Die Kunst des Aufgebens

Texts/28. September 2011/17 Kommentare

Ein Text, mal wieder. Was soll ich dazu sagen: unfertig.
Ich beherrsche sie nicht. Ich kann nicht aufhören, wenn es nicht vollendet ist. Wenn mich diese Sache, dieser Mensch noch nicht bis zum vollkommenen, unendlichen Glück begleitet hat. Ich will nicht loslassen. Auch wenn es eigentlich der einzige Ausweg ist. Ich gebe nicht auf.
In einer Bewerbung könnte das als positiv gewertet werden, ich bin zielstrebig, ergeizig. Ich zieh durch was ich angefangen habe. Und zwar mit ganzem Herzen. Ja, das könnte mir wirklich nützen…in einer Bewerbung.
Aber im Leben? Im Herzen? Nein, das ist wirklich keine gute Angewohnheit.
Man muss aufhören, wenns am Schönsten ist. Und wenn man das nicht schafft, dann zumindest, wenn es am Schlimmsten ist. Ich muss lernen, einen Schlussstrich zu ziehen. Obwohl, dass kann ich. Und das tu ich. Oft. Nur leider war ich noch nie ein Mensch, der sich an Regeln, an Grenzen hält. Habe so oft beenden wollen, was schon längst vergangen war. Habe Mauern gebaut,obwohl uns bereits längst unüberwindbare Schluchten trenten, welche meine Gedanken, mein Herz sofort wieder zerstörten und druchdrangen. Ich habe diesen Schlussstrich immer und immer wieder überschritten. Man kann Gefühlen kein Ultimatum stellen. Das geht nicht. Was die Lippen von sich geben, spricht nicht das Herz. Was die Vernunft befiehlt, wird der Leichtsinn abstreiten. Und selbst der Stolz verliert, wenn die Gefühle ihren Auftritt haben. Sie machen alles zunicht, die Gefühle. Dann vergisst man seinen Stolz, die Erfahrung und die Hemmungen.
Ich kann nur schwer jemanden gehen lassen. Kann die Hoffnung nicht aufgeben, will sie nicht aufgeben. Ich bin ein Optimist.
Und umso härter man mich trifft, um so tiefer und heftiger man mich verletzt, desto stärker wird meine Liebe und das unsichtbare Band, welches mich an andere Menschen, an Gewohnheiten bindet. Es wird zu Fesseln, welche sich immer enger zuschnüren, umso weiter man sich von mir entfernen will, entfernen muss. Ich kämpfe für das vermeindlich Gute, ohne zu merken, dass ich es kaputt mache.Alles.Mich.
Man muss aufhören, wenn es am Schönsten ist. Oder zumindest, wenn es am Schlimmsten ist. Denn es ist der letzte Eindruck der zählt.
Ich muss lernen, dass es nicht immer ein Happy-End geben kann. Ich muss akzeptieren, dass nicht jeder unserer Träume in erfüllung geht, egal wie sehr wir es uns wünschen. Es kann nicht alles gut sein. Gut ausgehen.

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17 Kommentare

  • Reply obszoen. 15. April 2012 at 00:14

    Ich befinde mich gerade in einer Trennung und der Text zeigt das auf was ich empfinde. :)

  • Reply lisa 16. Januar 2012 at 18:14

    Du sprichst mir aus dem Herzen!

  • Reply xOxO S 1. Oktober 2011 at 08:40

    Hat nicht Aufgeben denn etwas mit Optimismus zu tun?! vielleicht ist es auch einfach nur der Realismus der einen dazu veranlasst aufzugeben! :)

    http://stranger-meets-paradise.blogspot.com/

  • Reply Linh 30. September 2011 at 19:31

    Wunderschön geschrieben… aber ich muss sagen: manchmal lohnt sich das Kämpfen dafür… auch wenn’s verloren zu sein scheint… ich hätte damals auch den endgültigen Schlussstrich ziehen können, alle haben’s mir gesagt… aber ich hab weiter dafür gekämpft… und jetzt sind wir 6 Jahre zusammen und wohnen seit 4,5 Jahre zusammen. :) Also: manchmal lohnt es sich doch zu kämpfen und seine Gefühle siegen zu lassen. :)

