…mit sanften Ballerinas über den grauen Asphalt?

/13. September 2013/35 Kommentare

Meine Freundin und Mitbewohnerin pflegt zu sagen, dass der Schuh das Erste sei, worauf sie bei einem Mann achte. Dass mein Besitz an Schuhen unseren gesamten Flur belagert, treibt sie dennoch in den Wahnsinn.

Aber ich brauche eben eine Grundausstattung an Fußbekleidung – schwarze Ballerinas, nein die werden nie out!, Chucks All Stars, schwarze Heels und natürlich das Pendant in einem Nudeton, meine liebsten Lederstiefel für den Herbst und die neuen Riemchensandalen, auch wenn diese auf ihren Auftritt noch bis zum nächste Jahr warten müssen – und dazu kommen dann eben noch einige Extras. Ja, vielleicht waren 100€ für die Louboutin-Look-Alikes etwas viel, vor allem da sie lediglich zur Dekoration dienen. 15cm und so viele Glitzersteinchen können aber eben leider schnell falsch verstanden werden.
Alle anderen High-Heels werden dafür regelmäßig und ausgiebig ausgeführt  – Versprochen!
Natürlich!, denn barfuß laufe ich nur während meiner Quality-Time in Omas Garten oder am Strand. Im örtlichen Beach-Club kommt es dann aber doch während mancher Partynacht dazu, dass ich mit meinen neuen Sandaletten durch den städtischen Strand stapfen – ja ich sage stapfen – muss. Habe ich vergessen zu erwähnen, dass ich Absätze ab 10cm bevorzuge? Das sieht dann natürlich weniger elegant aus, besonders wenn man verhindern will, dass Sand in den Schuhe kommt – Mission impossible, aber ein Versuch ist es wert, denke ich mir jede Woche aufs Neue. Das wäre doch auch etwas für Heidis nächste Staffel, oder nicht? Mal was Extravagantes: ein Laufsteg… aus Sand.
Mit  hohen Schuhen durch den Sand ist dann fast wie die Disziplin, welche uns alle schon bald wieder erwartet –  vereiste Gehwege und verschneite Eingänge.


So sehr ich es auch verabscheue mit meinen Lieblingen durch Sand, Matsch, Schnee zu laufen, einen Vorteil hat das Ganze – die Spuren, die wir hinterlassen, werden sichtbar.  So wenig wie mich in der Grundschule die Abdrücke verschiedener Tiere interessiert haben, so sehr bemühe ich mich jetzt darauf zu achten, was ich zurücklasse. Denn auch wenn ich mir nie merken konnte, welcher Vogel welche Spur hinterlässt, so habe ich doch begriffen, dass man anhand dessen, was wir zurücklassen, erkennen kann, welche Art denn hier entlang spaziert ist.
Man kann einen Menschen nie voll und ganz verstehen. Man merkt meist erst, was man an einer Person hatte, wenn sie nicht mehr da ist. Wenn sie ihren Weg allein, mit anderen weiter gegangen ist. Denn dann sieht man, spürt man, was zurück geblieben ist, was der Mensch hinterlassen hat.
Um den ersten Schritt Richtung Spuren hinterlassen zu gehen, bedarf es natürlich der richtigen Schuhe, auf die Sohle kommt es an. – Was wollen wir hinterlassen? – Chaos? Offene Fragen? Eindruck? Oder dann doch lieber gar nichts und mit sanften Ballerinas über den grauen Asphalt? Welchen Weg gehst du? Scheust du Dich in High Heels vor Parks und Grünflächen? Und wie steht es mit Herzen? Ziehst du auch mal die Samthandschuhe an? Was sagst du wie? Tat oder Wahrheit? Abdrücke, Eindrücke.
Und etwas, das wohl nie aus der Mode gehen wird: die richtigen Spuren hinterlassen. Und dabei sollte es eigentlich ganz egal sein, welchen Schuh man trägt. Auch wenn ich zu sagen pflege, dass mich meine Lieblingsschuhe zu einem besseren Menschen machen.
Schuhe sind also ohne hin ein Thema für uns Frauen, für das uns wohl nie das Interesse ausgehen wird. Wir horten, lagern sie; tragen sie gelegentlich auch mit uns herum (Wer kennt sie nicht: Die Wechselballerinas, wenn die Party dann doch zu lang wird). Es kommt dazu, dass wir unsere Schuhe quälen, auch wenn das meist doch eher andersherum der Fall. Schuhe stellen eine Herausforderung für uns dar, ein Gesprächsthema, ein Objekt der Begierde.

