosigkeit die du von anderen erwartest, jedem anderen auch entgegenbringst. Denn die einen Tragen ihr Statussymbol über der Schulter, die anderen wiederum in ihrem braun gebrannten Gesicht.

    • Kleinstadtcarrie 20. August 2014 at 13:53

      Justyna,

      genau das wollte ich mit dem Text ja zum Ausdruck bringen. Jeder hat andere Statussymbole, drückt sich eben anders aus – wir alle sind verschieden. Ich habe ja im Text bereits beschrieben, dass ich das früher gar nicht verstanden habe, aber ich es heute vollends verstehen kann, dass jeder Mensch andere Interessen hat, seine Prioritäten anders setzt…

  • Reply Federica 19. August 2014 at 22:04

    @Milo: Ich glaube kaum, dass es das ist, was sie damit gemeint hat. Das war einfach ein Beispiel! Und wenn jemand sein ganzes Geld in teure Reisen nach z.B. New York steckt und von dort aus dann ständig Fotos auf Instagram postet, ist das ja ungefähr das Gleiche…

  • Reply Louisa 19. August 2014 at 21:05

    Hey Luise,ich frage mich schon länger, wie du eigentlich das schreiben gelernt hast? Besonders deine nachdenklichen Texte sind immer sehr bewegend und mitreißend. Gibt es da eine Art “Geheimrezept”?
    Vielen Dank, deine stille aber treue Mitleserin

    • Kleinstadtcarrie 20. August 2014 at 13:54

      Hallo Louisa,

      mh, also gelernt habe ich das nie. Vielleicht nach dem Motto “Übung macht den Meister”? Ich kann es Dir ehrlich nicht sagen. Irgendwie “kommt das einfach aus mir raus” hihi – so wie manche Menschen wunderschön singen oder zeichnen können – und mit diesen Talenten bin ich leider nicht gesegnet.

      Ganz liebe Grüße
      Luise

  • Reply Milo 19. August 2014 at 16:01

    Ich lese sehr gerne deinen Blog, doch in diesem Beitrag kann ich dir leider nicht zustimmen.
    Glaubst du, du hast einen höheren Status mit einer Versace-Tasche oder Michael Kors Uhr / Tasche als z.B. jemand, der sein verdientes Geld in Reisen steckt, die Welt sieht und da Erfahrungen sammelt, die ihn viel reicher machen als jemanden der in den Laden geht und ich eine Tasche kauft? Oder jm der stolz darauf ist 200 Euro gespendet zu haben und die Welt ein bisschen besser zu machen?

  • Reply Myriam 19. August 2014 at 13:58

    Es spricht nichts gegen eine teure Handtasche oder einen dicken Benz. Ich studiere, arbeite fast Vollzeit und gönne mir den Luxus an einer recht teuren privaten Hochschule zu studieren. Wohlgemerkt: Selbst finanziert, nicht von Papi. Klar bekomme ich da den ein oder anderen schiefen Blick, wenn ich dann Sachen sage, dass ich nur Klamotten von xyz trage oder im nächsten Frühjahr auf die Seychellen fliegen möchte. Es gibt mannigfaltige Statussymbole. Meins ist zum Beispiel die private Hochschule.
    Die Frage ist doch vielmehr, warum brauchen wir diese Statussymbole? Sicherlich nicht, um uns tagtäglich daran zu erinnern, wie schwer wir im Leben schon geschuftet haben. Wir wollen uns von den anderen abheben und zeigen, dass wir anders sind – eventuell besser(?). Das wir es geschafft haben und die anderen zu uns hoch schauen sollen. Die Werbung tut ihr übriges und zeigt uns mit welchen Produkten wir das schaffen können und lockt uns in eine Art Abhängigkeit. Man muss unbedingt ein I-phone haben, die teure Tasche und die getunte Karre fahren. Ein weiteres beliebtes Statussymbol ist der eigene Körper, dafür wird gern in Fitti um die Wette geschwitzt.
    Das eigentlich schlimme an diesen ganzen Statussymbolen ist, dass sie uns als Gesellschaft spaltet und in Schubladen steckt. Das war schon früher in der Schule so und heute noch immer so. Man kann sich also etwas vormachen, oder einfach der Wahrheit ins Auge blicken und erkennen: Man braucht all dies, um sich besser zu fühlen und um sich abzugrenzen. Ich schließe mich da nicht aus. Aber es ist trotzdem falsch. Es ist nie gut nur auf Materielles zu setzen. Das ist vergänglich, man kann es nicht mit ins Grab nehmen. Mehr Konsum ist nicht die Lösung unserer Probleme – es schafft im Gegenteil mehr Probleme. Mit den Statussymbolen kommt das Klassendenken und dass schaft soziale Konflikte, indem es die Gesellschaft spaltet, anstatt sie zusammenzuhalten. Ich denke, ich habe lieber ein paar schöne Erinnerungen vom Sommer am See mit Freunden als eine Handtasche, die mich daran erinnert, dass ich mein eigenes Geld verdiene.
    Grüße Myriam