    Liebste Grüße,
    Linh

  • Reply Marie 29. September 2011 at 21:48

    wunderbar geschrieben. köpfchen hoch :)

  • Reply Rachel Lena 29. September 2011 at 18:31

    Du kannst so gute Texte schreiben, so gut deine Gefühle aufschreiben…und du sprichst mir auch aus meiner Seele! <3

  • Reply Tammy 29. September 2011 at 16:52

    Der Text spricht mir zu 100% aus der Seele! ♥

  • Reply Lilli E 29. September 2011 at 14:17

    Du hast wirklich Talent, zu schreiben. Du kannst dich unfassbar gut ausdrücken und deine Wortwahl ist so vielseitig, das ist bewundernswert, wirklich (=
    Außerdem ist der Inhalt des Textes sehr ergreifend!

  • Reply Stephanie 29. September 2011 at 08:44

    Liebe Lu,

    was für ein wunderschöner Text. Ich habe geweint. Dieser Text trifft genau das was ich auch fühle. Nach Außen hin geb ich die starke und sage mir ist das alles egal, aber im Inneren geht es mir genauso. Ich will schreien, und zu ihm, ihn sehen. Ich halte noch immer an ihn fest, obwohl es eigentlich schon vorbei ist. Ich möchte nicht aufgeben, ihn nicht aufgeben, uns nicht aufgeben. Aber manchmal weiß man einfach nicht welcher Weg der richtige ist. Ich fühle mit dir.

    Ich liebe deinen Blog. Du bist eine tolle Bloggerin^^

    Liebe Grüße
    Steffi

  • Reply Nathalie 29. September 2011 at 06:39

    schöner text :)

    lg

    http://nathalielovesfashion.blogspot.com

  • Reply Johanna 28. September 2011 at 22:39

    Deine Texte sind einffach immer wieder zauberhaft :)
    Dieser hier wurde gleich in meine Tagebuch geschrieben, er passt einfach perfekt zu mir, meiner person, allem.
    dankeschön :)

  • Reply Amanda 28. September 2011 at 21:26

    Ging mir auch sehr lange so, kenne deine Situation nur zu gut! Vermeide Kontakt, weine, weine, weine! Lass alles raus, trauere. Sonst wird das nie was und zieht sich nur länger. Ich hab’s auch erst völlig überwunden, als ich 8 Monate später meinen jetzigen Freund kennenlernte! Ich liebe ihn über alles. Das vorherige, nichts im Vergleich zu ihm, glaub mir!

  • Reply Larissa ♥ 28. September 2011 at 21:23

    toller Text! so tiefgründig und man kann sich gut damit identifizieren.
    Behalte den Optimismus! :)

  • Reply Laura-Sophie 28. September 2011 at 21:14

    Wie wahr. Da sprichst du eine ganz entscheidende Essenz des Lebens an, von der ich ebenso betroffen bin, wie du. Irgendwie merkwürdig.
    Doch bleib optimistisch. Das Leben geht immer und immer weiter, es sucht sich seinen Weg, wie das Wasser. Und wo Schatten ist, ist auch Licht. Erfahrungen und Erkenntnisse kann man nicht mit Gold aufwiegen, man kann sie in keinem Wissenschaftsexerpt lesen, oder von seinen Eltern eingetrichtert bekommen. Man muss sie erleben; hautnah. Und nur jene, die schon erfahren haben, wie bitter das Leben schmecken kann, werden diejenigen sein, die mit gestärktem Rücken den schwierigsten Aufgaben des Lebens trotzen, die es noch bereit hält. Diese Dinge machen uns zu dem, was wir sind, sie waschen uns mit den Wassern des Lebens und machen uns reifer und reicher.

  • Reply vogue 28. September 2011 at 21:10

    trifft sowas von zu. Kenn das zu gut :S

  • Reply Liisa 28. September 2011 at 21:06

    Wow toller Text und passt sehr zu meiner momentanen Situation.. Ich liebe deine Texte! (:

  • Reply Marie 28. September 2011 at 21:06

    Liebe Lu, ich möchte Dir mein liebstes Zitat Abs Herz legen:
    “Scheitere, Scheitere erneut, Scheitere besser.”
    Liebe Grüße <3