Perfekt?

/2. Juni 2010/10 Kommentare

Eine meiner Freundinnen war seit 3 Monaten glücklich vergeben. Ihre große Liebe ist er, sagt sie.
Eine Andere, sie hatte es gut auf hier auf unserer Schule.
Ein Bekannter gewann vor einiger Zeit im Lotto. Er hört nicht auf zu spielen.
Freunde der Familie sind seit 12 Jahre glücklich verheiratet.

Und jetzt sitze ich hier und komme nicht umhin mich zu fragen:

Weshalb können wir uns nie mit dem zufrieden geben, was wir haben?


Egal wie glücklich und zufrieden der Mensch ist, immer fehlt etwas. Nie ist er zufrieden. Nein, mir kommt es vor, als würde die Gier immer größer werden umso besser es einem geht. Hauptsache noch größer, noch besser, noch schöner – noch perfekter? Da muss es schon die Hyperlative sein, denn wer gibt sie schon mit der Superlative zufrieden?
Denk ich nur an Carrie Bredshaw, die wohl jeden noch so tollen Mann für Mr. Big verlassen hat. Und so ist es doch auch bei uns Normalsterblichen, nicht wahr? So würde wohl jeder von uns die schönste und beste Beziehung aufgeben, wenn unser persönlicher Mr. Big vor der Tür steht und uns das Blaue vom Himmel verspricht. Aber wieso erhoffen wir uns davon dann ein erfüllteres Leben? Weshalb sind wir in der Lage, alles andere dafür aufzugeben?
Also wage ich es hier, allen Menschen zu unterstellen, dass sie ihr momentanes Leben sofort aufgeben würden, wenn ihnen ein „besseres“, luxeriöseres Leben zuwinken würde. Ob das aber wirklich alles so viel toller ist – darüber machen wir uns keine Gedanken.
Allerdings möchte ich auch noch einen anderen Aspekt mit ins Spiel bringen; Sind wir denn wirklich immer glücklich, wenn wir behaupten es zu sein? Oder machen wir den anderen und vor allem uns selber etwas vor? Und ist das dann auch wieder der Grund, weshalb wir dieses Leben aufgeben würden, weil wir wissen, dass es besser wird?

Ich selber habe diesen Fehler zu oft gemacht. Hab alles stehen und liegen lassen – nur für ihn. Im Nachhinein erwies es sich als großer Fehler, welcher aber nicht rückgängig gemacht wurde. War gierig und habe ohne auch nur Nachzudenken gehandelt. Voller Hoffnung auf noch bessere Zeiten und lief geradewegs in den Abgrund.

Und ich frage ich mich, wozu wir das eigentlich machen? Wieso sind wir krampfhaft auf der Suche nach dem Happyend, nach Perfektion und Unendlichkeit. Wieso wollen wir unbedingt etwas Unmögliches erreichen? Können wir es nicht einfach dabei belassen, dass es nie vollkommen sein kann? Was bringt uns das Glücklich sein, wenn doch eh immer etwas fehlt. Nie ist der Mensch zufrieden.
Wir erwarten zu viel, glaube ich. Viel zu viel. Von uns, von anderen und vor allem von unserem Schicksal. Vielleicht ist es ja von vornherein, von der Natur bestimmt wurden, dass es keine Vollkommenheit gibt.

Eine meiner Freundinnen war seit 3 Monaten glücklich vergeben. Ihre große Liebe ist er, sagte sie – vor einigen Tagen machte sie Schluss.
Eine Andere, sie hatte es gut auf hier auf unserer Schule – sie wechselte.
Ein Bekannter gewann vor einiger Zeit im Lotto. Er hört nicht auf zu spielen – Verspielt.
Freunde der Familie waren 12 Jahre lang verheiratet – jetzt trennten sie sich, er hat eine neue Frau.

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10 Kommentare

  • Reply Mara 4. Mai 2014 at 16:16

    Mir fällt gerade auf, dass ich deinen Blog schon gelesen habe, als du gerade erst angefangen hast… als ich das Bloggen dann „aufgegeben“ habe, habe ich aufgehört, die ganzen Blogs zu lesen und jetzt bin ich gerade total geschockt, wie weit du gekommen bist! Tolle Entwicklung, weiter so 🙂

  • Reply Ayla Sahin 31. August 2012 at 22:58

    Wow. Hast du schonmal darüber nachgedacht ein Buch zu schreuben !?