  • Reply Olijaa 19. August 2014 at 00:53

    Ein wirklich toller Beitrag!

    Auch ich denke des öfteren darüber nach warum manche Menschen so sehr auf teure Designerklamotten, Autos, etc. fixiert sind. Ich denke viele haben folgenden Satz im Hinterkopf “Hast du was, bist du was” und zwar leider auf Materielle Dinge bezogen. Sie wollen in einer bestimmten Gesellschaft mit halten können. Das eine Zitat von Will Smith beschreibt das was ich meine ganz gut: “Too many people are buying things they can’t afford, with money that they don’t have… to impress people that they don’t like!”

    Ich lege persönlich keinen großen Wert auf Designerkleidung oder teure Autos, aber belohne mich gelegentlich gerne mal mit Taschen oder Uhren von MK. (Wer so viel Arbeitet darf sich auch mal etwas gönnen.) Nicht weil diese Marke gerade total angesagt ist, sondern weil ich die Sachen wirklich schön finde. Es hat nichts damit zu tun damit umher zu laufen “hey schaut mal her ich habe eine teure Handtasche” Sondern allein der schöne klassische Stil, die Qualität und die Vollendung eines von mir gewünschten Looks spielen eine Rolle für den Kauf :)

    Ich wünschte nur mehr würden so denken..
    Die Wichtigsten Dinge im Leben bleiben immer noch Diejenigen die man sich nicht kaufen kann! Z.B.: Liebe, Gesundheit, Familie, ein Lächeln, Geborgenheit.. :) Und um genau diese sollte man sich eher kümmern um glücklich zu werden. Materielle Dinge können nicht glücklich machen sondern nur eine kleine Freude bereiten!

    Liebste Grüße,

    Olija

    http://deeplikethe0cean.blogspot.de/

    • Björn 19. August 2014 at 20:11

      Wenn du dich mal mit Armbanduhren befasst und etwas in die Materie eintauchst, wirst du darauf kommen, dass die MK-Armbanduhren einfachste China-Uhren sind mit einem Materialwert von ca. 2€.
      Wenn du jedoch eine “richtige” Armbanduhr, vielleicht mit Manufakturwerk, zu schätzen weißt (das was drinsteckt, an Technik und an Arbeit), bist du auch bereit einen hohen Betrag zu zahlen.

      Ich will dir die MK nicht schlechtreden, nur halte ich die Armbanduhren schlicht für “Beschiss”. Einfachste Uhren, teuer verkauft.
      Ähnlich könnte es bei den MK Taschen laufen, wenn das Lizenzprodukte sind. MK ist eine Trendmarke, mit Luxussegment haben die nichts am Hut.
      Wenngleich ich persönlich es eher schätze, wenn eine junge Frau mit einer selbst gekauften MK herumläuft, als mit der LV von Mami. ;-)

  • Reply Björn 18. August 2014 at 23:28

    Statussymbole machen dann richtig Spaß, wenn man sich diese selbst erarbeitet hat. Das ist zumindest meine bescheidene Meinung.
    Ich würde nicht sagen, dass die “rich kids”, die Autos, Uhren etc., geschenkt bekommen, diese Statussymbole nicht zu schätzen wissen, aber für mich fühlt es sich einfach ge*l an, selbst zum Konzessionär zu gehen, eine Uhr anzulegen, zu sagen “nehme ich” und dann die Scheine auf den Tisch zu legen. Das Gleiche gilt fürs Auto. Ich stehe nicht auf Leasing oder Finanzierung, sondern besitze die Dinge gern, es fühlt sich einfach besser an.