Noch interessanter wird es dann, wenn man den Vergleich mit Männern ins Spiel bringt. Wir erinnern uns alle an die Folge der Kultserie Sex and the City in der Carrie ihren ersten Text für die Vogue verfassen darf und mit dem Vergleich von Männern und Accessoires bei Enid, der Chefredakteurin, leider mehr als daneben liegt.„Das ist nicht Vogue!“
Ich wage dennoch einen Versuch – Die Frage, was Männer und Schuhe gemeinsam haben oder unterscheidet scheint auf den ersten Blick nämlich nicht unberechtigt: Beide bereiten uns Kopfzerbrechen. Doch letzten Endes sind es die Männer, die uns Herzen und die Schuhe, welche uns im schlimmsten Fall auch mal den Knöchel brechen könnten. Was ist Frau da denn lieber?
Ich bevorzuge Stilettos und den Mann dazu, an dem ich mich festklammern kann, wenn er mich übers Kopfsteinpflaster begleitet. Ich bevorzuge den Mann, der auch meine schlimmsten Schlappen kennt, die ich nur im Garten trage. Sind wir mal ehrlich, wer hat nicht dieses Paar Schuhe, dass eigentlich niemand sehen darf? Ich bevorzuge den Sportschuh, der mich auf Wolken trägt, wenn ich neben dem Mann jogge, der extra langsamer läuft, weil ich nicht mehr kann.
Schuhe und Männer, sie hinterlassen Spuren. Ob es jetzt das Regal ist, welches er angebracht hat oder die Blase an der Ferse. Es werden Spuren hinterlassen…

Ich behaupte dennoch, wir sollten aufhören Vergleiche anzustellen, weder der neuen Freund und der Ex dürfen verglichen werden, noch die neuen Neon-Peeptoes und der heimliche Schwarm, auch wenn beide noch so schlüpfrig sind. Letzten Endes kommt es auf die Kombination an.
Schuhe und Männer – zwei wunderbare Spezies, auch wenn sie Schmerzen verursachen können. Was wären wir ohne sie? Und mit der Zeit lernen wir doch, welche Schuhe am bequemsten sind. Und hierbei ist es dann doch genauso mit den Männern. Und der Eine geht dann nie aus der Mode.
Wir hinterlassen Spuren. Gemeinsam. Er und Ich und meine Lieblingsheels.
Labels und Liebe.

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Mein Beitrag für den Deichmann Shoe Step Award 2013. 

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35 Kommentare

  • Reply Vera 25. September 2013 at 17:48

    Ich finde es ein bisschen frech zu sagen der Text würde künstlich wirken. Also mich an Luises Stelle würde es traurig machen das zu hören, denn in dem Text und in den Bildern steckt eindeutig sehr viel Arbeit und Mühe!

  • Reply Anonymous 24. September 2013 at 19:23

    oh man wie recht du doch hast mit diesem Post! <3

  • Reply Anonymous 24. September 2013 at 15:09

    Chapeau, Luise. Wow!

  • Reply Anonymous 17. September 2013 at 19:03

    Was für ein schöner Text! 🙂

  • Reply Julia 17. September 2013 at 17:22

    also.. ich kann diesen ganzen trouble hier um schuhe nicht verstehen. klar, ich besitze auch viele schuhe, aber genauso besitzt man doch viele pullover, shirts und so weiter.
    diese ganze sache mit high heels und dem spuren hinterlassen verstehe ich auch nicht.. oh mein gott, gras, da kann ich mit meinen schuhen aber nicht laufen. wie bitte? schuhe sind doch zum benutzen da, auf gras, asphalt und wenn es sein muss auch matsch. kann man doch alles wieder sauber machen!
    wenn man so pingelig ist, einfach auf sneaker zurückgreifen, sieht auch fast immer schöner aus als wenn man auf zu hohen absätzen dahergeschwankt kommt.