  • Reply Anonymous 23. Juni 2012 at 15:35

    wow, ein toller text. hat mich zum nachdenken gebracht & ich glaube, du hast recht. vielleicht erwarten wir wirklich zu viel von uns selbst und von anderen. man sollte einfach mal zufrieden & glücklich sein mit dem, was man ist & was man hat.

  • Reply Snow 10. Januar 2011 at 07:56

    hey erstmal (:

    einfach wow. … ich liebe deinen Schreibstil! Du stellst gute Fragen, ja sehr gute… aber was ist, wenn man, diesen Fehler gemacht hat und ihn als solchen erkannt hat… ist man nicht dann beim nächsten mal schlauer und weiß, das es nicht Mr. Big sein kann, der fragt ob man in ein anderes Leben mitkommt? (ganz abgesehen jetz mal von der original Story her…) Ich denke schon. Ich hatte dieses „Mr. Big – Erlebnis“ und weiß, das ich diesen Fehler mir selbst nicht nochmal antun könnte.
    Geht es wirklich um Gier? Ich denke das es um viel mehr als dass geht, was man von außen sieht, oft Urteilt man viel zu schnell.
    Aber ich will dir auf keinen Fall deinen Gedanken rauben 😉
    Alles Liebe, Snow

  • Reply Luise Tautenhahn 1. Januar 2011 at 13:53

    es wird carrie brAdshaw und nicht brEdshaw geschrieben. ansonsten ein guter text, obwohl ich in einigen gelegenheiten eine andere meinung habe. ich selber bin warscheinlich auch einer der größten satc fans und setze mich auch philosophisch mit liebe auseinander.
    ps: außerdem heiße ich auch luise und habe ienen außergewöhnlichen nachnamen.
    weiter so 😉

  • Reply Luise Tautenhahn 1. Januar 2011 at 13:53

    es wird carrie brAdshaw und nicht brEdshaw geschrieben. ansonsten ein guter text, obwohl ich in einigen gelegenheiten eine andere meinung habe. ich selber bin warscheinlich auch einer der größten satc fans und setze mich auch philosophisch mit liebe auseinander.
    ps: außerdem heiße ich auch luise und habe ienen außergewöhnlichen nachnamen.
    weiter so 😉

  • Reply Goldjunge 13. Juli 2010 at 22:08

    ein wunderbarer text! 🙂
    vor allem tolles thema! und wäre jeder
    perfekt würde es kein leben geben!
    weil ich finde das macht jeden menschen zu
    einem einzelstück!ein kleiner makel am rohgeschliffenen diamenten! das ist das was uns menschen einigartig macht!

    lg

    andré

    trust-x-believe.blogspot.com

  • Reply Jule 3. Juni 2010 at 20:35

    Tolles Thema, und toll lesen, und wunderbar zu verstehen!
    aber Keiner ist perfekt, und es soll auch keiner perfekt sein!

    Lg.

  • Reply Kär. 3. Juni 2010 at 17:50

    Sehr schönes Text! Total flüssig zu lesen 😉
    Du hast einen schönen Schreibstil!

    Zudem gefällt mir das Thema. Ich habe auch zu oft für „Mr.Big“ alles stehen und liegen gelassen, Terminte abgesagt und wurde am Ende doch von ihm versetzt. Man erwartet manchmal einfach zu viel.
    Diese ganzen Happy Ends im Tv oder ZB in Büchern lassen uns den Hang zur Realität verlieren. Man kann nicht alles haben.. So ist das nunmal..

    Grüßeee :**

  • Reply LUNICAT 2. Juni 2010 at 21:24

    ich lese deine texte so gern und ich bin von viele deiner ansichten sehr beeindruckt

    du hast wrkl recht, aber viele sehen eben dieses suchen nach dem perfekten nach DEM einen als lebensziel, kann man nix machen
    grüßchen