    Im Übrigen ist Baujahr 1994 doch gar nicht übel – da gab es schon einen gewissen Standard in Sachen Sicherheitsausstattung.
    Ich bin derzeit auf der Suche nach einem (jungen gebrauchten) Fahrzeug, welches ich sowohl privat als auch geschäftlich (selbständig) nutzen möchte. Schon unglaublich, was HEUTE alles an Sicherheitsausstattung möglich ist. Mein erstes Auto – das war 1998 – war Baujahr 1986, das war quasi nacktes Blech und weich wie Papier. :D

    Zu den MK-Taschen – sind die eigentlich tatsächlich von MK designt, oder sind das Lizenzprodukte, die lediglich das “Michael Kors”-Label verwenden? Die Sonnenbrillen von MK kommen ab 2015 nämlich in Lizenz von Luxottica, die stellen auch die überteuerten Schrottbrillen von Prada, D&G, Chanel etc. her…

  • Reply Mareile 18. August 2014 at 23:15

    welche Größe hast du denn bestellt (und welche hast du normal?) Bei sheinside ist es ja immer schwierig..

  • Reply Fashion Rookie 18. August 2014 at 20:11

    Dieser Post spricht mir aus der Seele !
    Bei mir ist es so , dass ich mir eigentlich nicht viel aus Marken mache , aber auch gerne mal bereit bin etwas mehr für etwas zu bezahlen wenn es mir das Wert ist .
    Bezahlen tue ich das aber alles von meinem eigenen Geld . Nicht nur weil meine Eltern mir solche Sachen nicht kaufen würden , sondern weil es ein ganz anderes tolles Gefühl gibt wenn man sich die 200€ Tasche ganz selbst gekauft hat !

    xx Julia

    http://followthefashionrookie.blogspot.de/?m=1

  • Reply Kathi 18. August 2014 at 18:40

    Wahre Worte!
    Mir ging es neulich so, als ich meinen Freunden erklärt habe, dass ich mir eine teure Reise gönnen werde – nur ein: Ach… sowas kannst du dir leisten!?
    Ich finde, es ist wichtig, dass wir uns selbst belohnen und das sollten wir schließlich mit den Dingen machen, die uns glücklich machen. Materiell, immateriel… völlig egal, solange wir sie nicht dazu nutzen, andere runterzuputzen, sondern sie für uns selbst genießen. :)
    LG
    Kathi

  • Reply Yvonne 18. August 2014 at 17:51

    Schöne Bilder und schönes Outfit – man merkt, dass sich der Herbst ankündigt!
    Aber ich kann alles, was du schreibst unterschreiben. Wie sagt man immer so schön: “Was man will, das man dir tut, das füg auch keinem andern zu.” Und genau so ist es: nur, weil man die Beweggründe oder Lebensweisen anderer nicht unbedingt immer nachvollziehen kann, sollte man doch versuchen, Verständnis zu zeigen und zu haben, denn das wünscht man sich selbst ja schließlich auch :).
    Liebe Grüße,
    Yvonne

  • Reply Anni 18. August 2014 at 17:29

    Toller Post :) Finde den Text absolut treffend.
    Dein Outfit ist auch mal wieder der Knaller, ich mag dass total gern, dass du in letzter Zeit öfters nicht-rosa trägst, das steht dir nämlich auch richtig gut & ist mal was anderes – irgendwie erwachsener :)

    Magst du mir vllt verraten, welchen Nagellack du auf dem Bild trägst ? Würde den gern nachkaufen, der ist echt hübsch.