  • Reply Lara. 17. September 2013 at 16:56

    Hei 🙂

    Hast du vielleicht Lust auf eine gegenseitige Blogvorstellung?
    Würde mich freuen wenn du mit machst <3

    Alles Liebe,
    http://www.lara-ira.de/2013/09/blogvorstellung-blogparaden.html

  • Reply Anonymous 16. September 2013 at 19:30

    Oh Luise, ich bin erst vor kurzem durch Zufall auf deinen Blog gestoßen und ich finde ihn (und dich!) echt super! Ich habe ihn mir fast komplett durchgelesen 😀 Deine Bilder sind wunderschön (du hübschi!) und deine Texte sind sehr ehrlich und berührend und einfach richtig gut geschrieben und das finde ich echt bemerkenswert, grade wenn man bedenkt, dass sich viele Blogger fast nur noch auf Bilder beschränken.
    Mach genau so weiter, mich hast du auf jeden Fall als Leserin dazu gewonnen! ♥

  • Reply Anonymous 16. September 2013 at 17:19

    Ich liebe deine Worte, egal auch wenn es, wie andere es bezeichnen, „kitschig“ sein mag! Ein wieder toller Text, und immer wenn ich merke, dass ich mich langsam aber sicher an die letzten Zeilen begebe, werde ich fast traurig, dass es schon wieder vorbei ist. Und jedes mal, wenn ich dabei bin deine Texte zu lesen, muss ich über die ein oder andere Sache schmunzeln, da sie mir entweder so bewusst noch gar nicht aufgefallen ist, oder du sie so fantastisch mit deinen Worten ausdrückt hast!
    Luise, ein wirklich großes Kompliment an dich! Und eins wünsch ich mir: dass wir und ich noch viel von deinen Worten lesen dürfen!♡

  • Reply Anonymous 16. September 2013 at 15:01

    fands leider auch viel zu künstlich.

  • Reply N.B 16. September 2013 at 12:47

    Ich bin gar nicht so der Schuhfan und ich brauche ewig bis ich welche finde, die wirklich nach meinem Geschmack sind 😀
    Dein Blog ist Klasse und ich finde den Text (bzw. deine Texte allgemein) super!

  • Reply Edle Spitze 15. September 2013 at 20:50

    Der Text ist wirklich unbeschreiblich schön und regt zum Nachdenken an 🙂

  • Reply Anonymous 15. September 2013 at 11:17

    Wow! Ich liebe deine Texte, die sind so inspirierend und toll geschrieben!:)

  • Reply Anonymous 15. September 2013 at 02:37

    ich stimme zu: ein schöner text, man spürt vor allem zwischen den zeilen dein gespür für die deutsche sprache 🙂 dennoch; ein bisschen zu kitschig an der ein oder anderen (fazit)stelle, ein bisschen zu konstruiert, ein wenig zu gewollt, ein bisschen zu viel pathos. mit dem text und mir war das ein bisschen so: lesen, stocken, wieder lesen, sich fragen, wieso die liebe kleinstadtcarrie heute so viel baut, stapelt und hofft, dass kein wort dabei umfällt oder das andere auffrisst (oder blasen schlägt). jedenfalls dann weiterlesen, ein bisschen von den ganzen füllwörtern, rhetorischen (über)floskeln und dem leicht belehrenden tonfall genervt sein, sich fragen, worauf das hinausläuft, was der männervergleich in diesem text überhaupt soll (ohne selbst etwas gegen männer-schuh-vergleiche einzuwenden zu haben), wieso man von a (schuh) nach b (mann) so gezwungen die fäden spannt und am ende immer noch glattstteifen will, wieso man so lange palabert, sich fragen warumwiesoweshalb und darauf keine antwort finden, welche motivation da dahinter steckt und ob das ganze nicht so sehr vorbildschablonen-bedruckt (carrie) ist, weiterlesen, sich denken, dass da was faul ist und am ende fast erleichtert über die eigene menschen-/schreibstilkenntnis wissen: ach, na dann ist ja alles klar.