    Liebste Grüße

  • Reply Karo 18. August 2014 at 17:06

    Toller Text und super schöne Bilder.
    Ich hab mich direkt in den Schal verliebt und die Lederjacke ist super schön! :)
    Ganz liebe Grüße xx

  • Reply Laura 18. August 2014 at 17:02

    Liebe Kleinstadt Carrie,

    ich habe von Chanel eine Handtasche die 4.498 gekostet hat und die kleine fast 3000. Diverse andere von Versace, Fendi und Dior. Man muss sich dafür nicht schämen wenn man gute Qualität haben möchte.
    Mal ehrlich. Welche Handtasche fühlt sich annährend so gut an? Keine. ;-)

    Außerdem sind die Studenten von heute im Vorteil und leben anders als die von damals. Mich ärgert das immer wenn ich von Leute höre Student und teure Sachen. Oder so eine Wohnung und Student? Hallo?! Wir leben in einer ganz anderen Zeit.

    Ich bin zwar keine Studentin aber es ärgert mich diese Denkweise der Menschen.

    Sorry mein Deutsch aber ich bin italiienerin. Arbeite daran.

    Deine Seite ist wunderbar und lese sehr gern deine Artikel. Erstaunlich wie fundiert du denken kannst. Hut ab!

    Ganz liebe Grüße aus Milano

    Laura

    • maya 1. September 2014 at 16:29

      sorry, aber eine handtasche aus leder mit super qualität bekomme ich für ein paar hundert euro. da muss nciht chanel, versace oder sonst was drauf stehen, was ich dann mitzahlen muss.

  • Reply Caroline 18. August 2014 at 16:21

    Die Bilder sind echt wunderschön geworden und dein Text ist auch mal wieder toll! Du sprichst immer die wahren Worte aus, genau das, was ich auch sagen würde :-)
    Liebe Grüße Caro

    http://www.makeyourselfunique.blogspot.de

  • Reply Ronja 18. August 2014 at 15:45

    Noch habe ich nicht viele Statussymbole gesammelt…wobei, gehört ein MacBook nicht eigentlich auch dazu? Ich denke schon. Und ich träume von einer LV Tasche…mögen die Menschen nun verstehen warum oder nicht, aber ich träum von ihr. Un eines Tages werde ich sie mir lesiten, über die Schulter schwingen und durch die Stadt schlendern. Auch wenn vielleicht blöde Kommentare kommen!

    xoxo, Ronja
    http://www.sothisiswhat.com

  • Reply Maren 18. August 2014 at 15:23

    Super Text, sehr schöne Gedanken …seine eigenen Statussymbole zu schätzen, nicht das Gefühl zu haben, sich manchmal dafür schämen zu müssen, und gleichzeitig denen der anderen Wertschätzung entgegenzubringen, das ist schön.
    Ich habe mich vorher auch noch nicht gefragt, warum ich es eigentlich albern finde, dass jemand, den ich kenne, ungemein stolz darauf ist, in seinem Leben schon vier Häuser gebaut zu haben – während ich selber nur Markenschuhe trage und in dem Moment, in dem das finanziell möglich ist, auch noch eine Designertasche an meiner Schulter hängen wird. Danke für diesen Denkanstoß :)

  • Reply Phia 18. August 2014 at 14:59

    Da sprichst du einem ja direkt aus der Seele heraus! Ebenfalls als Studentin mit Auto (und auch noch ein neues oO) kenne ich diese ganzen blöden Kommentare nur zu gut und weiß wie unangenehm sowas sein kann. Aber meistens kommen die Kommentare ja auch von irgendwelchen Leuten, die dich gar nicht kennen und die dich aus welchen Gründen auch immer, dann einfach mal von vornherein in irgendeine Schublade stecken wollen. Damit ist die Meinung über dich dann auch schon fertig und kann nicht mehr geändert werden. Dabei zählt dann gar nicht mehr, welchen Wert der Gegenstand für einen selbst hat oder welche Arbeit dahinter steckt. Wirklich schade!
    Und der Tipp mit Wardow.com ist super, in den Boutiquen ist es dann nämlich anders herum: Man wird angeschaut als wäre man den ausgestellten Taschen und Schuhen nicht würdig und wird am liebsten wieder nach draußen begleitet….
    Schöner Text!