    • Anonymous 15. September 2013 at 10:59

      ganz deiner meinung!

    • Anonymous 15. September 2013 at 15:17

      Sehe ich genauso. Wirkt alles auch ziemlich aufgesetzt.

    • Anonymous 17. September 2013 at 15:55

      zumindest zur frage, was der männer-schuh-vergleich soll: carrie aus sex and the city hat das mal gemacht, als sie für vogue geschrieben hat 😉

    • Anonymous 18. September 2013 at 21:38

      Ging mir genauso
      Sonst liebe ich ihre Texte, aber dieser war irgendwie so ‚holprig‘ und ich wunderte mich auch darüber.

  • Reply Martin 15. September 2013 at 01:54

    Ich habe 125 Paar Schuhe, da gibt es also viel zu erforschen 🙂 ICh finde deine Idee solltest du Heidi mailen 😉

  • Reply Anonymous 15. September 2013 at 00:06

    Deine letzten posts klingen so, als hätten du und dein Freund euch getrennt

    • Kleinstadtcarrie 15. September 2013 at 03:49

      nein keine Sorge, wir sind nach wie vor zusammen 🙂

  • Reply Svetlana 14. September 2013 at 21:45

    sehr, sehr schön geschrieben. es gibt eben bestimmte labels, die nie aus der mode gehen, und da gehört die liebe einfach dazu.

    und der vergleich mit den Männern stimmt. männern verursachen schmerzen, so wie schuhe. aber die bequemen tun es nicht. manchmal muss man sie eingehen, und das verursacht schmerzen. aber irgendwann mekrt man, was man daran hat. und man gewinnt sie lieb. ob es nun schuhe sind, oder männer 😉

    lg
    svetlana von Lavender Star

  • Reply Glühwürmchen 14. September 2013 at 20:04

    schön geschrieben 🙂
    wie deine freundin auch, schaue ich immer zuerst auf die Schuhe des mannes. sein „tor zur seele“ sozusagen 😀
    liebste grüße, vicky

    http://www.gluehwurmi.blogspot.com

  • Reply Anonymous 14. September 2013 at 20:00

    Der schönste Text von dir! Einfach großartig! <3

  • Reply Tina Kämpf 14. September 2013 at 19:47

    Ein unglaublich ergreifender Text 😮 *___* toll geschrieben! 🙂

  • Reply Anonymous 14. September 2013 at 17:02

    Wie immer sooo toll geschrieben ! Ich liebe deine Texte <3

  • Reply Josephine 14. September 2013 at 16:04

    Richtig guter Text!

  • Reply Michelle 14. September 2013 at 15:00

    Einfach nur toll geschrieben.

  • Reply hannahgirlandme 14. September 2013 at 11:46

    wow, endlich wieder mal ein richtiger carrietext <3

  • Reply Anni 14. September 2013 at 10:27

    Wow, das ist einfach wundervoll geschrieben! Und der Vergleich ist sehr treffend 😉 Ich finde deine Gedankengänge immer sehr inspirierend. Du hast sicherlich auch gute Chancen für den Deichmann Schoe Step Award 🙂

    Liebe Grüße

  • Reply Anonymous 14. September 2013 at 09:39

    Toll geschrieben!

  • Reply thelittlediamonds 14. September 2013 at 09:10

    Einfach wunderschön 🙂

    Alina

    http://www.the-little-diamonds.blogspot.de

  • Reply Momentaufnahme 14. September 2013 at 09:03

    Dein Fazit finde ich wunderschön geschrieben! 🙂

  • Reply KAT 14. September 2013 at 07:01

    Dieser Beitrag ist wirklich wunderbar. So toll zu lesen 🙂 Und du hast ja so Recht.

    Liebe Grüße
    KAT

  • Reply MelinaOphelia 14. September 2013 at 03:28

    Einer der schönsten Posts die ich je von dir gelesen habe! Ganz großes Kompliment 🙂

  • Reply Anonymous 13. September 2013 at 22:57

    man merkt total, dass der text „künstlich“ entstanden ist. hab mich dauernd beim lesen gefragt, was denn bei dir los is, bis ich ganz unten entdeckt hab, dass du ihn auf KLICK geschrieben hast^^